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2·2012


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Meister Eckhart Eckhart von Hochheim
(1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph

 

Gott ist gut, Gott ist weise,
Gott ist unendlich, Gott ist gerecht –
das alles ist so unsinnig, als wenn ich
das Schwarze weiß nennen würde.
Du bist es, was du über deinen Gott denkst,
und lästerst ihn, wenn du ihn damit behängst.
Nimm ihn ohne Eigenschaft als überseiendes Sein
und eine überseiende Nichtheit.

Meister Eckhart [Eckhart von Hochheim] (1260-1328) deutscher Mystiker,
dominikanischer Theologe, Philosoph


 

Biografische Daten

Meister Eckhart, einer der größten deutschen Denker des Mittelalters, Theologe, Philosoph und religiöses Genie, gilt als DER christliche Mystiker schlechthin. Es existieren keine Porträts und keine handschriftlichen Zeugnisse von ihm. Er spricht von der Gottheit als einem "Abgrund des Nichts". Das buddhistische Bodhi, das Satori im Zen oder die unio mystica von Meister Eckart entspricht dem heutigen Verständnis von Erleuchtung.

 

Der italienische Theologe, Philosoph und Begründer der Scholastik Anselm von Canterbury (1033/34-1109) stellte die Frage:     Warum wurde Gott Mensch? (lat. "Cur Deus homo?")
Meister Eckhart beantwortete so:     Darum, dass ich als derselbe Gott geboren werde.

 

Zitate zum Thema Meister Eckhart

Zitate von Meister Eckhart

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Selbsterforschung

Empfehlungen

  • Betrachte dich selbst und da wo du dich findest, da lass ab von dir. Das ist das Allerbeste.

 

  • Halte dich abgeschieden von allen Menschen, bleibe ungetrübt von allen aufgenommenen Eindrücken, mache dich frei von allem, was deinem Wesen eine fremde Zutat geben könnte, und richte dein Gemüt allzeit auf ein heilsames Schauen: bei welchem du Gott in deinem Herzen trägst, als den Gegenstand, von dem deine Augen nimmer wanken. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

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Achtsamkeit und Hingabe

  • Richte dein Augenmerk auf dich selbst
    und wo du dich findest,
    da lass ab von dir.
    Das ist das Allerbeste.
    • [Schau auf dich selbst und da wo du dich findest, da lass ab von dir. Das ist das Allerbeste.]
Reden der Unterweisung

 

Fragen

  • Was hülfe es mir, wenn Jesus Christus aus Gott geboren wäre und ich nicht? Quelle unbekannt

 

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Kurz nach Eckharts Tod 1328 stand dieser nicht-hierarchische Grund-Satz auf einer Liste mit Lehren, die der damalige Papst Johannes XXII. verdammen ließ.

Aussage mit sozialer Sprengkraft

  • Gott liebt die Seelen, nicht das äußere Werk.

 

Einsicht

  • Ein Weiser wurde gefragt, welches die wichtigste Stunde sei, die der Mensch erlebt, welches der bedeutendste Mensch, der ihm begegnet, und welches das notwendigste Werk sei. Die Antwort lautete:
    ⚑ Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart,
    ⚑ der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht,
    ⚑ und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.
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Gott

  • In Gott sind aller Dinge Urbilder gleich, aber sie sind ungleicher Dinge Urbilder. Der höchste Engel und die Seele und die Mücke haben ein gleiches Urbild in Gott.

 

  • Gott ist gut, Gott ist weise, Gott ist unendlich, Gott ist gerecht – das alles ist so unsinnig, als wenn ich das Schwarze weiß nennen würde. Du bist es, was du über deinen Gott denkst, und lästerst ihn, wenn du ihn damit behängst. Nimm ihn ohne Eigenschaft als überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit.

 

  • Man soll Gott nicht außerhalb von einem erfassen und ansehen, sondern als sein Eigen und als das, was in Einem ist.

 

  • Gott, schaffe Platz in mir für das Geschenk, das du bist.

 

  • Sobald Gott dich bereit findet, muss er in dein Wesen einströmen, geradeso wie der Sonnenschein sich auf die Erde ergießen muss, wenn die Luft klar und rein ist. Sehnendes Verlangen schafft Liebe, und Liebe überwindet alle Hindernisse.

 


Meister-Eckhart-Portal, Predigerkirche, Erfurt
Inschrift: "Das Licht leuchtet in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht erfasst
."
  • Wenn wir für das Wort Gott durch das Wort Wesen ersetzen, sehen und merken wir alle wohl, dass in allen Dingen Wesen ist. Wenn also Gott das eigentliche Wesen ist, so muss darum notwendigerweise Gott in allen Dingen sein.

 

  • Wo meine Seele ist, da ist Gott, und wo Gott ist, da ist auch meine Seele, und das ist so wahr als Gott Gott ist.

 

  • Gott ist immer in uns, nur wir sind selten zu Hause.

 

  • Wo meine Seele ist, da ist Gott, und wo Gott ist, da ist auch meine Seele, und das ist so wahr als Gott Gott ist.

 

  • Der Mensch, der Gott beim Stallmisten nicht hat, hat ihn auch nicht beim Chorgebet.
  • Wenn du Gott bei der Arbeit im Stalle weniger hast als im Hochamt, dann hast du ihn nicht. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

  • Verstehet recht: Gott ist, was er ist, und was er ist, das ist mein, und was mein ist, das liebe ich, und was ich liebe, das liebt mich und zieht mich in sich hinein; und was mich also an mich genommen hat, dem gehöre ich mehr an als mir selber. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

  • Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott. Wer Gott im Sein hat, dem leuchtet er in allen Dingen; denn alle Dinge schmecken ihm nach Gott, und Gottes Bild wird ihm aus allen Dingen sichtbar. Dazu gehört Eifer und Hingabe und ein genaues Achten auf des Menschen Inneres. Er muss eine innere Einsamkeit lernen, wo und bei wem er auch sei. Er muss lernen, die Dinge zu durchbrechen und seinen Gott darin zu ergreifen. Fürwahr, soll er die Kunst beherrschen, so muss er sich viel und oft in dieser Tätigkeit üben. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

  • Der Mensch soll nicht die Dinge fliehen und sich in eine Einöde begeben, sondern er muss lernen, durch die Dinge hindurchzubrechen und seinen Gott darinnen zu ergreifen. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

  • Wer arm an allen Dingen geworden ist, der empfängt alle Dinge. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

  • Ein auferhobenes Gemüt sollst du haben, nicht ein niederhangendes, ein brennendes Gemüt, in dem doch eine ungetrübte, schweigende Stille herrscht. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

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Äußerer und innerer Mensch

  • In einem jeden Menschen gibt es zwei: den inneren und den äußeren. Es gibt so manche Menschen, die verzehren der Seele Kräfte allzumal für den äußeren Menschen. Das sind die Leute, die alle Sinne und Gedanken auf äußere und vergängliche Güter richten, die nichts vom inneren Menschen wissen. Das raubt der Seele die Kraft. Man muss aber auch wissen, dass der äußere Mensch gar wohl aktiv sein kann und dabei doch der innere frei und unbewegt zu sein vermag. Das ist wie bei einer Tür: Während sich das Türblatt, das unserem aktiven Teil entspricht, bewegt, so bleibt doch die Angel, in der die ganze Tür hängt, ruhig und wird nicht im Geringsten verändert. Die Angel, das ist der innere Mensch. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

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Lohn des Leidens

  • Merket wohl, alle nachdenklichen Gemüter: Das schnellste Roß, das euch zur Vollkommenheit trägt, ist Leiden. Nichts ist so gallebitter wie Leiden: und nichts so honigsüß wie Gelittenhaben. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

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Arbeit

  • Vom Werk nicht lassen,
    Doch lassen von des Werkes Wirkung.
    Um Wirkung unbekümmert werken,
    Das ist das hohe Lassen!
    Der Gang der Freien. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991

 

  • Wer in der Zeit sein Herz auf die Ewigkeit gestellt hat und in wem alle zeitlichen Dinge tot sind, da ist Vollendung der Zeit. Ich sprach einst: die freuen sich nicht allezeit, die sich freuen in der Zeit. Sankt Paulus spricht: »Freuet euch in Gott allezeit.« Der freuet sich allezeit, der sich da freut über Zeit und ohne Zeit. Drei Dinge hindern den Menschen, so dass er Gott in keiner Weise erkennen kann.
    1. Das erste ist Zeit,
    2. das zweite Körperlichkeit,
    3. das dritte Mannigfaltigkeit.
Solange diese drei in mir sind, ist Gott nicht in mir und wirkt nicht eigenhaft in mir.
Sankt Augustin sagt: es kommt von dem Geiz der Seele, dass sie viel begreifen und haben will, und sie greift in Zeit, in Körperlichkeit und in Mannigfaltigkeit und verliert damit eben das was sie hat. Denn solange mehr und mehr in dir ist, kann Gott in dir niemals wohnen oder wirken. Diese Dinge müssen immer hinaus, wenn Gott hinein soll, es sei denn, du hättest sie in einer höheren und besseren Weise, dass aus Menge eins geworden wäre. Je mehr dann Mannigfaltigkeit in dir ist, um so mehr Einheit, denn das eine ist in das andere verwandelt. Ich sprach einst: Einheit eint alle Mannigfaltigkeit, aber Mannigfaltigkeit eint nicht Einheit. So wir überhoben werden über alle Dinge, und alles, was in uns ist, aufgehoben wird, so bedrückt uns nichts. Wäre ich rein gottmeinend, dass nichts über mir wäre als Gott, so wäre mir gar nichts schwer und ich würde nicht gar so bald betrübt. Mystische Schriften, Insel Verlag, 9. Auflage 7. Januar 1991, Fragmente, übertragen von Gustav Landauer

 

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Demut und spirituell ausgerichtete Absicht

  • Dass wir Gott nicht zwingen, wozu wir wollen, das liegt daran, dass uns zwei Dinge fehlen: Demut vom Grund des Herzens und kräftiges Begehren [spirituelle Intention]. Ich sage das bei meinem Leben – Gott vermag in seiner göttlichen Kraft alle Dinge, aber das vermag er nicht, dass er dem Menschen, der diese zwei Dinge in sich hat, nicht Gewährung schenke. Meister Eckhart, Eckhart von Hochheim (1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph, Autor, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, S. 96, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995, Diogenes Taschenbuch, Zürich 1979

 

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Liebe

  • Alle Liebe dieser Welt ist auf Eigenliebe gebaut. Hättest du die gelassen, so hättest du alle Welt gelassen.

 

  • Gott ist gut, Gott ist weise, Gott ist unendlich,
    Gott ist gerecht – das alles ist so unsinnig,
    als wenn ich das Schwarze weiß nennen würde.
    Du bist es, was du über deinen Gott denkst,
    und lästerst ihn, wenn du ihn damit behängst.
    Nimm ihn ohne Eigenschaft als überseiendes Sein
    und eine überseiende Nichtheit.
    Reden der Unterweisung

 

  • Hier (im 'einigen Einen') sind alle Grasblättlein und Holz und Stein und alle Dinge Eines. Predigt 24

 

  • Darum bitte ich Gott, dass er mich Gottes quitt mache, denn mein wesentliches Sein ist oberhalb von Gott, sofern wir Gott als Beginn der Kreaturen verstehen. Denn in demselben Sein Gottes, in dem Gott über allem Dasein und über aller Unterschiedenheit steht, da war ich selbst, da wollte ich mich selbst, und da erkannte ich mich selbst, diesen Menschen zu schaffen. Darum bin ich meinem Sein nach, welches ewig ist, Ursache meiner selbst, nicht aber aufgrund dessen, was ich erst geworden bin, denn das ist zeitlich. Und darum bin ich ungeboren, und darum kann ich niemals sterben. [...] In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren, und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge. Und hätte ich gewollt, so wäre weder ich, noch wären alle Dinge, und wäre ich nicht, so wäre auch Gott nicht. Dass Gott Gott ist, dafür bin ich die Ursache. Predigt 32

 

  • Gottes Natur ist so, dass sie keinerlei Vermengung noch Vermischung dulden kann. Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, Predigt 40, S. 346, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995, Diogenes Taschenbuch, Zürich 1979

 

  • Alles, was du da über deinen Gott denkst und sagst, das bist du mehr selber als er, du lästerst ihn, denn, was er wirklich ist, vermögen alle jenen weisen Meister in Paris nicht zu sagen. Hätte ich auch einen Gott, den ich zu begreifen vermöchte, so wollte ich ihn niemals als meinen Gott erkennen. Drum schweig und klaffe nicht über ihn, behänge ihn nicht mit den Kleidern der Attribute und Eigenschaften, sondern nimm ihn „ohne Eigenschaft", als er "ein überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit" ist in seinem "Kleidhaus", in der stillen "Wüste" seiner Gottheit namenlos. Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, S. 30, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995, Diogenes Taschenbuch, Zürich 1979

 

  • Ehe es noch Sein gab, wirkte Gott; er wirkte Sein, als es Sein noch nicht gab. [...] Ich würde etwas ebenso Unrichtiges sagen, wenn ich Gott ein Sein nennte, wie wenn ich die Sonne bleich oder schwarz nennen wollte. Gott ist weder dies noch das. Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, Predigt 10, S. 196, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995, Diogenes Taschenbuch, Zürich 1979

 

  • Sage ich ferner: Gott ist ein Sein – es ist nicht wahr; er ist (vielmehr) ein überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit. Predigt 42

 

  • Ich sage: Gott ist völlig Eines; er erkennt nur sich allein. Gott gebiert sich vollständig in seinem Sohn; Gott spricht alle Dinge in seinem Sohn. [...] In dieser Geburt wird sie lebendig, und Gott gebiert seinen Sohn in die Seele, auf dass sie lebendig werde. Gott spricht sich selber in seinem Sohn aus. Predigt 43

 

  • Wenn die Seele etwas erfahren möchte, dann wirft sie ein Bild der Erfahrung vor sich nach außen und tritt in ihr eigenes Bild ein.

 

  • Es gibt da kein Werden, sondern ein Nun, ein Werden ohne Werden, ein Neusein ohne Erneuerung, und dieses Werden ist Gottes Sein. Predigt 50

 

 

  • Du sollst Gott lieben ohne Liebheit, das heißt nicht darum, weil er liebevoll sei, denn Gott ist unliebevoll; er ist über aller Liebe und Liebheit.
»Wie soll ich denn Gott lieben?«
Du sollst Gott nichtgeistlich lieben, das heißt, deine Seele soll nichtgeistig sein und aller Geistigkeit entkleidet; denn solange die Seele geistförmig ist, hat sie Bilder; solange sie Bilder hat, hat sie nicht Einheit noch Eintracht; solange sie nicht Eintracht hat, liebte sie Gott nicht recht, denn bei rechter Liebe kommt es auf die Eintracht an. Darum soll deine Seele nichtgeistig sein, frei von allem, was Geist ist, und soll geistlos dastehen; denn liebst du Gott, wie er Gott ist, wie er Geist ist, wie er Person ist und wie er Bild ist, das muss alles hinab.
»Wie soll ich ihn denn lieben?«
Du sollst ihn lieben wie er ist: ein Nichtgott, ein Nichtgeist, eine Nichtperson, ein Nichtbild, sondern: wie er ein bloßes, pures, reines Eins ist, gesondert von aller Zweiheit, und in dem Einen sollen wir ewiglich versinken von Nichts zu Nichts. Von der Erneuerung des Geistes

 

  • Soll Gott gesehen werden, so muss es in einem Lichte geschehen, das Gott selbst ist. Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht – mein Auge und Gottes Auge ist ein Auge und ein Erkennen und ein Lieben. Meister Eckhart, Eckhart von Hochheim (1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph, Autor, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, S. 329, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995

 

  • Das Auge, mit dem mich Gott sieht, ist das Auge, mit dem ich ihn sehe; mein Auge und sein Auge ist eins.
    In der Gerechtigkeit werde ich in Gott gewogen und er in mir. Wenn Gott nicht wäre, wäre ich nicht; wenn ich nicht wäre, so wäre er nicht.
    Dies ist jedoch nicht not zu wissen, denn es sind Dinge, die leicht missverstanden werden und die nur im Begriff erfasst werden können.

 

 

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Transzendenz und Immanenz

  • Wie wunderbar! Draußen stehen wie drinnen, ergreifen und umgriffen werden, schauen und zugleich das Geschaute selbst sein, halten und gehalten werden – das ist das Ziel. Dort verharrt der Geist in Ruhe und ist eins mit der Ewigkeit. Meister Eckhart. Im ewigen Jetzt. Eins sein im Alltag, Vortrag von P. Thomas G. Brogl OP, Dominikanerkonvent Wien, 13. Oktober 2015

 

Wäre der Mensch über diese drei Dinge hinausgeschritten, so wohnte er in der Ewigkeit und wohnte im Geiste und wohnte in der Einheit und in der Wüste, und dort würde er das ewige Wort hören. Meister Eckhart, Eckhart von Hochheim (1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph, Autor, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, Predigt "Qui audit me, non confundetur", nach Sirach 24, 30, S. 213, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995

 

  • Soll mein Auge die Farbe sehen, so muss es ledig sein aller Farbe. Sehe ich blaue oder weiße Farbe, so ist das Sehen meines Auges, das die Farbe sieht - ist eben das, was da sieht, dasselbe wie das, was da gesehen wird mit dem Auge. Das Auge, in dem ich Gott sehe, das ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht; mein Auge und Gottes Auge, das ist ein Auge und ein Sehen und ein Erkennen und ein Lieben. Meister Eckhart, Eckhart von Hochheim (1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph, Autor, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, Predigt "Qui audit me, non confundetur", nach Sirach 24, 30, S. 216, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995

 

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Referenz:

"Wie könnte etwas bleiben, wenn du nicht wolltest? Oder wie könnte erhalten werden, was du nicht gerufen hättest?" Buch der Weisheit 11, 25, Luther-Bibel 1984

  • Was Gott liebt, das ist etwas; was Gott nicht liebt, das ist nichts, sagt das Buch der Weisheit. Buch der göttlichen Tröstung. Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch, Predigt 76, Kurt Flasch, Übersetzer, C.H. Beck, München 2007, Seite 84-85
    ebenfalls zitiert in: Meister Eckhart, Eckhart von Hochheim (1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph, Autor, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Deutsche Predigten und Traktate, S. 136, Josef Quint, Herausgeber und Übersetzer, Hanser Verlag, München, 1963, 7. Auflage 1995

Quotes by Meister Eckhart

Personal avowals

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God

 

 

 

 

  • Some simple people think that they will see God as if he were standing there and they here. It is not so. God and I, we are one. Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim) (1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher

 

 

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Prayer and gratitude

 

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Humility

  • All things must necessarily be accomplished in the truly humble man. He does not need to ask God, he can command God, because the height of divinity is nothing less than the depth of humility […] The humble man and God are one; the humble man is master of God as well as himself, and everything possessed by angels is in the nature of the humble man; what God does, the humble man does also, and what God is he is: one life and one being; that is why our Lord has said: "Learn from me that I am gentle and humble in spirit". Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim) (1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher, On humility

 


Madonna Pietra degli Scrovegni, 1884
Marie Spartali Stillman (1844-1927) British painter
  • This is what God looks for in all things, that we surrender our will. When Saint Paul had done a lot of talking to our Lord, and our Lord had reasoned much with him, that produced nothing, until he surrendered his will, and said: "Lord, what do you want me to do?"1 Then our Lord showed him clearly what he ought to do. So too, when the angel appeared to our Lady, nothing either she or he had to say would ever have made her the Mother of god, but as soon as she gave up her own will, at that moment she became a true mother of the everlasting Word and she conceived God immediately; he became her Son by nature. Nor can anything make a true man except giving up his will. Truly, without giving up our own will in all things, we never accomplish anything in God's sight. But if it were to progress so far that we gave up the whole of our will and had the courage to renounce everything, external and internal, for the love of God, then we would have accomplished all things, and not until then.
    We find few people, whether they know it or not, who would not like this to be so for them: to experience great things, to have this way of living and this treasure. But all this is nothing in them except self-will.  You ought to surrender yourself wholly to God in all things, and then do not trouble yourself about what he may do with his own Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim) (1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher; cited in: Everything as Divine. The Wisdom of Meister Eckhart, (E. Colledge, B. McGinn, Trans.), S. 48, Mahwah, New Jersey, Paulist Press, 1996

 

  • The only thing that burns in hell is the part of you that won’t let go of your life: your memories, your attachments. They burn them all away, but they’re not punishing you, they’re freeing your soul. If you’re frightened of dying and you’re holding on, you’ll see devils tearing your life away. If you’ve made your peace, then the devils are really angels freeing you from the earth. Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim) (1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher, source unknown

 

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Continually birthing God

 

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Oneness

  • If we will see things truly, they are strangers to goodness, truth and everything that tolerates any distinction. They are intimates of the One that is bare of any kind of multiplicity and distinction. Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim) (1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher

 

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Sin

  • Now, people say when they commit sin, that they do not intend to do so always; they intend to turn away from sin.
    That is just as though a man were to kill himself and suppose that he could make himself alive again by his own strength.
    That is, however, impossible; but to turn from sin by one's own power and come to God is still much more impossible. Therefore, whosoever is to turn from sin and come to God in His heavenly kingdom, must be drawn by the heavenly Father with the might of His divine power. Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim) (1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher

 

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Circles

 

  • He who wants to get insight and enlightenment in all truth, think of God’s birth in himself, in the depth of his soul. As soon as he will open himself for that, all energies of the soul come to life, and in one instant he receives more wisdom than anybody can teach him. Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim) (1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher

 

  • What keeps us alive, what allows us to endure?
    I think it is the hope of loving, or being loved.
    I heard a fable once about the sun going on a journey
    to find its source, and how the moon wept
    without her lover’s warm gaze.
    We weep when light does not reach our hearts.
    We wither like fields if someone close
    does not rain their kindness upon us.
Meister Eckhart O.P. (Eckhart of Hochheim)(1260-1328) German mystic, Dominican theologian, philosopher

 

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Last sermon

  1. When I stood in my first cause, I then had no "God",
    and then I was my own cause. I wanted nothing,
    I longed for nothing, for I was an empty being,
    and the only truth in which I rejoiced was in the knowledge of myself.
  2. Then it was myself I wanted and nothing else.
    What I wanted I was, and what I was I wanted;
    and so I stood, empty of God and of everything.

 

  • All creatures are doing their best to help God in His birth of Himself.
    Enough talk for the night. He is laboring in me; I need to be silent for a while, worlds are forming in my heart.
Ladinsky Daniel, Love Poems from God. Twelve Sacred Voices from the East and West, Penguin Group, S.112, 2002

Zitate von anderen Quellen

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Johannes Tauler verteidigt seinen Lehrer Eckhart:

Eckarts Sichtweise ist nicht zeitlich, sondern ewigkeitsbezogen.

  • So lehrt es und sagt euch hiervon ein liebenswerter Meister, aber das versteht ihr nicht. Er sprach aus dem Blickwinkel der Ewigkeit, ihr aber fasst es der Zeitlichkeit nach auf. Johannes Tauler (~1300-1361) deutscher katholischer Theologe, neuplatonischer Dominikaner, Rheinland-Mystiker, Volksprediger

 

  • Die in den Predigten von Meister Eckhart geäußerten Gedanken waren buddhistischen Vorstellungen so nahe, dass man sie fast mit Bestimmtheit als Ausfluss buddhistischer Spekulation hätte bezeichnen können. D. T. Suzuki (1870-1966) japanischer Zen-Philosoph, 1960

 

  • Die Liebe beginnt da, wo das Denken aufhört. Wir brauchen aber die Liebe von Gott nicht zu erbitten, sondern wir müssen uns für sie nur bereit halten. Dietmar Mieth (*1940) deutscher Professor für Theologische Ethik/Sozialethik, Universität Tübingen, Meister Eckhart. Mystik und Lebenskunst, S. 299, Walter Verlag, Freiburg im Breisgau, 1979, Patmos, 1. Auflage 2004

 

  • Eine der wichtigsten Aussagen Eckharts, die ihn mit den von griechischem Denken beeinflussten Strömungen im frühen Christentum (Plotin) verbindet ebenso wie mit neuzeitlicher Mystik wie der von Pater Willigis Jäger, ist die ontologische Gleichheit von Gott und Schöpfung. Das bedeutet: Wir sind keine Abbilder des göttlichen Urbildes, unvollkommen und nur mit Hilfe der göttlichen Gnade zu einer – relativen – Vollkommenheit fähig; wir sind mit der Gottheit identisch. Wer sich einigermaßen in der christlichen Dogmatik auskennt weiß, dass dies eine revolutionäre Aussage ist, die zum Konflikt mit den verfassten Kirchen führen muss, weil sie die Notwendigkeit von Heilsvermittlung infrage stellt. Die Lehre Eckharts von der Gottgleichheit der Geschöpfe geht so weit, dass die Welt und auch die Kreatur des Menschen in der Welt nicht real und an sich existieren. Die Phänomene der Welt quellen von Augenblick zu Augenblick zeitlos aus jeder Einzelseele hervor, in deren Urgrund sich das göttliche Eine befindet. Das göttliche Eine gebiert sich in die Einzelseele hinein, und alles weltliche Sein ist miteinander verbunden und ununterscheidbar eins mit dem All-Einen. Artikel "...dem schmecken alle Dinge nach Gott" – Meister Eckhart, präsentiert von der deutschen Zeitschrift Lichtfokus, Sibilla Pelke, 18. April 2008

Quotes by various other sources

 

Links zum Thema Meister Eckhart

Literatur

Ein Kapitel ist Meister Eckart gewidmet.

Literature (engl.)

Externe Weblinks




Linkloser Artikel

  • Artikel "...dem schmecken alle Dinge nach Gott" – Meister Eckhart, präsentiert von der deutschen Zeitschrift Lichtfokus, Sibilla Pelke, 18. April 2008

External web links (engl.)


Audio- und Videolinks

Quelle: Wilhelm Weischedel (1905-1975) deutscher Philosoph, Die philosophische Hintertreppe. Die großen Philosophen [34] in Alltag und Denken, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2005

Audio and video links (engl.)

 

Interne Links

Hawkins

 

 

1 Acts 9, 6 (NT)

 

Anhand der Skala des Bewusstseins (Gradeinteilung von 1-1000), erarbeitet von Dr. David R. Hawkins, hat Meister Eckhart einen Bewusstseinswert von 705. Innerhalb von Hawkins' System rangiert der Lehrer Meister Eckhart als lehrtüchtiger erleuchteter Weiser im Bereich der nichtdualen Schöpfungsebene.
Quelle: Truth vs. Falsehood. How to Tell the Difference, S. 376, 2005
Transcending the Levels of Consciousness. The Stairway to Enlightenment, S. 293, 2006
Letzte Bearbeitung:
23.05.2017 um 04:19 Uhr

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