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MärchenGeschichten erzählen

Das althochdeutsche Wort Mär heißt „Botschaft aus übersinnlichen Welten“. Luthers Weihnachtslied Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär drückt genau das aus. Märchen enthalten symbolische Inhalte und erfahren eine so genannte Verschränkung, eine paradoxe Lösung aus dem Dilemma.

Nach 34 Jahren Recherche legt Christopher Booker in seinem Buch The Seven Basic Plots: Why We Tell Stories (736 Seiten) in Anlehnung an die Archetypen-Lehre von Carl Gustav Jung dar, welche sieben grundlegenden archetypischen Kennzeichen in lebensfördernden Geschichten auftauchen:

  1. das Ungeheuer überwinden
  2. von Armut zum Reichtum (Barfuß oder Lackschuh)
  3. die Lebens- oder Heldenreise – als Visionssuche / Queste
  4. die Lebens- oder Heldenreise – als Reise und Rückkehr
  5. Komödien
  6. Tragödien
  7. Wiedergeburt

Christopher Booker, The Seven Basic Plots: Why We Tell Stories, Continuum International Publishing Group, Januar 2006


Zitate zum Thema Märchen, Mythos und Sagen

  • Märchen sind keine Schäume. Märchen sind wahr. Wünsche werden durch Schlüssel erweckt. Der Schlüssel möchte erschließen. Das Schloss möchte erschlossen werden. Das Ziel der Suche ist der Inhalt des Kästchens. Ihn zu verwahren und offenkundig zu machen, dienen Schlüssel und Schloss.
    Am Anfang steht die Vereinigung der Teile. Aus Erkenntnis erschließt sich die Einheit in ihren Teilen. Das eine – unteilbar als Individuum – ist das Ende des menschlichen Lebens. Erschließender Schlüssel und erschlossenes Schloss lassen die köstlichen und wunderbaren Sachen erschließen, die in dem Kästchen sind. Zwischen Anfang und Ende liegt das Leben des Menschen – in Beziehung. O.G. Wittgenstein, Märchen, Träume, Schicksale, S. 14 f., Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1988
  • Viele Märchen wurden im Laufe der jahrhundertelangen Überlieferung von den Geschichtenerzählern aus religiösen Gründen so bereinigt, dass ihre eigentliche Grundsubstanz kaum noch durch die späteren Überlagerungsschichten hindurch scheint. […] So ging den Frauen ein unermesslicher Schatz an alten lehrreichen Geschichten über Sex, Liebe, Eheleben, Schwangerschaft, Gold und Geld, die weibliche Transformation und den Tod verloren. […] Aber keine Sorge, das Verlorene lässt sich rekonstruieren. […] Nichts vom Urwissen ist uns endgültig verloren gegangen. Durch Träume und gelegentliche Ausflüge in außergewöhnliche Bewusstseinszustände, durch intuitive Forschungen und direktes Sehen und Lernen sammeln wir die alten Knochen wieder zusammen. Je mehr Geschichtsknochen wir haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir unsere Geschichte eines Tages ganz verstehen können. Je vollständiger die Geschichte, desto subtiler auch die Art, wie uns die unterschwelligen Schleichwege der Psyche nahegebracht werden. Das nennt man Seelenarbeit, Seelen-Ur-Erinnerung. Wenn wir diese Arbeit leisten, zeigt uns die Seele mehr, immer mehr von sich selbst. Clarissa Pincola Estés, Die Wolfsfrau, S. 31
  • Sei nie wie die Welt. Sei immer wie ein Märchen, das sich selbst erzählt. Hans Kruppa
  • Der Bezug der Märchen, Sagen und Legenden auf die Mythologie ist der, dass in christlicher Zeit aus heidnischen Mythen harmlose Märchen geworden sind, wie sie sich auch wohl in örtlichen oder geschichtlichen Sagen lokalisiert und historisiert, gelegentlich selbst in Legenden christianisiert haben, weil sie nur in solcher Gestalt ihr Dasein zu fristen wussten. Karl Simrock, Mythologe, Christ
  • Das Unmögliche ist die Regel im Märchen. Nur unser Verstand kann die Ganzheit des Lebens, die paradox ist, nicht begreifen, indem er immer nur entweder-oder kennt. [...] Wer hat schließlich wen erlöst? Wieder haben zwei Hälften zusammengearbeitet. Die Seele spielt Schicksal, das Bewusstsein muss reagieren. Ulla Wittmann, Ich Narr vergaß die Zauberdinge. Was Märchen für das eigene Leben bedeuten, Herder Verlag, S. 157, 1995
  • Die Botschaft des Dornröschen-Märchens: Vertraue auf dein Schicksal, lass dich ein in dein Inneres, in dem du alles findest, was du für ein erfülltes Leben brauchst, dessen Aufgabe heißt: werde ganz du selbst, werde die und der, als die und der du gemeint bist.
    Die »Geburt« eines »göttlichen Kindes« findet immer dann statt, wenn ein altes Muster nicht mehr in die Zeit passt, wenn es auslaufen und einem neuen Platz machen muss. Die Geburt eines »göttlichen Kindes« bedeutet auf der menschlichen Ebene einen Wandel der Werte, eine neue Sicht der Welt! Angela Seibert, Dornröschen. Auch des Vaters liebste Tochter wandelt sich zur Frau, S. 124, Kreuz Verlag, 1987
  • In der Wortverbindung «Tiefenpsychologie» hat «Tiefe» auch einen zeitlichen Sinn: Die Urgründe der Menschenseele sind zugleich auch Urzeit, jene Brunnentiefe der Zeiten, wo der Mythos zu Hause ist und die Urnormen, Urformen des Lebens gründet. Denn Mythos ist Lebensgründung; er ist das zeitlose Schema, die fromme Formel, in die das Leben eingeht, indem es aus dem Unbewussten seine Züge reproduziert. Karl Kerényi, Die Mythologie der Griechen, S. 7, dtv Verlag, München, 1988


Fairy tales

enchantment
in the green skin of the frog
in the glass slipper
in the naked foot
in the midas touch
in the face reflected
in the shining armor
in the dragon's eye
large as a pool of clear green water
large enough to drown one's reason in.

Indira Parsons, The Clear and Simple Way,
November 24, 2008


Zitate zum Thema Märchen, Mythos und Sagen / Fairy Tale

  • The ultimate aim of the quest must be neither release nor ecstasy for oneself, but the wisdom and the power to serve others. Joseph Campbell (with Bill Moyers), The Power of Myth, 1987
  • What’s Truer than Truth? – The Story. Isabelle Allende
  • Is there anything truer than truth? Yes, Legend. Nikos Kazantzakis


Literatur


Literatur (engl.)


Externe Weblinks zu Märchen


Audio-Links zu Märchen, Gleichnissen und Übergangsphasen

  • Evangelische Perspektiven, BR-online, Über die Geschichte vom Adler, der sich mit 40 Jahren wandeln muss, will er weiterleben


Externe Audio- und Videolinks (engl.) zu Geschichten, Märchen, Gleichnissen


Interne Links

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