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2·2012


 

Wahrnehmung Unter BW 500 (linear)

 

Wahrnehmungskette

 

 

Wenn die Wahrnehmung aufhört, offenbart sich die Welt der Wunder von selbst.
Dr. David Hawkins, FU Das All-sehende Auge


 

X

Wahrnehmung

Reaktionspalette – Begegnung mit einem Obdachlosen

In einem vornehmen Großstadtviertel steht ein obdachloser Mann in zerlumpten Kleidern vor einer schicken Villa.
Frage an den Leser: Welche Reaktion tritt bei mir als dem Betrachter auf?

 

  • Reaktion 1: Er erscheint mir schmutzig, eklig und schändlich.
  • Reaktion 2: Dieser Faulpelz ist selbst an seinem Zustand schuld.
  • Reaktion 3: Sein Leid bedrückt mich.
  • Reaktion 4: Der Alte wirkt tragisch, allein gelassen und verloren.
  • Reaktion 5: Er bedroht mich. Er ist eine Gefahr für die Gesellschaft.
  • Reaktion 6: Er frustriert mich. Und niemand tut etwas.
  • Reaktion 7: Er sieht gewalttätig aus. Er macht mich zornig.
  • Reaktion 8: Er ist eine peinliche Erscheinung.
  • Erwiderung 9: Gibt es in diesem Viertel ein Obdachlosenasyl für ihn?
  • Erwiderung 10: Leben und leben lassen.
  • Erwiderung 11: Was kann man tun, um ihn aufzuheitern?
  • Erwiderung 12: Interessant. Wie ist er wohl in seinen Zustand geraten?
  • Erwiderung 13: Er ist psychologisches Studienmaterial.
  • Erwiderung 14: Ein freundlicher alter Mann, irgendwie liebenswert.
  • Erwiderung 15: Ein fröhlicher Alter, der weise und heiter wirkt. Materielle Dinge scheinen ihm unwichtig.
  • Erwiderung 16: Er hat sich über gesellschaftliche Schranken hinweggesetzt. Er spiegelt mir einen Aspekt meiner selbst.

 

Orientiert an einem Beispiel von D. Hawkins, Die Ebenen des Bewusstseins, Kapitel 20, S. ?
Power vs. Force, chapter 20 The Evolution of Consciousness, S. 240-242

Die subtile Wahrnehmung des Soseins der Dinge

Willst Du etwas schmaler machen,
musst du es sich zuvor ausweiten lassen.
Willst du etwas loswerden,
musst du es zuvor aufblühen lassen.
Willst du etwas nehmen,
musst du zuvor erlauben, dass es gegeben wird.
Das nennt man
die subtile Wahrnehmung des Soseins der Dinge.

Laotse [BW 610] (604-531 v. Chr.) chinesischer Weiser, Philosoph, Begründer des Taoismus

Rudolf Steiners Sinneslehre

  • [Ich habe betont, dass der Mensch eigentlich zwölf Sinne hat]. Zwölf Sternbilder, durch die der Sonne Kreislauf im Jahre geht, draußen im Makrokosmos — zwölf Sinne, in denen das Ich des Menschen eigentlich lebt hier auf dem physischen Plan! Gewiss, die Dinge sind draußen, in der Zeit aufeinanderfolgend etwas anders: Die Sonne bewegt sich vom Widder durch den Stier und so weiter bis wieder zurück durch die Fische zum Widder. Aber der jährliche Sonnenkreislauf geht durch diese zwölf Sternbilder. Alles, auch was wir in uns tragen, was wir in uns seelisch erleben, steht im Verhältnis zur Außenwelt durch unsere zwölf Sinne:
    1. Tastsinn,
    2. Lebenssinn,
    3. Bewegungssinn,
    4. Gleichgewichtssinn,
    5. Geruchssinn,
    6. Geschmackssinn,
    7. Sehsinn,
    8. Wärmesinn,
    9. Gehörsinn,
    10. Sprachsinn,
    11. Denksinn,
    12. Ichsinn.
Im Umkreise gleichsam dieser zwölf Sinne bewegt sich unser ganzes Seelenleben, gerade so, wie die Sonne sich im Umkreis der zwölf Sternbilder bewegt.
Rudolf Steiner [BW 475] (1861-1925) kroatisch-österreichstämmiger Stifter der Anthroposophie, Mystiker, Die zwölf Sinne des Menschenaus "Weltwesen und Ichheit, GA 169, Dritter Vortrag, Berlin, 20. Juni 1916; Sinne. Die zwölf Sinne des Menschen, Lexikon Anthroposophie

 

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Zitate zum Thema Wahrnehmung / Perception

Zitate von D. Hawkins

Ausdruck von EssenzAusdruck von Wahrnehmung
AkzeptierendVerurteilend
KlarheitVerfremdung
"So wie es ist"Gewinn/Verlust
QualitätWert (Preis)
WahrheitGlaubensüberzeugungen
ExistenzBedeutung
GanzheitSelektion
BeobachtenWollen / nicht wollen
ErkennenEinschätzen
Wissen(dsein)Nachdenken über etwas

 

Hawkins, Ausschnitt aus einer Tabelle,
Sedona Seminar Perception vs. Essence, 22. April 2006

  • Ein Wunder ist die rekontextualisierte Wissendheit […] bei der das Hindernis der Wahrnehmung aufgehoben ist. Quelle unbekannt

 

  • Da das gewöhnliche menschliche Bewusstsein durch die bloße Natur der Wahrnehmung blind gemacht wird, kann es Wahrheit überhaupt nicht von Unwahrheit unterscheiden. Aufgrund seiner angeborenen Arglosigkeit kann es in die Irre geführt werden, und alle Irrtümer sind Unwissenheit. Das All-sehende Auge, S. 190-191

 

  • [...] können wir die Verbindung zwischen Wahl und Handlung sowohl im mentalen als auch im physischen Bereich, sowie ihre Auswirkungen betrachten. In Wirklichkeit sind diese nicht auf einander folgend, sondern tatsächlich zusammenhängend und nur durch die Wahrnehmung scheinbar getrennt. Betrachtet von außerhalb der Dualität der Wahrnehmung, sind ein "Ereignis" und seine "Auswirkungen" ein und dasselbe. Das All-sehende Auge, S. 246

 

  • Tatsächlich kann kein Ding und keine Person in Wirklichkeit ein Adjektiv sein. Sie können tatsächlich nicht einmal Substantive sein. Es ist eine Tatsache, dass sie auch keineswegs etwas tun können. Die Grenze der radikalen Wirklichkeit zeigt an, dass sie lediglich "sein" können. Und nicht nur das, sie können nur ganz speziell das sein, was sie genau sind, ohne dass irgendwelche beschreibenden Bezeichnungen hinzugefügt werden.
    Abstraktionen haben keine Existenz oder Wirklichkeit. Sie haben nicht die Fähigkeit zu "sein". Alle Eigenschaftsangaben sind künstliche Konstrukte der Wahrnehmung. Keine davon existiert wirklich. Die Wirklichkeit wird selbstverständlich, wenn die Hindernisse von Wahrnehmung und Denkgebäuden einschließlich aller Glaubenssysteme weggeräumt sind. Das All-sehende Auge, S. 301

 

  • Das innerste Sein aller Existenz und Schöpfung ist der Zustand von Subjektivität. GOTT ist wirklich die Essenz von Subjektivität. Was von Existenz wahrgenommen werden kann, ist das Gewahrsein der Gegenwart GOTTES in uns. Mit dieser Erkenntnis lösen wir den spirituellen Zirkelschluss, dass das, was sucht, dasjenige ist, was gesucht wird. Der Essenz nach ist es das Subjektive, das nach dem Subjektiven sucht. Die Illusion, dass es da ein dualistisches Gegensatzpaar, genannt subjektiv kontra objektiv, gäbe, löst sich auf. Es ist das tiefste menschliche Paradoxon, das die Abhängigkeit von der Wahrnehmung den Menschen daran hindert, seine eigene Identität zu erkennen. Das All-sehende Auge, S. 314, 4. Absatz  

 

  • "Chaos" ist eine Bezeichnung, die Beschränkungen beschreibt. Sie stützt sich auf die Annahme, dass die Wirklichkeit auf das begrenzt ist, was man wahrnehmen kann. Ein besseres Wort für Chaos ist "unergründlich", "unvorhersagbar" oder jenseits von logischem Begreifen, statistischer Analyse oder logischer Wahrscheinlichkeit. Licht des Alls, S. 140

 

  • Wahrnehmung ist wie Gewahrsein eine unpersönliche Eigenschaft des Bewusstseins. Die absolute Wirklichkeit ist die Grundlage des Bewusstseins. Bewusstsein ist eine unpersönliche Eigenschaft des Göttlichen, ausgedrückt als Gewahrsein. OU Licht des Alls, S. 193

 


 

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Siehe auch:

Mywizard, 17. April 2007

  • Die Irrtümer der modernen Gesellschaft haben den spirituellen Weg mehr beschwert. Heute lässt sich feststellen, dass die Wahrnehmung zur Alltagswahrheit erhoben wird entgegen der absoluten Wahrheit des Göttlichen. Dies ist die Wahrheit des Göttlichen vermittelt über das unendliche Bewusstseinfeld (Gott) anhand der Einsatzes von höheren Bewusstseinsebenen und Kinesiologie. Dies hat dazu geführt, dass das Bewusstseinsniveau der westlichen Zivilisation in Richtung Nicht-Integrität fällt. per Muskeltest von Hawkins auf der Bühne bestätigt. Sedona Relativism vs. Reality, 3 DVD-Set, 14. April 2007

 

Zitate (engl.) von D. Hawkins

Personal avowals / recognition

  • I saw that there are no ’events’ or ’things’ and that nothing actually ’happens,’ because past, present, and future are merely an artifact of perception, as is the illusion of a separate ’I’ subject to birth and death. Power vs. Force, S. 297
  • When criticalness and discrimination of dualistic perception are set aside, the absolute perfection and beauty of everything stands revealed. The Eye of the I, S. 9

 

  • Most people seem to have a vested interest in the negativity of their perceptual world and resist leaving it for awarenesses on a higher level. People seem to derive sufficient satisfaction from their endless anger, resentment, remorse, and self-pity to actively resist moving on to such levels as understanding, forgiveness, or compassion. The Eye of the I, S. 14

 

  • It is the ultimate human paradox that man’s dependence on perception precludes his being able to know his own identity. The Eye of the I, S. 220

 

  • When perception ceases, the world of wonder reveals itself. Consciousness is in all that exists. It recognizes itself manifesting as the Allness of Creation. The Eye of the I, S. 228

 

  • Perception itself is an illusion. It is like a mirror that is looking back at a mirror that is looking at a mirror that is looking at a mirror reflecting a mirror. The Eye of the I, S. 342

 

  • The constant awareness of one's existence as "I" is the ever present expression of the innate divinity of the Self. [...] The truth of this identity is obscured by the duality created by perception and disappears when all positionalities are relinquished. I. Reality and Subjectivity, S. 129

 

  • The ego/mind presumes and is convinced that its perceptions and interpretations of life experiences are the "real" thing and therefore "true." It also believes by projection that other people see, think, and feel the same way; and if they do not, they are mistaken and therefore wrong. Thus, perception reinforces its hold by reification and presumptions. Along the Path to Enlightenment. 365 Reflections from David R. Hawkins, pg. ?, Reflection of 31st July

 

 


 

  • Never discredit the experiential reality of anyone. [Paraphrased.] Sedona Seminar Practical Spirituality, 3 DVD set, 25. October 2008

Zitate von anderen Quellen

Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben. Paulus, Römerbrief 1, 19-20 (NT)

 

  • Wenn ihr Schüler des Weges durch Sehen, Hören, Fühlen und Erkennen Fortschritte zu erreichen sucht, der Wahrnehmungen aber entbehrt, dann werdet ihr nirgends Eintritt finden. Ihr müsst gewahr bleiben, dass der reine Geist, auch wenn er sich in diesen Wahrnehmungen ausdrückt, weder Teil von ihnen, noch von ihnen getrennt ist. Ihr dürft aus diesen Wahrnehmungen keine Schlüsse ziehen, noch begriffliche Gedanken entstehen lassen. Aber ebensowenig solltet ihr den Einen Geist außerhalb dieser Wahrnehmungen suchen, oder sie auf eurer Suche nach dem Dharma aufgeben. Behaltet sie nicht, gebt sie auch nicht auf, wohnt nicht in ihnen und haftet nicht an ihnen. Huang Po [Huangbo Xiyun] [BW 960] (770-850 n. Chr.) chinesischer Chan-Meister des Zen-Buddhismus, Der Geist des Zen, deutsche Übersetzung nach der engl. Übertragung von John Eaton Calthrope Blofeld, Fischer TB-Verlag, Frankfurt, September 2000

 

  • Schüler des Weges sollten überzeugt sein, dass die vier Elemente, die den Körper aufbauen, nicht das "Selbst" sind und dieses eine Einheit bildet, folglich auch weder der Körper noch die fünf Faktoren, die den Geist ausmachen — im gewöhnlichen Sinn — ein "Selbst" oder eine Einheit sind. Hieraus folgt, dass auch der so genannte individuelle Geist weder "Selbst" noch eine Einheit ist. Die sechs Sinnesorgane (einschließlich des Gehirns), die zusammen mit ihren sechs typischen Arten von Wahrnehmungen und ihren sechs Arten von Gegenständen der Wahrnehmung die Welt der Sinne ausmachen, müssen in gleicher Weise verstanden werden. Diese achtzehn Aspekte der Sinne sind gesondert wie zusammen leer. Es gibt nur die Geist-Quelle, die in ihrem Umfang unbegrenzt und von vollkommener Reinheit ist. Huang Po [Huangbo Xiyun] [BW 960] (770-850 n. Chr.) chinesischer Chan-Meister des Zen-Buddhismus, Der Geist des Zen, deutsche Übersetzung nach der engl. Übertragung von John Eaton Calthrope Blofeld, Fischer TB-Verlag, Frankfurt, September 2000

 

  • Die Wahrnehmung ist eine Funktion des Körpers, und deshalb stellt sie eine Begrenzung des Bewusstseins dar. Die Wahrnehmung sieht durch die Augen des Körpers und hört durch die Ohren des Körpers. Sie ruft die beschränkten Reaktionen hervor, die der Körper hat. […] Wenn wir die Wahrnehmung dazu verwenden, unsere eigenen Fehler – unseren Ärger, unsere Angriffsimpulse, unseren Mangel an Liebe in welcher Form auch immer – zu rechtfertigen, so werden wir eine Welt des Bösen, der Zerstörung, der Böswilligkeit, des Neides und der Verzweiflung sehen. Das alles müssen wir vergeben lernen, und zwar nicht deshalb, weil wir "gut" und "barmherzig" sind, sondern weil das, was wir sehen, nicht wahr ist. Ein Kurs in Wundern [BW 550/600], Vorwort, Miraclestudies.net

 

 

  • Wer im Handeln das Nicht-Handeln wahrnehmen kann und erkennt, wie das Wirken sich fortsetzt, wenn er vom Wirken zurücktritt, ist unter den Menschen derjenige von wahrer Vernunft und Unterscheidungskraft. Sri Aurobindo [Aurobindo Ghose] [BW 605] (1872-1950) indisch-britischer hinduistischer Philosoph, Dichter, Freiheitskämpfer, Yogi, Meister, Mystiker, Die Bhagavadgita, S. 69, Kapitel IV, S. 18, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998

 

  • All unser Wissen gründet sich auf Wahrnehmung. Leonardo da Vinci [BW 565] (1452-1519) italienischer Maler, Universalgelehrter, Genie, Erfinder, Bildhauer, Architekt, Anatom, Geologe, Botaniker, Künstler, Ingenieur, Naturphilosoph

 

  • Im Allgemeinen wird ein urteilend [judging] eingestellter Beobachter eher den bewussten Charakter erfassen, während ein wahrnehmender [perceiving] eingestellter Beobachter mehr durch den unbewussten Charakter beeinflusst wird; denn das Urteil interessiert sich mehr für die bewusste Motivierung des psychischen Geschehens, während die Wahrnehmung mehr das bloße Geschehen registriert. Carl Gustav Jung [BW 540] (1875-1961) Schweizer Psychiater, Psychoanalytiker, Tiefenpsychologe, Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Alle Menschen beobachten Dinge, die ihnen ungewohnt sind, schlecht. […] Die menschliche Beobachtung leistet nur dann etwas, wenn sie für ein bestimmtes Gebiet geübt ist. Carl Gustav Jung [BW 540] (1875-1961) Schweizer Psychiater, Psychoanalytiker, Tiefenpsychologe, Carl Gustav Jung [BW 540] Schweizer Psychiater, Synchronisation, Akausalität und Okkultismus

 

  • Es ist ein herrliches Gefühl, die Einheitlichkeit eines Komplexes von Erscheinungen zu erkennen, die der direkten sinnlichen Wahrnehmung als getrennte Dinge erscheinen. Albert Einstein [BW 499] (1879-1955) deutschstämmiger US-amerikanischer theoretischer Physiker, Entwickler der Allgemeinen Relativitätstheorie, Nobelpreisträger in Physik

 

  • Es ist absolut möglich, dass jenseits der Wahrnehmung unserer Sinne ungeahnte Welten verborgen sind. Albert Einstein [BW 499] (1879-1955) deutschstämmiger US-amerikanischer theoretischer Physiker, Entwickler der Allgemeinen Relativitätstheorie, Nobelpreisträger in Physik

 

  • Die Krise unserer Gesellschaft, ist eine Krise unserer Wahrnehmung. Ken Wilber [BW 490] (*1949) US-amerikanischer Philosoph, Vordenker des 3. Jtds., transpersonaler Bewusstseinsforscher, Entwickler der Integralen Theorie, Autor

 

  • Wir können Kausalität als eine Art der Wahrnehmung auffassen, mit deren Hilfe wir unsere Sinneseindrücke ordnen. Niels Bohr [BW 450] (1885-1962) dänischer Quantenphysiker, Nobelpreisträger für Physik, 1922

 

Würden die Tore der Wahrnehmung gereinigt, erschiene uns alles, wie es ist: unendlich.
William Blake (1757-1827) englischer Dichter, Naturmystiker, Maler, Erfinder der Reliefradierung, Die Hochzeit von Himmel und Hölle, 1790-1793

 

  • Wahrnehmung hängt von der Erwartung ab. Paul Watzlawick (1921-2007) österreichisch-amerikanischer Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph, Autor, These zur Wahrnehmung

 

  • Wahrnehmung ist Unterscheidung. Paul Watzlawick (1921-2007) österreichisch-amerikanischer Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph, Autor, These zur Wahrnehmung

 

  • Jedes Kind lernt in der Schule, dass Bewegung etwas Relatives ist und nur in Relation auf einen Bezugspunkt wahrgenommen werden kann. Was man dagegen leicht übersieht, ist, dass dasselbe Prinzip für alle Wahrnehmungen gilt und daher letzthin unser Erleben der äußeren Wirklichkeit bestimmt. Paul Watzlawick (1921-2007) österreichisch-amerikanischer Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph, Autor, Janet H. Beavin, Don D. Jackson, Menschliche Kommunikation, Text Pragmatische Axiome – ein Definitionsversuch, S. 28, 1967

 

  • Wahrnehmung ist stets ein aktiver Prozess, keineswegs bloßes Aufnehmen von Sinneseindrücken. Unsere Wahrnehmungssysteme sind in hohem Maße interpretativ. Wolf Singer brain.mpg.de/ (*1943) deutscher Professor für Neurophysiologie, Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung, Frankfurt am Main, Spiegel, Januar 2001

 

  • Meditation ist die Auflösung der Gedanken in reiner Wahrnehmung oder ewigem Bewusstsein ohne Objektivierung, Wissen ohne Denken, die Verschmelzung des Endlichen im Unendlichen. Voltaire [François-Marie Arouet] [BW 340] (1694-1778) französischer Schriftsteller der Aufklärung, Wegbereiter der Französischen Revolution, Kritiker der Feudalherrschaft, Bürgerrechtler, Deist, Historiker, Philosoph

 

  • Jeder Mensch hält die Grenzen seiner eigenen Wahrnehmungsfähigkeit für die Grenzen der Welt. Arthur Schopenhauer (1788-1860) deutscher Philosoph, Hochschullehrer, Schriftsteller

 

  • Der Vorgang des Wahrnehmens ist ein ungeheuer mutiger. Denn die Wahrheit, das Richtige, erscheint blitzartig, und zwar ganz kurz. Wenn ich irgendeinen Zweifel daran äußere, wenn ich mich frage, darf ich das?, verschwindet die Wahrnehmung. Manchmal möchte ich bestimmte Einsichten nicht wahrhaben, ich weiß, dass das auf Ablehnung stoßen wird, wenn ich sie äußere. Ich kann aber nicht davon abweichen. Wenn ich davon abweichen würde, könnte ich nur noch denken und nicht mehr wahrnehmen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
    Die Wahrnehmung, nach der ich mich im Augenblick richte, dient nicht einer Theorie, sondern sie dient einer Lösung. Wenn ich die Lösung habe, vergesse ich, was ich vorher darüber gesagt habe. Also für mich ist die Wahrheit immer etwas Augenblickliches, aus dem Dunkel taucht plötzlich eine Einsicht auf, auf die gehe zu, und sie taucht wieder unter. Und dann taucht später vielleicht etwas anderes, etwas ganz Entgegengesetztes auf. Das nehme ich genauso ernst wie das erste, ganz im Sinne von Heraklit, der sagt: "Alles fließt." Die Wahrheit ist nichts Festes. Wer sich an die Wahrheit klammert, der will etwas Vergängliches festhalten. Eine Theorie will etwas Vergängliches festhalten, sehr häufig.
    Diese Sicherheit, die ich spüre, ist nur die Wahrheit für diesen einen Augenblick. Ich teste aber gleichzeitig meine Wahrnehmung. Ich behaupte nicht nur. Ich sehe es an den Wirkungen, ob es stimmt oder nicht. Wenn es stimmt, dann für diese Lösung, mehr nicht. Ich habe da überhaupt keine weitergehenden Ansprüche. Bert Hellinger (*1925) deutscher Familientherapeut nach abgewandelter systemischer Familienaufstellung, ehemals Ordensmitglied der Kongregation der Mariannhiller Missionare, Leiter einer südafrikanischen Missionsschule, Autor; zit in: Interview Das Phänomen Bert Hellinger, Psychologie heute, Ursula Nuber, S. 20, Juni 1995

 

Zitate (engl.) von anderen Quellen

Why do you see the splinter which is in your brother’s eye, and do not feel the beam which is in your own eye?
Or how can you say to your brother, let me take out the splinter from your eye, and behold there is a cross beam in your own eye?
O hypocrites, first take out the beam from your own eye, and then you will see clearly to get out the splinter from your brother’s eye.
Sermon on the Mount [LoC 955], Matthew 7, 3-5 (NT) Lamsa Bible

 

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See also:

Mountain doctrine

  • All you need to remember are the following injunctions:
    1. First, learn how to be entirely unreceptive to sensations arising from external forms, thereby purging your bodies of receptivity to externals.
    2. Second, learn not to pay attention to any distinctions between this and that, arising from your sensations, thereby purging your bodies of useless distinctions between one phenomenon and another.
    3. Third, take great care to avoid discrimination in terms of pleasant and unpleasant sensations, thereby purging your bodies of vain discriminations.
    4. Fourth, avoid pondering things in your mind, thereby purging your bodies of discriminatory cognition.
Huang Po [Huangbo Xiyun] [LoC 960] (770-850 AD) Chinese Chan master of Zen Buddhism, The Zen Teaching of Huang-Po: On the Transmission of Mind, translated by John Eaton Calthorpe Blofeld, preface by P'ei Hsiu, Chinese scholar, Grove Press, 18. January 1994

 

  • A miracle rearranges the order of perception, and places the levels in their true perspective. This heals at all levels, because all sickness comes from confusing the levels. A Course in Miracles [LoC 550/600], source unknown

 

  • I am responsible for what I see. I choose the feelings I experience;
    And I decide upon the goal I would achieve.
    And everything that seems to happen to me, I ask for,
    And receive as I have asked. A Course in Miracles, text book [LoC 550], chapter 21

 

  • Projection makes perception. The world you see is what you gave it, nothing more than that. But though it is no more than that, it is not less. Therefore, to you it is important. It is the witness to your state of mind, the outside picture of an inward condition. As a man thinketh, so does he perceive. Therefore, seek not to change the world, but choose to change your mind about the world. Perception is a result and not a cause. And that is why order of difficulty in miracles is meaningless. Everything looked upon with vision is healed and holy. Nothing perceived without it means anything. And where there is no meaning, there is chaos. A Course in Miracles, text book [LoC 550], chapter 21

 

 

  • Our perception is: other people are stuck. That's our problem [...] as long as we don't get to that we are stuck. [...] We are in fact preventing other people from experiencing who they are: God. Dr. Ihaleakala Hew Len, Hawaiian master teacher of Self Identity through Ho'oponopono (SITH), presented by Canadian web radio station News for the Soul, host Nicole Whitney, minute 13:52, 57:16 minutes duration, aired 2./3. August 2007

 

  • The range of what we think and do is limited by what we fail to notice. And because we fail to notice that we fail to notice there is little we can do to change until we notice how failing to notice shapes our thoughts and deeds. Ronald D. Laing (1927-1989) British Scottish psychiatrist

 

  • There are three sources of life-controlling perceptions.
    1. Source number one is genetics, which provides for instincts common to all humans, basic things such as automatically pulling your hand out of the fire.
    2. A second set of perceptions is derived from the subconscious mind, the part that controls all the functions we don't have to think about. Once you learn how to walk, the program to control walking becomes part of the subconscious mind. You just have to have the intention of walking and the brain will coordinate the behavior.
    3. The third source of perceptions is from the conscious mind. The conscious mind can rewrite any of the subconscious programs you acquired and you can even go back and change the genetic activity. The conscious mind is unique because it can change an entire history of perceptions in order to engage in different behaviors and life styles.
Bruce Lipton, Ph.D., US American new cellular biologist, former associate professor, University of Wisconsin School of Medicine, presaged the field of epigenetics (mechanism by which nurture controls nature), author, The Biology of Belief, The Wisdom of Your Cells, part 3

 

If the doors of perception were cleansed everything would appear to man as it is, infinite.
William Blake (1757-1827) English poet, painter, engraver, illustrator, The Marriage of Heaven and Hell, A Memorable Fancy, 1790-1793

 

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Note:

Gurdjieff had his students write this sentence – in secret code – on the wall of their exercise room.

  • You are the manifestation of the God you perceive. George Ivanovich Gurdjieff (1866-1949) Greek Armenian metaphysician, writer, choreograph, composer, spiritual teacher of the "Fourth Way"

 

  • [...] it is a mistake to imagine that there is something in the brain corresponding to our notion of consciousness. Consciousness is not a thing inside the brain rubbing shoulders with the anterior cingulated gyrus or tucked away discretely behind the amygdala. Consciousness – if one wants to use this slippery term at all – is something that the brain does. The fact that the word "consciousness" is a noun half-seduces us into thinking of it as a thing. The word 'consciousness' should have a verbal equivalent: we should be able to say that the brain is 'consciousnessing'. David Livingstone Smith, US American professor of philosophy religious studies and psychology, UNE, founder of the New England Institute

 

  • True understanding lies in looking beyond our own perceived reality which is simply a microscopic image of the very real macroscopic universe in which we live. David Lewis Anderson, US American physicist, time travel researcher

 

  • We do not see space, time and the universe the way they are, we see space, time and the universe the way we are. David Lewis Anderson, US American physicist, time travel researcher

 

  • Every man takes the limits of his own field of vision for the limits of the world. Arthur Schopenhauer (1788-1860) German philosopher, faculty member, author

 

  • There is no reality only perception. Dr. Phil McGraw (*1950) US American former psychologist, television personality, host of the television show Dr. Phil, author

 

  • Hardly anyone has noticed that in the Northern Hemisphere people stir their drinks counterclockwise, whereas the same people stir their drinks clockwise when visiting the Southern Hemisphere. John McCarthy, quote poet

 

  • All that we see or seem is but a dream within a dream. Edgar Allan Poe (1809-1849) US American romantic author, neurotic poet, editor, literary critic

 

  • Man's gotta know his limitations. Clint Eastwood (*1930) US American film actor, director, producer, composer, politician, movie Magnum Force

But men may construe things after their fashion
clean from the purpose of the things themselves.

William Shakespeare [LoC 465] (1564-1616) English dramatist, playwright, lyricist, actor


Englische Texte – English section on Perception / Wahrnehmung

When faced with a homeless person – Range of reactivity and responses

In a posh neighborhood of an affluet city an old homeless man (a 'bum') in ragged clothes is leaning against the wall of an elegant mansion.
Question for the reader: How do I react to the situation, the person in focus?

 

Reactivity/ResponseInner dialogue
Reaction 1He appears to me dirty, disgusting, and disgraceful.
Reaction 2This lazybone deserves what he gets. Is he a welfare cheat?
Reaction 3His suffering weighs me down. He is evidence that society can't do anything about homelessness.
Reaction 4The old man looks tragic, friendless, and forlorn.
Reaction 5The bum is a menace. He is threatening me. I better call the police before he commits some crime.
Reaction 6His presence here is frustrating for me. Why does nobody do something in this case?
Reaction 7He could be violent. It makes me furious that such horrible conditions exist in this country.
Reaction 8This man is an embarrassment. He is lacking the self-respect to better himself.
Response 9He needs a job and a place to live. Where is the local homeless shelter?
Response 10The bum looks okay, doesn't hurt anyone.
He might be interesting. Live and let live.
Response 11What can I do to cheer up this fellow on the corner?
Response 12Wonder what interesting story he has to tell?
Response 13This man is a result of the current economic and social malaise.
He could testify in a psychological study.
Response 14He's a friendly old man, somehow loveable.
Response 15This is a joyful guy, who has gained some wisdom of age. He might be indifferent to material things.
Response 16He has become a free being who has transcended social limits.
This fellow does reflect my own self in a temporary expression.

 

Orientiert an einem Beispiel von D. Hawkins, Die Ebenen des Bewusstseins, Kapitel 20, S. ?
Power vs. Force, chapter 20 The Evolution of Consciousness, S. 240-242

Index: Wahrnehmung / Perception – Bücher von D. Hawkins

Englische Werke

Index: Audio- und Videomedien (engl.) von und mit D. Hawkins

 

Links zum Thema Wahrnehmung / Perception

Literatur

Literatur (engl.)

Externe Weblinks

Externe Weblinks


  • Studienergebnis der Stanford Universität in Kalifornien mit 350 Studierenden zur Einschätzung von vier negativen Emotionen (sich depressiv, einsam, traurig und/oder überfordert fühlen): Menschen glauben, dass es anderen besser geht, präsentiert von WELT Online, 10. April 2011
    78 % der Probanden erklärten an Depressionen zu leiden, was sie bei 52 der Mitstudenten vermuteten. Forscher verbinden die falsche Wahrnehmung fremder Gefühle mit der menschlichen Vorliebe der Menschen für Filme, Literatur und Skandalen von Prominenten.

Externe Weblinks (engl.)


Audio- und Videolinks

Audio- und Videolinks (engl.)

 

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