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Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.
Karl Jaspers, Philosoph
Glückliche Paare unterscheiden sich von unglücklichen gerade
durch die Intensität ihrer Gespräche. Sie reden nicht nur, weil sie glücklich sind.
Vielmehr werden sie glücklich, weil sie reden.
Michael Lukas Moeller, Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch, S. 43, rororo, 1988
Die Sprachlosigkeit der Paare ist im Klartext Beziehungslosigkeit.
Michael Lukas Moeller, Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch, S. 35, 1988
1. Mangelnde Kommunikation unter Eheleuten
Primavera von Sandro Botticelli
Das Unternehmen Priority Management Pittsburgh Inc. hat in einer Three-Times-Study im Jahr 1988 ermittelt, dass ein US-amerikanisches Ehepaar täglich nur vier Minuten für das gemeinsame Gespräch aufbringt.
Das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage in der Bundesrepublik lautete: "Die meisten Ehen verlaufen gleichgültig oder unglücklich".
Frauen, gesellschaftlich benachteiligter, belasteter und ehrlicher, sind in Beziehungsfragen skeptischer als Männer. Es werden weniger Ehen geschlossen, mehr Ehen werden geschieden. Jede dritte Ehe zerbricht, weswegen viele Paare erst gar nicht heiraten. Das Schweigen und die Beziehungslosigkeit in der Beziehung ist Alltag geworden. Es bedeutet doppelte Einsamkeit.
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2. Zugewandte Zwiegespräche
Intensiver, aufrichtiger Austausch von mindestens täglich einer halben Stunde kann der Stabilisator einer nachhaltigen Beziehung sein.
Zugewandte Zwiegespräche sind ein Weg, die dreifache Sprachlosigkeit zu überwinden:
- Sprachlosigkeit – Wir sprechen wenig miteinander. Auch in Monologen.
- Sprachlosigkeit – Wir sprechen technisch und sachlich. Mechanistisches Sprechen gilt als Kennzeichen narzisstischer Störungen.
- Sprachlosigkeit – Wir sprechen mediengesteuert.
Bringt ein Partner in einer Auseinandersetzung die 'objektive Wahrheit' vor, sagt, wie es 'wirklich' ist, so kolonialisieren sie, versuchen, ihr Gegenüber in die eigene Realität zu vereinnahmen.
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3. Die vier Botschaften des Kommunikationsquadrats – Friedemann Schulz von Thun
Das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun |
| # | Art der Botschaft | Aspekt des Quadranten | Aussage Frage | Anmerkung |
| 1. | Sachverhaltsinformation | ES | Worüber informiere ich? | Reine Sachaussagen, Daten und Fakten |
| 2. | Selbstoffenbarung | ICH | Was gebe ich von mir zu erkennen? | Der Sprecher bezeugt – bewusst oder unbewusst – Aspekte seines Selbstverständnisses und Weltbildes, seiner Motive, seines Werte(katalog)s und seiner Gefühlslage. |
| 3. | Beziehungshinweis | DU-ICH | Was halte ich von dir? Wie stehe ich zu dir? | Empfindungen zum Verhältnis der involvierten Dialogpartner. |
| 4. | Appell | DU/ES | Was möchte ich bei dir erreichen? | Wunsch oder Handlungsaufforderung |
Kommunikationsquadrat
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4. Zitate zum Thema Kommunikation / Communication
4.1 Zitate allgemein
- Das Medium ist die Botschaft. Marshall McLuhan, kanadischer Literatur- und Kommunikationswissenschaftler (1911-1980)
- Man kann nicht nicht kommunizieren! Paul Watzlawick (25. Juli 1921 in Villach/Kärnten, Österreich; † 31. März 2007 in Palo Alto, Kalifornien)
- Als lebende Systeme existieren wir in vollständiger Einsamkeit innerhalb der Grenzen unserer individuellen Autopoiëse. Nur dadurch, dass wir mit anderen durch konsensuelle Bereiche Welten schaffen, schaffen wir uns eine Existenz, die diese unsere fundamentale Einsamkeit übersteigt, ohne sie jedoch aufheben zu können. [...] Wir können uns nicht sehen, wenn wir uns nicht in unseren Interaktionen mit anderen sehen lernen und dadurch, dass wir die anderen als Spiegelungen unserer selbst sehen, auch uns selbst als Spiegelung des anderen sehen. Humberto Maturana, Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus, hrsg. von Siegfried J. Schmidt, Kapitel Kognition, S. 117, Frankfurt am Main, 1987
- Ein soziales System kommt zustande, wenn immer ein autopoietischer Kommunikationszusammenhang entsteht und sich durch Einschränkung der geeigneten Kommunikation gegen eine Umwelt abgrenzt. Soziale Systeme bestehen demnach nicht aus Menschen, auch nicht aus Handlungen, sondern aus Kommunikationen. Niklas Luhmann, radikaler Konstruktivist und transdisziplinärer Sozialwissenschaftler, Ökologische Kommunikation, S. 269, 1986
- Jedes Kind lernt in der Schule, dass Bewegung etwas Relatives ist und nur in Relation auf einen Bezugspunkt wahrgenommen werden kann. Was man dagegen leicht übersieht, ist, dass dasselbe Prinzip für alle Wahrnehmungen gilt und daher letzthin unser Erleben der äußeren Wirklichkeit bestimmt. Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson, Menschliche Kommunikation, 'Pragmatische Axiome – ein Definitionsversuch', S. 23, 1967
- Diskussionen haben nur dann einen Sinn, wenn man nicht von vorneherein entschlossen ist, Recht zu behalten. Hans Clarin (†) deutscher Schauspieler
- Im Bereich des Geistes ist das, was man als wahr erachtet, entweder wahr oder wird, innerhalb gewisser Grenzen, wahr. Diese Grenzen müssen durch Erfahrungen und Experimente gefunden werden. Einmal entdeckt, sind diese Grenzen weitere Anschauungen, die transzendiert werden müssen.
Im gegenwärtigen Geist schafft der Körper klar umrissene Grenzen. Diese Grenzen müssen mit Hilfe körperlicher Ertüchtigung erweitert werden. Sind sie einmal erweitert, findet man heraus, dass die ursprünglichen Grenzen transzendiert und neue Grenzen errichtet wurden. Die neu erweiterten körperlichen Grenzen helfen, die Begrenzung des Geistes zu erweitern. [...]
Die Begrenzungen, die der Kommunikation über diese neuen Bereiche des Geistes mit anderen Geistern auferlegt, sind, wurde ebenfalls festgestellt: Ist man erst einmal tief in seinem tiefen und tieferen Selbst gewesen (es vertieft sich mit jedem Mal, wo man der Isolation ausgesetzt ist), muss auch die Fähigkeit, Daten weiterzuleiten, zunehmen. Ich stellte fest, dass die meisten (nicht alle) anderen Köpfe nicht bereit sind, zu hören, zu verstehen, zu begreifen, was es bedeutet, innerhalb solcher Forschungsarbeiten zu entdecken, zu experimentieren, in ihnen aufzugehen. Gewisse Bereiche des Geistes, gewisse Seinszustände, gewisse Zustände des eigenen Bewusstseins sind für die meisten anderen Geister so fremd, so unheimlich, so sonderbar, so ungewohnt, dass sie weder zuhören können, was man sagt, noch lesen können, was man schreibt, ohne aus der Fassung zu geraten beziehungsweise, nicht voreingenommen gegenüber dem Forscher zu sein, womit sie das ganze Bemühen, darüber zu sprechen, als negativ einstufen oder für null und nichtig erklären. Ich habe einige wenige gefunden, die das nicht tun. John C. Lilly und seine Frau Antonietta Lena Lilly, Der Dyadische Zyklon. Innere und Äussere Entwicklungen zweier Zentren – eines Paares, später Ein Paar Werden, Sphinx Verlag, 1983
Metakommunikation
- Bei der Metakommunikation wird die Art und Weise, wie Sender und Empfänger miteinander umgehen beleuchtet. Das Gespräch wird verlassen. Der Prozess wird von oben, aus der Metaebene betrachtet. Aus dieser übergeordneten Sicht wird beschrieben, wie das Gespräch verläuft.
Die Metakommunikation wird im Alltag wenig genutzt. Viele scheuen sich, über das Gespräch zu reden, obwohl dies oft befreiend wirken kann. Möglicherweise ist die Scheu darin begründet: dass Metakommunikation Mut verlangt und die Bereitschaft, die eigene Wahrnehmung zu offenbaren. Definition von Rhetorik.ch
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4.2 Zitate (engl.) allgemein
- Good communication is as stimulating as black coffee, and just as hard to sleep after. Anne Morrow Lindbergh
- Before the truth is told without blame and heard without judgment, there is separation between people. The longer people avoid communicating, the deeper the separation and the distrust can become. Communication is a bridge over that separation. Once that bridge is established, it may take a while for people to cross over it. But at least the option is there.
The goal of communication is not to improve or to fix anyone. It is simply to tell the truth and hear the truth. Once you have spoken honestly and your partner has heard what you have to say, and vice versa, there will be greater understanding between you. Understanding helps to restore trust and connection. It is a step toward peace. Paul Ferrini
- Morphic resonance and the hundredth monkey or the millionth circle also depends upon critical mass to bring about change. Sheldrake's human morphic field and C.G. Jung's collective unconscious are the same. This means that when a critical number of people change their perceptions and behavior, it becomes a new choice or pattern in the collective psyche, which each of us can contribute to or draw from. The Hundredth Monkey in the allegorical story was the monkey who, upon learning a new behavior, tipped the scales, so that monkeys who were not even in direct communication now changed what they did. When a critical mass is reached, in this theory, new attitudes and behavior will spread through the species unconsciously. This can either be deducted through researched examples or grasped intuitively. Jean Shinoda Bolen, Prophets Great List newsletter, 31. May 2003
- So if I say I lived with nothing but words, I don't mean that my life was empty. Far from it – my silent room was filled with a busy traffic of communication. Nuala O'Faolain, autobiography Almost There, pg. 150
- We know that communication is a problem, but the company is not going to discuss it with the employees. Switching supervisor, AT&T Long Lines Division
- For human evolution to continue, the conversation must deepen. Margaret Mead
- Communication is a continual balancing act, juggling the conflicting needs for intimacy and independence. To survive in the world, we have to act in concert with others, but to survive as ourselves, rather than simply as cogs in a wheel, we have to act alone. Deborah Tannen (*1945) US American socio-linguist, specialized in linguistic differences between men and women
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5. Englische Texte – English section on Communication
5.1 Effektive Kommunikation – Communicating effectively
Five skills of effective communication / conflict resolve – Dr. David D. Burns
Psychiatrist and early proponent of Cognitive Psychology and its offshoot, Positive Psychology, Burns promotes the E-A-R principle
E Empathy (YOU) expressed as
Disarming skills (item 1.-3.)
A Assertiveness (ME) R Respect (US)
- Thought empathy – Paraphrase what your partner says. – (YOU)
Find truth in critical comments.
- Feeling empathy – Acknowledge what your partner feels. – (YOU)
- Inquiry – Ask your partner general probing questions to get to know them better. – (YOU)
- Assertiveness skill – Share your own feelings with your partner ("I feel xxx..."). – (ME)
- Conveying respect – Stroke your partner even in the heat of the argument. – (US)
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6. Links zum Thema Kommunikation / Communication
6.1 Bildlinks: Kommunikation
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6.2 Literatur
- Michael Lukas Moeller, Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch, rororo, 1988
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6.3 Literatur (engl.)
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6.4 Externe Weblinks
- Wikipedia-Einträge EisbergmodellKommunikation, Pareto-Prinzip, Verständigung, Verstehen,
- Friedemann Schulz-von-Thun, Kommunikationswissenschaftler
- Vera F. Birkenbihls Kopfspiele, Lerntrainerin in BR-alpha TV
- Gewaltfreie Kommunikation, entwickelt von Marshall Rosenberg, Psychologe
- Miteinander Reden, Kommunikationshilfen für Partnerschaft und Ausdruck (Verlag)
- Arbeitsblätter Kommunikation – Feedback-Regeln, Prof. Werner Stangl, Universität Linz
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6.5 Externe Weblinks (engl.)
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6.6 Audio- und Videolinks
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6.7 Audio- und Videolinks (engl.)
- Video interview with Nan Hall Linke, Communication Skills, presented by Living Smart, Houston PBS, host Patricia Gras, Google video, 26:51 minutes duration, 14. September 2006
- Audio interview with Barbara Annis, presented by web radio program Small Business Advocate, host Jim Blasinggame, Small business and the gender differences, on the science behind the differences between the two genders, how to reconcile and celebrate the differences, 15:23 minutes duration, 22. October 2008
- Audio interview with Barbara Annis, presented by web radio program Small Business Advocate, host Jim Blasinggame, How men and women communicate differently with each other, on gender differences in communicating; 15:23 minutes duration, 27. January 2009
- Video Abschiedsvorlesung von Professor Friedemann Schulz von Thun, Universität Hamburg, 23. Oktober 2009, präsentiert von ZHW WebLog, Angela Sommer, 97 Minuten Dauer, 17. November 2009
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6.8 Interne Links
Hawkins