SpiritualWiki

Wiki / Sehnsucht

Wiki-Menu:  

2·2012


Hawkins-Menu:


 

Sehnsucht

 

Persephone; Maler: Dante Gabriel Rossetti

Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Männer zusammen, um Holz zu beschaffen und Werkzeuge vorzubereiten oder die Arbeiten einzuteilen und Aufgaben zu vergeben, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlos weiten Meer.
Antoine de Saint-Exupéry


 

Sehnsucht / Longing

Selige Sehnsucht

 

Sag es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebende will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

 

In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.

 

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung.
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

 

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt.

 

Und solang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

 

Johann Wolfgang von Goethe,
West-Östlicher Divan

 

Zitate zum Thema Sehnsucht / Longing

Zitate allgemein

  • Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen. Jeremias 29, 13 (AT)

 

  • Alles entsteht durch tiefes Verlangen. Gautama Buddha [BW 1000] (563-483 v. Chr.) indischer Avatar, Lehrer der Erleuchtung, Zentralfigur des Buddhismus, Surangama Sutra, ca. 500 v. Chr.

 

  • Wie erlangt man den Zustand des Gewahrseins? […] nur Wenige befolgen die Schritte, weil sie so einfach sind.
    1. Zunächst war das intensive Verlangen da, jenen Zustand zu erlangen.
    2. Dann kam die Disziplin, ausnahmslos mit gleichbleibender und universaler Vergebung und Freundlichkeit zu handeln […] Mitgefühl für Alles aufzubringen, einschließlich des eigenen Selbstes und der eigenen Gedanken.
    3. Danach stellte sich die Bereitwilligkeit ein, die [eigenen] Wünsche in der Schwebe zu halten und
    4. in jedem Augenblick den Eigenwillen preiszugeben.
Dr. David R. Hawkins, FU Power vs. Force, 1995, S. 21, Vorwort, Hay House Ausgabe, Februar 2002

 

 

  • Beten ist nicht bitten. Es ist ein Sehnen der Seele. Mohandas Karamchand Mahatma Gandhi [BW 760] (1869-1948) indischer, hinduistischer Weiser, spiritueller Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, Rechtsanwalt, Verfechter des gewaltlosen Widerstands zur Durchsetzung politischer Ziele

 

  • Es sprechen manche: sie hätten's nicht.
    Da erwidere ich: das ist mir leid.
    Ersehnst du es aber auch nicht,
    das ist mir noch leider.
    Könnt ihr es denn nicht haben,
    so habt wenigstens ein Sehnen danach!
    Mag man auch das Sehnen nicht haben,
    so sehne man sich doch wenigstens nach der Sehnsucht! Meister Eckhart Eckhart von Hochheim [BW 705] (1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph, Predigten

 

  • Sobald Gott dich bereit findet, muss er in dein Wesen einströmen, geradeso wie der Sonnenschein sich auf die Erde ergießen muss, wenn die Luft klar und rein ist. Sehnendes Verlangen schafft Liebe, und Liebe überwindet alle Hindernisse. Meister Eckhart Eckhart von Hochheim [BW 705] (1260-1328) deutscher Mystiker, dominikanischer Theologe, Philosoph

 

  • Den Gott der Schönheit und der Güte auch im Hässlichen und im Bösen zu fühlen und zu lieben, und sich doch in äußerster Liebe zu sehnen, es von seiner Hässlichkeit und seinem Bösen zu heilen, das ist wahre Tugend und Moral. Sri Aurobindo [BW 605] (1872-1950) indisch-britischer Philosoph, Mystiker

 

  • Wir haben in dich eine Substanz, ein Suchen, ein Sehnen gelegt, und wir wachen darüber und lassen es nicht verloren gehen, sondern bringen es zu einem bestimmten Ort. Mevlana Dschelaleddin Rumi [BW 550] (1207-1273) persischer islamischer Mystiker, Jurist, Theologe, Dichter des Sufismus

 

 

  • Weiterentwicklung ist nur durch Sehnsucht möglich. Und wie der Pfad der Entfaltung unendlich ist, so sollte die Sehnsucht unendlich sein. Also wird die Sehnsucht an sich zu einem Ausdruck des Unendlichen, der um ihrer selbst willen erstrebenswert ist. Aus diesem Grund besingen die Mystiker die Sehnsucht. Ein anderes Wort für Sehnsucht ist Liebe. Irina Tweedie (1907-1999) russische Mystikerin, spirituelle Lehrerin des hinduistischen Naqshbandiyya-Mujadiddiya Sufiordens, Der Weg durchs Feuer. Tagebuch einer spirituellen Schulung durch einen Sufi-Meister, Erstveröffentlichung 1989, Heyne, München, 1. März 2005

 

  • Am Ende all eures Suchens werdet ihr zu eurem Ausgangspunkt zurückkehren und ihn zum ersten Mal sehen. T. S. Eliot

 

  • Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht erst Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuleiten, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem Meer. Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) französischer Pilot, Schriftsteller

 

  • Die Sehnsucht ist immer unterwegs. Ihre Heimat ist die ständige Reise ins Unbekannte. Hans Kruppa (*1952) deutscher Dichter, Schriftsteller

 

  • Heutzutage werden:
    • Bekanntschaften gesucht,
    • Kontakte geknüpft,
    • Frauen aufgerissen,
    • Männer angemacht,
    • Gefühle investiert,
    • Partnerschaften aufgebaut,
    • Beziehungen unterhalten,
    • Verhältnisse eingegangen,
    • Ehen geschlossen und
    • Scheidungen ausgesprochen.
      Und die Sehnsucht nach Liebe bleibt. Bertram Münker, deutscher Autor

 

 

  • Möglich, dass wir nicht fähig sind zu lieben, gerade weil wir uns danach sehnen, geliebt zu werden, das heißt, weil wir vom anderen etwas wollen (die Liebe), anstatt ohne Anspruch auf ihn zuzugehen und nichts als seine Gegenwart zu wollen. Milan Kudera (*1929) tschechisch-französischer Schriftsteller

 

  • Der Selbstlose, der aus ganzer Seele den Menschen dienen will, übersieht zu leicht, dass sein Selbst in ein niedrigeres und und in ein höheres Selbst zerfällt, und dass er daher nicht nur selbstlos im einen Sinne, sondern in eben dem Maße selbstvoll im anderen Sinne werden sollte. Sein Selbst verlieren heißt, sich läutern, seine Seele bereiten wie einen Acker, welcher der Saat wartet. Sein Selbst gewinnen aber heißt, Frucht tragen wollen, Saat herbeisehnen, aufnehmen, hegen, reifen. Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter, Schriftsteller, Übersetzer

 

  • Auf brüchigem Eis, ohne Rüstung und Waffen so stehe ich wie auf verlorenem Posten. Dennoch werde ich immer wieder den scheinbar sicheren Boden verlassen. Hundertachtmal in der Minute gehe ich in die Irre und gerate in Panik auf dem Weg zum Königreich ohne Bezugspunkte. Die Gefahr, dumm zu erscheinen, zählt gering im Vergleich zu der Gefahr, auf billige Weise davonkommen zu wollen. [...] Der Schmerz des Sehnens wird gekühlt von Zuversicht. Ich bin nicht ausgeliefert. Meine Entscheidung ist frei. Ulli Olvedi, deutsche Roman- und Sachbuchautorin, Dokumentarfilmautorin, Journalistin, Übersetzerin, Die Stimme des Zwielichts, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co., 1. September 2002

 

  • Geh dorthin, wo du verletzt bist, wo deine Sehnsucht sitzt, wo du Schmerz spürst. Bleibe damit, mach keine Bewegung davon weg. Geh nicht in die Gedanken; bis es zu einem totalen Stillstand in dir kommt. Dann findet dort eine neue Bewegung statt. Lass den Schmerz, die Sehnsucht, das Verletztsein sich ausweiten in dir. Du kannst nichts tun. Geh dorthin, wo du hilflos bist, wo du ohnmächtig bist, lass dich tragen, habe Vertrauen. Wenn es ganz ausgeweitet ist, wenn alles Platz hat, ist die Liebe da. Lass sie zu dir kommen, lass sie da sein. Du hast sie ein Leben lang gesucht, überall, mit allen Mitteln, in den Beziehungen, im Sex, in der Sucht, in der Arbeit. Samuel Widmer (*1948) Schweizer Arzt, Psychiater, Psychotherapeut, Autor

 

 

  • Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann. Jean-Paul Sartre [BW 200] (1905-1980) französischer Romancier, Dramatiker, Philosoph, Publizist, Hauptvertreter des Existentialismus

Zitate (engl.) allgemein

  • You are what your deep driving desire is; As your deep driving desire is, so is your will; As your will is so is your deed; As your deed is so is your destiny. The Upanishads
  • You will seek Me and find Me when you search for Me with all your heart. Jeremiah 29, 13 (AT), New American Standard Bible, 1995

 

  
  • A useful approach is to let the love for God replace the willfulness that is driving the seeking. One can release all desire to seek and realize that the thought that there is anything else but God is a baseless vanity. This is the same vanity that claims authorship for one's experiences, thoughts, and actions. David R. Hawkins, The Eye of the I, S. 36

 

  • There is no "who" that is searching but some innate quality itself. The real Self brings up the false self for investigation, which eventually leads to the disassembly of the ego structure itself. In the beginning, a seeker assumes there is a personal self that is seeking the real Self. Actually, it is the real Self that is drawing the seeker to it. David R. Hawkins, Discovery of the Presence of God. Devotional Nonduality, S. 219

 

(↓)

Dynamics of the ego

  • Can you believe that autonomy is meaningful apart from Him [God]?
    The belief in ego autonomy is costing you the knowledge of your dependence on God, in which your freedom lies. The ego sees all dependency as threatening, and has twisted even your longing for God into a means of establishing itself. But do not be deceived by its interpretation of your conflict. The ego always attacks on behalf of separation. But do not be deceived by its interpretation of your conflict. The ego always attacks on behalf of separation. Believing it has the power to do this, it does nothing else, because its goal of autonomy is nothing else. The ego is totally confused about reality, but it does not lose sight of its goal. It is much more vigilant than you are, because it is perfectly certain of its purpose. You are confused, because you do not know yours. A Course in Miracles work book [LoC 550], Urtext, chapter 10, section 6

 


Landschaft; Maler: Peter Paul Rubens
  • Let yourself be silently drawn by the stronger pull of what you really love. Jalal ad-Din Muḥammad Rumi [LoC 550] (1207-1273) Persian Muslim poet, jurist, theologian, Sufi mystic

 

  • The craving for alcohol is the equivalent on a low level of the spiritual thirst of our being for wholeness, expressed in medieval language: the union with God. Carl Gustav Jung, in a letter to A.A. co-founder, Bill Wilson shortly before his death, describing Rowland H.'s desire for alcohol, AA Grapevine, The Bill W. – Carl Jung Letters, pg. 6, 1963

 

  • Progress is only possible through longing. And as the path of progress is infinite, there should be infinite longing. Thus longing becomes itself a form of the infinite, to be desired for its own sake. This is why the mystics idealize longing. The other name for longing is love. Irina Tweedie (1907-1999) Russian mystic, teacher of the Naqshbandiyya-Mujadiddiya Sufi Order, Daughter of Fire. A Diary of a Spiritual Training of a Sufi Master, first issued 1986, Blue Dolphin Press, Nevada City, The Golden Sufi Center, 1. June 1995
    Spiritual autobiography of a Sufi mystic

 

  • Women are more lonely than men because they have more longing. We bring into this world two qualities: the will to live, and the will to worship. The will to live is self-preservation. The will to worship is the love aspect embedded in the very texture of our soul. This love aspect is the essence of God. It manifests itself in us as longing. Women have such longing. We often feel an emptiness, a great yearning. There is always a place in the heart of a human being reserved for That. No mortal creature can fill it. We are made in God's image and he is the greatest lover, a jealous lover, who keeps a place for himself. Longing is one of the messages which the soul sends to the human being: "Go home. We must go home to the Beloved." [...]
    The Beloved is the nothingness where everything is. It is the fullness where nothing exists. It is the fullness of love. Irina Tweedie (1907-1999) Russian mystic, teacher of the Naqshbandiyya-Mujadiddiya Sufi Order, cited in: Suffering and Self-Realization. An Interview with Irina Tweedie, presented by The Golden Sufi Center, 2010

 

  • Your children are not your children. They are the sons and daughters of Life's longing for itself. They came through you but not from you and though they are with you yet they belong not to you. Khalil Gibran (1883-1931) Lebanese American painter, philosopher, poet

 

  • Hearing a crow with no mouth cry in the deep darkness of the night,
    I feel a longing for my father before he was born.
    Ikkyu (1394-1481) Japanese Zen master, poet, Crow With No Mouth

The Holy Longing / Die heilige Sehnsucht

* * *
The Holy Longing

 

Tell a wise person, or else keep silent,
Because the massman will mock it right away.
I praise what is truly alive,
what longs to be burned to death.

 

In the calm water of love-nights,
where you were begotten, where you have begotten,
a strange feeling comes over you
when you see the silent candle burning.

 

Now you are no longer caught
in the obsession with darkness,
and a desire for higher love making
sweeps you forward.

 

Distance does not make you falter
now, arriving in magic, flying,
and finally, insane for the light,
you are the butterfly and you are gone.

 

And so long as you haven't experienced
this: to die and so to grow,
you are only a troubled guest
on the dark earth.

 

Johann Wolfgang von Goethe, West-Eastern Divan

 

Links zum Thema Sehnsucht / Longing

Literatur

Literatur (engl.)

Externe Weblinks


Externe Weblinks (engl.)


Audio- und Videolinks

Audio- und Videolinks (engl.)

  • Video presentation by Irina Tweedie (1907-1999) Russian mystic, teacher of the Hindu Naqshbandiyya-Mujadiddiya Sufi Order, Spiritual Training, presented by Thinking Allowed, excerpted from part 1 DVD Spiritual Training, host Jeffrey Mishlove, YouTube film, posted 31. August 2010 6:33 minutes duration  Sufi teacher

 

Interne Links

Hawkins