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26. Juli 1875 * in Kesswil, Kanton Thurgau, Schweiz;
6. Juni 1961 † in Küsnacht ZH, Schweiz
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Sein Leben und Werk
Von Jugend an war Jung mit ausgesprochener Sensibilität, ja sogar Medialität begabt; und diese Fähigkeit, mit der er sich oft einsam fühlte, führte dazu, dass er sein Leben der Erforschung des Menschen und des Bewusstseins widmete. Zu den wichtigsten Begriffen und Thesen, die er maßgeblich erforscht und geprägt hat und die heute als psychologisches Grundwissen geachtet und benutzt werden, zählen:
Als während seines Medizinstudiums die Frage aufkam, in welche Richtung er sich spezialisieren wollte, zögerte er lange, bis er auf ein Lehrbuch der Psychiatrie stieß, das ihm den entscheidenden Impuls vermittelte: er wollte Psychiater werden! Diese Wahl stieß bei seinen Kollegen und Professoren auf Unverständnis und auch Enttäuschung, da er eine attraktive Assistentenstelle im Bereich der inneren Medizin ablehnte zugunsten der wenig glanzvollen Karriere als Psychiater.
Jung schreibt zum Gefühl, das diesen Entschluss begleitete:
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Jung stützte sich stark auf seine Intuition, die ihn Schritt für Schritt durch die Wirrnis seines Berufs als Jungpsychiater in der Zürcher Klinik Burghölzli führte; auf die Hilfe von Älteren, Erfahreneren konnte er nicht hoffen, denn […] es war der Eintritt ins Weltkloster, und die Unterwerfung unter das Gelübde, nur das Wahrscheinliche, das Durchschnittliche, das Banale und das Sinnarme zu glauben, allem Fremden und Bedeutendem abzusagen und alles Ungewöhnliche auf das Gewöhnliche zu reduzieren.
Dies war für ihn, den Sensiblen mit dem Bedürfnis, die Wahrheit zu erfahren, keine Option und veranlasste ihn zum Ausruf: Da stak ich nun in einem Beruf, in dem ich mich überhaupt nicht auskannte!
![]() Carl Gustav Jung, 1910 Schritt für Schritt erarbeitete sich Jung seine Therapiemethode in der Arbeit mit seinen PatientInnen. Der Begriff “Methode” wäre allerdings wohl kein Ausdruck, der Jung gefallen hätte. Er misstraute Schemata und Kästchen, die die Komplexität und die Tausende von Nuancen des menschlichen Seins in ein allzu enges Korsett pressen. Es war ihm ein Anliegen, allen seinen PatientInnen als gleichberechtigter Mensch gegenüber zu treten, und nicht als gottähnliche Autorität, wie sich die Ärzte damals (und zu Teilen auch heute noch) verstanden. Er legte sehr viel Wert auf die Botschaften des Unbewussten und arbeitete intensiv mit Träumen und Bildern, die er seine PatientInnen malen ließ. Ebenso empfing er sehr viele Impulse durch eigene Träume und Visionen, die er in die Behandlungen einfließen ließ.
Zu Beginn seiner Tätigkeit als Psychiater interessierte er sich weniger für seine PatientInnen denn für seine Kollegen; durch die Untersuchung der Normalität hoffte er Aufschluss zu gewinnen über die Funktionsweise der Psyche, was ihm dann wiederum die Möglichkeit gab zu verstehen, was in einer kranken Psyche vor sich ging. Er lernte die schmale Grenze zwischen Normalität und Verrücktheit kennen, die oft überraschend in seinen Patienten aufblitzte – und zwar in beide Richtungen, so dass die Normalen plötzlich von Irresein bedroht schienen, jedoch auch dass die wirren Aussagen der Geistesgestörten, Schizophrenen und psychisch Kranken mehr Vernunft und Logik vermittelten, als es auf den ersten Blick schien: Im Grunde genommen entdecken wir im Geisteskranken nichts Neues und Unbekanntes, sondern wir begegnen dem Untergrund unseres eigenen Wesens.
Jung war Praktiker und Therapeut, kein Theoretiker: Wir brauchen eine praktische Psychologie, die praktisch richtig ist, das heißt diejenigen Erklärungen liefert, die sich in ihren praktischen Ergebnissen bestätigen lässt. Auf dem Kampfplatz der praktischen Psychotherapie sind wir auf lebensfähige Resultate angewiesen, wo wir dann nicht nur Theorien aufstellen können, die den Patienten nichts angehen oder ihn sogar schädigen. Hier kommt es nun, oft in lebensbedrohender Weise, darauf an, ob man aus der Physis oder aus dem Geist erklärt.
Oft arbeitete Jung mit Assoziationsexperimenten, um das Unbewusste eines Menschen beleuchten und viele jener Aspekte aufdecken zu können, die die PatientInnen nicht von sich aus erzählen. Jung bezeichnet die persönliche Geschichte als das “Geheimnis des Patienten”. Die eigentliche Therapie kann erst beginnen, sobald der Arzt diese Geschichte – oder zumindest Aspekte davon – in Erfahrung gebracht hat und zu den essentiellen Dingen vorgestoßen ist. Hier genügt es in der Regel nicht, sich auf die bewusst vermittelten Daten zu verlassen, denn gerade die problematischen Bereiche werden auch von den PatientInnen meist verdrängt und im Unbewussten gehalten. Assoziationsübungen, Traumdeutungen und auch der intensive und langmütige Kontakt von Mensch zu Mensch können diese geheim gehaltene Geschichte herausarbeiten und allmählich immer bewusster machen. Danach kann der Patient daran gehen, sie anzunehmen und sie zu verändern. Jung liebte es nicht, über seine Patienten zu bestimmen; er verstand sich viel mehr als Begleiter, der die natürliche und organische Entwicklung eines Menschen förderte.
Quelle: Carl G. Jung und Aniela Jaffe, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung, Autobiografie von C. G. Jung, Juni 2006 |
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Dass Jung dieses für seine Zeit höchst außergewöhnliche Verfahren nutzte, lag wohl in erster Linie daran, dass er gar keine andere Wahl hatte. Schon als Fünfzehnjähriger empfand er stark, dass er aus zwei Persönlichkeiten bestünde, aus Seele und Ego, was er folgendermaßen formulierte: Alle diese Eigenschaften wie Lächerlichkeit, Gemeinheit, Dummheit, Lügenhaftigkeit und diese abscheuliche Eigenliebe kannte ich nur zu gut aus mir selbst, d. h. aus jener Persönlichkeit Nr. 1, dem Schuljungen von 1890. Daneben gab es jedoch einen Bereich, wie einen Tempel, in dem jeder Eintretende gewandelt wurde. Von der Anschauung des Weltganzen überwältigt und seiner selbst vergessend konnte er nur noch wundern und bewundern. Hier lebte “der Andere”, der Gott als ein heimliches, persönliches und zugleich überpersönliches Geheimnis kannte. Hier trennte nichts den Menschen von Gott. Ja, es war, wie wenn der menschliche Geist zugleich mit Gott auf die Schöpfung blickte.
![]() Carl Gustav Jung, 1922 Sein Leben lang hat diese zweite Persönlichkeit, die Seele, die Hauptrolle in Jungs Leben gespielt, und er hat versucht, jenen Inhalten und Informationen freien Lauf zu lassen, die von Innen an ihn heranwollten. Er machte auch immer wieder die Erfahrung, dass sich sofort körperliche Symptome manifestierten, sobald er versuchte, gegen sein inneres Wissen zu handeln; doch sobald er dem Ruf seiner Seele folgte, verflüchtigten sich die Symtpome.
Jung war ein Schüler und für eine gewisse Zeit auch ein Freund von Sigmund Freud, den er bewunderte und als die erste wirklich bedeutende Persönlichkeit, die mir je begegnete, bezeichnete. Allerdings störte sich Jung bald an der dogmatischen Enge Freuds, die ihn alle psychischen Vorgänge auf den sexuellen Trieb und den Todestrieb reduzieren ließ. Jung widersprach Freud öffentlich in einem seiner Bücher, und opferte bewusst die Freundschaft und professionelle Verbindung mit ihm – bezeichnenderweise in einem Kapitel, das selbst den Titel “Opfer” trägt, in dem es um das Thema Inzest geht.
Darauf folgte für Jung eine Zeit der Verwirrung und Desorientierung – die verging, als er nach vielen Widerständen von Seiten des Egos seinem Impuls folgte, wie ein Kind zu spielen, um sich bewusst auf sein eigenes Unbewusstes einzulassen und zu forschen. Sein Spiel bestand darin, aus Kieseln eine Stadt zu bauen, er malte auch regelmäßig Mandalas. Und es erschienen ihm zwei Geistwesen namens Philomen und Salome, die während dieser Phase seine Geistführer waren. Er zeichnete in einem »Roten Buch« endlose Gespräche seiner inneren Aspekte auf, und empfing auf medialem Weg von einem Basilides in Alexandria die »Septem Sermones ad Mortuos«, die »Sieben Belehrungen der Toten«. Im Haus der Familie Jung spukte es zu dieser Zeit häufig (was offenbar alle ganz normal fanden), und Jung selbst hatte des Öfteren intensive Träume und Visionen im Wachzustand. Damals wurden in symbolischer und bildlicher Form alle Informationen heruntergeladen, die Jungs Lebenswerk ausmachen – und die restlichen fünfzig Jahre seines Lebens verbrachte er damit, das empfangene Material zu sichten, zu erden und in Worte zu fassen: Ich sah, dass soviel Fantasie festen Bodens bedurfte, und dass ich zuerst ganz in die menschliche Wirklichkeit zurückkommen musste.
Er war dankbar für seine Familie und seine ärztliche Praxis, die es ihm nicht erlaubten, fortwährend in höherdimensionalen Sphären zu schweben, sondern ihn stattdessen immer wieder auf den Boden der 3D-Realität holten und im Irdischen verankerten. Es war ihm bewusst, dass er sich oft an der Grenze zur Verrücktheit bewegte, so wie er sie an seinen Patienten und Patientinnen in der Irrenanstalt beobachtet hatte. Ebenso war sich Jung im Klaren, dass er für diese Informationen die Verantwortung übernehmen musste: Denn wer seine Erkenntnis nicht als ethische Verpflichtung anschaut, verfällt dem Machtprinzip.
Es können daraus destruktive Wirkungen entstehen, die nicht nur andere zerstören, sondern auch den Wissenden selber.
Jung schaffte diese heikle Gratwanderung, indem er einerseits dem Ruf seiner Seele folgte und seine Intuitionen, Träume und Visionen ernst nahm – ihretwegen verzichtete er sogar auf eine akademische Karriere, weil er fühlte, dass diese Inhalte wichtiger waren als die äußere Anerkennung, die er als Professor erfahren konnte – und andererseits suchte und fand er die Mittel und Wege, um sich immer wieder zu erden. Er wurde zum Kenner sowohl der europäischen als auch östlichen Mythologien, studierte intensiv die christliche Tradition? sowie auch die Alchemie. Dieses Wissen setzte er mit seinen Patienten und Patientinnen um, wobei er genauso von den Menschen lernte, die sich Hilfe suchend an ihn gewandt hatten, wie diese von ihm lernten.
Als einer der großen Pioniere und Lehrer der Bewusstseinsarbeit unserer Zeit hat Carl Gustav Jung eine wertvolle Plattform geschaffen, von der wir heute vielfältig profitieren können. Seine Autobiografie »Erinnerungen, Träume, Gedanken« schildert eindrücklich seine umwälzenden Lebensprozesse. Dieses Zeugnis ist spannend, lesenswert und berührend von der ersten bis zur letzten Seite.
Mit eigenen Worten beschreibt er, wie er das Leben empfand: Das Leben ist mir immer wie eine Pflanze vorgekommen, die aus ihrem Rhizom lebt. Ihr eigentliches Leben ist nicht sichtbar, es steckt im Rhizom. Das, was über dem Boden sichtbar wird, hält nur einen Sommer. Dann verwelkt es – eine ephemere Erscheinung. Wenn man an das endlose Werden und Vergehen des Lebens und der Kulturen denkt, erhält man den Eindruck absoluter Nichtigkeit; aber ich habe nie das Gefühl verloren für etwas, das unter dem ewigen Wechsel lebt und dauert. Was man sieht, ist die Blüte, und die vergeht. Das Rhizom dauert.
Quelle: Carl G. Jung und Aniela Jaffe, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung, Autobiografie von C. G. Jung, Juni 2006 |
Am Mittag eines Sommertages im Jahr 1887 überquert der zwölfjährige Carl Gustav auf seinem Heimweg von der Schule den Basler Münsterplatz. Bei herrlich blauem Himmel spiegelt das Dach des Münsters den strahlenden Sonnenschein. Die Szene vermittelt Heiterkeit. Überwältigt von der Schönheit des Augenblicks denkt der Schüler Jung daran, wie schön die Welt und wie erhaben dieses Gotteshaus ist. Als er, der aus einem Pfarrhaushalt stammte, weiterdenken will an Gott auf seinem Thron und […], stockt sein Gedankenfluss unvermittelt. Etwas schnürt ihm die Kehle zu. Bloß nicht weiter denken, bloß nicht!
Der verbotene Gedanke wirft den Knaben in eine drei Tage und drei Nächte dauernde quälende Gewissensnot. Er schläft nicht mehr, ist blass, unkonzentriert und verstört. Welch' starker Wille treibt ihn, das Unerlaubte zu denken zu wagen? Woher kommt er? Wie kommt es, dass dies ihn so sehr plagt?
In der dritten Nacht löst sich die Spannung. Aus der Distanz von mehr als einem halben Jahrhundert schreibt Jung darüber:
Ich fasste allen Mut zusammen, wie wenn ich in das Höllenfeuer zu springen hätte und ließ den Gedanken kommen. Vor meinen Augen stand das schöne Münster, darüber der blaue Himmel. Gott sitzt auf goldenem Thron, hoch über der Welt, und unter dem Thron fällt ein ungeheures Exkrement auf das neue bunte Kirchendach, zerschmettert es und bricht die Kirchenwände auseinander. Das war es also. Ich spürte eine ungeheure Erleichterung und eine unbeschreibliche Erlösung. An Stelle der erwarteten Verdammnis war Gnade über mich gekommen und damit eine unaussprechliche Seligkeit, wie ich sie nie gekannt hatte. […] Aber der Gehorsam ist es gewesen, der mir die Gnade gebracht hat, und seit jenem Erlebnis wusste ich, was göttliche Gnade ist. Aniela Jaffé, C.G. Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Autobiografie von C. G. Jung, S. 45-46, 2006
Zur 'Gotteswelt' gehörte alles 'Übermenschliche', blendendes Licht, Finsternis des Abgrunds, die kalte Apathie des Grenzenlosen in Zeit und Raum und das unheimlich Groteske der irrationalen Zufallswelt. 'Gott' war für mich alles, nur nicht erbaulich. Aniela Jaffé, C.G. Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Autobiografie von C. G. Jung, S. 77, Zürich und Düsseldorf 1971
Die Menschheit ist in der großen Hauptsache psychologisch noch in einem Kindheitszustand – eine Stufe, die nicht übersprungen werden kann. Weitaus die meisten bedürfen der Autorität, der Führung und des Gesetzes. Diese Tatsache darf nicht übersehen werden. Die paulinische Überwindung des Gesetzes fällt nur dem zu, der es versteht, anstelle des Gewissens die Seele zu setzen. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
Quaternität, die Vierheit, ist in der Theosophie, Nummerologie und im AQUAL-System die Einheit von vier wesentlichen Komponenten. Die Theosophen sehen den Menschen aus vier Körper bestehend: den physischen, den Äther-, den Astralleib und das Selbst [Geistkörper]. Die Astrologie arbeitet ebenfalls mit »Vierheiten«. Die Einteilung der zwölf Tierkreiszeichen birgt drei Kreuze mit je vier Zeichen, die beweglichen, festen und Kardinalzeichen.
Die Erfahrungsebenen '''Realität, Entsprechung zur Realität (Symbolik, Umkehrung (Paradox) und Neuschöpfung entsprechen auch dem Aufbau eines Menschen, der aus
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Persönliche Bekenntnisse
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Persönliches Wachstum ist
Zitate, die Jung zugeschrieben wurden
Problematische Zitate/Einstellungen von Jung
Politics, Wars, and the Global Shadow as exemplified by the German 3rd Reich
Torture
Did Jung believe in God?
Jung was holding a college seminar on archetypes in the 30s when he was approached by a young female student that was visibly upset. Jung asked her what was troubling her. Then, she accused Jung of being an atheist. Jung was confused and asked the student where she had gotten that idea. The student paraphrased a quote she had read in which Jung said he didn't believe God existed. Jung smiled and said:
7. Links zum Thema, von und über Carl Gustav Jung, Psychoanalytiker7.1 Literatur
7.2 Literatur (engl.)
7.3 Externe Weblinks
7.4 Externe Weblinks (engl.)
7.5 Audio- und Videolinks
7.6 Audio- und Videolinks (engl.) |
Hawkins
Auf der Skala des Bewusstseins (von 1-1000) nach Dr. David R. Hawkins ist der Bewusstseinsgrad von C. G. Jung auf BW 520, das von ihm gefundene Konzept des Kollektiven Unbewussten bewegt sich auf 560. Jungs Weitsicht ist beispielsweise ausschlaggebend für die Entstehung der AA-Bewegung. 540
1 C.G. Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken, autobiografische Notizen ⇑