Lediglich die Illusion der Individualität ist der Ursprung allen Leidens. Wenn man erkennt, dass man eins ist mit dem Universum, […] dann ist Leiden nicht mehr möglich. D. Hawkins, FU The Eye of the I, S. 297
Schmerz ist die Schattenseite des Wohlbefindens in der Dualität. Wer im Rahmen von Karma in der gespaltenen Welt Vergnügen erlebt, erfährt auch unwillkürlich Leid. Sich von Anziehung und Abneigung zu lösen, ist hilfreich, um aus dem endlosen Zyklus der Dualität auszusteigen. Wenn man leidet, ist es hilfreich, den Widerstand gegenüber dem Schmerz loszulassen. In gleicher Weise verhindert das Nichtanhaften angesichts einer Phase von Wohlgefühlen, dass zu einem späteren Zeitpunkt Schmerzen auftreten.
Wenn man gegen etwas oder jemanden Widerstand spürt, so liegt die Abwehr im Bereich der Nicht-Integrität. Wer den Mut aufbringt, seinen Widerstand zu benennen und zu bekennen, hat die Chance, ihn zu brechen (abzulösen). Wer sich weiter öffnet, bewegt sich im Bereich der Neutralität und Bereitwilligkeit, bis hin zu den Bereichen von Akzeptanz und Hingabe.
Hawkins empfiehlt, energiezehrende Notstands-Emotionen und Schmerzen radikal anzugehen, das heißt, sie nicht mit beschwerenden Bezeichnungen oder Geschichten zu versehen, sie als das zu akzeptieren, was sie sind, ohne sie ausgiebig mit Gedanken zu nähren. Mit einer bereitwilligen Haltung kann man sie gar ermutigen, "noch stärker" zu fließen, um sie anzunehmen. Die belastenden Gefühle werden sich wie in einem Gasbehälter unter Druck intensivieren, doch irgendwann – und das kann sich lange hinziehen! – entladen sie sich in eine nichtlokale gestreute Energie.
Die radikale Wahrheits-Übung
In seinen Vorträgen zum Thema Sucht und Schmerz erläutert Hawkins die radikale Wahrheits-Übung, die er generell als Antwort auf Suchtverhalten, Krankheit und Schmerzen empfiehlt.
- Höre auf, über deine Empfindungen (deinen Drang, deine Neigung) zu grübeln (mentieren) und sie mit Namen zu belegen.
- Leiste deinen Empfindungen keinen Widerstand mehr. Und erlaube, dass sie über ihre örtliche Anwesenheit hinauswachsen und sich in der Aura verteilen.
- Praktiziere die Haltung Mögen noch mehr dieser Empfindungen auftauchen.
- Nimm sie vollständig an und erlaube, dass sie im Prozess der Hingabe vollständig entleert werden.
Diese 4 Schritte zur Loslösung von Notstandsgefühlen im Bereich der Nichtintegrität (unter BW 200) lassen sich beispielsweise anwenden auf:
- Hungergefühle und diverse Verlangen, sexuelle Begierde, aufsteigende Krankheiten und Schmerzen (wie bspw. auch bei Operationen ohne Narkose)
- bei Schuld- und Schamgefühlen und Angst wegen des Verlangens,
- bei Stolz, nachdem man seiner Begierde nachgegeben hat und kurzfristige Befriedigung dadurch spürte
- und anderem mehr.
Wer loslässt, wächst über seine Wollust oder Begierden und Gefühle der Scham, Schuld, Angst, Wut und des Stolzes hinaus und erreicht einen gelassenen, nicht verhafteten Zustand, in dem er gleichermaßen in Frieden ist, ob nun das Verlangen vorhanden ist oder nicht, ob es auftaucht oder verschwindet. Der Gelöste betrachtet sein Verlangen aus der Haltung der Harmlosigkeit und weiß, wann es angemessen ist und wie es angemessen zu befriedigen ist.
Um eine Stufe des Bewusstseins hinter sich zu lassen, muss man sie sich in Gänze zu eigen machen.
Die Haltung, dass noch mehr der Schatten-Empfindungen auftauchen mögen, ist eine Form des beschleunigten '100% Verantwortung Übernehmens', für das, was da ist. Man anerkennt dabei seine Empfindungen vollständig und führt sie nicht (mehr) aus. Die Vorstellung, dass das Verlangen endlos sei, gibt man ebenfalls auf. Es stellt sich heraus, dass es im Prozess der Hingabe austrocknet und irgendwann einfach aufhört.
Zitate von D. Hawkins zum Thema Schmerz / Leiden
- Sobald man erkennt, dass man das Universum ist, vollständig und eins mit ALLEM, WAS IST, für immer ohne Ende – dann ist kein Leiden mehr möglich. FU Das All-sehende Auge, S. 460
- In höheren Bewusstseinsebenen bringt jede Art von spirituellem Irrtum Schmerzen hervor. Es taucht irgendein Archetyp aus dem Kollektivbewusstsein auf. Ich wurde ungehalten über die Entstellung der Wahrheit - und verstand es nicht, bis ich alles damit Zusammenhängende für mich geklärt hatte. Man fängt an, für einen Teil des Kollektivs Verantwortung zu übernehmen. Durch Beten wird man es gewahr. Wer ein "Krieger" der Wahrheit ist, würde ihr Recht [das der Wahrheitsverdreher] verteidigen, fehlgeleitet zu sein, statt sie ins Unrecht zu setzen. Statt ihnen Schuld zuzuweisen, achte ihr Recht auf Vergebung. Sedona Seminar Vision, 25. Februar 2005
- Diese schmerzhaften Gefühle können aus einem Glaubenssystem stammen, wonach es nötig ist zu leiden, um GOTT zu erreichen oder ihm zu dienen. Mit der Auflösung dieses unbewussten Glaubenssystems vermindert sich die Intensität des Schmerzes. Licht des Alls, S. 47
- Weisheit zu erwerben, ist ein schrittweiser und schmerzlicher Prozess. Nur wenige sind bereit, ihre geläufigen Ansichten, aufzugeben, selbst wenn sie unzutreffend sind. Der Widerstand gegen Veränderung oder Wachstum ist beträchtlich. Die meisten würden lieber sterben als jene Glaubensüberzeugungen umzustellen, die sie an geringere Bewusstseinsebenen binden. FU Power vs. Force, S. 235
- Leiden entsteht durch Widerstand. Das schließt auch physische Schmerzen ein. Wenn man sich zum Beispiel intensiv auf den Schmerz konzentriert und dabei durchhält und ihm nicht Widerstand entgegensetzt, verschwindet der Schmerz tatsächlich. Schmerzen und Leiden sind zwei deutlich voneinander verschiedene Dinge. Der Geist nimmt an, dass sie untrennbar sind, was aber nicht stimmt. Es ist möglich, Schmerz zu erfahren, aber nicht darunter zu leiden. Leiden ergibt sich aus dem Widerstand gegen den Schmerz. Wenn man bereit ist, sich ihm zu unterwerfen, ihn zu akzeptieren und damit aufzuhören, ihm ständig Widerstand zu leisten, wird das Leiden und häufig sogar der Schmerz selbst aufhören. Das All-sehende Auge, S. 391f
Zitate (engl.) von D. Hawkins Schmerz / Leiden
Personal avowal
- As the limited, false self dissolved into the universal Self of its true origin, there was an ineffable sense of having returned home, a state of absolute peace and relief from all suffering. For it is only the illusion of individuality that is the origin of all suffering; when one realizes that one is the universe, complete and at one with all that is, forever without end, then no further suffering is possible. The Eye of the I, S. 297
- There is no anti-depressant that will cure a depression that's spiritually based, for the malaise doesn't originate from brain dysfunction, but from an accurate response to the desecration of life. Power vs. Force, S. ?
- When one realizes that one is the universe, complete and at one with All That Is, forever without end, no further suffering is possible. I. Subjectivity and Reality, S. xxii
- It was clear that all pain and suffering arises from the ego and not from God. The Eye of the I, S. 340
- For it's only the illusion of individuality that is the origin of all suffering. When one realizes, that one is the Universe complete and at one with all that is forever without end, then no further suffering is possible. The Eye of the I, S. ?
- A common spiritual error is made by holding God as the author of human suffering, which is actually the collective negative impact of the ego itself. This understandable error often results in atheism which refuses to believe in a God who is the source of evil. It is a mistake that is easily transcended by simply seeing that suffering is the consequence of the ego's ignorance (falsehood) and misunderstanding of the true nature of Divinity. In other terminology, suffering is the consequence of linearity. Divinity is nonlinear and detectible as Universal Energy, the subjective essence of consciousness itself, and the primordial Source of existence. Truth vs. Falsehood, S. 340
- Spiritual research indicates that all suffering and emotional pain results from resistance. Its cure is via surrender and acceptance. Transcending Levels of Consciousness, S. 94
- Pain does not equal suffering. Pain can be there without the suffering. You can be indifferent to the pain – surrender it to God. Sedona Satsang Q&A, 12. Juli 2006
- Question: When you need to be in the world but you're feeling tender and raw, how do you do it?
Answer: Painfully. You have to surrender the juice you get from suffering. This world isn't painful. This world is neither pleasurable nor painful; you think breathing air is pleasant, but a fish doesn't think so. You have some unconscious guilt belief system running. Seminar Sedona Alignment, 16. April 2005
- Question: How do you deal with a chronic painful condition, as opposed to a sudden injury?
Answer: The same way. You let go of resistance to it, because resistance strengthens it. You begin by ignoring it, letting go of wanting to control it. Unto Thee, O Lord, I surrender this according to Thy Will. Also, there's some karmic undoing involved, and you surrender that. Stop labeling it; it's not asthma, it's not arthritis. Then you let go of pain, which you realize is just sensation. If you let go of resisting it, the sensation becomes general instead of specific; it begins diffuse in your whole aura. Sedona Seminar Witnessing & Observing, 16. Oktober 2004
- Question: How do I deal with surrendering my child who is on drugs?
Answer: Surrender how you feel about your child using drugs. You don’t know the full story. Therefore you don’t know the karmic benefits of this life for your child. Your child may have to hit bottom before surrender happens. Seeing somebody you love suffer is in itself painful. You also need to surrender the pain and presume it is for the good. Sedona Satsang Q&A, 15. März 2006
- Question: You had major surgery without anesthesia. If I have pain (i.e. headache) should I just be with the pain?
Answer: You can use the technique of just being with the phenomena. Don't label it. Let go of trying to change it. Sedona Satsang Q&A, 8. November 2006
- Question: I have been trying not to label my headaches. They have become more like meditations. Am I on the right track?
Answer: Yes! Let go of resisting the pain. Let it be there. Sedona Satsang Q&A, 8. November 2006
- It isn't the actual pain; it's the anguish that you aren't going to be able to bear it that makes up 90 % of the suffering (i.e., with physical pain or emotional problems). It's not the agony. It's the thought of forever. […] It's our hope and how we contextualize an experience that makes it excruciating or not. Stop labeling your pain or discomfort. Let go resisting it – whatever the discomfort is. By letting go resisting it, you transcend it. You bypass it, overcome it. It no longer bothers you. Sedona Seminar The Miraculous, 9. Dezember 2006
- Don’t call it anything, don’t label it anything. Keep your mind silent. You stay in touch with whatever you are experiencing, and you let go of resisting it. You are going to experience it, you are going to decompress it. You can do that with pain and any kind of suffering. The suffering is due to the resistance. If you keep surrendering to it you will undo it.
You let go of resisting the depression. You got to sit down and go through it. You’re holding a baggage of it. The way to let go of a thing is to sit down and completely surrender to the energy of it. Don’t label it depression. You don’t have depression. Don’t label it lower feelings or any euphemism. Go into the phenomena itself. Don’t resist the phenomena, because there is only so much of it. Its like a compressed energy thing. And as you stay in touch with it and experience it out, it will come to an end. Because it is not unlimited. Sedona Satsang, CD 1 von 2, Spur 2, transkribiert von Jonathan Kalman, November 2006
Von der Freude und vom Leid
Eure Freude ist euer Leid ohne Maske.
Und derselbe Brunnen, aus dem euer Lachen aufsteigt,
war oft von euren Tränen erfüllt.
Und wie könnte es anders sein?
Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt,
desto mehr Freude könnt ihr fassen.
Ist nicht der Becher, der euren Wein enthält, dasselbe Gefäß,
das im Ofen des Töpfers gebrannt wurde?
Und ist nicht die Laute, die euren Geist besänftigt,
dasselbe Holz, das mit Messern ausgehöhlt wurde?
Wenn ihr fröhlich seid, schaut tief in eure Herzen,
und ihr werdet finden, dass nur das,
was euch Leid bereitet hat, euch auch Freude gibt.
Wenn ihr traurig seid, schaut wieder in eure Herzen,
und ihr werdet sehen, dass die Wahrheit um das weint,
was euch Vergnügen bereitet hat.
Einige von euch sagen: "Freude ist größer als Leid."
Und andere sagen: "Nein, Leid ist größer."
Aber ich sage euch, sie sind untrennbar.
Sie kommen zusammen, und wenn einer allein mit euch am Tisch sitzt,
denkt daran, dass der andere auf eurem Bett schläft.
Wahrhaftig, wie die Schalen einer Waage
hängt ihr zwischen eurem Leid und eurer Freude.
Nur wenn ihr leer seid, steht ihr still und im Gleichgewicht.
Wenn der Schatzhalter euch hochhebt, um sein Gold und sein Silber zu wiegen,
muss entweder eure Freude oder euer Leid steigen oder fallen.
Khalil Gibran, Der Prophet, S. 49,
Walter Verlag, Zürich, Düsseldorf, 1998
Joy and Sorrow
Then a woman said, "Speak to us of Joy and Sorrow."
And he answered: Your joy is your sorrow unmasked.
And the selfsame well from which your laughter rises
was oftentimes filled with your tears.
And how else can it be?
The deeper that sorrow carves into your being,
the more joy you can contain.
Is not the cup that holds your wine the very cup
that was burned in the potter's oven?
And is not the lute that soothes your spirit,
the very wood that was hollowed with knives?
When you are joyous, look deep into your heart
and you shall find it is only that which has given
you sorrow that is giving you joy.
When you are sorrowful look again in your heart,
and you shall see that in truth you are weeping
for that which has been your delight.
Some of you say, "Joy is greater than sorrow,"
and others say, "Nay, sorrow is the greater."
But I say unto you, they are inseparable.
Together they come, and when one sits alone with you at your board,
remember that the other is asleep upon your bed.
Verily you are suspended like scales between your sorrow and your joy.
Only when you are empty are you at standstill and balanced.
When the treasure-keeper lifts you to weigh his gold and his silver,
needs must your joy or your sorrow rise or fall.
Khalil Gibran, The Prophet
Zitate von anderen Quellen Schmerz / Leiden
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht. Matthäus 11, 28-29 (NT)
- Kommt dir ein Schmerz, so halte still
Und frage, was er von dir will;
Die ew'ge Liebe schickt dir keinen,
Bloß darum, dass du mögest weinen!
Unbekannter Dichter
- Wenn ein anderer Mensch dich auslacht, kannst du ihn bemitleiden, aber wenn du ihn auslachst, kann es sein, dass du dir nie vergeben wirst. Wenn der andere Mensch dich verletzt, kann es sein, dass du die Verletzung vergisst, aber wenn du ihn verletzt, wirst du dich immer daran erinnern. Tatsächlich ist der andere Mensch dein verletzlichstes Ich, dem ein anderer Körper gegeben wurde. Khalil Gibran
- Leiden lehrt nicht! Leiden erhebt nicht! Leiden muss nicht sein! Erwarte vom Leiden weder Frucht noch Gutes! Empfange das Leiden als einen Boten des Himmels, doch lass ihn weiterziehen, wenn er scheiden will. Gitta Mallasz, Lela Fischli, Die Antwort der Engel. Ein Dokument aus Ungarn, Himmlische Pädagogik, Lektion XIII, Daimon Verlag, 12. Auflage, Juni 2005 (Erstaufzeichnung: 25. Juni 1943)
- Der überwiegende Teil menschlichen Schmerzes ist unnötig. Er ist selbst verursacht, solange du dein Leben vom unbeobachteten Verstand regieren lässt. Der Schmerz, den du jetzt erschaffst, ist immer eine Form des Nichtannehmenwollens, des unbewussten Widerstandes gegen das, was ist. Eckhart Tolle, Leben im Jetzt
- Mehr als alles andere ist Konzentration und Aufmerksamkeit ein Akt des sich Verbindens. So schenkt Konzentration und Aufmerksamkeit auch immer Heilung. Was in tiefer Konzentration geheilt wird, ist der Schmerz, der jedem Schmerz zugrunde liegt: der Schmerz darüber, dass wir alle, so wie Rilke es ausdrückt, "unaussprechlich allein sind". Julia Cameron
- Dein Schmerz ist nur das Aufbrechen der Schale, die dein Verstehen einschließt. Khalil Gibran
- Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden, als Freude zu gewinnen. Sigmund Freud
- Freuden sind unsere Flügel, Schmerzen unsere Sporen. Jean Paul
- Wir Sioux sind kein einfaches Volk – wir sind sehr kompliziert. Wir betrachten alles immer aus verschiedenen Blickwinkeln. Für uns ist in der Freude Schmerz und im Schmerz Freude, genauso wie wir einen Clown gleichzeitig als lustige und tragische Figur empfinden. Alles ist Teil desselben Ganzen — der Natur, die weder traurig ist noch glücklich: Sie ist einfach da. Lame Deer, Lakota-Sioux Medizinmann
- Eine Ehe entwickelt sich selten oder vielleicht nie reibungslos und ohne Krisen zu einer persönlichen Beziehung; es gibt keine Bewusstwerdung ohne Schmerzen. Carl Gustav Jung
- Ehrliche Theologie gesteht ein, dass es auf die Frage nach dem Sinn des Leidens keine Antwort gibt. Wer sie trotzdem versucht, setzt nur Irrlichter auf. Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, zitiert in: Karsten Huhn, Wie kann Gott das zulassen?
- Rabbi Janai sagt: Es ist uns nicht gegeben zu wissen, warum Frevler in Wohlergehen und Gerechte in Leiden leben. Mischna, Hauptwerk der jüdischen Ethik, Kap. IV, Sprüche der Väter, Vers 19
- Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich [...] stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle. Franz Kafka in einem Brief an Oskar Pollak
- Alle Gewalt ist das Ergebnis davon, dass Menschen [...] auf das Denkmuster hereinfallen, dass ihr Schmerz von anderen Menschen herrührt und es diese Menschen konsequenterweise verdienen, bestraft zu werden. Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation
- Transformation geht weder automatisch noch ist sie 'leicht' […] Der Weg der Transformation kann in einer Weise schmerzhaft sein, die Sie weder wünschen noch erwarten. Michael Murphy, Gründer von Esalen-Instituts, Kalifornien, USA, und George Leonhard, The Life We Are Given
- Gefährlich ist, wer Schmerzen kennt vom Feuer, das den Geist verbrennt. Rammstein, Musikband
- In einem Meer von Schmerz ertrinken die einen, die anderen lernen darin schwimmen. Unbekannt
- Geh dorthin, wo du verletzt bist, wo deine Sehnsucht sitzt, wo du Schmerz spürst. Bleibe damit, mach keine Bewegung davon weg. Geh nicht in die Gedanken; bis es zu einem totalen Stillstand in dir kommt. Dann findet dort eine neue Bewegung statt. Lass den Schmerz, die Sehnsucht, das Verletztsein sich ausweiten in dir. Du kannst nichts tun. Geh dorthin, wo du hilflos bist, wo du ohnmächtig bist, lass dich tragen, habe Vertrauen. Wenn es ganz ausgeweitet ist, wenn alles Platz hat, ist die Liebe da. Lass sie zu dir kommen, lass sie da sein. Du hast sie ein Leben lang gesucht, überall, mit allen Mitteln, in den Beziehungen, im Sex, in der Sucht, in der Arbeit. Samuel Widmer
Ansichten, Schmerz mit Notstandsemotionen zu begegnen
- Zu s c h w e i g e n ist das wahre Verbrechen gegen die Menschheit. Menschen müssen ihren Schmerz verschweigen, weil er den alten Terror wieder zum Leben erwecken würde. Nadesha Mandelstam
- Die Schläge, die dich treffen, haben sie nicht verschmerzt, seit damals, als sie hilflos waren wie heute du. Kalender 1979 – Das Jahr des Kindes [Monat April]
- Manchmal sehnt man sich nach etwas so sehr, dass es schmerzt, und damit der Schmerz aufhört, muss man es zerstören. Ray Bradbury
- Schmerz adelt. Pater Josemaría Escrivá, Gründer von Opus Dei
- Für Herzeleid und Weltschmerz hatte der Mensch allerlei Linderungsmittel, nicht das schlechteste darunter war der Zorn John Steinbeck, Wonniger Donnerstag
- Aber Trouble und Schmerzen, das hielt den Mensch am Leben. Oder der Versuch, beidem aus dem Weg zu gehen. Charles Bukowski, Ausgeträumt
- Die Welt ist voller Leid und gleichzeitig voller Möglichkeiten, dieses Leid zu überwinden. Helen Keller
Zitate (engl.) von anderen Quellen Schmerz / Leiden / Pain – Suffering
- The deeper that sorrow carves into your being, the more joy you can contain. Is not the cup that holds your wine the very cup that was burned in the potter's oven? And is not the lute that soothes your spirit, the very wood that was hollowed with knives? Kahlil Gibran, The Prophet
- I do not believe that sheer suffering teaches. If suffering alone taught, all the world would be wise, since everyone suffers. To suffering must be added mourning, understanding, patience, love, openness and the willingness to remain vulnerable. Anne Morrow Lindbergh
- When a man is busy in earnest, he is unconscious of his pain. I mention this insensibility to pain, so you may know how much the body resembles a garment. Go, seek the one who wears it; don't kiss a piece of cloth. Rumi, Sufi poet
- We are healed of a suffering only when experiencing it to the full. Marcel Proust
- The best way out is through. quelle% Robert Frost
- I am the self consumer of my woes. John Clare, poet
Poor soul, the centre of my sinful earth,
These rebel powers that thee array,
Why dost thou pine within and suffer dearth,
Painting thy outward walls so costly gay?
William Shakespeare, Sonnet 146
Index: Schmerz
Audio-/Video-Medien
- Seminarmitschnitt Office-Serie Worry, Fear, Anxiey und Pain & suffering Video/DVD/Audio Anfang 1980er
- Seminarmitschnitt Volume II: Consciousness and Addiction Video/DVD/Audio, Anfang 1980er
Literatur
- Verena Schmid, Der Geburtsschmerz, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2005
Externe Weblinks zu Texten zum Thema
Interne Links
Wiki-Ebene