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2·2012


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Die Kunst des Zuhörens – Lauschen

 

Momo Figur in Hannover
Künstlerin Ulrike Enders

 

Wer weise ist, der höre zu und wachse an Weisheit,
und wer verständig ist, der lasse sich raten, dass er verstehe Sprüche und Gleichnisse, die Worte der Weisen und ihre Rätsel.

Sprichwörter des Salomo 1, 5-6 (AT)


 

Wortherkunft


Der Nordwind und die Sonne II (Fabel)

Das lateinische obedere = Gehorsam / Obedience bedeutet Zuhören.
Gerufen werden, Berufung heißt im Englischen vocation. Der Begriff vocation beinhaltet voice, die Stimme.

 

Zuhören heißt, Anteil zu nehmen, im wörtlichen Sinn: Ich nehme, die Teile, die (mir) mitgeteilt worden sind, an.
Anteilnehmen geschieht, wenn echtes Interesse, vorhanden ist und das Herz sich zuwendet.

Vorurteile behindern die Kommunikation

Ein Dorf und ein Zirkus verbrennen

 

Ein Reisezirkus in Dänemark war in Brand geraten. Der Direktor schickte daraufhin den Clown, der schon zur Vorstellung gerüstet war, in das benachbarte Dorf, um Hilfe zu holen, zumal die Gefahr bestand, dass über die abgeernteten, ausgetrockneten Felder das Feuer auch auf das Dorf übergreifen würde. Der Clown eilte in das Dorf und bat die Bewohner, sie möchten eiligst zu dem brennenden Zirkus kommen und löschen helfen. Aber die Dörfler hielten das Geschrei des Clowns lediglich für einen ausgezeichneten Werbetrick, um sie möglichst zahlreich in die Vorstellung zu locken; sie applaudierten und lachten bis zu Tränen. Dem Clown war mehr zum Weinen als zum Lachen zumute; er versuchte vergebens, die Menschen zu beschwören, ihnen klarzumachen, dies sei keine Vorstellung, kein Trick, es sei bitterer Ernst, es brenne wirklich. Sein Flehen steigerte nur das Gelächter, man fand, er spiele seine Rolle ausgezeichnet – bis schließlich in der Tat das Feuer auf das Dorf übergegriffen hatte und jede Hilfe zu spät kam, so dass Dorf und Zirkus gleichermaßen verbrannten.

 

Papst Benedikt XVI. [Joseph Ratzinger] [BW 570] (*1927) deutscher Theologe, 265. geistliches Oberhaupt der Katholischen Kirche,
Einführung in das Christentum, S. 76, Kösel Verlag,  München, 7. Auflage, 1968
(einer Parabel des Philosophen Søren Kierkegaard nachempfunden)

Den Kontext erlauschen lernen

Lerne, das Un-Gesagte zu hören!

 

Ein Mann, der die anhaltenden Streitigkeiten mit seiner Frau nicht länger ertragen wollte, bat einen Meister um Rat. Er klagte:

Kaum macht einer von uns beiden den Mund auf, unterbricht ihn der andere schon. Nach nur wenigen Worten haben wir wieder Streit miteinander. Danach sind wir beide mürrisch und schlecht gelaunt, sagte der Mann. Dabei lieben wir uns, doch so wie jetzt kann es nicht weitergehen. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
Lerne, deiner Frau zuzuhören,

sagte der Meister.

Sobald du dir sicher bist, dass du gelernt hast, ihr zuzuhören, kannst du mich wieder besuchen.

 

Nach drei Monaten klopfte der Mann erneut an der Tür des Meisters, um zu berichten:

Inzwischen habe ich gelernt, jedes Wort, das meine Frau sagt, aufmerksam zu hören.
Gut,

sagte der Meister und lächelte.

Wenn du in einer glücklichen Ehe leben willst,
lerne nun auch, auf jedes unausgesprochene Wort zu lauschen.

 

Inspiriert durch Hören, Rhetorik.ch

Das Schwert der Unterscheidung – Das abgeschlagene Ohr

Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kommen würde, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum, den Nazaräer. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Aber auch Judas, der ihn überlieferte, stand bei ihnen. Als er nun zu ihnen sagte: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum, den Nazaräer. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin; wenn ihr nun mich suchet, so lasst diese gehen; auf dass das Wort erfüllt würde, welches er sprach: Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren. Simon Petrus nun, der ein Schwert bei sich hatte, zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Knechtes aber war Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide. Den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken? Johannes 18, 4-11 (NT)

 

Das Schwert steht symbolisch für die Unterscheidungskraft und die Urteilskraft des Intellekts.
Petrus, der "ein Schwert bei sich hatte", war zu intellektueller Schärfe fähig. Der „Diener des Hohepriesters" hieß „Malchus". Der Name kommt aus derselben Wortfamilie wie „Melchior", was auf eine Herkunft aus dem schwarzen Kontinent hindeutet. Malchus bedeutet auch König und Ratgeber. Ein königlicher Ratgeber, der verbunden ist mit dem Dunklen, Unbekannten, dem intuitiv Erfassbaren.

 

Jesus stellt sich seiner Bestimmung mit den Worten „Wen sucht ihr? Ich bin es". Wenn Petrus, um das Unumgängliche nicht „hören" zu müssen, was der „königliche Ratgeber" in ihm zu sagen hat, zum Schwert greift und Malchus das rechte Ohr abschlägt, kappt er symbolisch die Verbindung zu seiner inneren Stimme (auf der rechten Gehirnhälfte).
Jesus ermahnt Petrus: "Steck dein Schwert in deine Scheide". Damit bedeutet er ihm: Das Schwert der Urteilskraft darf nur gezogen und genutzt werden, wenn ein unbedingter Zorn zum Schutz des Lebendigen einen handeln lässt. Wer es aus anderen Motiven verwendet – so wie Petrus – wird „durch das Schwert umkommen".

Immer andächtiger beten

Als mein Gebet Immer andächtiger und innerlicher wurde
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören.
So ist es: Beten heisst nicht, sich selber reden hören.
Beten heißt: Still werden und still sein und warten bis der Beter hört.


Søren Kierkegaard [BW 410] (1813-1855) dänischer Philosoph, Theologe, Schriftsteller, Christliche Reden

Wirklich hören, zuhören, lauschen

So konnte Momo zuhören!

 

Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: zuhören. Das ist nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder.

Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war ganz und gar einmalig.

Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie sass nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hätte, dass sie in ihm steckten.

Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur einer unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann, wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.
So konnte Momo zuhören!

 

Quelle: Michael Ende, deutscher Schriftsteller, Momo. oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, Piper, Ersterscheinung 1973, November 2010

Höre, was ich nicht sage

Bitte höre, was ich nicht sage

 

Glaube mir nicht, bitte glaube mir nicht!

 

Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, dass es irgend jemand merkt.

 

Beim bloßen Gedanken an Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: Eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommen werden, mit Liebe, das ist das einzige, das mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selber nicht geben kann: Dass ich wirklich etwas wert bin!

 

Aber das sage ich dir nicht, ich wage es nicht. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst, dass dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, du wirst gering über mich denken und über mich lachen – und dein Lachen würde mich umbringen.

 

Ich habe Angst, dass ich tief drinnen in mir selbst nichts bin, nichts wert, und dass du das siehst und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, ein verzweifeltes Spiel: Eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen.

 

Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit; deshalb lass dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.

 

Bitte höre sorgfältig hin, und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens willen rede und was ich nicht sagen kann.

 

Ich verabscheue Versteckspielen. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe. Es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber du musst mir helfen.

 

Du musst eine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das Letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur du kannst diesen leeren, toten Glanz von meinen Augen nehmen. Nur du kannst mich zum Leben rufen. Jedes Mal, wenn du freundlich und sanft bist und mir Mut machst; jedes Mal, wenn du zu verstehen suchst, weil du dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel, sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel.
Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass du das weißt.

 

Ich möchte, dass du weißt, wie wichtig du für mich bist, wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin – wenn du willst.

 

Bitte, ich wünschte, du wolltest es. Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du allein kannst mich aus der Schattenwelt, aus der Angst und Unsicherheit befreien aus meiner Einsamkeit.

 

Übersieh' mich nicht! Bitte – bitte, übergeh' mich nicht! Es wird nicht leicht für dich sein. Die lang ausdauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, dass Liebe stärker sei als jeder Schutzwall und darin liegt meine Hoffnung.

 

Bitte versuche, die Mauern einzureißen, mit sicheren Händen; ein Kind ist sehr empfindsam.
Wer ich bin, magst du fragen. Ich bin jemand, den du gut kennst. Denn ich bin jedermann, den du triffst, jeder Mann, jede Frau, die dir begegnen.

 

>> * <<

 

Tobias Brocher (1917-1998) Professor für Sozialpsychologie, Frankfurt /M. und Pittsburgh, USA (1962-1970),
Leiter der Akademie für Psychotherapie in Stuttgart, stellvertretender Direktor des Sigmund-Freund-Instituts in Frankfurt,
Von der Schwierigkeit zu lieben, Kreuz-Verlag, 12. Auflage, 2002

Gedichte

Zuhören heißt...

* * *

Zuhören


Zuhören heißt:
hin-hören;
inne-werden;
den, dem man zuhört,
an-nehmen,
gelten lassen,
ernst nehmen.

Ein Mensch,
der zuhören kann,
hat Seltenheitswert.
Manchmal kann einer,
der zuhört,
wichtiger sein
als ein Stück Brot.

 

Unbekannt Hören, Rhetorik.ch

Zuhörende ... Menschen

* * *

Arbeitskonto
Kapazitätsplanung
Effizienzsteigerung
Ressourcenoptimierung
Wertschöpfungsorientierung
Kommunikationssynchronisierung
Verantwortungsbewusstsein
Werteorientierung
Aufmerksamkeit
Wertschätzung
Beachtung
Zuhören
Respekt

 

Menschen
Ingolstadt, März 2009

Zitate zum Thema Zuhören / Listening

Und welche euch nicht aufnehmen noch hören, da gehet von dannen heraus und schüttelt den Staub ab von euren Füßen zu einem Zeugnis über sie. Markus 6, 11 (NT)

 

Zitate allgemein

Doch die Juden in Beröa waren eher bereit, Gottes Wort anzunehmen, als die in Thessalonich. Sie hörten sich aufmerksam an, was Paulus und Silas lehrten, wobei sie täglich nachforschten, ob dies mit der Heiligen Schrift übereinstimmt. Apostelgeschichte 17, 11 (NT)

 

So wollest du deinem Knecht ein hörendes Herz geben, damit er dein Volk regieren könne und verstehen, was gut und böse ist. Weisheit/Sapientia Salomonis, 1. Könige 3, 9 (AT)
Salomons Bitte an Gott, der ihm im Traum erschienen war und ihm einen Wunsch freistellte

 

  • Sich weigern, einen Menschen zu belehren, der zuhören möchte, heißt den Menschen zu verlieren.
    Einen Menschen zu belehren, der sich weigert zuzuhören, heißt Worte zu verschwenden.
    Der Weise verliert keine Menschen und verschwendet keine Worte. Konfuzius [BW 590] (551-479 v. Chr.) chinesischer Weiser, Sozialphilosoph, Stifter der chinesischen Staatsreligion, erkannte den Sinn alles Wissens und Lernens in der sittlichen Vollkommenheit

 

 


Stillleben (im Louvre); Maler: Jean-Baptiste Siméon Chardin, ca. 1760
  • Ich lernte [...], dass Zuhören nicht nur Geduld erfordert, sondern auch, dass es jemand, der ein Leben lang von der Wohlfahrt gelebt hat und abhängig war, wirklich schwer fällt, zu sagen, was er möchte. Meist liegt es daran, dass die Leute die Betroffenen nie wirklich fragen. Und wenn sie es tun, sie [die Befragten] nicht wirklich überzeugt sind, dass sie [die Fragensteller] die Wahrheit erfahren wollen. Ich hab auch gelernt, dass es beim Zuhören nicht nur ums Abwarten geht, sondern auch darum, zu lernen, bessere Fragen zu stellen. Jacqueline Novogratz, US-amerikanische Gründerin von Acumen, "unternehmerische" philanthropische Hilfsorganisation mit 20.000 Arbeitsplätzen in Drittweltländern, Tackling poverty with "patient capital", TED Talks, Minute 4:51, 18:35 Minuten Dauer, Video aufgenommen Juni 2007, eingestellt August 2007

 

  • In dem Schweigen in der Mutter-Tochter-Beziehung, das die wahren Erfahrungen der Mutter verhüllt, kann auch die authentische Stimme der Tochter verstummen, denn es ist das Schweigen der Perfektion, das Mütter daran hindert, ihren Töchtern/[Mitfrauen] zuzuhören und mit ihnen zu lernen. Elizabeth Debold, Ed.D., US-amerikanische Genderforscherin, Kulturkommentatorin, Chefredakteurin der Zeitschrift EnlightenNext, Lehrerin, Idelisse Malavé, Marie Wilson, Die Mutter-Tochter-Revolution, 1994, S. 177, Rowohlt Verlag, Taschenbuchausgabe, 1996

 

  • Wenn Mütter [Frauen] ihren Töchtern [Mitfrauen] zuhören, werden sie mit Dingen konfrontiert, die sie in einer sexistischen Gesellschaft zu tolerieren gelernt haben (z.B. herablassend behandelt zu werden oder keinen Zugang zu den Ressourcen zu haben) oder die sie zurückweisen (ernsthafte Auseinandersetzung mit Männern/Freunden, die starke Liebe eines Kindes, Ungerechtigkeit zu hinterfragen). Elizabeth Debold, Ed.D., US-amerikanische Genderforscherin, Kulturkommentatorin, Chefredakteurin der Zeitschrift EnlightenNext, Lehrerin, Idelisse Malavé, Marie Wilson, Die Mutter-Tochter-Revolution, S. 189, Rowohlt Verlag, 1994, Taschenbuchausgabe, 1996

 

  • Das Zuhören zu erlernen, erfordert, sich maßgeblich mit dem, was gesagt wird und nicht, wie es gesagt wird, auseinanderzusetzen. Elizabeth Debold, Ed.D., US-amerikanische Genderforscherin, Kulturkommentatorin, Chefredakteurin der Zeitschrift EnlightenNext, Lehrerin, Idelisse Malavé, Marie Wilson, Die Mutter-Tochter-Revolution, 1994, S. 190, Rowohlt Verlag, 1994, Taschenbuchausgabe, 1996

 

  • Die Weitergabe von Informationen ist ein Vorgang, bei dem der Sprecher per definitionem einen höheren Statusrahmen besitzt als der Zuhörer. [gilt für Kinder / Männer] ... Aber wenn Frauen Männern zuhören, denken sie nicht in Statusbegriffen. Deborah Tannen (*1945) US-amerikanischer Soziolinguistin, spezialisiert auf geschlechtsspezifische linguistische Unterschiede, Du kannst mich einfach nicht verstehen. Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden, S. 149, Mosaik Verlag, 1991, Goldmann Verlag, 1. April 2004

 

 


 

  • Viele der Kategorien, die man im DSM III [US-amerikanisches Handbuch der Psychiatrie] findet, wären viel besser unter den Rubriken Abhängigkeit und Koabhängigkeit aufgehoben. [...] Als ich aufhörte, den ausgebildeten Experten zuzuhören und statt dessen den »Laien«-Experten lauschte, die sich mit ihren aktuellen Problemen auseinandersetzten, entdeckte ich, dass auch ich eine teilnehmende Expertin sein konnte. Anne Wilson Schaef Livinginprocess.com, US-amerikanische Psychotherapeutin, Frauenrechtlerin, Suchtforscherin, Mein Weg zur Heilung. Jenseits von Wissenschaft und Therapie, S. 129, dtv Verlag, 1995

 

  • Die Vergangenheit muss reden und wir müssen zuhören. Vorher werden wir und sie keine Ruhe finden. Erich Kästner (1899-1974) deutscher Schriftsteller

 

  • Das schwierigste am Miteinander Reden ist für viele nicht das Reden, sondern das Zuhören. Ernst Ferstl (*1955) österreichischer Lehrer, Schriftsteller für Seelenwegweiser

 

  • Der Mensch hat, neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. Kurt Tucholsky (1890-1935) deutscher Schriftsteller, Journalist, Satiriker

 

  • Ein arabisches Sprichwort besagt, dass jedes unserer Worte durch drei Tore gehen sollte, ehe wir es aussprechen.
    Am ersten Tor fragt der Pförtner: «Ist es wahr?»
    Am zweiten Tor heißt es: «Ist es notwendig?»,
    und am dritten Tor lautet die Frage: «Ist es auch freundlich?»
    Ein Meister des Wortes spricht nur das Wesentliche, und das perfekt in der Emotion, der Stimmlage, der Wortwahl. Ein Meister des Wortes ist gleichzeitig ein Meister des Zuhörens und des Schweigens. Annette Cramer, deutsche Autorin, Das Buch von der Stimme, S. 29, Walter Verlag, Düsseldorf, Zürich, 1998

 

 

  • Das wichtigste Element ist dabei [beim Dialog] das Hören. Dafür ist die Grundlage der gegenseitige Respekt, die hilfreiche Frage. Es kann dadurch eine Öffnung entstehen, die eine neue Geschichte ermöglicht, vielleicht die wichtigste, die jemand in seinem Leben erzählt hat. Wenn man aber glaubt, man hätte bereits die "richtige" Antwort und die Aufgabe sei es, "unsichere", "dumme" oder gar "kriminelle" Leute auf den "richtigen" Weg zu bringen, dann spielt man ein völlig anderes Spiel. Johan Galtung (1930) norwegischer Soziologe, Politologe, Mathematiker, Gründungsvater der Friedens- und Konfliktforschung, Gründer des ersten universitär verankerten Friedensforschungsinstitut Europas Peace Research Institute Oslo (PRIO), 1959, Hawaii und Genf, zitiert in: Martina Hartkemeyer, Johannes F. Hartkemeyer, Freeman L. Dhority, Miteinander denken. Das Geheimnis des Dialogs, S. 220, Klett-Cotta, September 1998

 

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Celans mündlich übermittelter Rat an einen ratlosen Leser:

  • Lesen Sie nur, lesen Sie immerzu, das Verständnis kommt dann von selbst. Paul Celan (1920-1970) rumänischstämmiger deutschsprachiger Dichter, Lyriker, Übersetzer

 

Bist Du in Eile, mach einen Umweg! Japanisches Sprichwort

Zitate (engl.) allgemein

And if any place will not welcome you or listen to you, shake the dust off your feet when you leave, as a testimony against them. Mark 6, 11 (NT)

 

 

  • Those who are meant to hear will understand.
    Those who are not meant to understand will not hear. Confucius [LoC 590] (551-479 BC) Chinese sage, social philosopher, sponsor of Confucianism, the Chinese state religion

 

  • The first duty of love is to listen. Paul Tillich [LoC 480] (1886-1965) German-American theologian, Christian existentialist philosopher

 

 

  • A man prayed, and at first he thought that prayer was talking. But he became more and more quiet until in the end he realized that prayer is listening. Søren Kierkegaard [LoC 410] (1813-1855) Danish philosopher, theologian, writer, Christian Discourses

 

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Celan's orally given advice to a clueless reader:

  • Just read, read continously, the understanding will emerge by itself. FU Paul Celan (1920-1970) Romanian German speaking poet, contemplating on language after the camp at Auschwitz, translator

 

  • The word 'listen' contains the same letters as the word 'silent'. Alfred Brendel (*1931) Czech Austrian pianist

 

  • Most of the successful people I've known are the ones who do more listening than talking. Bernard Mannes Baruch (1870-1965) US American financier, stock-market speculator, political consultant

 

  • And people cannot listen to each other. […] It’s to step back from one's own opinions, make a space in myself and let you in […] so that you are heard. I hear you. And you let me in. And that way something very beautiful can appear; I can still disagree completely with you, but I don’t deny your humanity. […] The art of listening is the first step of every ethics. […] we can listen to the other, give our attention, which is our precious human substance, to the other person. Interview with Jacob Needleman, Ph.D. jacobneedleman.com (*1934) US American professor of philosophy and religion, UCSF, author, How Does an Atheist Come to Believe in God?, presented by Religiondispatches.org, Lisa Webster, pg. 2, 28. January 2010

 

  • People can relate to each other in such a way that it calls down something, and I've experienced that. When two or three people seriously listen to each other, speak and exchange with each other, something appears: “Where two or three come together in my name,” is, I think, a fact. It's in the possible existence of such community that I think the hope of the world lies. I don't think the world can make it without developed human beings, and a community supporting inner development. Interview with Jacob Needleman, Ph.D. jacobneedleman.com (*1934) US American professor of philosophy and religion, UCSF, author, How Does an Atheist Come to Believe in God?, presented by Religiondispatches.org, Lisa Webster, pg. 2, 28. January 2010

 

  • The biggest mistake is believing there is one right way to listen, to talk, to have a conversation — or a relationship. Deborah Tannen (*1945) US American sociolinguist, specialized in linguistic differences between men and women

 

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The difference between 'real' man and a gigolo:

  • The only difference between a gigolo and a "real" man is that the gigolo listens to what a woman wants. [minute 2:20] Helen Fisher, Ph.D. (*1945) Canadian-American research professor of biological anthropology, human behavior researcher, Center for Human Evolutionary Studies, Rutgers University, expert on romantic love, chief scientific adviser to Chemistry.com

 

  • I learned then that listening isn't just about patience. But that when you've lived on charity and were dependent your whole life long it's really hard to say what you mean. And mostly because people never really ask you. And when they do you don't really think they really want to know the truth. I also learned that listening is not only about waiting, but it is also about learning how better to ask questions. Jacqueline Novogratz, US American pioneer of "market-based" philanthropy, founder of aid organization Acumen, Tackling poverty with "patient capital", TED Talks, minute 4:51, 18:35 minutes duration, filmed June 2007, posted August 2007

 

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Women listening to other women

  • We learn best to listen to our own voices if we are listening at the same time to other women – whose stories, for all our differences, turn out, if we listen well, to be our stories also. Barbara Deming (1917-1984) US American feminist, advocate of nonviolent social change

 

 

Englische Texte – English section on Listening

Learning to listen when on a mission to save the poor

Jacqueline Novogratz, an idealist young lady from Wall Street, went on 'a mission to save the third world'.
The poor women from The Ivory Coast sent her away saying: "Africans don't want saving – at least not by you."
This taught her the humility to start listening.
In Kenya she found a bakery run by a classic charity organization which occupied twenty prostitutes who in fact were unwed mothers struggling to survive.
There Novogratz began to understand the power of language.
Her insight is: What we call people so often distances them from us and makes them little.

 

  • 'Let's paint it [the bakery]!' [The women agreed.] I asked them: 'What color do you want to paint it?' 'You choose,' they said. 'No, I am learning to listen. You choose!' [...] They wouldn't give me an answer. One, two, three weeks went by. And finally I said: 'How about blue?' [The shop was all painted and equipped in blue.] I said [when the renovation was finished]: 'I think the color is perfect.' They all nodded their head, except for one. [...] She said: 'Well, it is pretty, but you know, our color – really – it is green.' And I learned then that listening isn't just about patience. But that when you've lived on charity and were dependent your whole life long it's really hard to say what you mean. And mostly because people never really ask you. And when they do you don't really think they really want to know the truth. I also learned that listening is not only about waiting, but it is also about learning how better to ask questions. Jacqueline Novogratz, US American pioneer of "market-based" philanthropy, founder of aid organization Acumen, Tackling poverty with "patient capital", TED Talks, minute 3:38 and 4:51 out of 18:35 minutes duration, video filmed June 2007, posted August 2007

 

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African insights:

Jacqueline Novogratz learned three lessons from African women.

  1. Dignity is more important to the human spirit than wealth. [...]
    People want to be seen and heard and given the dignity of choice.
  2. Traditional charity and aid alone will not solve the problems of poverty.
  3. Markets alone will also not solve the problems of poverty.
    [...] As people get wealthier they also get healthier.
    Video presentation by Jacqueline Novogratz, US American pioneer of "market-based" philanthropy, founder of aid organization Acumen raising 20,000 jobs, Tackling poverty with "patient capital", TED Talks, starting at minute 3:38, 18:35 minutes duration, filmed 7. June 2007, posted August 2007

Learning to listen and embracing the context

 

Listen to every spoken word and then to every unspoken word!

 

A distressed husband went to seek counsel with a master. He reported to the wise one:

As soon as my wife or I start to speak the other will cut right in. Our arguments flare up again which leaves both of us in a bad mood. Still, I confirm that we love each other. However, it may not go on like this. I have no idea how to solve our dissent.
Learn to listen to your wife,

said the master.

When you are sure that you have learned to listen to her, you are welcome to consult with me again.

 

Three months went by. Then the man came knocking at the master's door a second time. He shared with him:

Meanwhile I have learned to listen attentively to every word of my wife. And our quarrels are past.
Well,

replied the master friendly,

do you intend to live in a happy marriage?
Yes,

he replied beamingly.

So your next lesson is to learn to listen to every word of your wife which remains unsaid.

Such was the consent of the wise man.

 

Inspired by source: Hören, Rhetorik.ch

Biases hinder Communication

A Village and a Circus burn down

 

A circus proprietor discovered that the big tent was on fire, and he called one of his employees and said

Go into the middle of the circus ring and tell the people that the tent is on fire and they must get out as quickly as they can.

The man went, but in a little while he came back saying

They wouldn't listen to me. They just laughed.
Go again,

said the proprietor,

and make them listen! Say to them the circus is on fire, flee for your lives!

But again he returned, saying

They laughed at me! They refused to listen!

Because the man whom the circus proprietor had sent was the clown; and no-one took the clown seriously.

 

Søren Kierkegaard [LoC 410] (1813-1855) Danish existentialist philosopher, theologian, writer

Four consecutive levels of listening

These four levels of listening generate different conversations with different results.

  1. Level 1 – Downloading – protecting ego from reality that keeps changing (1st person - intake)
  2. Level 2 – Debate – creating new knowledge (3rd person - data)
  3. Level 3 – Dialogue – discovering relational truth (2nd person - relating)
  4. Level 4 – Deep presence – cocreating new future (fusion)

Source: C. Otto Scharmer

Links zum Thema Zuhören / Listening

Literatur

Literatur (engl.)

Externe Weblinks


Externe Weblinks (engl.)

Audio- und Videolinks

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Audio- und Videolinks

 

Interne Links

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