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Normierte Suchtstrukturen in der Gesellschaft

Wer sein Leiden leidet, wird frei vom Leiden. Konfuzius
Mache deine Genesung zur wichtigsten Priorität. Robin Norwood, Weltbestsellerautorin, Frauen, die zu sehr lieben



Schimmelgewächs auf Holz

Aus jüngeren bahnbrechenden Veröffentlichungen bezüglich der psychologischen und soziologischen Hintergrundforschung geht hervor, dass industrialisierte Länder in dem Denkrahmen der komplexen Suchtgesellschaft leben. Dieser nährt sich aus der zunächst einleuchtenden, doch letztlich irrigen Idee von bevormundenden Tätern und unmündigen Opfern.
Die "Sucht hinter der Sucht" wird als Koabhängigkeit bezeichnet, ein Begriff, der sich seit Anfang der achtziger Jahre durchgesetzt hat. Der Umstand suchtbegünstigender Mitsüchtiger wurde in (psycho)therapeutischen Fachkreisen anerkannt und diskutiert.
Die "normale" Bevölkerung besteht zu über 95 Prozent (!) aus aktiv und passiv Suchtkranken zusammen, so die Aussage von diversen Soziologen. Ein entsetzlicher Tatbestand, daher überwiegend zutiefst ignoriert.

Da kollektive Sucht, ausgedrückt in sozialisiertem Rollenverhalten, als die Norm gilt, wird sie in ihrer Tragweite - auch und gerade von Therapeuten und Machern - meist gänzlich verleugnet und wird folglich weder thematisiert noch behandelt.

  • Der kritische Psychekenner Arno Gruen beschreibt diesen Sachverhalt in seinem Buch Der Wahnsinn der Normalität.
  • Anne Wilson Schaef, eine ehemalige Psychotherapeutin und international engagierte Autorin und Lehrerin, die in "partizipatorischer Entzugsarbeit" tätig ist, hat im Zuge ihrer eigenen Genesung ihre hergebrachte Berufsrolle aufgegeben, weil sie diese als fördernden Aspekt der allgemeinen Suchtproblematik erkannt hat.


Sucht – eine Suche des Siechenden

Sucht geht etymologisch auf Siechen (engl. sickness = Krankheit) zurück. Sie wird auch gesehen als die verirrte Suche nach dem eigenen verlorenen Gott-Selbst, das durch das findige Halbwesen Ego überwuchert wurde (Analogie: Zelle-Virus-Modell). Da diesem außer sich nichts heilig ist, weiß es geschickt, die menschliche Sehnsucht nach inklusiver Verbundenheit und Ganzheit, die mehr als die Summe aller Teile ist, zu seinen vordergründigen Gunsten umzulenken und auszunützen. Statt Spirit bietet es Spirituosen. Ein aufgeblähtes Ego vermeint, die ganze Welt retten zu können, wobei es genügte, sich effektiv selbst zu wandeln (seine größte Angst!) und als Genesender seinen wesensgemäßen Beitrag zu leisten.

Sucht und Spiritualität sind eng miteinander verwandt. Eine spirituelle Tiefenerfahrung oder ein Nahtoderlebnis kann sowohl grobe als auch subtile Süchte wirksam überwinden als auch den Weg zum Gottselbst weisen. Bei einer authentischen EinweihungHingabe in Form von schmerzlichem Entzug/Ego-Entmachtung – geht das suchtorientierte Scheinselbst zurück. Das Ego muss sich sterbend wandeln.

Es ist überliefert, dass kein Mann erwachsen werden kann, ehe er nicht in der geeigneten Gemeinschaft zum richtigen Zeitpunkt an der passenden Stelle eine Wunde geschlagen bekommt, wodurch es seiner Seele möglich wird, in ihn einzuziehen. Einweihungen dieser Art kosten nicht Wenigen, die den Anforderungen nicht gewachsen sind, das Leben. Der männerbewegende US-amerikanische Schriftsteller Robert Bly drückt es so aus:

Ein Kind wird nicht erwachsen, bis es seine Harmoniesucht überwunden hat, sich für das, was es am liebsten hat, entscheidet und freudig an den Spannungen dieser Welt teilhat.

Zu entscheiden, zu unterscheiden, Kritik zu üben, heißt, sich dem gegebenen Konfliktstoff einer gespaltenen Welt (Baum der Erkenntnis) zu stellen, der infolge des "Falls" aus dem unbewussten Einheitszustand hervorgegangen ist.

Übertriebene Tendenzen, die sich zur Sucht auswachsen, treten in vier grundlegenden Seinsebenen zutage:

  1. körperlich (Materie),
  2. emotional (Gefühle),
  3. intellektuell (Verstand) und
  4. spirituell (Geist).

Krankhafte Abhängigkeiten sind vorhanden, wenn man zwanghaft und im Übermaß einen Kult betreibt mit:

  1. Substanzen / Drogen (grobstofflich),
  2. Methoden / Verhaltensweisen (feinstofflich)
  3. Personen / Kultfiguren (personal)
  4. Gottheiten / Archetypen (transpersonal).


Dualismus

Monotheistisch-patriarchalisch orientierte Ideologienträger brachten das dualistische Prinzip von Abspaltung mit Auf-/Abwertung hervor. Mit hierarchisierter (Gewalt)-Herrschaft wurde polares Bezogensein verdrängt. Die daraus abgeleiteten Handlungsstrategien orthodoxer helfender Berufe wie Medizin, Pädagogik, Psychologie und Theologie verleihen ihren Experten einen unangemessenen Halbgottstatus, den die meisten - entgegen berechtigter Vorwürfe - durch den Schein des Perfektionismus zu wahren suchen. Ihre unerfüllbare und letztlich unhaltbare Übermachtstellung vermittelt ihnen die Illusion der Kontrolle, die sie verleitet, die ihnen Anvertrauten von außen und von oben (herab) wie reiz-reaktions-gesteuerte Bioautomaten zu lenken. Die Symptome ihrer Klienten diagnostizieren sie anhand von reduktionistischen Theorien, erkennen sie selten als Zeichen unterschwelliger Sucht, beheben sie vordergründig meist mit chemischen Drogen, ohne sie wirklich heilen zu können. Natur- und Körperweisheit, Gefühle, menschliche Nähe, praktiziertes Mitgefühl, Intuition und gar spirituelle Eingebungen sind weitgehend verpönt und gelten als unprofessionell, da sie den elevierten Status der amtlich autorisierten Subkontrolleure gefährden und womöglich den miteinander verhakten Suchtpartnern Helfer/Patient weitere nicht systemkonforme Optionen eröffnen könnten. Schlagen Behandlungen fehl, stellen sie ihre unzureichende Theorie und/oder Therapieform selten in Frage, sondern beschuldigen den Klienten, ein unangepasster Querulant zu sein, opfern ihn sozusagen, meist unverantwortet, dem normierten Suchtgefüge als Sündenbock und gelegenen Schattenträger.

Die Grundlage für die Entstehung des zentralistisch gesteuerten, entropisch geschlossenen Systems der Suchtgesellschaft ist ein mechanistisches, menschen- und naturfeindliches Weltbild aus unvereinbaren Entweder-Oder-Dualismen, die sich auf ein vertikales Machtgefälle zwischen dem vermeintlichen Oben und Unten und damit die Illusion des Getrenntseins stützen:

  • GottesbildMenschheit
  • MenschheitNatur,
  • MannFrau,
  • StaatIndividuum,
  • TäterOpfer.
  • SubjektObjekt.


Allverbundenheit

Die Erstgenannten genießen in einer täterverliebten Gesellschaft einen erhöhten tabuierten Status und frönen oft deshalb ungehindert ihrer Sucht, während die Letztgenannten eher ein Schattendasein führen, sich als suchtbegünstigende so genannte Enabler "nützlich" machen und als verschwiegene Kollaborateure insgeheim mitkontrollieren. Die Macher verschanzen sich hinter dem Mythos der distanzierten Objektivität, den die moderne Quantenphysik bereits als unwahre Theorie entlarvt hat.

Es gibt subjektiv empfundene und graduell unparteiisch darstellbare Wahrheit. DIE Wahrheit, die machthabende Lobbies mit Vorliebe für sich in Anspruch nehmen, ist nicht personell zu vereinnahmen. Ein angeblich neutraler Beobachter wirkt zwangsläufig auf Versuchsanordnungen ein und häufig erzielt er sein erwartetes Ergebnis, wodurch er möglicherweise seinen Bezugsrahmen nicht zu hinterfragen braucht. Der Kernphysiker David Bohm hat den Begriff des evoluierenden "Holomovements" geprägt. Demnach leben wir in einem spiralförmig expandierenden offenen Raum-Zeit-Kontinuum, dessen interdependente leitfähige und supraleitfähige Elemente sich im Drehkreuz komplexer zyklischer Bewegungsabläufe gegenseitig beeinflussen, da sie immanent aufeinander bezogen sind.


Exemplarische Fälle von Suchtverhalten

  • Rex Gildo, ein stets gut gekleideter, angepasster Sunnyboy und Hossa-Schlagerstar, der über seine Herkunft, sein Alter, seine Biographie und seine sexuellen Präferenzen log, holte am Ende seiner über vierzigjährigen Karriere durch einen tödlichen Fenstersturz eine initiatorische Tiefenerfahrung nach, die seine Fans bestürzte. Leider fanden sich unter seinen Gefolgsleuten in der harmoniesüchtigen Scheinwelt des Schlagers keine klaren Mentoren, die bereits Jahre vor seinen Alkoholexzessen eingeschritten wären.
    Auf den Hitparade-Moderator Uwe Hübner, lange Zeit einer der Mit-Macher, der nach Rex' Tod mutig, ehrlich und zugleich branchenschädigend in der Presse auspackte, wurde gar ein anonymer Mordanschlag verübt.
  • Marilyn Monroe verkraftete das Image der angehimmelten Superfrau nicht, da sie darunter ein zutiefst unglücklicher, zerrissener Mensch war. Als koabhängige Geheimnisträgerin der Mächtigen und Beziehungssüchtige starb sie jung durch Selbstmord.
  • Die Weltbestsellerautorin Robin Norwood, eine beziehungssüchtige Frau, die zu sehr liebte, hoffte inständig, bei einer Operation sterben zu können. Erst nach einer siebenjährigen Aschenputtelphase war sie imstande, öffentlich einzugestehen, dass sie damals ihrer Sucht und ihrem dritten Mann durch Tod entkommen wollte, den sie in ihrem Buch noch als den Richtigen angepriesen hatte, was sich kurz nach dessen Veröffentlichung als weiterer Selbstbetrug erwiesen hatte. Sie fürchtete sich, vor ihrer internationalen Leserschaft widerrufen zu müssen. Das Unvermögen, Lebenslügen aufzudecken, lässt den Tod gnädiger erscheinen, als die Aussicht, sich und anderen die enttäuschende Wahrheit zu gestehen.
  • Ende der achtziger Jahre genoss die Weißfrau und Leiterin ihres Licht-Instituts in New Mexico, USA, Chris Griscom, die blondiertes Haar und vorwiegend weiß-pastellfarbige Kleidung trägt, in der deutschen Esoterikszene einen sagenhaften Erfolg. Damals äußerte sie in einem Gespräch:
    Jetzt, wo es nichts mehr Besonderes ist, über glühende Kohlen zu gehen, ohne sich dabei zu verbrennen, trainiere ich, übers Wasser zu gehen, ohne dabei einzusinken, um diesen Kniff später als Workshop anzubieten.
Scherzte sie oder meinte sie es Ernst? Ihre weniger erfolgreichen Kollegen in ihrem Heimatstaat nannten sie despektierlich "White Light Nazi" (Weißer Licht-Nazi), da sie den Blick auf Schattenseiten nicht gelten lässt.
  • Die "kultige" Freizeitindustrie
    bringt unentwegt neue lebensgefährliche Sportarten heraus, die den Dauerpubertierenden des vorherrschenden Jugendkults immer heftigere Adrenalin- und erhoffte Endorphinkicks beschert. Die wiederholt erfahrene Todesnähe bei Mutproben aller Art wird unbewusst als untauglicher Ersatz für ein nicht erfolgtes Übergangsritual in einer halbstarken Gesellschaft gesucht. Das Bewusstsein des reifen Erwachsenen, der imstande ist, Verantwortung zu übernehmen, lässt sich so nicht erlangen. Nüchterner sind davon nur wenige geworden, vielmehr nimmt die Besessenheit zu.
  • Schattenmenschen
    Unmündige, überangepasste BürgerInnen verharren im bequemen Schattendasein ("Opferbonus"), da sie systembedingt nicht lernen s(w)ollten, sich ihr Leben zu eigen zu machen, sich selbst zu bestimmen und ebenbürtig teilhabend und teilnehmend (partizipatorisch) mitzubestimmen. Sie lassen sich "von der Wiege bis zur Bahre" willig als "Objekte" verwalten und durch Werbung sowie unredliche wissenschaftliche und spirituelle Propaganda - gegen besseres (Ge)Wissen - gehirn- und seelenwaschen. Infolge von anerzogener Hilflosigkeit, Minderwertigkeitskomplexen und mangelnder Identitätsbildung sind sie selten initiativ imstande, kollektiv zementierte Tabuschranken zu überwinden und ihre latenten Kräfte zur Selbstheilung von innen heraus zu mobilisieren.


Verleugnung und pathologisches Schweigen

Aufgrund der meist unaufgefordert geübten schambesetzten Geheimhaltung - einer Form der Leugnens - kann progressive Sucht nach Art einer grassierenden Viruserkrankung ungehindert weiterexistieren und zerstören.

Vampireske Schmarotzerzellen (Virus dringen in Helferzellen ein, vereinnahmen sie, machen sie sich in inflationärer Weise gefügig, indem sie deren DNS-Muster nach eigener Vorlage umstricken, um schließlich mitsamt dem ausgehöhlten Organismus zu sterben, sofern die systematische Vereinnahmung unerkannt bleibt und ihr kein Einhalt geboten wird.

Nach dem bildlichen Motto der Endzeit Berge fallet über mich weigern sich Süchtige, den wirklichen Zustand ihrer selbst und den ihrer Mitwelt überhaupt zu erkennen.

Durch die aus Profitgier noch systematisch verleugnete schädliche Einwirkung von Mobilfunkstrahlen und Mikrowellen bröselt tatsächlich das Granitgestein der gepulst bestrahlten Alpen, weswegen die Anwohner buchstäblich durch immer häufigere Lawinen- oder Hangabgänge erschlagen werden. Es gibt Süchtige der modernen Funktechnik und Elektrosmoggeschädigte.


Paradigmenwechsel

Es fällt nicht leicht zu glauben, dass sich 100 000 wirre Fliegen in ihrer Flugrichtung irren. Im Kontext einer unheilen Norm, die sich seit Jahrtausenden etabliert hat, befinden sich Süchtige in einer eher therapieresistenten Starre aufgrund von mangelnder Basisenergie. Sie ahnen dumpf, wie mühsam ihre Transformation werden wird, handeln jedoch meistens nicht, solange der Leidensdruck noch erträglich ist. Ungleich gewichtete ungesunde Abhängigkeiten, so sie unbeachtet bleiben, mindern fortschreitend:

  • die Lebensqualität des Süchtigen,
  • seiner begünstigenden Umgebung und
  • infolge der Suchtmassierung letztlich auch des Heimatplaneten der Menschheit.

Nachdem sich das Suchtsystem nach dem Motto sozialdarwinistisch "gerechtfertigter" Ausbeutung nahezu – materiell, moralisch und spirituell – bankrott gewirtschaftet hat, steht ein viel beschworener transformatorischer Paradigmenwechsel an. Die Erdbevölkerung hat den point of no return oder den möglichen Wendepunkt in ihrer Suchtkarriere erreicht. Das menschliche Kollektiv durchlebt derzeit die existenziell entscheidende Sinnkrise eines Süchtigen. Die Umkehr wird durch Katastrophenserien erleichtert. Dadurch fühlt sich das Menschheits-Ego machtlos, so als ob es stürbe. Friß' oder stirb'. Stirb und werde.

Verantwortung

Ein Süchtiger "kontrolliert" zwar offen oder verdeckt seine Umgebung, doch bleiben sein jeweiliger Stoff oder Enabler, die Suchtunterstützer, (engl. befähigen) eines Tages aus, neigt er dazu, sich als machtloses Opfer der Umstände zu fühlen. Aus mangelndem Unrechtsbewusstsein weigert er sich, Verantwortung zu übernehmen. Sind mindestens drei bis vier 'nüchterne' Nahestehende gewärtig, dass ein Mitmensch heimlich einer Sucht frönt, und konfrontieren ihn beherzt und unterstützen ihn solidarisch, kann mit dessen Einsicht und Entwöhnung die Suchtspirale "in ihren Anfängen" gestoppt werden.

In der Regel muss ein Süchtiger (und auch mitabhängige Enabler) nach vielen halbherzigen Entzugsphasen erst den absoluten Tiefpunkt erreicht haben, wo die Sucht ultimativ seinen Tod fordert oder er durch ein tiefgreifendes Hingabeerlebnis seinen verbitterten Opferstatus aufgibt und sich von innen heraus immer wieder für die fortschreitende Genesung mit Dominoeffekt entscheidet. Wirksame integrative Suchtheilung ist ein Gnadenerlebnis und kann letztlich nicht von außen gesteuert werden.
In People of the Lie (Die Lügner, deutsche Ausgabe, vergriffen') schreibt der US-Psychiater Scott Peck:

Der gesamte Verlauf der menschlichen Geschichte kann von einem Herzenswandel in einem selbst-bestimmten und gar auch demütigen Einzelnen abhängen – denn innerhalb des eigenstehenden Gemüts und der Seele des Einzelmenschen wird das Ringen zwischen Gut und Böse ausgefochten und letztlich gewonnen oder verloren.

Um allerdings Rückfälle nach Möglichkeit zu vermeiden, ist es unumgänglich, dass sich die suchtbegünstigende Umgebung – Einsicht vorausgesetzt – am Genesungsprozess mitbeteiligt.

Den Elefanten im Wohnzimmer benennen

Ketten aus Sucht und Missbrauch, die sich über Generationen hinziehen und verstärken, worin die ehemals Leidtragenden den Täterstatus annehmen und ihren Kindern wiederum ein Klima bereiten, das die Übernahme der Opfer-/Täter-Einstellung (Mitabhängigen) begünstigt und somit eine gelingende Genesung erschwert. Unter diesen Umständen ist eines der genetisch geschwächten aufrichtigen Familienmitglieder angesichts des familiären und gesellschaftlichen Widerstandes aufgerufen, den Teufelskreis der Sucht zu durchbrechen.

Christina Grof, eine bekennende genesende Alkoholikerin und spirituelle Mentorin sowie die Frau des bekannten Bewusstseinsforschers Stanislav Grof, bezeichnet das Suchtphänomen als "Elefanten im globalen Wohnzimmer". Die auf Nichts-Sehen, Nichts-Hören und Nichts-Sagen getrimmten Angehörigen der suchtbefallenen Weltfamilie leugnen beharrlich die Anwesenheit des Riesentiers, obwohl es sie schier erdrückt. Ein offenkundiger Realitätsverlust! Sobald sie es wagen, den "Elefanten" öffentlich zu diskutieren, wird er beginnen sich aufzulösen.

Je mehr Rotkäppchen, die sich einst vom Wolf (Ego), dem "Vater der Lüge", verschlingen ließen, den Mut aufbringen, auf dessen trügerische Sicherheiten zu verzichten, dessen Wolfsbauch zu verlassen, ohne sich erneut in subtilere Truggebäude zu verkriechen, desto mehr Genesende können inspirierend wirken. Die Letzten auf der sozialen Leiter und in der Suchtkette werden die Ersten sein.

Die Ersten werden die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein. Matthäus 19, 30 (NT)


Stationen

Diese vier Themenkreise (eine Quaternität nach dem Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung) erweitern sich konzentrisch. In ihnen ist das Suchtgeschehen in sich steigendernder Form nachzuweisen. Es handelt sich um die entscheidenden Prüfsteine der progressiven Suchtgenesung:


Vier Evolutionsstufen
Prüfungsstationen bei der Suchtgenesung

Rang
Potenz
ThemaAufgabeEbeneAnsatzBezüge
1. 1Geld(Ge)Wissen/
Überleben creatio
KÖRPER
persönlich - unbewusst
Theorie
egozentrisch
Ich
2. 10SexPrestige/
Vermehrung procreatio
GEFÜHL
interpersönlich - halbbewusst
Methodik
soziozentrisch
Ich <> Du
3. 100MachtVerantwortung cocreatioINTELLEKT
unpersönlich - indirekt bewusst
Praxis
weltzentrisch
Ich ∞ Du ∞ Wir
4. 1000(Ego)TodEinweihung neocreatioGEIST
transpersönlich - direkt bewusst
Erneuerung
kosmozentrisch / integral
ES/WIR ∞ Ich

In seinem Buch Gemeinschaft mit Gott stellt der US-amerikanische Bestseller-Autor Neale Donald Walsch die Die zehn dysfunktionalen Überzeugungen der Menschheit vor. Die von ihm genannten Täuschungen bilden sukzessive ein scheinbar schlüssiges logisches Fundament von Sucht-Gesellschaften:

Die zehn dysfunktionalen Glaubensüberzeugungen der Menschheit

  1. Die Illusion der Bedürftigkeit
  2. Die Illusion des Versagens
  3. Die Illusion der Spaltung
  4. Die Illusion des Mangels
  5. Die Illusion der Erfordernisse/Ansprüche
  6. Die Illusion des Richtens / Verurteilens
  7. Die Illusion der Verdammung
  8. Die Illusion der Bedingtheit
  9. Die Illusion der Überlegenheit
  10. Die Illusion der Unwissenheit

Dieses Bündel an Fehlüberzeugungen, an dem die Menschheit mit Inbrunst festhält, gilt es, sukzessive neu zu evaluieren aus der Haltung des Urvertrauens, das auf die Urquelle des Lebens baut.

Genesungsinseln

Vereinzelt haben Individuen und (Selbsthilfe)Gruppen begonnen, schrittweise

  • inwendig auf körperlicher, emotionaler, mentaler und spiritueller Ebene und zugleich
  • auswendig individuell, familiär, gemeinschaftlich und transpersonal

zu genesen, sich zu verfeinern, sich neu zu gebären. Während sie dem Suchtsystem entwachsen, entwickeln sie ein partizipatorisches Lebensmodell, das von ebenbürtigen, selbstbestimmten Mitschöpfern getragen wird. Dabei lernen sie, sich über suchtdienliche Tabus hinwegzusetzen, indem sie immer mehr Schleier der Verblendung ablegen und eine einst "heilige" nun unheilbringende "Kuh" nach der anderen schlachten.

Als die zuvor lange abgeleugnete BSE-Rinderkrankheit als regelrechte Krise Deutschland und den europäischen Kontinent erfasst hatte, geschah das konkrete Aufdecken der Verschleierung mit 10-jähriger Verspätung und wohl im Übermaß.

Um ihrer Klarheit willen, nehmen Suchtaussteiger auch soziale Ächtung, ein probates Repressionsmittel des Suchtsystems, in Kauf. Die perfide Suchtstruktur (das Ego) ist – um den Preis des Lebens – stets auf ihr Überleben bedacht.

Lösungsweg

Der Prediger Jesus betonte einst: Ich bin nicht gekommen, um Wunder zu wirken. Echte Erscheinungen oder 3D-holographisch induzierte Gauklertricks kamen von jeher bei einem außen-orientierten Publikum an. Sie erweisen sich jedoch meist als kontraproduktiv, wenn es darum geht, einer authentischen Botschaft inneres Gewicht zu verleihen. So genannte Wunder, die Begleiterscheinungen der Umwandlung, treten bei geeigneten Voraussetzungen auf und rütteln am unzureichenden Seinsverständnis der Masse. Der Heiland riet den Wundergeheilten: Geh' hin und sündige hinfort nicht mehr. Johannes 8, 11 (NT) Suchtbegünstigende Felder sind tunlichst zu meiden.

Ein Weisheitsspruch aus dem Zen-Buddhismus gibt zu bedenken:

Deutet ein Weiser auf den Mond, so schaut der Narr gebannt auf dessen Zeigefinger.

Jesus warnte vor Endzeitpropheten, die hier und dort als "Scheinerlöser" auftauchen würden, um die Gläubigen zu verwirren und auf Umwege zu führen. Die ersehnte Wiederkunft Christi, die für das Ende der Zeiten angekündigt ist, wird vorderhand nicht als äußeres Ereignis stattfinden.

  1. Der Christusgeist (Waidmann) stellt sich unbemerkt wie ein Dieb in der Nacht
  2. im Haus, im Inneren der "gerüsteten Braut" (Persönlichkeit) ein.
  3. Sobald ein "verwolftes" Rotkäppchen (Einzelmensch) bereit ist, hinter die Fassade des kollektiven Suchtsystems (schnarchender Wolf) zu blicken,
  4. schneidet der wachsame Waidmann (Selbst)
  5. dem schnarchenden 'bösen' Wolf (Scheinselbst) den Bauch auf.
  6. Dadurch verhilft er der Ersten, die generativ die Letzte ist, das "sich entwolfende" Rotkäppchen (Genesende/r), und
  7. nachfolgend der Letzten, die generativ die Erste ist, der geschwächten, kranken Großmutter (Mitwelt) zur
  8. zweiten Geburt, die den Beginn der Läuterungsphase einläutet.


Verführung

Neben den Angeboten der Kirche und den klassischen helfenden Berufen beanspruchen namentlich Vertreter der rasch wachsenden New Age-Szene eine wegweisende Funktion für gutgläubige, zahlungswillige Suchende wahrzunehmen, um diese vorgeblich durch und aus dem Irrgarten des irdischen Lebens zu lotsen. Sie berufen sich auf diesseitige und jenseitige spirituelle Führer, demonstrieren frappierende Techniken und stellen verlockende Behauptungen auf. Wem dienen sie?

Man bedenke, dass die zu 95 Prozent vorherrschende, doch geleugnete Suchtstruktur auch im Umfeld wohlmeinender Sinnsucher und Sinnvermittler insgeheim die Fäden zieht! Spirituell konnotierte Sucht nach dem Motto Mein Gott ist weißer als deiner! kursiert in weitreichenderen Dimensionen, ist subtiler, heimtückischer und schwerer zu (er)fassen. Der Sucht wird wie einem Ersatzgott gehuldigt. Durch immer neue verlockendere Angebote vermittelt sie den Zustand kurzlebiger abgehobener Grandiosität. Robert Bly mahnt hingegen:

Unsere gespiegelte Größe [...] muss sorgsam geachtet werden, sie darf weder aufgebläht noch vernichtet werden.

Durch vordergründige Therapien und zeitgemäße Ersatzrituale entfernen sich Esosüchtige immer weiter von sich und echter Heilung, sprich Ganzwerdung. Der so genannte "Aufstieg" des "Höheren Selbst" (alias Ego) ins losgelöste Nirwana (der ultimativen Selbst-Vernichtung) wird angestrebt. In einem finalistischen Weltbild bedeutet der begehrte Platz "ganz oben" statischen Stillstand mit größerer Distanz zu den "Unerleuchteten" getreu dem Mythos der Über-Parteilichkeit. Die Vorstellung, erleuchtet zu sein, etwas Besonderes zu sein, verheißt Selbstwertgeschädigten vorübergehend ein durchschlagendes Überlegenheitsgefühl, möglicherweise den ultimativen "Kick" eines berauschenden Trips. Wem Aufstieg oder Erleuchtung dennoch versagt bleiben, der kann immerhin Personen- oder Götterkult betreiben und auf den "Zeigefinger" projizieren.

Bekenntnis und Fragen einer Kultüberlebenden (spirituell Süchtigen)

Seit über dreißig Jahren bin ich an vielen halbwahren Strömungen und Kulten des New Age meist aktiv als Seminarteilnehmerin, Assistentin, Veranstalterin, Dolmetscherin und Übersetzerin, Referentin, Beraterin und vorwiegend als Beobachterin beteiligt gewesen. Indem ich mich aus mehreren Kulten aus Gnade gepaart mit Eigeninitiative "entgurufizieren" durfte und dabei notgedrungen das System der "höheren", sprich spirituellen Sucht am eigenen Leib schichtweise immer tiefer studieren konnte, bin ich zu der Einsicht gelangt, ein Mitglied einer massiv dysfunktionalen, weltweit verstreuten Großfamilie aus Abhängigen zu sein.

  • Wachsamkeitsfaktor: Haben wir so genannten Esoteriker im Zeitenwechsel genug "Öl in den Lampen"?
  • Unterscheidungsfähigkeit: Sind wir ausgestattet, "die Geister zu unterscheiden", unseren vertrackten Suchtzustand zu konfrontieren und zu beginnen, ihn mit göttlicher GNADE prozesshaft aufzulösen, indem wir unsere ureigenen Intuitionen und Gefühlsregungen gelten lassen und uns von innen heraus in unbekanntes Terrain leiten lassen?
  • Standhaftigkeit: Gelingt es uns, auf äußere Bestätigung und Kontrolle von Seiten systemkonformen Gurus und deren Gefolge zu verzichten und neue Rattenfängertricks auszumachen und uns ihrem Reiz zu entziehen?


Ausblick

Die irdische Gemeinschaft braucht nicht noch mehr Nahrung für rauschhafte Aufstiegswünsche, sondern eine elementare Ernüchterung und Ausnüchterung, die wie ein Abstieg empfunden werden kann. Besonnene Klarheit versus schwärmerische Scheinerleuchtung ist angesagt.

Krisen, Katastrophen und der Beinahtod beinhalten die Chance, das Scheinselbst aufzudecken und sind die nachhaltigsten erneuernden Wandler. Die Suchtstruktur wird keineswegs innehalten, das neu entstehende ganzheitliche Weltbild inhaltlich zu kopieren, um es faktisch und formell geschickt zu unterminieren. Achtsamkeit tut dringend Not.

Die biblische Empfehlung Wachet und betet! (drei Mal) dient dazu, schichtweise die eigenen, die zwischenmenschlichen und die systemeigenen Verleugnungsmuster der Sucht überwinden zu können. Angesichts der eingeschränkten Unterscheidungsfähigkeit zwischen Wahrheit und Irrtum, der Ignoranz, nimmt es nicht Wunder, dass leichtfertige Utopienschmiede, die das Rezept für den lässigen Sprung ins Paradies verkünden, spielend ein Gefolge finden. Ihre Testobjekte greifen realitätsferne Ideologien begierig auf und erproben sie blindgläubig und starrköpfig über Gebühr, um sich zeitweilig über das Bittere an der Wahrheit hinwegzumogeln.

Gemäß der neutestamentlichen Offenbarung wird ein Drittel der Menschheit den Spagat der anstehenden Neuwerdung bewältigen, während zwei Drittel der gefallenen Schöpfung der Tod ereilt, sobald diese das endzeitliche Nadelöhr der kollektiven Suchtprogression erreicht hat.

Um genesen zu können, kommen Ego-gesteuerte Süchtige nicht umhin, aufrichtig zu sein, sich auf ihr Selbst zu besinnen und ihre latenten Meta-Sinnesorgane wieder einzusetzen. Den verzerrten Realitätsbezug kann mensch korrigieren, indem er lernt,

"mit Augen zu sehen und mit Ohren zu hören",

die bisher brachlagen. So lösen die bekannten drei Affen der dreifachen Verleugnung, nacheinander die Hände von den einst verdeckten Augen und Ohren und öffnen schließlich den Mund, so ihr "Herz voll ist".

Der wortgewaltige Paulus von Tarsus bat:

Herr, tue meine Lippen auf, denn es bedarf eines neuen Mundes für eine neue Rede, die das bisherige "Geistgeseufze" angemessen auszudrücken vermag.

R. D. Laing erklärt:

Wir leben in einer Kultur, die völlig zerfiele, wenn man die Wahrheit sagen würde.

Eherne Berge zerfallen und künden mit Getöse die bittere Wirklichkeit. Die Bibel lehrt:

Ihr werdet die Wahrheit erkennen und sie wird euch freimachen.

Dem fügt der Autor Scott Peck schmunzelnd hinzu:

[…]doch anfangs wird es dich gewaltig ankotzen.

Aufrichtigkeit ist ein wirksames und zugleich zweischneidiges Schwert, das Suchtbekenner aus dem "Wolfsbauch" der normierten Suchtstrukturen herausschneiden und bislang Kriecherisches – die Schlange der Weisheit im Menschen – aufrichten kann.

  1. Gefahr erkannt,
  2. Gefahr benannt,
  3. Gefahr (als verwandt) bekannt (gemacht),
  4. Gefahr gebannt.

Nach erfolgter Einsicht wird frau/man sich entscheiden, sich fernzuhalten von:

  1. Propagandaformeln und
  2. Methoden, den bewährten "Brot und Spiele"-Ködern
  3. vergötterter Systemerhalter fernhalten und
  4. konsequent die eigene empfundene Wahrheit sagen und praktizieren. Rückfälle sowie innere und äußere Widerstände sind unvermeidlich und letztlich stärken sie.


Zitate zum Thema Sucht

  • Von einer einzigen Sucht zu genesen, kann den Großteil einer Lebensspanne beanspruchen. Die verbreitetste und heimtückischste Sucht ist die Verleugnung, die den Blick durch unsere intellektuelle Eitelkeit trübt.
    Auch wenn ein Mensch vernünftigerweise einsieht, dass er sich selbstzerstörerisch verhält, hat diese Erkenntnis nicht die geringste unerlässlich abschreckende Wirkung. Unsere Süchte verstandesmäßig anzuerkennen, hat uns niemals die Macht verliehen, sie im Zaum zu halten. David R. Hawkins, FU, Afflicted by Forces Unseen? Exzerpt aus Power vs. Force
  • Das so genannte Hochgefühl, das der Drogen- oder Alkoholgenießer erlebt, kann allerdings einen messbaren Bewusstseinswert von 350 bis 600 erreichen. Die tatsächliche Wirkung von Drogen dient einfach dazu, die niederen Energiefelder zu unterdrücken, was dem Betreffenden ermöglicht, ausschließlich die höheren zu erleben. Es ist, als ob alle unteren Töne eines Orchesters durch ein Sieb herausgefiltert würden, so dass man nur noch die hohen Noten hören kann. Die Unterdrückung der niederen Töne bringt nicht die höheren Töne hervor, sie macht diese lediglich offenbar.
    […] Selten erfährt ein Durchschnittsmensch etwa Liebe ohne Angst oder reine Freude, noch viel weniger Ekstase. Diese höheren Bewusstseinszustände sind jedoch derart machtvoll, dass man sie, so man sie einmal erlebt hat, nie vergessen kann und sie deshalb unablässig erstrebt.
    […] Der hohe Zustand, nach dem die Leute mit allen Mitteln trachten, ist tatsächlich das Erfahrungsfeld ihres eigenen Bewusstseins (SELBST). Wenn sie spirituell unzureichend gebildet sind und es ihnen an Hintergrundwissen mangelt, um das Erleben begreifen zu können, glauben sie, dass es von einer "äußeren" Quelle erzeugt wurde (beispielsweise von einem Guru, von Musik, Drogen, Geliebten usw.). Dabei ist lediglich unter besonderen Umständen etwas eingetreten, wodurch sie erfahren haben, was in Wirklichkeit "im Innern" vorhanden ist.
    Die meisten Menschen sind so weit entfernt von ihren eigenen reinen Bewusstseinszuständen, dass sie sie nicht erkennen, wenn sie sie erleben, weil sie diese mit ihren eigenen niederen Ego-basierten Zuständen oder ihrem eigenen geringsten gemeinsamen Nenner einschätzen. Ein negatives Selbstbild blockiert das freudige Leuchten, das die wahre Essenz ihres Wesens ist, das deshalb nicht erkannt wird. Dass dieser freudige, friedvolle, erfüllende Zustand tatsächlich die eigene Essenz ist, ist ein wesentlicher Lehrsatz jedes bedeutenden spirituellen Führers gewesen (wie etwa Das Reich Gottes ist inwendig in euch). David R. Hawkins, FU Power versus Force, Kapitel IV
  • Die Sucht nach Alkohol entspricht auf einer niedrigen Stufe dem geistigen Durst des Menschen nach Ganzheit, in mittelalterlicher Sprache: nach der Vereinigung mit Gott. C. G. Jung, in einem Brief an Bill Wilson, Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker
  • Alles kann eine Sucht sein. Diese bemerkenswert Wahrheit [...] hat uns als Gesellschaft so überwältigt, dass wir völlig aus dem Häuschen geraten sind. [...] Aus dieser Perspektive kann man sagen, dass fast jeder Amerikaner eine Sucht hat. Stanton Peele, The Diseasing of America
  • Sucht ist das zwanghafte Bedürfnis nach einer Substanz oder einem Ereignis außerhalb des eigenen Selbst, das wichtiger wird als die eigene innere Klarheit. In dieser Klarheit sein, heißt so zu leben, wie es gesund ist für Leib und Seele. Das heißt, der Mensch macht sich und anderen nichts vor und ist im Einklang mit seiner Spiritualität. Anne Wilson Schaef, Co-Abhängigkeit - Die Sucht hinter der Sucht, 1986
  • Co-Abhängige meinen, es sei ihre Lebensaufgabe, für die anderen Antworten und Erklärungen zu finden. Interpretieren heißt aber, Co-Abhängigkeit zu praktizieren. Wer gesund werden will, muss selber mühsam seine eigenen Antworten finden, und das sollte Bestandteil der Therapie sein. Wer als Therapeut glaubt, er müsse interpretieren und Lösungen für andere parat haben, ist selber krank. Anne Wilson-Schaef, Co-Abhängigkeit - Die Sucht hinter der Sucht, S. 105 f, 1993
  • Don't call me on mine, so I won't call you on yours.
    übersetzt: Sag mir nicht, was bei mir im Argen liegt (wozu ein wahrer Freund seinen Freund einlädt und umgekehrt), dann werd ich deinen Makel dir gegenüber auch nicht ansprechen. Grundhaltung der Suchtgesellschaft
  • Meiner Meinung nach m u s s jeder Veränderungs- oder Entwicklungsprozess die Auseinandersetzung mit dem Suchtprozess beinhalten. Anne Wilson Schaef, Mein Weg zur Heilung – Jenseits von Wissenschaft und Therapie, S. 14, dtv Verlag, 1995, ISBN 3-455-08529-6
  • Keiner von uns entkommt dem Suchtprozess (dem illusionären Paradigma), weil er die Grundlage unserer Gesellschaft bildet (es ist nur die unserer Arroganz, die uns zu dem Glauben bringt, wir könnten ihm entgehen), und dass wir alle uns diesem Suchtprozess und der Form, die er in jeder und jedem von uns annimmt, stellen müssen. [...] Diese Krankheit ist voller Tücken, und diejenigen, die glauben, sie besiegt zu haben oder nicht von ihr beeinflusst oder befallen zu sein, befinden sich vermutlich im Zustand der Verleugnung. Anne Wilson Schaef, Mein Weg zur Heilung – Jenseits von Wissenschaft und Therapie, S. 126, dtv Verlag, 1995, ISBN 3-455-08529-6


Zitate (engl.) zum Thema Sucht

  • Recovering from a single addiction can take up the majority of a lifetime. And the most common and insidious addiction is to denial, which benights us through our intellectual vanity. […]
    Even when a person intellectually knows his behavior is self-destructive, this knowledge has no necessary deterrent effect whatsoever; intellectual recognition of our addictions has never given us power to control them. David R. Hawkins, Afflicted by Forces Unseen? Exzerpt aus Power vs. Force
  • Addiction has proven an obstinate social and clinical problem, thus far not understood beyond the most basic description. By the term addiction, we mean clinical addiction in the classical sense of continued dependence on alcohol or drugs despite serious consequences, a condition exceeding the capacity of the user to discontinue use of the substance unaided, because the will itself has been rendered ineffective.
    The common belief is that it's the substance itself to which the victim has become addicted, due to that substance's power to create a "high” state of euphoria.
    But if we reexamine the nature of addiction through the methodology outlined herein (in the book) a different formulation of the process emerges. Alcohol or drugs do not have the power to create a "high" at all; they calibrate at only 100 (the level of vegetables). The so-called high that the drug or alcohol user experiences, however, can calibrate from 350 to 600. The actual effect of drugs is merely to suppress the lower energy fields, thereby allowing the user to exclusively experience the higher ones. It's as though a filter screened out all the lower tones coming from an orchestra so that all that could be heard were the high notes. The suppression of the low notes doesn't create the high ones; it merely reveals them. David R. Hawkins, Quelle unbekannt.


Literatur


Literatur (engl.)

  • Christina Grof, The Thirst for Wholeness. Attachment, Addiction, and the Spiritual Path
  • Lisa M. Najavits, A Woman's Addiction Workbook. Your Guide to In-Depth Healing
  • Charlotte Davis Kasl, Women, Sex, and Addiction


Externe Weblinks zum Thema Suchtgesellschaft


Interne Links

Hawkins