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Mythos, Mythologien, Mystik

 

Lichtenberg-Figur; elektrische Entladung


 

Zitate zum Thema Mythos und Mythologien / Myths and mythologies

Zitate über Mythos und Mythologie und Deutungen

  • Mythos ist die geheime Öffnung, durch welche die Energien des Kosmos in die menschliche kulturelle Manifestation strömen. Professor Joseph Campbell (1904-1987) US-amerikanischer Mythologe, Religionswissenschaftler, Der Heros in tausend Gestalten, S. 36, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1999

 

  • Ein mythisches Symbol bezieht sich nicht auf etwas Bekanntes oder auf rationale Weise Erkennbares. Es bezieht sich auf eine spirituelle Kraft, die im Leben wirksam ist, und nur durch ihre Wirkung bekannt ist. Professor Joseph Campbell (1904-1987) US-amerikanischer Mythologe, Religionswissenschaftler, The Way of Myth, Shambhala, editierte Ausgabe, 22. November 1994

 

  • Was der Mythos für Sie leistet, besteht darin, über die phänomenale Welt hinweg auf das Transzendente zu verweisen. Eine mythische Figur ist wie ein Kompass, mit einem Bein im Feld der Zeit, und mit dem anderen im Ewigen. Das Bild eines Gottes mag aussehen wie eine menschliche oder tierische Gestalt, aber es bezieht sich auf etwas, das diese durchdringt. Professor Joseph Campbell (1904-1987) US-amerikanischer Mythologe, Religionswissenschaftler, Pathways of Bliss

 

  • Die nächste Mythologie lässt sich ebensowenig wie der Traum der kommenden Nacht vorhersagen, denn eine Mythologie ist keine Ideologie. Sie wird nicht vom Gehirn entworfen, sondern vom Herzen erfahren. Professor Joseph Campbell (1904-1987) US-amerikanischer Mythologe, Religionswissenschaftler

 

  • Mythos heißt eine erzählende Rede. Logos ist demgegenüber eine begriffliche, erklärende, lehrhafte Rede. In den ältesten Zeiten hatte die mythische Rede den Vorrang: die Menschen deuteten die Welt und ihr eigenes Leben in symbolischen Bildern und Geschichten. Darin gab es keine Definitionen, keine Formeln und Lehrsätze. Dafür sprachen diese Geschichten die Seele an; ihre Bilder verschmolzen mit den Träumen der Menschen. Symbole, die noch keine "Erklärungen" suchten, gaben den Wünschen, Freuden und Ängsten der Menschen Ausdruck. Hubert Halbfas, Religionsbuch für das siebte und achte Schuljahr S. 154f, Patmos

 

Zur allegorischen Methode

  • Der Ursprung der allegorischen Methode ist in der Auslegung (Exegese) der Schriften des Homer (um 800 v. Chr.), Ilias und Odyssee, etwa seit dem 6. Jht. v. Chr. zu suchen. Zu dieser Zeit entstanden Unverständnis und immer heftigere Kritik am Polytheismus und dem teilweise unmoralischem Verhalten der in Homers Heldenepen beschriebenen Götter. Apologetisch wurde dem nun entgegnet, die wahre Aussage Homers, sei nicht die im bloßen Wortsinn erkennbare, sondern sei vielmehr im Text verborgen, und nur dem Kundigen offenbar. Allegorese, Ruhr-Universität-Bochum

 

Deutung des Mythos

  • Wenn ein Mensch den Mythos zu erschließen vermag, so ist er auf diesem Gebiete ein Künstler. Nicht sein sterblicher Teil liest ja die Geheimnisse des Mythos, sondern seine kosmische Natur – sein geistig-seelischer Wesenskern – erlebt sie. Als geisterhöhter Mensch (– als ein Schauender –) verleiht er dem Gegenwärtigen Sinn und Berechtigung durch das Gewesene. Im geisterhöhten Menschen – im Seher, im Künstler, im neuen Helden – gibt sich eine ewige Macht kund. Er gibt in seinem Werke Maße des Alls, das er auf seinem Weltengange als Individualität gleichsam abgeschritten hat. Er schafft mit Weltmaßen, er verwirklicht Weltmaße im Stoffe. Durch ihn fließt eine erlösende Kraft in die zerrissene Zeit machtvoll ein. Nicht wir dürfen daher ihm sagen – er selbst hat zu sagen, wer und was er ist. Und wenn wir ihn so in seinen übersinnlichen Erlebnissen aufsuchen, machen wir uns nicht der Vergötterung und des Personenkultus schuldig, sondern wir beweisen nur, dass wir ihn recht verstehen. Unbekannter Autor

Zitate allgemein

  • Die Hermetik ist die älteste Universalreligion. Tatsächlich ist sie die Synthese der Religion, der Philosophie und der Wissenschaft, und in dieser Konstruktion die Analogie der Einheit der physischen, astralen und mentalen Ebene, der einwesentlichen großen Dreifaltigkeit. Da sich seither die drei getrennt haben und die Philosophie ein völlig ungangbarer Weg geworden ist, ist heutzutage auch die Hermetik zum Großteil ein unbekannter Weg. Hier ist dasselbe geschehen wie bei der Konzentration – Meditation – Kontemplation. Die Konzentration entspricht der Wissenschaft, die Meditation der Religion, die Kontemplation der Philosophie. Für diese voneinander getrennten Gebiete fehlt die Synthese vorerst noch. Maria Szepes (1908-2007) ungarische Autorin, W. Charon, Die geheimen Lehren des Abendlandes. Academia Occulta, 1994, Orbis, Genehmigte Sonderausgabe, 2001

 

  • Die Hermetik kennt sieben Schöpfungsprinzipien, sieben kosmische Ideen. Diese Prinzipien sind in den Planeten-Signaturen und bei den Ritualen der exoterischen beziehungsweise griechischen Religion in den Symbolen der sieben Planeten des Sonnensystems enthalten. Doch die Sonne, der Mond, die Planeten Venus, Merkur, Mars, Saturn und Jupiter sind nur objektivierende Formen, Symbole der sich in ihnen verkörpernden spirituellen Energien.
    Die sieben Kräfte und die sieben Ideen, welche die sieben griechischen Gottheiten symbolisieren, sind auch ohne die Planeten vorhanden und wirken ewig in der sichtbaren Welt.
    Die »Planeten« kreisen auch im menschlichen Körper, das heißt, die sieben Schöpfungsprinzipien, aus denen das ganze All aufgebaut ist, sind auch Bestandteile des menschlichen Körpers und des menschlichen Geistes. Dies ist in einem weitaus tieferen Sinn wahr, als die Lehre der modernen Wissenschaft, dass der menschliche Körper das Weltall von Myriaden Galaxien und Sonnensystemen ist.
    Die sieben Schöpfungsprinzipien bergen auch die Entwicklungsgeschichte der Seele, der Physis und des gesamten Makrokosmos in sich: Der stufenweisen Entwicklung der Ordnung der Eigenschaften und Dinge seit Beginn der Zeiten folgend, wiederholen der menschliche Körper und überhaupt alle Lebewesen des gegenwärtigen Weltenalls in der Erscheinung der umfassenden Kosmogenese all das, was seit Anbeginn der Welt geschehen ist.
    Die Kosmogenese ist nun aber ein Analogon der Philogenese. In deren wunderbarem Schauspiel durchlebt das Individuum in seinem Embryonalstadium gewissermaßen all jene Entwicklungsetappen, die seine Ahnen über Jahrmillionen hinter sich gebracht haben. Der gleiche Vorgang wiederholt sich in den andersartigen Dimensionen der Mentalebene. Der individuelle Geist durchlebt und wiederholt während der Entwicklungszeit eines einzigen Erdenlebens in der Kosmogenese die gesamte kosmische Entwicklung des Geistes überhaupt. Die einzelnen Phasen sind mit Hilfe des Schlüssels der hermetischen Analogie deutlich erkennbar. Maria Szepes (1908-2007) ungarische Autorin, W. Charon, Die geheimen Lehren des Abendlandes. Academia Occulta, 1994, Orbis, Genehmigte Sonderausgabe, 2001

Zitate (engl.) allgemein

 

 

 

 

 

  • The greatest myth is that myths are only myths. Michael Tsarion

 

Myth as a projection of the collective unconscious

  • The collective unconscious […] appears to consist of mythological images […]. In fact, the whole of mythology could be taken as a sort of projection of the collective unconscious.
    We can see this clearly if we look at the heavenly constellations, whose originally chaotic form were organised through the projection of images […]. These influences are unconscious introspective perceptions of the activity of the collective unconscious. Carl Gustav Jung, Collected Works, Vol. Para, pg. 325

 

  • Myth makes a connection between our waking consciousness and the mystery of the universe. It gives us a map or picture of the universe and allows us to see ourselves in relationship to nature, as when we speak of Father Sky and Mother Earth. It supports and validates a certain social and moral order.
    The Ten Commandments being given to Moses by God on Mount Sinai is an example of this. Lastly, it helps us pass through and deal with the various stages of life from birth to death. The first function of mythology is to sanctify the place you are in. Joseph Campbell (1904-1987) US American mythologist, expert in comparative mythology and comparative religion, Reflections on the Art of Living, Harper Perennial, 12. May 1995

 

Two ways of misunderstanding a myth

  • Well there are only two ways of misunderstanding a myth and our civilisation has managed to do both. One is to think that the myth refers to a geographical or historical fact – Jesus rose from the dead, Moses got the law at the top of the mountain, that sort of thing.
    The other is to think that the myth refers to a supernatural fact or to an actual event that is going to happen in the future – the resurrection of Jesus, or the second coming.
    Our whole religious tradition is based upon these two misunderstandings. One, the misunderstanding of myth as a reference to historical facts; the other misunderstanding myth as reference to spiritual facts either of something that is somewhere invisible, or something that is going to happen sometime in the future. It is a terrible tragedy. These misunderstandings of our myth have caused us to loose the vocabulary of the spirit. Joseph Campbell, The Way of Myth, Shambhala, edited edition, 22. November 1994

 

  • There are of course differences between the numerous mythologies and religions of mankind, but this is a book about similarities. And once these mythologies of human and collective development, focused on the hero, are understood, the differences will be found to be much less great than is popularly and politically supposed. My hope is that a comparative elucidation of these mythological stories, which have endured for thousands of years, may contribute to those forces that are working in the present world for unification, not in the name of some Ecclesiastical or political empire, but in the sense of human mutual understanding. As we are told in the [Vedas ?], truth is one. The sages speak of it by many names. Joseph Campbell, The Hero with a Thousand Faces, Princeton University Press, 1949 and 1968, third edition, compiled by the Joe Campbell Foundation, July 2008

 

Links zum Thema Mythos und Mythologien / Myths and mythologies

Literatur

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