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2·2012


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Die Kunst des Träumens

 

Mona Lisa; 1503–06; Maler: Leonardo da Vinci


 

Pirschen und Träumen

Die Philosophie der Ureinwohner Nordamerikas kennt zwei grundlegende Herangehensweisen im Leben:

Pirschen und Träumen.

Den Pirschern und Träumern ist es gleichermaßen bestimmt – wenn die Zeit erfüllt und der Boden fruchtbar ist – eine schöpferische Einheit zu bilden. Ebenso verhält es sich auch den vier Verständnisebenen der modernen Medizin, die sich auch mit den bekannten drei bis vier Aggregatzuständen in Bezug setzen lassen.

 

#AusdruckMethodikFokusMedizin-Typ
1.zielgerichtetes aktives PirschenLinkshirnig, formal klassifizierend, kontrollierendEngagiertes, einseitiges MACHERTUMSchulmedizin ÄRA I (Praxis)
2.Umfassendes, unspezifisches, ergebnisoffenes TräumenRechtshirnig, assoziativ, erlaubendSegnendes, duldsames GESCHEHEN LASSEN Kooperative Medizin ÄRA II-IV (Theorie)

 

Die Welt ist in zwei Klassen geteilt, in diejenigen, welche das Unglaubliche glauben, und diejenigen, welche das Unwahrscheinliche tun. Oscar Wilde (1854-1900) irischer Dramatiker, Romanschriftsteller, Dichter

 

People will still try to think it out, they will still try to feel it out, but really the basic issue becomes: can you be present? To be present or not to be present that's really the question.
Video interview with Dr. Vernon Woolf, US American physicist, founder of the method Holodynamics, Holodynamics, part 4, interviewer Lita Cox, Holodynamics graduate, minute 10:58, 2009

 

Siehe auch: Beispiele (engl.) von Träumern: Black Elk, the poet and the dream passport, posted by Robert Moss, 15. October 2011

Traumschichten

Träumen ist einer der vier Bewusstseinszustände. Träume spiegeln Zusammenhänge aus vier Seinsebenen wider. Es besteht ein Bezug zu Inhalten aus

  1. dem individuellen Bewusstsein (vergangene nachdrückliche Eindrücke oder Erlebnisse, die kurz davor stattgefunden haben, die mehr oder weniger präsent sind),
  2. dem individuellen Unbewussten (vergangene nachdrückliche Eindrücke oder Erlebnisse, die vergessen oder verdrängt worden sind),
  3. einer allen Menschen gemeinsamen un- oder transpersönlichen Schicht des Bewusstseins, die durchdrungen ist von so genannten Archetypen, dem kollektiven Unbewussten (nach Carl Gustav Jung), oder der expliziten Ordnung (nach David Bohm),
  4. aus der impliziten Ordnung (nach David Bohm) oder dem Urgrund des Seins (Tao).
    Anmerkung: Die explizite Ordnung steht für die begrenzte, sinnlich wahrnehmbare Welt der Realität.
    Die implizite Ordnung steht für die unbegrenzte Welt des Möglichen, aus der heraus sich die Wirklichkeit manifestiert.

Bewusstseinszustände

Der indische Weise Ramana Maharshi spricht von drei wesentlichen Bewusstseinsebenen des Selbstes, das sie als reines formloses Gewahrsein als reiner Zeuge bestätigt:

  1. Wachzustand,
  2. Traumzustand,
  3. Tiefschlaf.

Er präzisiert noch: Alles, was nicht auch im Tiefschlaf vorhanden und bezeugbar ist, ist unwirklich, das heißt, von dauerhaftem Bestand.

 

Nach Ken Wilber ist Zustand ein Kurzwort für “Bewusstseinszustände”.

  • Der Wachzustand, der Traumzustand und der Tiefschlaf sind natürliche und gewöhnliche Zustände, während
  • meditative und kontemplative Zustände ungewöhnlicher Art sind.

Traumwelten

Traumwelten

Unsre Träume sind die Wirklichkeiten,
unsre Wirklichkeit ist Erdentraum.
Wie wir hier den Jenseitsweg bereiten,
pflanzen drüben wir den Schicksalsbaum.

Unser Echo klingt uns stets entgegen,
halt das Lichtlein fest, das Gott entfacht!
Jeder ist sein Fluch und ist sein Segen!
Wohl dem Geist, der unablässig wacht.


Ephides, Dichter aus dem Jenseits

Zitate zum Thema Träumen und Traumdeutung / Dreaming and Dream interpretation

Zitate allgemein

(↓)

Jung beschreibt eine bahnbrechende Entdeckung aus der Beobachtung von Traumserien aus bis zu mehreren Hundert Träumen eines Klienten.

  
  • Sie [die Träume] scheinen unter sich zusammenzuhängen und in tieferem Sinn einem gemeinsamen Ziel untergeordnet zu sein, so dass eine lange Traumserie nicht mehr als ein sinnloses Aneinanderreihen inkohärenter und einmaliger Geschehnisse erscheint, sondern als ein wie 'in planvollen Stufen verlaufender Entwicklungs- und Ordnungsprozess. Ich habe diesen in der Symbolik langer Traumserien sich ausdrückenden unbewussten Vorgang als Individuation bezeichnet. Carl Gustav Jung [BW 540] (1875-1961) Schweizer Psychiater, Psychoanalytiker, Tiefenpsychologe, Traum und Traumdeutung, 11 Bände, S. 141, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1. Januar 2001

 


Sweet dreams dreaming of snowhite and the seven dwarves
Painter: Franz Schrotzberg
  • […] mache ich es zur heuristischen Regel, mir bei jedem Traumdeutungsversuch die Frage vorzulegen: Welche bewusste Einstellung wird durch den Traum kompensiert? Damit setze ich, wie ersichtlich, den Traum in engste Beziehung zur Bewusstseinslage, ja, ich muss sogar behaupten, dass ein Traum ohne Kenntnis der bewussten Situation überhaupt nie auch nur mit annähernder Sicherheit gedeutet werden kann. Nur aus der Kenntnis der Bewusstseinslage heraus ist es möglich, auszumachen, welches Vorzeichen den unbewussten Inhalten zu geben ist. Carl Gustav Jung [BW 540] (1875-1961) Schweizer Psychiater, Psychoanalytiker, Tiefenpsychologe, Traum und Traumdeutung, 11 Bände, S. 162f., Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1. Januar 2001

 

  • In allen Kulturen entsteht die Fähigkeit, die Ereignisse des Traums zu kontrollieren, aus einem hohen Maß an mentaler Kontrolle im Wachzustand. Anstelle des Unbewussten, das seine Freudschen Streiche spielt oder unbeachtet seine Weisheiten raunt, scheinen das Bewusste und das Unbewusste in luziden Träumen eine wirkungsvolle Verständigung und Zusammenarbeit miteinander aufzubauen. Der luzide Traum ist ihr gemeinsames Werk, und indem er ihn zunehmend unter seine Kontrolle bringt, gelangt der Träumende zu tieferer Selbsterkenntnis. David Fontana, Ph.D. FBPS (1934-2010) britischer Professor für Psychologie, Universität Cardiff, Akademiker, Autor, Die geheime Sprache der Träume, S. 18 f., Hugendubel Verlag (Kailash), 1996

 

  • Ein Traumsymbol ist richtig gedeutet, wenn und nur wenn es dem Träumer im Hinblick auf seine gegenwärtige Lebenssituation einleuchtet und ihn veranlasst, sein Leben konstruktiv zu ändern. Ein Dritter mag eine andere mögliche Deutung sehen, aber sie besteht dann nur in dem, was der Traum für ihn bedeuten würde, wenn er ihn geträumt hätte. Träume tauchen nicht willkürlich aus einem universellen Sammelbecken auf: Sie ergeben sich aus der jetzigen Lebenserfahrung des Träumers und sind nur für ihn allein bedeutsam. Ann Faraday, australische Autorin zum Thema Traumdeutung, Deine Träume. Schlüssel zur Selbsterkenntnis, S. 104, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1988

 

  • Folge deinem Traum. Paulo Coelho (*1947) brasilianischer esoterischer Schriftsteller, Bestsellerautor [Der Alchemist]

 

  • Die Begegnung mit den Menschen der australischen Wüste hat meine verzweifelte Suche nach einer anderen, von der Realität losgelösten Welt in die Einsicht verwandelt, dass es auf Erden gilt, gehen zu lernen. Als Wanderer in der Welt der Fantasie haben die [Aborigines] mir beigebracht, dass die Träume keine Zufluchtstätten, sondern ein Spiegel der Wünsche sind, die nur dann leben können, wenn Individuen und Gemeinschaften [...] jene Wege voller Fallen und Unvorhersehbarem beschreiten, die sie sich vorgezeichnet haben. Barbara Glowczewski deutsch-französische Anthropologin, Ethnologin, Träumer der Wüste. Leben mit den Ureinwohnern Australiens, Promedia Verlagsgesellschaft, November 1998

Zitate (engl.) allgemein

  • The real difficulty begins -when the dreams do not point to anything tangible, and this they do often enough, especially when they hold anticipations of the future. I do not mean that such dreams are necessarily prophetic, merely that they feel the way, they “reconnoitre.” These dreams contain inklings of possibilities and for that reason can never be made plausible to an outsider. Carl Gustav Jung [LoC 520/540] (1875-1961) Swiss psychiatrist, psychoanalytist, depth psychologist, Collected Works of C. G. Jung, The Practice of Psychotherapy, General problems of psychotherapy. The aims of psychotherapy, S. 89, Volume 16, 1931, 2nd edition, Princeton University Press, 1966, cited in: Stephen Parker, Ph.D., US American psychologist, Carl Jung: Ten Quotations About Dreams, article selection and commentary, 28. January 2011

 

  • During the night, when the conscious mind is asleep, the heart is able to tell the story. Llewellyn Vaughan-Lee (*1953) English psychologist, mystic, Sufi teacher, lineage successor in the Naqshbandiyya-Mujaddidiyya Sufi Order, lecturer, author, dream researcher

 

  • The only courage you will ever need is the courage to live the life of your own dreams. Ophrah Winfrey [LoC 500] (*1954) US American talk show host, actress, visionary, billionaire, philanthropist

 

  • We all dream; we do not understand our dreams, yet we act as if nothing strange goes on in our sleep minds, strange at least by comparison with the logical, purposeful doings of our minds when we are awake. Erich Fromm (1900-1980) German US Amercian social psychologist, psychoanalyst, humanistic philosopher, author

 

  • Dreams are today's answers to tomorrow's questions. Edgar Cayce ['Sleeping Prophet'] (1877-1945) US American trance medium, healer, visionary

 

  • You can dream, create, design and build the most wonderful place in the world, but it requires people to make the dream a reality. Walt Disney (1901-1966) US American movie producer, director, animator

 

  • It isn't a calamity to die with dreams unfulfilled, but it is a calamity not to dream. Dr. Benjamin Elijah Mays (1894-1984) US American minister, educator, scholar, social activist

 

  • This universe is a mass shared dream that all six-and-a-half billion of us are collaboratively dreaming up into materialization. When we realize this, we can put our lucidity together so that we can co-creatively dream a much more grace-filled universe into incarnation. This is nothing other than an evolutionary quantum leap in human consciousness, unimaginable until now. Paul Levy, US American psycho-activating healer, artist, author

 

  • Those who lose dreaming are lost. Proverb of Aboriginals, Australia

 

  • We have no dreams at all or interesting ones. We should learn to be awake the same way — not at all or in an interesting manner. Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900) German classical scholar, critic of culture, philosopher of nihilism [LoC 120], The Gay Science [Die fröhliche Wissenschaft], Sec. 232, 1882

Englische Texte – English section on Dreams and Dreaming

What if ... what then?

What if you slept?
And what if, in your sleep, you dreamed?
And what if, in your dream, you went to heaven
and there plucked a strange and beautiful flower?
And what if, when you awoke,
you had the flower in your hand?
Ah, what then?

Samuel Taylor Coleridge (1772-1834)
English poet, philosopher, Romantic, literary critic

 

* * *

 

All that we see or seem is but a dream within a dream.
Edgar Allan Poe, neurotic US American poet,
A Dream Within A Dream, YouTube film, 2:35 minutes duration

 

Links zum Thema Träumen und Traumdeutung / Dreaming and Dream interpretation

Literatur

  • Carl Gustav Jung [BW 540] (1875-1961) Schweizer Psychiater, Psychoanalytiker, Tiefenpsychologe, Traum und Traumdeutung, 11 Bände, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1. Januar 2001
  • Kaplan-Williams, Strephon, Traum-Arbeit. Der Schlüssel zum Unterbewußtsein. Ein praktisches Handbuch, ISBN: 3442122058, Goldmann Verlag, München, 1993

Literatur (engl.)

Externe Weblinks

  • Wikipedia-Einträge Traum
  • Philolex-Einträge Traum

Externe Weblinks (engl.)

  • Wikipedia entries Dream

Audiolinks und Videolinks (engl./deutsch)

Audiolinks und Videolinks (engl.)

 

Interne Links

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