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2·2012


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Dialog – Multilog – Metalog
Zwiegespräch – KommunikationBeziehung

 


 

1.   Dialog – ein fließend-durchdringender Sinnfindungsprozess


Dunkle Materie, NASA/ESA/HST, 15. Mai 2007

 

Die Silben des Wortes Dialog sind 'dia' (durch) und 'logos' (sinnvolle WorteBedeutung). Dialog bedeutet demnach: ein fließend-durchdringender Sinnfindungsprozess, in dem sich die Dialogpartner die dahinter liegende Bedeutung erschließen. Der Dialog geht ihren Mustern, Programmen und Inhalten auf den Grund, die ihr Handeln beeinflussen. Bestenfalls gelangt er dabei zu dem darunter liegenden Kontext beider.


 

2.   Zwiegespräche überwinden Beziehungskrisen

  • Ein Paar, das sich in der Krise trennte, sagte:
    Eigentlich wollten wir einfach glücklich sein, aber wir konnten nicht miteinander reden.
  • Ein Paar, das sich auf lösende Zwiegespräche einließ, erkannte:
    In den letzten drei Monaten mit Zwiegesprächen haben wir mehr voneinander erfahren als in zehn Ehejahren zuvor.

 

3.   Vier-Stufenmodell des Dialogs – C. O. Scharmer

StufenQualität des Dialogs
1. Stufe Nettes Gespräch
2. StufeHeftiges Gespräch
3. StufeReflektiver Dialog
4. StufeGenerativer Dialog

Quelle: C. O. Scharmer, Presencing. Learning From the Future As It Emerges. On the Tacit Dimension of Leading Revolutionary Change, präsentiert auf der Konferenz Wissen und Innovation, School of Economics, Helsinki, Finnland, 25.-26. Mai 2000 und MIT Sloan School of Management, OSG, USA, 20. Oktober 2000

 

4.   GebetsstufenRichard Rohr

StufeVerhältnisText
IEntweder-Oder Wenn Du betest, baust du dein eigenes Haus.
IISowohl-als-AuchWenn Du betest, entdeckst du, dass sich noch jemand in deinem Haus befindet.
IIIWeder-nochWenn Du weiter betest, stellst du fest, dass es überhaupt nicht dein Haus ist.
Wenn Du immer weiter betest, stellst du fest, dass es überhaupt kein Haus gibt, das man beschützen muss,
IVAlles-in-Allem weil es nur ein einziges Haus gibt.
Und das Haus ist jedermanns Zuhause.

 

5.   Zehn Kernfähigkeiten des Dialogs

  1. Die Haltung eines Lernenden einnehmen
  2. Radikalen Respekt üben
  3. Offenheit
  4. Aus dem Herzen sprechen (Ich-Botschaften)
  5. Generativ Zuhören
  6. Verlangsamen, Entschleunigen
  7. Annahmen und Bewertungen 'in der Schwebe halten' (suspendieren)
  8. Produktiv plädieren (achtsam entscheiden)
  9. Erkundende Haltung üben
  10. Den Beobachter beobachten (die Metaebene beachten)
    Martina Hartkemeyer, Johannes F. Hartkemeyer, Freeman L. Dhority, Miteinander denken. Das Geheimnis des Dialogs, Klett-Cotta, 4. Auflage, September 1998

 

Zusätzliche Kernkompetenzen des Dialogs

 

6.  Zitate zum Thema Dialog und Dialogkultur / Dialogue culture

6.1   Zitate – Zwiegespräche-Methode nach M. L. Moeller

Michael Lukas Moeller, Paartherapeut, Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch, Rowohlt Taschenbuch, 1988, 26. Aufl., Januar 1997

 

Problembeschreibung

  • Wenn wir uns aufeinander beziehen, halten wir unsere Beziehung lebendig. Aber genau das tun wir immer seltener, immer oberflächlicher, immer aufgabenbezogener. S. 13

 

  • Des Pudels Kern ist, dass wir uns wechselseitig nicht einfühlbar machen. Wir reden einfach zu wenig über das, was uns wesentlich angeht. S. 23

 

  • Der gerechte Beobachter in uns weiß, dass jede Beziehung eine unteilbare Schöpfung zu zweit ist. S. 27
    Anm.: Beziehungen sind die Schöpfung von Allem-was-ist.

 

  • Im Zwiegespräch zeige ich dem anderen, wie ich mich selbst gerade erlebe. Da bleibe ich mit meinem Schwerpunkt bei mir – und damit auch in der Beziehung. S. 29

 

  • Unsere Zuneigung zueinander wächst, je mehr wir voneinander erfahren. Das ist ein klassisches Ergebnis der Sozialpsychologie und der menschlichen Verhaltensforschung. S. 30

 

  • Die Bindung kann sich sehr vertiefen, wenn es gelingt, die eigenen Unsicherheiten und Ängste dem anderen einzugestehen. S. 31

 

  • Frauen sind gesprächsbegabter als Männer. Sie sind gefühlsnäher, angstoffener und situationsgebundener. [...] In der Regel teilen sich Frauen offener mit als Männer. Ihnen müsste mehr Sympathie im Leben entgegenkommen. [...] Männer wollen die Beziehung eher bewahren als Frauen. Sie lieben ihre Frauen mehr als diese sie. [...] Männer scheinen auf eine besondere Art zu klammern: Sie wollen die Frau im Haus behalten. S. 31

 

  • Wer sich trennen möchte, muss ein starkes Beziehungsgefühl haben: denn nur deswegen leidet er am Beziehungsmangel. S. 32

 

  • Die Fähigkeit, das Ausgesprochene auf seine tiefere Bedeutung hin zu übersetzen, ist recht schnell zu erlernen. Aber wir scheuen uns davor. Wir nehmen in der Regel Abstand von uns. Merkwürdig befangen bleiben wir, wenn wir uns zeigen, wie wir ohnehin sind. S. 33

 

  • Es entwickelt sich eine 'Beziehungslosigkeit in der Beziehung' ein reibungsloses Nebeneinander statt eines lebendigen Miteinanders. [...] Alles spricht dafür, dass die Methode, eine krisenhafte Beziehung unbearbeitet abzubrechen, statt sie aufzulösen, dasselbe Verhalten ist, das zur Krise führte.
    Es ist eine Meisterleistung der täglichen, energieverzehrenden Verleugnung, sich wechselseitig die Signale der Distanzierung, der Trennung und der Kritik nicht bewusst zu machen. Wenn die Wahrnehmungsschranke aber geschlossen bleiben soll, muss sie von beiden geschlossen gehalten werden. Auch das geschieht im Wesentlichen unbewusst. Bewusstes Verschweigen ist eine letzte Absicherung. S. 34

 

  • Die Sprachlosigkeit der Paare ist im Klartext Beziehungslosigkeit. S. 35
  • Sprachlosigkeit macht Enttäuschungszorn. Der vertieft die Kommunikationskluft. Und so fort. S. 47

 

  • Glückliche Paare unterscheiden sich von unglücklichen gerade durch die Intensität ihrer Gespräche. Sie reden nicht nur, weil sie glücklich sind. Vielmehr werden sie glücklich, weil sie reden. S. 43

 

  • Sich zu trennen, erfordert intensive und gute Beziehungsarbeit. [...] Wer sich nie trennen konnte, muss eines Tages abbrechen. Die Trümmerstücke muss dann die nächste Beziehung aufarbeiten. Eine harte Arbeit. Unter den erschwerenden Bedingungen des falschen Platzes wird sie noch mühseliger. Da bleibt sie meist ganz aus. S. 45

 

Teufelskreis

  • »Ich schlafe nicht mit dir, wenn du nicht mit mir sprichst«, sagt der eine Partner.
    »Ich rede nicht mit dir, wenn du nicht mit mir schläfst«, sagt der andere Partner. S. 47

 

Umkehrung des Teufelskreises in der Beziehung

  • "Dass wir miteinander reden, macht uns zu Menschen":
    → Größere Abstimmung → höhere Selbstverwirklichung → verminderte Gereiztheiten -→ offenerer Austausch → usw.
    Die Liebe kann sich vertiefen, statt zu versanden:
    → Größere Abstimmung → stärkere Erotik → tiefere Geborgenheit → gewagtere Entwicklung → Vergehen der Missstimmungen → freieres Miteinanderreden → usw. übertragen von: S. 49

 

  • Die geheime Absicht fast jedes Paares ist Angstentlastung. Die entscheidende Angst aber sind wir uns selbst. S. 53

 

  • Wenn die Schuldspannung hoch steigt, versucht ein Paar, ein Gleichgewicht des schlechten Gewissens zu erreichen. Fruchtloses Vorwurfspingpong ist dann an der Tagesordnung. S. 65

 

  • Wie es aber kein Bewusstsein des Lebens gibt ohne das Bewusstsein des Sterbens, so gibt es auch kein wirkliches Empfinden für eine wesentliche Beziehung ohne das Bewusstsein der Getrenntheit. S. 73

 

  • Ganz geballt dem anderen unsere Meinung zu sagen, sprich: ihn in unser Weltbild einzuzwingen. Das genau ist Kolonialisierung. Zweierimperialismus. -→ Paarrassismus [...] Einer wertet den anderen ab, wo es nur geht mit der geheimen Absicht: Widerstand zu leisten gegen das Erkennen?, worum es wirklich geht. S. 128

 

  • Zwiegespräche bedeuten eine zweifache Arbeit: Grundordnungsarbeit und Beziehungsarbeit. S. 130

 

  • In Zwiegesprächen mache ich meinem Partner deutlich, wie ich fühle, in Beziehungskisten, wie er fühlt. S. 134

 

  • Jeder bleibe bei sich – dann ist er auch wirklich beim anderen. S. 135

 

  • Vorwürfe, Übergriffe, Unterbrechungen, Wahrheitsbehauptungen, Rechthabenwollen. Sie haben ein gemeinsames Ziel: den anderen ändern zu wollen, nicht sich selbst. (→ Kolonialisierung) [...] Den anderen zu ändern, gelingt nie. Wenn wir Glück haben, sind wir imstande, uns selbst zu ändern. teils übertragen von: S. 136

 

  • Verdrängt aber wird bemerkenswerterweise die Projektion – ich verachte dich statt mich – die Wendung gegen den Partner. Genau besehen, geht es also bei jeder Kränkung um den Versuch, der eigenen Selbstabwertung zu entkommen. [...] Im Zeitalter der narzisstischen Schäden ist bei uns allen, diese Bereitschaft, gekränkt zu reagieren und zu kränken, stärker, als wir wahrhaben wollen. [...] Am schlimmsten erscheint es den meisten, wenn sie [...] bei sich selbst die kontinuierliche 'Abwertungswut' entdecken. S. 137

 

  • Fünf Einsichten zur Paar-Beziehung
  1. Ich bin nicht du und weiß dich nicht. [Anm.: Du bist ich. Buddha]
  2. Wir sind zwei Gesichter einer Beziehung und sehen es nicht.
  3. "Dass wir miteinander reden, macht uns zu Menschen."
  4. Sich vorzugsweise in Bildern statt in Begriffen auszudrücken.
  5. Für meine Gefühle bin ich selbst verantwortlich. übertragen von: S. 152

 

  • Indem wir den anderen nach unserem Bilde schaffen, versuchen wir uns eine Scheingeborgenheit zu zimmern aus Angst vor dem Ausgesetztsein in die Selbständigkeit. S. 157

 

Missbrauch der gleichen Wellenlänge

  • Unter den Teppich des Einsseins kehren wir unsere Konflikte. Wir sparen uns den Austausch. Wir setzen den anderen unmäßig mit uns gleich. Wir vergessen einfach, dass der andere anders ist. S. 159

 

  • Wesentliche Frage: Was wollen wir beide damit erreichen, dass einer von uns so handelte? S. 173

 

Drei Revolutionen des Paaralltags

  1. Es gibt keinen Boden mehr für Vorwürfe und Selbstvorwürfe innerhalb der Beziehung, da wir beide an jedem Verhalten eines jeden beteiligt sind.
  2. Was in mir vorgeht, geht auch in dir vor, da wir beide durch ein gemeinsames unbewusstes Thema bewegt werden. Das ist die Basis der Paarsymmetrie.
  3. Ich bin für das Paarleben voll verantwortlich und doch gleichzeitig vom anderen ganz abhängig. S. 172

 

Volle Verantwortung trotz ganzer Abhängigkeit

  • Ich bin erstens voll verantwortlich für alles, zweitens bin ich dennoch ganz abhängig vom anderen. [...]
    Beide Einsichten zusammen möchte man am liebsten abtun: als Widerspruch in sich. Unerträglich scheint vielen die Gleichzeitigkeit von ungeschmälerter Verantwortlichkeit, auch für Handlungen, die ihre Partner gegen sie richten, und gänzlicher Abhängigkeit selbst da, wo sie sich privatissime fühlen: in ihren Träumen, ihren Gedanken, ihren Entscheidungen. [...] Das bedeutet, Unbewusstes bewusst werden zu lassen, genauer: das Verflochtensein durch unser unbewusstes Handeln anzunehmen. S. 178/179

 

  • Die erste energetische Beziehungsarbeit ist, anzuerkennen, dass jeder seine Gefühle selbst macht – auch die, von denen er oder sie allzu gern annimmt, sie seien ihm oder ihr 'von außen' hervorgerufen. S. 210

 

  • Was geschieht bei einer Kränkung wirklich?
    Klar gesprochen heißt es: Ich kränke mich selbst mit Hilfe deiner Bemerkung. Ich nehme deinen Satz, um mich von mir selbst zu befreien. Ich sage einfach: "Du kränkst mich", dann brauche ich mich nicht mit mir selbst auseinanderzusetzen, genauer: mit meiner unsicheren Beziehung zu mir selbst, mit meiner geringen Selbstschätzung. S. 210

 

6.2   Zitate allgemein

  • Der Mensch wird am Du zum Ich. Gegenüber kommt und entschwindet, Beziehungsereignisse verdichten sich und zerstieben, und im Wechsel klärt sich, von Mal zu Mal wachsend, das Bewusstsein des gleichbleibenden Partners, das Ichbewusstsein. [...] Das Ich [steht] sich selbst, dem abgelösten, einen Augenblick gegenüber, um alsbald von sich Besitz zu ergreifen und fortan in seiner Bewusstheit in die Beziehungen zu treten. [...] Geist in seiner menschlichen Kundgebung ist Antwort des Menschen an sein Du. [...] Geist ist Wort. [...] In Wahrheit nämlich steckt die Sprache nicht im Menschen, sondern der Mensch steht in der Sprache und redet aus ihr, – so alles Wort, so aller Geist. Geist ist nicht im Ich, sondern zwischen Ich und Du. [...] Der Mensch lebt im Geist, wenn er seinem Du zu antworten vermag. Er vermag es, wenn er in die Beziehung mit seinem ganzen Wesen eintritt. Vermöge seiner Beziehungskraft allein vermag der Mensch im Geist zu leben. Martin Buber (1878-1965) Ich und Du, 1923; Zitiert in: Das Dialogische Prinzip, Verlag Lambert Schneider, 4. Aufl. Heidelberg 1979
    Quelle: Martin Buber, Ich und Du (Auszüge)

 

  • Kein Reden wird je wiederholen, was das Stammeln mitzuteilen weiß. Martin Buber (1878-1965) "Ich und Du", in: Das Dialogische Prinzip, Verlag Lambert Schneider, 4. Aufl. Heidelberg 1979

 

David Bohm hat sich am radikalsten vom rhetorischen Kommunikationsideal der abendländischen Kultur distanziert. Daher ist Bohms Dialog-Ansatz in Unternehmen zur Erreichung von feststehenden Zielen ungeeignet.

  • Bei einem Dialog versucht niemand zu gewinnen. Wenn einer gewinnt, gewinnen alle. [Notwendig ist dabei, dass] niemand auf Dauer an seinen eigenen Vorstellungen festhält oder sie sonst wie verteidigt. S. 29

 

  • [...] den Dialog auf die 'Aufdeckung des absolut Notwendigen' beschränken […] S. 60

 

  • Es macht keinen Sinn, überredet oder überzeugt zu werden. Dies ist weder kohärent noch rational. Wenn jemand Recht hat, muss er andere nicht überzeugen. Wenn jemand andere überreden muss, ist die Sache wahrscheinlich irgendwie zweifelhaft. S. 68

 

  • Wenn man seine Meinung verteidigt, ist man nicht ernsthaft. S. 91
    David Bohm, Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen, Hg. Lee Nichol, Stuttgart, 1998

 

  • Zeige ich mich offen, ohne mich darum zu sorgen, wie der andere darauf reagiert, werden einige sich angesprochen fühlen, andere nicht. Aber wer wird mich lieben, wenn keiner mich kennt? Ich muss es wagen oder allein leben. Sheldon B. Kopp

 

  • Alles deutet darauf hin, dass wir über das Denken hinaus zu denken vermögen, dass sich eine neue Wirklichkeit herauskristallisiert, die wir dank eines intensiveren Bewusstseins wahrnehmen können. Jean Gebser

 

  • Frage: Was bedeutet für Sie der Begriff "Dialog"?
    Das gute Gespräch kann ein Modell dafür sein: gelassene Aufmerksamkeit, Achtsamkeit für die Körpersprache, ruhige Entwicklung des Wortflusses. Niemand führt Monologe, spricht also mehr als etwa eine Minute. Zuhören, nicht überreden wollen. Es geht eigentlich darum, gemeinsam neue Einsichten zu ermöglichen. Diese sind nicht das Eigentum eines einzelnen, der sich damit brüstet, sondern sie gehören allen. Johan Galtung, Hawai und Genf, norwegischer Gründungsvater der Friedens- und Konfliktforschung; zitiert in: Martina Hartkemeyer, Johannes F. Hartkemeyer, Freeman L. Dhority, Miteinander denken. Das Geheimnis des Dialogs, S. 220, Klett-Cotta, September 1998

 

  • Das wichtigste Element ist dabei das Hören. Dafür ist die Grundlage der gegenseitige Respekt, die hilfreiche Frage. Es kann dadurch eine Öffnung entstehen, die eine neue Geschichte ermöglicht, vielleicht die wichtigste, die jemand in seinem Leben erzählt hat. Wenn man aber glaubt, man hätte bereits die "richtige" Antwort und die Aufgabe sei es, "unsichere", "dumme" oder gar "kriminelle" Leute auf den "richtigen" Weg zu bringen, dann spielt man ein völlig anderes Spiel. Johan Galtung, Hawai und Genf, zitiert in: Martina Hartkemeyer, Johannes F. Hartkemeyer, Freeman L. Dhority, Miteinander denken. Das Geheimnis des Dialogs, S. 220, Klett-Cotta, September 1998

 

Opferhaltung und (Aus)Söhnung

  • Interessant ist dabei, dass die religiösen Aspekte der (Vergebungs)Konzepte im Islam und ihm Judentum gleich sind und sich von den christlichen Konzepten unterscheiden. Das Recht des Opfers, vor allem, wenn es machtlos ist, hat im Islam einen genauso hohen Stellenwert wie im Judentum, und auch hier kann nur das Opfer selbst entscheiden, ob es die Bitte des Täters um Vergebung akzeptiert. Die Vergebung, um die man Gott am Versöhnungstag bittet, ist kein Ersatz für diesen zwischenmenschlichen Prozess. Prof. Dan Bar-On, Psychologe, Die Anderen in uns – Dialog als Modell der interkulturellen Konfliktbewältigung, Edition Körber-Stiftung, ISBN 3-89684-034-7, 2001

 

  • In einem Metalog sollten die Teilnehmer nicht nur das Problem diskutieren, sondern die Struktur des Gesprächs als Ganzes sollte auch für eben dieses Thema relevant sein. Gregory Bateson, ökologisch orientierter Philosoph

 

  • Ich weiß nicht, was ich gesagt habe, bevor ich die Antwort meines Gegenübers gehört habe. Paul Watzlawick

 

  • Ich bin nicht nur überzeugt, dass das, was ich sage, falsch ist, sondern auch das, was man dagegen sagen wird. Trotzdem muss man anfangen, davon zu reden. Die Wahrheit liegt bei einem solchen Gegenstand nicht in der Mitte, sondern rundherum wie ein Sack, der mit jeder neuen Meinung, die man hineinstopft, seine Form ändert, aber immer fester wird. Robert Musil (1880-1942) österreichischer Schriftsteller

 

Metakommunikation

  • Bei der Metakommunikation wird die Art und Weise, wie Sender und Empfänger miteinander umgehen beleuchtet. Das Gespräch wird verlassen. Der Prozess wird von oben, aus der Metaebene betrachtet. Aus dieser übergeordneten Sicht wird beschrieben, wie das Gespräch verläuft.
    Die Metakommunikation wird im Alltag wenig genutzt. Viele scheuen sich, über das Gespräch zu reden, obwohl dies oft befreiend wirken kann. Möglicherweise ist die Scheu darin begründet: dass Metakommunikation Mut verlangt und die Bereitschaft, die eigene Wahrnehmung zu offenbaren. Definition von Rhetorik.ch

 

 

6.3   Zitate allgemein (engl.)

Personal avowal

  • Amos [Tversky] and I shared the wonder of together owning a goose that could lay golden eggs – a joint mind that was better than our separate minds. Daniel Kahnemann, Nobel Memorial prize laureate, 2002

 

Daniel Kahnemann and his colleague Amos Tversky (†) were awarded the Nobel Memorial prize in 2002 for their scientific work. In his Nobel biography Kahneman praises his intensive collaboration with Tversky. He calls for a deeper academic cooperation ("adversarial collaboration"), not marked by turf battles. In a good-faith effort unlike minds can contribute in conducting a joint research, critiquing each other in the service of an ideal of truth.

 

Video interview with Princeton Psychology Professor Daniel Kahneman, psychologist, Nobel laureate in economics, founder of behavioral economics, on Conversations with History (Series ID 12295) on research on intuition and decision making, presented by UCtelevision UCTV, University of California Television, host Harry Kreisler, Institute of International Studies, YouTube film, minute 15:22-18:44, 53:20 minutes duration, 16. May 2008

 

6.4   Die grüne Schlange und die weiße Lilie

Kaum hatte die Schlange dieses ehrwürdige Bildnis angeblickt,
als der König zu reden anfing und fragte:
"Wo kommst du her?"
"Aus den Klüften", versetzte die Schlange, "in denen das Gold wohnt."
"Was ist herrlicher als Gold?" fragte der König.
"Das Licht", antwortete die Schlange.
"Was ist erquicklicher als Licht?" fragte jener.
"Das Gespräch", antwortete diese.

 

Johann Wolfgang von Goethe, Das Märchen von der grünen Schlange und der weißen Lilie

 

6.5   Zitate (engl.)

  • Falling in love you remain a child; rising in love you mature. By and by love becomes not a relationship, it becomes a state of your being. Not that you are in love – now you are love. Millions of people are suffering: they want to be loved but they don't know how to love. And love cannot exist as a monologue; it is a dialogue, a very harmonious dialogue. Osho

 

  • In the end, the finalization of all scientific, philosophical, metaphysical, psychological, intellectual, religious, spiritual or semantic dialogue dissolves into the awareness of the substrate of awareness called consiousness and subjectivity. The final realization is that consciousness itself, the capacity to be aware, know, feel, sense, or even argue is a a priori to all human experience. With that realization comes the recurrent, crucial question: Is the source of consciousness a personal self, or is it a quality of the Presence within man, a quality of Divinity? David R. Hawkins, I. Reality and Subjectivity, S. 214

 

  • Above and below are bound to one another. The word of him who wishes to speak with men without speaking with God is not fulfilled; but the word of him who wishes to speak with God without speaking with men goes astray. Martin Buber, Dialogue

 

  • "All real living is meeting," writes Buber. And from this simple formula we find a passage to perceiving soul as something not within but between. Within the space between inner and outer, relationship takes on animation. Dialogue from dia and logos means literally across the meaning of the word, a journey across and back between inner coherence of the one and the other […] When we have dialogue we meet at the crossing between the forms of each other's thought. We pace up and down our own side of the crossing, until there is a moment of connection. Alan Briskin, The Stirring of Soul in the Workplace, pg. 259-260, Berrett-Koehler Publishers, 1. January 1998

 

  • Words can sometimes, in moments of grace, attain the quality of deeds. Elie Wiesel (*1928) Jewish writer, professor, political activist, Peace Nobel Laureate, Holocaust survivor

 

Discussion

  • Where knowledge exists, knowledge is imparted and there is no particular desire for discussion. Where there is desire for discussion, however, there is as a rule no knowledge of the truth. Discussion begins only when there is a lack of knowledge, and it is always and everywhere the sign of a decline regarding the seriousness of a subject when it is discussed. Disintegration of a particular trend is always proclaimed by discussions. It is important that in spiritual science we come increasingly to understand that the wish for discussion may really be taken as a sign of ignorance. On the other hand, the opposite of discussion, the will to learn, the will gradually to comprehend what is in question, should be cultivated.   Rudolf Steiner, Christianity in Human Evolution,

 

Discussions vs. dialogue

  • Whenever anything of fundamental significance is involved, then positions tend to be rigidly non-negotiable and talk degenerates either into a confrontation in which there is no solution, or into a polite avoidance of the issues. Both of these outcomes are extremely harmful, for they prevent the free play of thought in communication and therefore impede creativity. David Bohm

 

6.6   The Serpent and the Lily

“Whence came you hither?” asked the golden king.
“Out of the clefts where the gold dwells,” replied the serpent.
“What is more glorious than gold?”
Light.”
“What is more quickening than light?”
Conversation.”

 

Johann Wolfgang von Goethe, The Green Snake and the Beautiful Lily,
Hawthorn Press, 1999; The Art of Goethean Conversation, Marjorie Spock, 1983

 

7.   Links zum Thema Dialog und Dialogkultur / Dialogue culture

7.1   Dialogprojekte

7.2   Literatur

  • Martin Buber (1878-1965), Das Dialogische Prinzip, Verlag Lambert Schneider, 4. Aufl. Heidelberg 1979
    Quelle: Martin Buber, Ich und Du (Auszüge)
  • David Bohm, Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen, Hg. Lee Nichol, Stuttgart, 1998
    Original: On dialogue, London/New York, 1996
  • Michael Lukas Moeller, Paartherapeut, Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch, Rowohlt Taschenbuch, 1988, 26. Aufl. Januar 1997
  • Martina Hartkemeyer, Johannes F. Hartkemeyer, Freeman L. Dhority, Miteinander denken. Das Geheimnis des Dialogs, Klett-Cotta, 4. Auflage, September 1998
  • Prof. Dan Bar-On, Psychologe, Die Anderen in uns – Dialog als Modell der interkulturellen Konfliktbewältigung, Edition Körber-Stiftung, ISBN 3-89684-034-7, 2001

7.3   Literatur (engl.)

7.4   Externe Weblinks


7.5   Externe Weblinks (engl.)

7.6   Audio- und Videolinks

7.7   Audio- und Videolinks (engl.)

 

7.8   Interne Links

Englisch

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