Statt eine dualistisch-irdische Sicht von Gut versus Böse zu vertreten, nimmt Hawkins die einheitlich-göttliche Sicht ein:
Das Gute ist entweder anwesend oder nicht vorhanden.
Es gibt nur das Gute oder dessen Abwesenheit.
Beispiele für die dualistische Auffassung:
- Der Bauer sagt: Es ist gut, dass es regnet. So können die Pflanzen wachsen.
- Der Veranstalter sagt: Es ist schlecht, dass es regnet. Regen verdirbt die Grillparty.
In beider Weltsicht wird ein Sachverhalt ausschließlich als gut oder böse/schlecht bewertet – in Bezug auf die relativen Ziele, die jeweils angestrebt werden.
Das einheitlich-göttliche Verständnis des Guten nimmt die Haltung ein:
- Ich bin ein Mensch, eine Facette von Allem-Was-Ist, und ich handle aus meiner innersten guten göttlichen Natur.
Hawkins gebraucht den Begriff das Gute als Synonym für Gott, die Urkraft, die Quelle allen Seins. Und beide Wörter Gott / das Gute sind etymologisch miteinander verwandt. Die Orientierung an der Absolutheit im Gegensatz zu der oben erwähnten Orientierung an relativen Zielen, ist entscheidend.
Niemandem ist es möglich, sich durchzumogeln, denn alle Taten sind auf immer im Bewusstseinsfeld festgehalten, schreibt Hawkins in The Eye of the I, S. 143. Eine Seite weiter weist er darauf hin:
Ein Irrtum ist korrigierbar.
Sünden gleich Irrtümer geschehen aus Ignoranz.
Jeder ist rechenschaftspflichtig für Alles, und Alles ist zu vergeben.
Gegenüberstellung nach D. Hawkins zum Thema Gut und Böse
Positive entwickeltere Haltung | Negative, weniger entwickelte Haltung |
| | |
| Sein, Wirkmacht, Spirituell | Haben, Zwang Materialistisch |
| Gebend, Reichlich anbietend | Nehmend, Exzessiv verbrauchend |
| Optimistisch, Aufbauen, Zuversichtlich | Pessimistisch, Überreden, Arrogant |
| Konfrontieren, Diplomatisch, Glauben | Beschimpfen, Betrügerisch, Insistieren |
| Erlauben, Hingebungsvoll, Einladen | Kontrollieren, Besitzergreifend, Drängen |
| Gerecht, Gleichberechtigt, Barmherzig, Charakterfest | Bestrafend, Überlegen, Permissiv, Zweckdienlich |
| Attraktiv, Zielgerichtet | Verführerisch, Begehrlich |
| Offen, Engagiert, Bedeutsam | Geheimniskrämerisch, Besessen, Wichtig |
| Herausgefordert, Beweglich, Spontan | Eingeschränkt, Festgefahren, Getrieben |
| Global, Zeitlos, Auswählend, Gelassen | Lokal, Launenhaft, Ausschließend, Niveaulos |
| Akzeptieren, Tolerant | Ablehnen, Vorurteilsbehaftet |
| Schöpferisch, Haushälterisch, Nüchtern | Antriebsarm, Geizig, Berauscht |
| Selbstlos, Wertschätzend, Hilfsbereit | Selbstsüchtig, Ausbeuterisch, Einmischend |
Zitate von D. Hawkins zum Thema Gut und Böse
- Es geht nicht um Gut versus Böse, es geht um das mehr Entwickelte versus das weniger Entwickelte.
- Tatsächlich gibt es nur EINE Variable. Diese kann entweder vorhanden oder abwesend sein. Du kannst für etwas eintreten, ohne jene zu hassen, die das nicht tun. Das Gute ist entweder gegenwärtig oder nicht vorhanden (statt zu sagen, dass es Gut und Böse gibt). Es gibt nur das Gute oder dessen Abwesenheit. Es gibt die Gegenwart oder die Abwesenheit des Lichts, nicht Licht und Dunkel. Seminar in Unity Church Houston, Texas, The Realization of the Presence of God, Samstag, 11. Oktober 2003
- Durch Beobachten wird man erfassen, dass die Dichotomie von Gut/Böse lediglich die Wiederspiegelung einer allgemeinen Kontextualisierung ist, die auf unerforschten Annahmen beruht. Mit tiefer Demut kann man erkennen, dass der Geist/Gemüt ohne Beistand tatsächlich nicht autorisiert, ausgerüstet und fähig ist, eine solche wertbezogene Unterscheidung zu treffen. Mit welcher Autorität wäre er sogar in der Lage, das Gute vom Üblen zu unterscheiden? Dies vermag er zu entdecken, indem er nur anfängt zu fragen, wann und unter welchen Umständen ist was für wen gut und für wen schlecht? Das führt irgendwann zur Erforschung der eigenen übergreifenden Kontextualisierung des Stellenwerts und der Bedeutung des menschlichen Lebens an sich als eine vorübergehende Lernerfahrung. FU Transcending Levels of Consciousness, S. 337
- Der einzige Ort, an dem ein Aufeinandertreffen und eine Interaktion zwischen den Mächten des Guten und denen des Bösen möglich wäre, liegt in den niederen Astralebenen und der menschlichen Einbildung. Licht des Alls, S. 282
Zitate (engl.) von D. Hawkins zu Gut und Böse
- What we think of good or bad is merely subjective, what the universe "thinks" about it may be something entirely else. Power vs. Force, S. 117
- Socrates said, Man always chooses the good; in fact, he's only capable of choosing what he sees as being good. The problem is that man doesn’t always know the good from the bad. He thinks his choices are always good, even if it’s blowing up innocent people. Sedona Seminar Witnessing & Observing, bereit gestellt von Consciousnessproject.org, 16. Oktober 2004
- By observation, one will see that the good/bad dichotomy is merely the reflection of an overall contextualization based on unexamined presumptions. With deep humility, one realizes that unaided, the mind is really unauthorized, unequipped, and incapable of making such judgmental discernment. By what authority would it even be able to discern good from bad? It can make this discovery by just beginning to ask, for whom is it good, for whom is it bad, when, and under what circumstances.' This eventually leads to examining one's overall contextualization of the significance and meaning of human life itself as a transitional learning experience. Transcending Levels of Consciousness, S. 337
- 2.4 % of world population are demonically possessed. Their acupuncture fields are opposite to the norm, whereby they are repelled by love. These 2.4 % of people cause 78 % of the problems in the world. They are dominated by the Satanic. It would seem they serve some kind of purpose. I don't know how they get onto the planet. They are not lifted by the rise in consciousness. How would you lift them when love repels. Jesus warned his followers not to be concerned with them. Don't encounter evil, avoid it. If you create a science of evil you will become entrapped by it. You are drawn into it. As in exorcism, if you do it enough one day it gets you. Many exorcists commit suicide. You need to calibrate the degree of evil you can handle, but that is the science of evil and it is very dangerous. The Ouija board is dangerous, and even more so is the game Dungeons and Dragons, which is extremely accurate and extremely dangerous. Nintendo, and other similar games [i.e. Diablo and Doom] are dangerous. It is the energy of them that is very negative. Otis and Teddy Carney, Synopsis and Study Guide to Power vs. Force, Interview mit Dr. Hawkins, Teil II, S. 13, 8. Juni 1996
- The attempt to impose standards of would-be absolute Good and Evil is, in fact, one of the greatest moral pitfalls. But without moralizing, we can plainly state that whatever calibrates above 200 supports life and may therefore be functionally declared as "good"; whereas whatever calibrates below 200 is destructive, nonsupportive of life and can thus be functionally declared as "evil". Power vs Force, S. 278-279
Zitate aus anderen Quellen über Gut und Böse
Besiege das Böse mit Gutem! Römer 12, 21 (NT)
Urteilt nicht! Matthäus 7, 1 (NT)
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. Matthäus 7, 1 (Bergpredigt NT)
Denn das Wort Gottes [Wahrheit] ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Hebräer 4, 12 (NT)
- Die Dinge sind weder gut noch schlecht, nur unser Denken macht sie dazu. William Shakespeare, Hamlet
- Ich habe gut und böse gekannt, Sünde und Tugend, Recht und Unrecht;
Ich habe gerichtet und bin gerichtet worden;
Ich bin durch Geburt und Tod gegangen;
Freude und Leid, Himmel und Hölle;
Und am Ende erkannte ich, dass ich in allem bin und alles in mir ist. Hazrat Inayat Khan, Sufimeister
- Es wurde mir nach und nach klar, dass die Grenze zwischen Gut und Böse nicht zwischen Staaten, Klassen oder Parteien verläuft, sondern quer durch das Herz des Menschen.
Es ist unmöglich, das Böse ganz aus der Welt zu schaffen, aber es ist möglich, es aus dem Innern des einzelnen Menschen zu vertreiben. Alexandr Solschenizyn, Der Archipel GULAG
- Wer das Gute haben will, der muss auch des Bösen gewärtig sein. Paracelsus
- Von allem, was richtig ist, ist auch das Gegenteil richtig. Laotse
- Gut und Böse gibt es nur bei der Freiheit zum Ungehorsam. Erich Fromm, Die Kunst des Liebens, 1956
- Die Sünde wird als "Mangel an Liebe" definiert (T-1.IV.3:1). […] Unser Gefühl der Unzulänglichkeit, der Schwäche und der Unvollständigkeit kommt von der starken Investition in das "Mangelprinzip", das die ganze Welt der Illusionen beherrscht. Ein Kurs in Wundern Vorwort
Gibt es das Böse?
Ein Universitätsprofessor forderte seine Studenten mit folgender Frage heraus: "Gott schuf alles, was existiert?"
Ein Student antwortete keck: "Ja, er schuf alles!"
"Hat Gott also alles erschaffen?", fragte der Professor erneut.
"Ja, Herr Professor", antwortete der junge Mann.
Der Professor fuhr fort: "Wenn Gott alles erschaffen hat, dann schuf er auch das Böse, denn das Böse existiert. Und gemäß der Annahme, dass unsere Werke uns widerspiegeln, ist Gott böse."
Nach dieser Aussage verstummte der Student, und der Professor rühmte sich triumphierend, einmal mehr bewiesen zu haben, dass der Glaube ein Mythos sei.
Ein anderer Student hob seine Hand und sagte: "Darf ich eine Frage an Sie stellen, Herr Professor?"
"Natürlich", antwortete der Professor.
Der junge Mann erhob sich und fragte: "Herr Professor, gibt es die Kälte?"
"Was für eine Frage? Natürlich gibt es Kälte. Haben Sie etwa noch nie gefroren?"
Der Student antwortete: "In der Tat, Herr Professor, die Kälte existiert nicht. Nach den Gesetzen der Physik ist das, was wir als kalt empfinden, in Wirklichkeit fehlende Wärme. Jeder Körper oder Gegenstand, der über Energie verfügt oder sie abstrahlt, kann untersucht werden. Wärme ist das, was jedem Körper Energie verleiht. Der absolute Nullpunkt ist die gänzliche Abwesenheit von Wärme. Alle Körper werden dann träge und sind reaktionsunfähig, doch Kälte gibt es nicht. Wir haben diesen Begriff erfunden, um zu beschreiben, wie wir uns ohne Wärme fühlen."
"Und gibt es die Dunkelheit?", fragte der Student weiter.
Der Professor antwortete: "Natürlich!"
Darauf sagte der Student: "Sie irren sich wieder, Herr Professor. Die Dunkelheit existiert ebenso wenig. Sie ist in Wirklichkeit Lichtmangel. Das Licht lässt sich untersuchen, die Dunkelheit nicht. Wir kennen das Nicolsche Prisma, das weißes Licht in dessen verschiedenen Farben mit den jeweils zugehörigen Wellenlängen zerlegt, aus denen es sich zusammensetzt. Ein einfacher Lichtstrahl durchbricht die Dunkelheit und erhellt die Oberfläche, wo sein Leuchten endet. Wie lässt sich ermitteln, wie dunkel ein bestimmter Raum ist? Aufgrund der Lichtmenge, die in diesem Raum vorhanden ist. Nicht wahr? Dunkelheit ist ein Begriff, den der Mensch erfunden hat, um zu beschreiben, dass etwas lichtlos ist."
Schlussendlich fragte der junge Mann den Professor: "Herr Professor, gibt es das Böse?"
Der Professor antwortete: "Natürlich gibt es das Böse, wie ich schon anfangs erwähnt habe. Wir sehen Gewalt und Verbrechen auf der ganzen Welt. Diese Dinge sind böse."
Worauf der Student antwortete: "Das Böse existiert nicht, Herr Professor. Oder wenigstens nicht aus sich selbst. Das Böse ist schlicht die Abwesenheit Gottes, es ist – ebenso wie die vorigen Beispiele gezeigt haben - ein Begriff, den der Mensch erfunden hat, um die Abwesenheit Gottes zu beschreiben. Gott hat nicht das Böse geschaffen. Es verhält sich damit nicht wie mit dem Glauben oder der Liebe, die wie das Licht oder die Wärme existieren. Das Böse ist das Ergebnis dessen, dass der Mensch Gott nicht in seinem Herzen gegenwärtig hat. So wie er Kälte empfindet, wenn es an Wärme fehlt oder Dunkelheit, wenn kein Licht da ist."
Daraufhin nickte der Professor mit dem Kopf und schwieg.
Der junge Student hieß [...] Albert Einstein.
| Wir werden sehen. – Schaumermal |
Es war einmal ein Bauer, der besaß einen wunderschönen Hengst, und die Leute im Dorf sagten zu ihm: »Welch ein Glück für dich!« Doch der Bauer antwortete nur: »Wir werden sehen.«
Eines Tages brach der Hengst aus, und die Leute im Dorf sagten: »Welch ein Unglück für dich!« »Wir werden sehen«, antwortete der Bauer.
Der Hengst kehrte mit einem Dutzend wilder Pferde zurück, und die Leute im Dorf riefen aus: »Oh, welch ein Glück für dich!« »Wir werden sehen«, war alles, was der Bauer darauf erwiderte.
Als der Sohn des Bauern daran ging, eines der Pferde zu zähmen, warf es ihn ab und er brach sich dabei ein Bein. »Oh, nun kann er dir nicht mehr helfen bei der Arbeit. Welch ein Unglück für dich!« »Wir werden sehen«, antwortete der Bauer ruhig.
Da kamen die Eintreiber des Zaren in das Dorf und zogen alle gesunden jungen Männer ein, damit sie in einem Krieg fern von der Heimat kämpfen. Der Sohn des Bauern wurde zurückgelassen, da sein Bein gebrochen war. »Oh, welch ein Glück für dich!« , riefen die Dörfler. Der Bauer gab gelassen zur Antwort:
»Wir werden sehen.«
Index: Gut-Böse
Externe Weblinks zu Gut und Böse
- Wikipedia-Einträge Gut, Böse
- Wer ist Satan? Carter Phipps interviewt Taylor Hackford, Regisseur von Im Auftrag des Teufels, WIE-Magazin, Ausgabe 4
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