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Symbolik

Eisensäule im Eingangstor einer
alten Moschee im Qutb-Komplex


Die Psyche arbeitet nach folgenden fünf Regeln
zitiert aus: Elizabeth Debold, Idelisse Malavé, Marie Wilson, Die Mutter-Tochter-Revolution
, Rowohlt Verlag, 1994

  1. Regel – Analoge Bezüge herstellen: Die Logik der Psyche basiert auf der [symbolischen, paradoxen] assoziativen Logik [rechtshirnig] und der formalen klassifizierenden, kontrollierenden Logik [linkshirnig].
    Die Fähigkeit, Analogien zwischen sehr unterschiedlichen Dingen herzustellen, ist die Grundlage für unsere Fähigkeit, Symbole zu benutzen und für die kreative menschliche Intelligenz überhaupt. S. 140
  2. Regel – Überdimensionalität des Verdrängten: Was nicht ausgedrückt und benannt wird, weil es nicht in unsere Beziehungswelt passt, gerät leicht außer Kontrolle und fängt an, uns zu beherrschen. S. 141
  3. Regel – Dissoziation vom Unerträglichen: Was man von sich abtrennt oder was man unterdrückt - was man also weiß und dann "vergisst" - kommt immer und immer wieder zurück. S. 142
    Dissoziation gibt uns die Möglichkeit zur Distanzierung und zum Handeln in extrem bedrohlichen Situationen, in denen wir sonst vor Angst völlig gelähmt wären. S. 142
  4. Regel – Idealisierung und Abwertung: Merkmale von Verlust sind einerseits Idealisierung und andererseits Abwertung, die die Wut überdecken. Daneben gibt es Gefühle von Trauer, die unter der Wut liegen und wiederum das Gefühl völliger Hilflosigkeit und Verletzbarkeit überlagern. S. 145
  5. Regel – Erfahrung / Fragen: Erfahrung lehrt einen, Antworten auf die Fragen zu finden, die man sich selbst stellt – die Fragen aber ändern sich im Laufe der Zeit. S. 147


Zitate zum Thema Symbolik

  • Solange ein Symbol lebendig ist, ist es der Ausdruck einer sonstwie nicht besser zu kennzeichnenden Sache. Das Symbol ist nur lebendig, solange es bedeutungsschwanger ist. Ist aber sein Sinn aus ihm geboren, d. h. ist derjenige Ausdruck gefunden, welcher die gesuchte, erwartete oder geahnte Sache noch besser als das bisherige Symbol formuliert, so ist das Symbol 'tot', d. h. es hat nur noch historische Bedeutung. Man kann deshalb immer noch davon als von einem Symbol reden, unter der stillschweigenden Voraussetzung, dass man von dem spricht, was es war, als es seinen besseren Ausdruck noch nicht aus sich geboren hatte. Die Art und Weise, wie Paulus und die ältere mystische Spekulation das Kreuz behandeln, zeigt, dass es für sie ein lebendiges Symbol war, welches Unaussprechliches in "unübertrefflicher Weise" darstellte. Carl Gustav Jung
  • Sigmund Freud sagte: Das Verdrängte wird ständig symbolisch ausagiert, und gerade das Wesentliche kann nicht als Realität erinnert werden. Olga Rinne, Medea, Kreuz Verlag, 1988
  • Weil Metamitteilungen [ symbolisch-paradoxe Ebene] ist es schwer, darüber zu reden. Deborah Tannen, Du kannst mich einfach nicht verstehen. Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden, S. 63, Mosaik Verlag, 1991
  • Immer wieder glauben Menschen fälschlicherweise, dass sie [die Lösung nur von außen] [1] von irgendwelchen Partnern [2], Umständen [3] oder sonstigen Glücksfällen [4] aus ihrer inneren Verzweiflung erlöst werden könnten.
Märchen sind zu Unrecht in Verruf geraten, da sie scheinbar märchenhafte Lösungen suggerieren. Fragt man sich, was sie symbolisch sagen wollen, sind sie sehr realistisch.
[So wie sich der Märchenheld aufmacht, so muss / kann jeder Mensch beginnen, seine Probleme selbst zu lösen.] Heinz-Peter Röhr, Narzißmus. Das innere Gefängnis, S. 76, Walter Verlag, 3. Aufl. 2000
  • Werden Märchen konkret, statt symbolisch verstanden, missbraucht man sie, um unrealistische Erlösungsphantasien zu schüren. Heinz-Peter Röhr, Narzißmus. Das innere Gefängnis, S. 117, Walter Verlag, 3. Aufl. 2000

Hinweis auf die Bedürfnishierarchie nach Abraham Maslow

  • (Sigmund) Freud hat die Physiologie und Sicherheit in den ersten Lebensjahren betont – [Reale Ebene, 1. Chakra],
    (Wilhem) Reich Liebe und Bindung [symbolische Ebene, 2. Chakra],
    (Alfred) Adler das Bedürfnis nach Selbstachtung und Respektiertwerden – Paradoxe] Ebene, 3. Chakra] und
    (Carl Gustav) Jung die Suche nach Selbsterfüllung – [Neokreative Ebene, 4. Chakra]. Charles Hampden-Turner, Modelle des Menschen, S. 118, Beltz Verlag, Basel, 1983
  • Die Schlange symbolisiert somit äußerste Gegensätze: den Geist und die Erde, Leben und Tod, Gutes und Böses. Sie ist eine Veranschaulichung der tiefsten Schicht des kollektiven Unbewussten, von der Sphäre, wo unsere Psyche mit den physiologischen Funktionen des sympathischen Nervensystems in Berührung steht. Sie ist als Kaltblütler tief "unmenschlich"; im guten wie im bösen Sinne reine Natur. Marie-Louise von Franz, Das Weibliche im Märchen, aus psychologischer Sicht, S. 200, Adolf Bonz Verlag, 1977
  • Durch das Stilmittel der Analogie vermitteln sowohl Mythos als auch Ritual das Verständnis von etwas Übergeordnetem. Joseph Campbell-Zitat: Der Mythos ist noch nicht ganz das Endgültige; das Endgültige ist erst die Geöffnetheit, jener Abgrund oder jenes Sein jenseits der Kategorien. Martina Schäfer, Die Wolfsfrau im Schafspelz. Autoritäre Strukturen in der Frauenbewegung, S. 74, Heinrich Hugendubel Verlag – Sphinx, München, 2001
  • Der Analog-Entscheidungsprozess liegt dem philosophischen Denken zugrunde. Er hat die Qualität einer Mehr-oder-weniger-Entscheidung, nicht die Spaltung unseres Erlebens in ein Alles oder Nichts. Die Analog-Entscheidung widerspricht dem nach außen gelenkten Denken, das zum Erfolg in jenen Gesellschaften führt, die ihre Mitglieder von ihrem Herzen trennen. Arno Grün, Falsche Götter, S. 64, ECON Verlag, 1991
  • In dem Masse, wie unser wissenschaftliches Verständnis zugenommen hat, ist unsere Welt entmenschlicht worden. Der Mensch fühlt sich im Kosmos isoliert, weil er nicht mehr mit der Natur verbunden ist und seine emotionale «unbewusste Identität» mit natürlichen Erscheinungen verloren hat. Diese haben allmählich ihren symbolischen Gehalt eingebüsst. Der Donner ist nicht mehr die Stimme eines zornigen Gottes und der Blitz nicht mehr sein strafendes Wurfgeschoss. In keinem Fluss wohnt mehr ein Geist, kein Baum ist das Lebensprinzip eines Mannes, keine Schlange die Verkörperung der Weisheit, keine Gebirgshöhle die Wohnung eines grossen Dämons. Es sprechen keine Stimmen mehr aus Steinen, Pflanzen und Tieren zu den Menschen, und er selbst redet nicht mehr zu ihnen in dem Glauben, sie verständen ihn. Sein Kontakt mit der Natur ist verlorengegangen und damit auch die starke emotionale Energie, die diese symbolische Verbindung bewirkt hatte. Carl Gustav Jung, Der Mensch und seine Symbole, S. 95, Walter Verlag, Olten, 1988


Zitate (engl.) zum Thema Symbolik

  • The drive toward the formation of metaphors is the fundamental human drive, which one cannot for a single instant dispense with in thought, for one would thereby dispense with man himself. Friedrich Nietzsche, German philosopher
  • There is no science without metaphors. Elisabet Sahtouris, Greek-American evolutionary biologist, futurist, who prefers anthropomorphism over mechanomorphism
  • The business of science is choosing the appropriate metaphors. Stuart A. Kauffman
  • All that passes is raised to the dignity of expression; all that happens is raised to the dignity of meaning. Everything is either symbol or parable. Paul Claudel
  • Perhaps there is a pattern set up in the heavens for one who desires to see it, and having seen it, to find one in himself. Plato
  • The man who understands a symbol not only opens himself to the objective world but at the same time succeeds in emerging from his personal situation and reaching a comprehension of the universal. […] thanks to the symbol, the individual experience is "awoken" and transmuted into a spiritual act. Mircea Eliade
  • I fear that the productions of democratic poets may often be surcharged with immense and incoherent imagery, with exaggerated descriptions and strange creations; and that the fantastic beings of their brain may sometimes make us regret the world of reality. Alexis de Tocqueville, French historian, 1835
  • Among the ancients, who dealt largely with psychical sciences, there seems to have been a common language which could be used to explain the invisible world and its inhabitants; but we of this age have not yet developed such a language. Consequently, men who deny human immortality, as well as men with religious faith who have not […] transformed that faith into a fact, nowadays. […] in attempting to explain psychic fact, call it mysticism. W. Y. Evans Wentz, Fairy Folklore in Celtic Countries
  • Numbers are not concepts consciously invented by men for purposes of calculation. They are spontaneous and autonomous products of the unconscious – as are other archetypal symbols. Carl Gustav Jung, Man and His Symbols
  • The Egyptians, either by exact science or spontaneously, had arrived at a method by means of which they could rite with distinct picture of material objects, instead of ordinary letters expressing sounds and phrases. These pictures were not ordinary images of the things they represented but were endowed with certain symbolic qualities (Sophia), by means of which they revealed to the initiated contemplator a profound insight into the very essence of substances of things, and an intuitive understanding of their transcendental origins, an insight which was not the result of reasoning or mental reflection, but was acquired spontaneously by means of divine inspiration and illumination. As artistic representations of this phenomenal world, they revealed, in fact, the ideal world of the soul. Plotinus
  • Signs and symbols control the world, not phases and laws. Confucius(551-479 BC)
  • Repeated references are made in the Bible to phallic idols, images, and worship, but they have been so thoroughly disguised in translation that they give the average reader no understanding of the beliefs and practices to which they refer. Many of the names of people and places mentioned also have a phallic significance, which is not revealed in the standard Bible Concordances. Ernest Busenbark, Symbols, Sex and the Stars
  • Perhaps there is a pattern set up in the heavens for one who desires to see it, and having seen it, to find one in himself. Plato
  • True symbolism depends on the fact that things, which may differ from one another in time, space, material nature, and many other limitative characteristics, can possess and exhibit the same essential quality. Titus Burckhardt, Alchemy
  • The man who understands a symbol not only opens himself to the objective world but at the same time succeeds in emerging from his personal situation and reaching a comprehension of the universal. [...] thanks to the symbol, the individual experience is "awoken" and transmuted into a spiritual act. Mircea Eliade
  • The Tarot embodies symbolical presentations of universal ideas, behind which lie all the implicits of the human mind, and it is in this sense that they contain secret doctrine, which is the realization by the few of truths embedded in the consciousness of all. A. E. Waite, The Key to the Tarot, Part II


Literatur

  • Wolfgang Bauer / Irmtraud Dümotz / Sergius Golowin, Lexikon der Symbole – Mythen, Symbole und Zeichen in Kultur, Religion und Alltag (themenorientiertes assoziatives Lexikon), Heyne Verlag
  • Udo Becker, Lexikon der Symbole, Herder Verlag


Literatur (engl.)


Externe Weblinks


Externe Weblinks (engl.)


Audio- und Videolinks (engl.)

  1. Michael Tsarion, Conspiracy Con 2003 Presentation The Subversive Use of Sacred Symbolism in the Media
    [Part 1 of 6], 21:18 minutes video length, Google video
  2. Michael Tsarion, The Subversive Use of Sacred Symbolism in the Media [Part 2 of 6], 19:38 minutes video length, Google video
  3. Michael Tsarion, The Subversive Use of Sacred Symbolism in the Media [Part 3 of 6], 12:52 minutes video length, Google video
  4. Michael Tsarion, The Subversive Use of Sacred Symbolism in the Media [Part 4 of 6], 18:50 minutes video length, Google video
  5. Michael Tsarion, The Subversive Use of Sacred Symbolism in the Media, [Part 5 of 6], 10:05 minutes video length, Google video
  6. Michael Tsarion, The Subversive Use of Sacred Symbolism in the Media, [Part 5 of 6], 19:30 minutes video length, Google video
  • Michael Tsarion, The Subversive Use of Sacred Symbolism, host and interviewer Dr. Patrick Bailey, Technology Trends, 56:42 minutes length, Google video, posted 6. Juni 2007
  • Jordan Maxwell, Hidden Symbols Basic Slideshow Presentation; 1:57:32 hour length of Google video, presented by "Truthseekers Network", January 20, 1993, posted August 14, 2006


Interne Links

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