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2·2012


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Die Einladung

 

In den Armen des Prinzen erwacht Dornröschen
aus ihem 100-jährigen Schlaf.
Maler: Walter Crane, um 1880


 

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MEINE  F R A G E N  AN DICH
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Die Einladung

 

 

 

Es ist ohne Belang, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich frage dich, wonach du dich schmerzlich sehnst?
Wagst du es, davon zu träumen, dass sich dein Herzenswunsch erfüllt?

 

Es ist ohne Belang, wie alt du bist.
Ich frage dich, ob du dich traust, wie ein Narr dazustehen,
um deiner Liebe und Träume willen und für das Abenteuer,
lebendig zu sein?

 

Es ist ohne Belang, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich frage dich, ob du den Kern deines innersten Schmerzes berührt hast?
Haben dich die Treuebrüche des Lebens empfänglich gemacht
oder bist du vor Kummer geknickt und
verweigerst dich aus Angst vor weiterem Leid?

 

Ich frage dich, ob du meinen und deinen Schmerz ertragen kannst,
ohne der Versuchung zu erliegen, ihn verbergen,
herunterspielen oder beseitigen zu müssen?

 

Ich frage dich, ob du meine und deine Freude annehmen kannst?
Kannst du ausgelassen tanzen und dich
von Kopf bis Fuß der Verzückung hingeben
ohne uns dabei das beschränkte menschliche Dasein vorzuhalten
oder uns zur Mäßigung zu ermahnen?

 

Es ist ohne Belang, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist oder nicht.
Ich frage dich, ob du andere enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein?
Kannst du den Vorwurf ertragen, ein Verräter zu sein,
weil du deine eigene Seele nicht auslieferst?
Ich frage dich, ob du aus Gewissensgründen unzuverlässig
und daher vertrauenswürdig sein kannst?

 

Kannst du Schönheit würdigen, auch wenn
ihr Alltagsgesicht nicht wohlgefällig erscheint?
Kannst du dein Leben fortwährend neu
aus der Quelle des Großen Geistes schöpfen?

 

Ich frage dich, ob du meine und deine Niederlagen verkraften kannst
und unerschütterlich am Seeufer stehen bleibst,
um dem Silbermond dein beherztes "Ja!" zuzurufen?

 

Es ist ohne Belang, wo du wohnst oder wieviel Geld du hast.
Ich frage dich, ob du dich nach einer sorgenvollen, verzweifelten Nacht
– zermürbt und wund bis auf die Knochen – aufraffen kannst,
aufzustehen und die Kinder mit dem Nötigen zu versorgen?

 

Es ist ohne Belang, wer du bist und was dich hierher geführt hat.
Ich frage dich, ob du – mitten im Feuer – bereit bist,
mit mir standzuhalten, ohne dich zu entziehen?

 

Es ist ohne Belang, wo, was oder mit wem du studiert hast.
Ich frage dich, was dich im Innern erhält, wenn alles Äußere dir entgleitet?
Kannst du ohne Zeitvertreib mit dir allein sein?
Erträgst du auch in traurigen, einsamen Zeiten deine Nähe
und die der Gefährten, mit denen du dich gewöhnlich umgibst?

 

Oriah Mountain Dreamer, kanadische Autorin, Poetin, Dozentin,
Einladung, Goldmann Verlag, 2004
Übersetzung: EA
Oriah Mountain Dreamer, Canadian author, poet, public speaker, The Invitation,
HarperOne, San Francisco, 1st edition, 21. April 1999

 


 

Wer kommt ...

Wer kommt zu schauen, der wird in Augenschein genommen.
Wer kommt um zu tauschen, der wird getäuscht.
Wer fragend kommt, der wird befragt.
Wer schon wissend kommt, der wird durchschaut.
Wer prüfend kommt, der wird geprüft.
Wer berechnend kommt, der bekommt die Rechnung.
Wer wünschend kommt, von dem wird erwartet.
Wer zurückhaltend kommmt, der wird zurückgehalten.
Wer zweifelnd kommt, an dem wird gezweifelt.
Wer fordernd kommt, von dem wird gefordert.

Wer sauber kommt, wird strahlen.
Wer liebend kommt, wird geliebt.
Wer tragend kommt, wird getragen.
Wer gebend kommt, dem wird gegeben.
Wer frei kommt, der wird frei gehen.

 

Anonym

Zitate zum Thema Einladung / Invitation

Zitate allgemein

Persönliche Bekenntnisse

Zitate (engl.) allgemein

Personal avowals

  • I want to learn how to be here fully, in this body, in this world. And I want to live in a world infused with the power of the erotic-physical sensation inseparable from heart and soul that calls us to live. When we live erotically the meaning enfolded in our very cells is unfolded as we touch and are touched. This is beauty. Oriah Mountain Dreamer, Canadian author, poet, public speaker, The Invitation, HarperOne, San Francisco, 1st edition, 21. April 1999

 

  • I wrote The Invitation because writing from my own experience and stories are life-giving to me. When I was on the book tours people would ask:
    "Did you think this was you mission?" or "Did you imagine it would become a best seller?"
And I had to say,
"No – never imagined it, didn't think of myself or the book as having a 'mission'."
I was deeply grateful that others found it useful and that it sold so I could pay my rent – but whether or not something becomes a best seller – that's none of my business. My business is to remember each day to turn my face toward what gives me life – and writing gives me life – and then I offer it to others and ... whatever happens, happens. And the truth is, I can't even really know what happens. I can see the numbers, but what if only ten copies had sold, but the words in the book had touched and really helped one person? That could have been a Big Thing for them – but I wouldn't have ever known. And that would have been okay. Oriah Mountain Dreamer, Canadian author, poet, public speaker, Facebook comment, 18. February 2011

Englische Texte – English section on Invitation

God-madness

The Call

 

I have heard it all my life,
A voice calling a name I recognized as my own.
Sometimes it comes as a soft-bellied whisper.
Sometimes it holds an edge of urgency.
But always it says: Wake up, my love. You are walking asleep. There’s no safety in that!
Remember what you are, and let a deeper knowing color the shape of your humanness.
There is nowhere to go. What you are looking for is right here.
Open the fist clenched in wanting and see what you already hold in your hand.
There is no waiting for something to happen, no point in the future to get to.
All you have ever longed for is here in this moment, right now.
You are wearing yourself out with all this searching. Come home and rest.
How much longer can you live like this?
Your hungry spirit is gaunt, your heart stumbles. All this trying. Give it up!

Let yourself be one of the God-mad, faithful only to the Beauty you are.
Let the Lover pull you to your feet and hold you close, dancing even when fear urges you to sit this one out.
Remember, there is one word you are here to say with your whole being.
When it finds you, give your life to it. Don’t be tight-lipped and stingy.
Spend yourself completely on the saying.
Be one word in this great love poem we are writing together.  

 

Excerpted from The Call. Discovering Why You are Here by Oriah Mountain Dreamer, Element Books, 2. August 2004

 

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Literatur

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