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Vermeil-Spiegel,18. Jht. Musée des Arts décoratifs, Strasbourg
Spiegel-Gebote
| 1._Spiegel-Gebot | Alles was mich an anderen stört, ärgert, aufregt oder in Wut geraten lässt und ich anders haben will, trage ich selbst in mir. Alles, was ich an anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und verändern will, kritisiere, bekämpfe oder unterdrücke ich in Wahrheit in mir und hätte es gern anders. |
| 2._Spiegel-Gebot | Alles, was andere an mir kritisieren, bekämpfen und verändern wollen, weswegen ich mich verletzt fühle, betrifft mich. Solange es noch nicht in mir erlöst ist, fühlt sich meine gegenwärtige Persönlichkeit beleidigt, ist die egozentriert noch stark. |
| 3._Spiegel-Gebot | Alles, was andere an mir kritisieren und mir vorwerfen, anders haben wollenl oder bekämpfen, was mich nicht berührt, ist deren eigenes Bild, deren Charakter, deren Unzulänglichkeiten, die sie auf mich projizieren. |
| 4._Spiegel-Gebot | Alles, was mir an anderen gefällt, was ich an ihnen liebe, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe es im anderen. Ich erkenne mich selbst in anderen – in diesen Angelegenheiten sind wir eins. |
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Zitate zum Thema Spiegel und Spiegelung / Mirror and Mirroring
Zitate allgemein
Wir sehen jetzt durch einen trüben Spiegel [eine halbdurchsichtige Fensterscheibe], dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich's stückweise, dann aber werde ich erkennen gleichwie auch ich erkannt worden bin.
1. Korinther 13, 12 (NT)
- Der Sinn des In-der-Schwebe-Haltens ist es, Propriozeption (Selbstwahrnehmung) möglich zu machen, einen Spiegel zu schaffen, damit wir die Folgen unseres Denkens erkennen können. Wir haben ihn in uns selbst, denn unser Körper fungiert als Spiegel, und wir können wahrnehmen, wie Muskelspannungen entstehen. Auch unsere Mitmenschen sind ein Spiegel, und die Gruppe ist ein Spiegel. David Bohm, Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen, S. 64, Hg. Lee Nichol, Stuttgart, 1998
- 'Ohne Du ist das Ich unmöglich.' (Martin Buber, jüdischer Religionsforscher und -philosoph) Nur wenige begreifen, dass jedes Ich beziehungsgeboren ist. [...] Unsere narzisstische Schädigung kann als Ergebnis eines Mangels an bestätigenden Spiegeln in der Kindheit angesehen werden. Zwiegespräche sind "nachholende Sozialisation". Der Partner "validiert meine Selbstdarstellung". So verstehe ich, wer ich bin. Michael Lukas Moeller (1937-2002) deutscher Psychoanalytiker, Hochschullehrer, Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch, S. 273, rororo Sachbuch 60379, 1988
- Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit.
Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere erkennen – er wird allein sein.
Wo können wir einen solchen Spiegel finden, wenn nicht in unserem Nächsten?
Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich selbst werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohlsein Beitrag leistet. In solchen Böden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen. Hildegard von Bingen (1098-1179) deutsche Äbtissin des Benediktiner-Ordens, Gelehrte, Heilkundige, Mystikerin, Schriftstellerin, Komponistin / Richard Beauvais, Klinik Bad Herrenalb, 1964
- Die Versöhnung
Das tiefste Bedürfnis des Geistes besteht darin, dass der Gegensatz im Subjekt selbst zu seinen allgemeinen, d. h. abstraktesten Extremen gesteigert ist.
Dies ist diese Entzweiung, dieser Schmerz. Dadurch, dass diese beiden Seiten nicht auseinanderfallen, sondern dieser Widerspruch sind in einem, beweist sich zugleich das Subjekt als unendliche Kraft der Einheit; es kann diesen Widerspruch aushalten. Das ist die formelle, abstrakte, aber unendliche Energie der Einheit, die es besitzt.
Das, wodurch das Bedürfnis befriedigt wird, ist das Bewusstsein der Aussöhnung, des Aufhebens, der Nichtigkeit des Gegensatzes, dass dieser Gegensatz nicht ist die Wahrheit, sondern vielmehr dies, die Einheit durch die Negation dieses Gegensatzes zu erreichen, d. i. der Friede, die Versöhnung, die das Bedürfnis fordert. Die Versöhnung ist die Forderung des Bedürfnisses des Subjekts, und es liegt in ihm als unendlich Einem, mit sich Identischem.
Dieses Aufheben des Gegensatzes hat zwei Seiten. Es muss dem Subjekt das Bewusstsein werden, dass dieser Gegensatz nicht an sich ist, dass die Wahrheit, das Innere das Aufgehobensein dieses Gegensatzes ist. Sodann, weil er an sich der Wahrheit nach aufgehoben ist, kann das Subjekt als solches in seinem Fürsichsein erreichen, erlangen das Aufheben dieses Gegensatzes, den Frieden, die Versöhnung. Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) deutscher Philosoph
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Das verletzte Gute und das verteidigende Böse umarmen
Wenn das Böse dir gegenüber steht, dann schau ihm fest ins Auge.
Schaue solange hin, bis du im Spiegel der Augen deines Feindes dein eigenes Böses erkennen kannst.
Und dann ziehe dich zurück. Und schaue deinem eigenen Bösen fest ins Auge.
Schaue solange hin, bis du hinter ihm dein verletztes Gutes erkennen kannst.
Dann schließe sie beide, das verletzte Gute und das verteidigende Böse
so fest in die Arme deines Herzens wie du kannst
und kümmere dich nicht um den Feind.
Danke ihm im Stillen und lass ihn seine Wege gehen.
Sie werden die deinen nicht mehr kreuzen.
Solange du jedoch im Bewusstsein deines Rechts verharrst, wird dein Feind dein Feind bleiben.
Safi Nidiaye, Die Stimme des Herzens. Der Weg zum größten aller Geheimnisse, Bastei Lübbe, 9. Auflage, 25. April 2000
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Zitate (engl.) allgemein
- You've no idea how hard I've looked for a gift to bring you. Nothing seemed right. What's the point of bringing gold to the gold mine, or water to the Ocean. Everything I came up with was like taking spices to the Orient. It's no good giving my heart and my soul because you already have these.
So, I've brought you a mirror. Look at yourself and remember me. Jalal ad-Din Muḥammad Rumi [LoC 550] (1207-1273) Persian Muslim poet, Sufi mystic, jurist, theologian
- Humankind cannot bear very much reality. T. S. Eliot (1888-1965) Anglo-American poet, playwright, literary critic
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Links zum Thema Spiegel und Spiegelung / Mirror and Mirroring
Literatur
Literatur engl.
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Externe Weblinks
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Externe Weblinks (engl.)
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Audio- und Videolinks
Audio- und Videolinks (engl.)
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