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Bewusstseinsebene 30
- Ebene: Schuld
- Emotion: Schuld sein, Schuldgefühle
- Prozess: Zerstörung, Vernichtung
- Selbstbild/Lebensauffassung: Böse
- Gottesbild: Rachsüchtig
Die BW-Ebene der Schuld hat ein wenig mehr Energie zur Verfügung als die der Scham. Wo Scham die Ausrottung und Vernichtung sucht, legt das Lebensgefühl der Schuld den Nachdruck auf Bestrafung. Zu diesem Thema gehören Masochismus, (Selbst-)Beschuldigungen und Gewissensbisse. Religiöse Gemeinschaften, die die Aspekte von Sünde und Verderbtheit des Menschen sehr stark betonen, rufen auf dieser Ebene etwa das 'klerikale Syndrom', eine Form der religösen Persönlichkeits-Deformation und Selbstgeiselung hervor. Im Hinblick auf staatliche Führung ist die Todesstrafe für Verbrecher ein Ausdruck von Schulddenken.
Schuld-Ebene: Tabelle der Anziehungen und Abneigungen
Anziehungen und Abneigungen der Ebene von Schuldgefühlen |
| Anziehung | Abneigung |
| Urteil fällen | das Urteilen GOTT überlassen |
| sich selbst oder andere bestrafen | sich selbst und anderen vergeben |
| Erbarmen zurückweisen | Erbarmen und Mitgefühl akzeptieren |
| Negativität rechtfertigen | das geheime Vergnügen aufgeben |
| Gefühle projizieren | Verantwortung übernehmen |
| Wahrnehmung wählen | Essenz wählen |
| starre, enge Ansicht | flexibel sein, beide Seiten sehen |
| Buße, Selbstgefälligkeit | Dienst für andere |
| an der Position festhalten | GOTT um Wunder bitten |
| rechtfertigen | nachsichtig sein, Möglichkeiten auswählen |
| ausagieren | transzendieren |
| Freude an Bosheit | Freude an Güte sich selbst und andern gegenüber |
| gegen sich selbst und andere arbeiten | arbeiten, um sich selbst und anderen zu helfen |
| das Negative wählen | das Positive wählen |
| Recht haben | Unrecht haben |
| hilflos, stecken geblieben sein | flexibel sein, wachsen |
| verstärken | transzendieren |
| in der Vergangenheit stecken bleiben | in der Gegenwart leben |
| boshaft, grausam | gütig, mitleidsvoll |
| geizig | wohlwollend |
| Verantwortung projizieren | wählen, der Urheber zu sein |
| rachsüchtig | barmherzig |
| klein sein | das jeweils Größere wählen |
| ergreifend | wohlwollend |
Erleuchtung ist möglich, S. 79f
Zitate von D. Hawkins zum Thema Schuld
Zitate (engl.) von D. Hawkins zum Thema Schuld / guilt
- Guilt is the refusal of God's mercy.
- Guilt, so commonly used in our society to manipulate and punish, manifests itself in a variety of expressions, such as remorse, self-recrimination, masochism, and the whole gamut of symptoms of victimhood. Unconscious Guilt results in psychosomatic disease, accident-proneness, and suicidal behaviors [...] Guilt-domination results in a preoccupation with "sin", an unforgiving emotional attitude frequently exploited by religious demagogues, who use it for coercion and control. Power vs. Force, Kapitel IV
- Guilt is an attempt to purchase salvation, manipulate God and purchase forgiveness by suffering. These attitudes stem from the misinterpretation of God as the great punisher. We think we will assuage His righteous wrath by our pain, suffering and penance. There is actually only one appropriate 'penance' for wrong-doing, and that is change. Instead of condemning the negative, we choose the positive. The Eye of the I, S. 143
Zitate von anderen Quellen zum Thema Schuld
- Es ist ausgesprochen wichtig zu verstehen, dass der Buddhismus sein Augenmerk nicht auf Fehler richtet oder darauf aus ist, bei den Menschen Schuldgefühle wegen ihrer Fehler hervorzurufen. Fehler müssen erkannt werden, und sie müssen bereut werden. Haben wir einmal für sie eingestanden, sollten wir uns nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen. Übertriebene Schuldgefühle und Gewissensbisse sind genauso samsarische Fesseln wie Gier und Eifersucht. Meister Hsing Yun, Wahrhaftig Leben, S. 82, Schirner Verlag, Darmstadt,
- Es ist für Frauen ungemein wichtig zu begreifen, dass ihre Minderwertigkeits- und Schuldgefühle nicht auf tatsächlicher Minderwertigkeit und Schuld beruhen, sondern auf einem Weltbild, das Frauen und Weiblichkeit ganz allgemein auf massive und subtile Weise in diese Richtung drängt. Sie basieren auf
- einem Mythos, der die Frau als eine darstellt, die als zweite geboren wurde, aber als erste gesündigt hat (Adam und Eva)
- einem Gottesbild, welches Weiblichkeit nicht kennt ( Herr Gott )
- einer kirchlichen Hierarchie, die Frauen auf die untersten Ränge jenseits der Macht verweist, obwohl sie eine Mehrheit bilden
- einer Politik, die Frauen vorrangige Positionen der Bittstellerin und Almosenempfängerin zumutet
- einer Psychologie, die die Frau primär als Mängelwesen interpretiert, wobei sie ihre Stärken und Fähigkeiten in Schwächen und Defizite verwandelt (Sigmund Freud u.a.)
- einer Wissenschaft, die männliche Denkmuster und Wertungen als "objektive Wahrheit" ausgibt und weibliche Sichtweisen ignoriert oder als "falsch" verwirft.
Das patriarchale, frauenverachtende Weltbild, das ursprünglich von Männern durch die Schaffung von Wissensgebieten und Glaubensgebäuden, Denkschulen und Institutionen, Wertemustern und Normen, Handlungsmustern und Bräuchen etabliert wurde, lebt heute in entscheidendem Maße von seiner Weitergabe durch Frauen. Christa Mulack, evangelische Theologin, ... und wieder fühle ich mich schuldig. Ursachen und Lösung eines weiblichen Problems, S. 70
Zitate (engl.) von anderen Quellen zum Thema Schuld / guilt
Index: Schuldgefühle
- Buch 1, S. 70
- Buch 2, S. 443 (Skala)
- Buch 3, S. 553 (Skala)
- Buch 5, Kapitel 3 Schuldgefühle und rachsüchtiger Hass, S. 49ff
Englische Werke
- Buch 1E Hay House Ausgabe, S. 68 (Skala)
- Buch 4E, S. 412 (Skala)
- Buch 5E, Kapitel 2 Guilt and Vindictive Hate, S. 47ff
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