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Carl Gustav JungSchweizer Psychoanalytiker und Tiefenpsychologe

26. Juli 1875 * in Kesswil, Kanton Thurgau, Schweiz;
6. Juni 1961 † in Küsnacht ZH, Schweiz

 


Grafik von Carl Gustav Jung, 1912


 

Sein Leben und Werk

 

1.   Das hässliche Entlein

Von Jugend an war Jung mit ausgesprochener Sensibilität, ja sogar Medialität begabt; und diese Fähigkeit, mit der er sich oft einsam fühlte, führte dazu, dass er sein Leben der Erforschung des Menschen und des Bewusstseins widmete. Zu den wichtigsten Begriffen und Thesen, die er maßgeblich erforscht und geprägt hat und die heute als psychologisches Grundwissen geachtet und benutzt werden, zählen:

  1. das kollektive Unbewusste,
  2. das Prinzip der Synchronizität (des bedeutungsvollen “Zufalls”) und die
  3. Archetypenlehre.

 

Als während seines Medizinstudiums die Frage aufkam, in welche Richtung er sich spezialisieren wollte, zögerte er lange, bis er auf ein Lehrbuch der Psychiatrie stieß, das ihm den entscheidenden Impuls vermittelte: er wollte Psychiater werden! Diese Wahl stieß bei seinen Kollegen und Professoren auf Unverständnis und auch Enttäuschung, da er eine attraktive Assistentenstelle im Bereich der inneren Medizin ablehnte zugunsten der wenig glanzvollen Karriere als Psychiater.

 

Jung schreibt zum Gefühl, das diesen Entschluss begleitete:

Ich sah ein, dass ich offenbar wieder einmal auf ein Seitengeleise geraten war, auf dem mir niemand folgen wollte oder konnte. Aber ich wusste – und in dieser Überzeugung hätte mich niemand und nichts irre machen können – dass mein Entschluss feststand und ein Fatum (Schicksal) war. Es war, wie wenn zwei Ströme sich vereinigt hätten und in einer großen Bewegung mich unwiderruflich zu fernen Zielen führten.1

 

2.   Beruf und Berufung

Jung stützte sich stark auf seine Intuition, die ihn Schritt für Schritt durch die Wirrnis seines Berufs als Jungpsychiater in der Zürcher Klinik Burghölzli führte; auf die Hilfe von Älteren, Erfahreneren konnte er nicht hoffen, denn

[…] es war der Eintritt ins Weltkloster, und die Unterwerfung unter das Gelübde, nur das Wahrscheinliche, das Durchschnittliche, das Banale und das Sinnarme zu glauben, allem Fremden und Bedeutendem abzusagen und alles Ungewöhnliche auf das Gewöhnliche zu reduzieren.

Dies war für ihn, den Sensiblen mit dem Bedürfnis, die Wahrheit zu erfahren, keine Option und veranlasste ihn zum Ausruf:

Da stak ich nun in einem Beruf, in dem ich mich überhaupt nicht auskannte!

 


Carl Gustav Jung, 1910

Schritt für Schritt erarbeitete sich Jung seine Therapiemethode in der Arbeit mit seinen PatientInnen. Der Begriff “Methode” wäre allerdings wohl kein Ausdruck, der Jung gefallen hätte. Er misstraute Schemata und Kästchen, die die Komplexität und die Tausende von Nuancen des menschlichen Seins in ein allzu enges Korsett pressen. Es war ihm ein Anliegen, allen seinen PatientInnen als gleichberechtigter Mensch gegenüber zu treten, und nicht als gottähnliche Autorität, wie sich die Ärzte damals (und zu Teilen auch heute noch) verstanden. Er legte sehr viel Wert auf die Botschaften des Unbewussten und arbeitete intensiv mit Träumen und Bildern, die er seine PatientInnen malen ließ. Ebenso empfing er sehr viele Impulse durch eigene Träume und Visionen, die er in die Behandlungen einfließen ließ.

 

Zu Beginn seiner Tätigkeit als Psychiater interessierte er sich weniger für seine PatientInnen denn für seine Kollegen; durch die Untersuchung der Normalität hoffte er Aufschluss zu gewinnen über die Funktionsweise der Psyche, was ihm dann wiederum die Möglichkeit gab zu verstehen, was in einer kranken Psyche vor sich ging. Er lernte die schmale Grenze zwischen Normalität und Verrücktheit kennen, die oft überraschend in seinen Patienten aufblitzte – und zwar in beide Richtungen, so dass die Normalen plötzlich von Irresein bedroht schienen, jedoch auch dass die wirren Aussagen der Geistesgestörten, Schizophrenen und psychisch Kranken mehr Vernunft und Logik vermittelten, als es auf den ersten Blick schien:

Im Grunde genommen entdecken wir im Geisteskranken nichts Neues und Unbekanntes, sondern wir begegnen dem Untergrund unseres eigenen Wesens.

 

Jung war Praktiker und Therapeut, kein Theoretiker:

Wir brauchen eine praktische Psychologie, die praktisch richtig ist, das heißt diejenigen Erklärungen liefert, die sich in ihren praktischen Ergebnissen bestätigen lässt. Auf dem Kampfplatz der praktischen Psychotherapie sind wir auf lebensfähige Resultate angewiesen, wo wir dann nicht nur Theorien aufstellen können, die den Patienten nichts angehen oder ihn sogar schädigen. Hier kommt es nun, oft in lebensbedrohender Weise, darauf an, ob man aus der Physis oder aus dem Geist erklärt.

 

Oft arbeitete Jung mit Assoziationsexperimenten, um das Unbewusste eines Menschen beleuchten und viele jener Aspekte aufdecken zu können, die die PatientInnen nicht von sich aus erzählen. Jung bezeichnet die persönliche Geschichte als das “Geheimnis des Patienten”. Die eigentliche Therapie kann erst beginnen, sobald der Arzt diese Geschichte – oder zumindest Aspekte davon – in Erfahrung gebracht hat und zu den essentiellen Dingen vorgestoßen ist. Hier genügt es in der Regel nicht, sich auf die bewusst vermittelten Daten zu verlassen, denn gerade die problematischen Bereiche werden auch von den PatientInnen meist verdrängt und im Unbewussten gehalten. Assoziationsübungen, Traumdeutungen und auch der intensive und langmütige Kontakt von Mensch zu Mensch können diese geheim gehaltene Geschichte herausarbeiten und allmählich immer bewusster machen. Danach kann der Patient daran gehen, sie anzunehmen und sie zu verändern. Jung liebte es nicht, über seine Patienten zu bestimmen; er verstand sich viel mehr als Begleiter, der die natürliche und organische Entwicklung eines Menschen förderte.

 

Quelle: Carl G. Jung und Aniela Jaffe, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung, Autobiografie von C. G. Jung, Juni 2006

 

3.   Zwei Seelen, ach, in meiner Brust

Dass Jung dieses für seine Zeit höchst außergewöhnliche Verfahren nutzte, lag wohl in erster Linie daran, dass er gar keine andere Wahl hatte. Schon als Fünfzehnjähriger empfand er stark, dass er aus zwei Persönlichkeiten bestünde, aus Seele und Ego, was er folgendermaßen formulierte:

Alle diese Eigenschaften wie Lächerlichkeit, Gemeinheit, Dummheit, Lügenhaftigkeit und diese abscheuliche Eigenliebe kannte ich nur zu gut aus mir selbst, d. h. aus jener Persönlichkeit Nr. 1, dem Schuljungen von 1890. Daneben gab es jedoch einen Bereich, wie einen Tempel, in dem jeder Eintretende gewandelt wurde. Von der Anschauung des Weltganzen überwältigt und seiner selbst vergessend konnte er nur noch wundern und bewundern. Hier lebte “der Andere”, der Gott als ein heimliches, persönliches und zugleich überpersönliches Geheimnis kannte. Hier trennte nichts den Menschen von Gott. Ja, es war, wie wenn der menschliche Geist zugleich mit Gott auf die Schöpfung blickte.

 


Carl Gustav Jung, 1922

Sein Leben lang hat diese zweite Persönlichkeit, die Seele, die Hauptrolle in Jungs Leben gespielt, und er hat versucht, jenen Inhalten und Informationen freien Lauf zu lassen, die von Innen an ihn heranwollten. Er machte auch immer wieder die Erfahrung, dass sich sofort körperliche Symptome manifestierten, sobald er versuchte, gegen sein inneres Wissen zu handeln; doch sobald er dem Ruf seiner Seele folgte, verflüchtigten sich die Symtpome.

 

Jung war ein Schüler und für eine gewisse Zeit auch ein Freund von Sigmund Freud, den er bewunderte und als die erste wirklich bedeutende Persönlichkeit, die mir je begegnete, bezeichnete. Allerdings störte sich Jung bald an der dogmatischen Enge Freuds, die ihn alle psychischen Vorgänge auf den sexuellen Trieb und den Todestrieb reduzieren ließ. Jung widersprach Freud öffentlich in einem seiner Bücher, und opferte bewusst die Freundschaft und professionelle Verbindung mit ihm – bezeichnenderweise in einem Kapitel, das selbst den Titel “Opfer” trägt, in dem es um das Thema Inzest geht.

 

Darauf folgte für Jung eine Zeit der Verwirrung und Desorientierung – die verging, als er nach vielen Widerständen von Seiten des Egos seinem Impuls folgte, wie ein Kind zu spielen, um sich bewusst auf sein eigenes Unbewusstes einzulassen und zu forschen. Sein Spiel bestand darin, aus Kieseln eine Stadt zu bauen, er malte auch regelmäßig Mandalas. Und es erschienen ihm zwei Geistwesen namens Philomen und Salome, die während dieser Phase seine Geistführer waren. Er zeichnete in einem »Roten Buch« endlose Gespräche seiner inneren Aspekte auf, und empfing auf medialem Weg von einem Basilides in Alexandria die »Septem Sermones ad Mortuos«, die »Sieben Belehrungen der Toten«. Im Haus der Familie Jung spukte es zu dieser Zeit häufig (was offenbar alle ganz normal fanden), und Jung selbst hatte des Öfteren intensive Träume und Visionen im Wachzustand. Damals wurden in symbolischer und bildlicher Form alle Informationen heruntergeladen, die Jungs Lebenswerk ausmachen – und die restlichen fünfzig Jahre seines Lebens verbrachte er damit, das empfangene Material zu sichten, zu erden und in Worte zu fassen:

Ich sah, dass soviel Fantasie festen Bodens bedurfte, und dass ich zuerst ganz in die menschliche Wirklichkeit zurückkommen musste.

 

Er war dankbar für seine Familie und seine ärztliche Praxis, die es ihm nicht erlaubten, fortwährend in höherdimensionalen Sphären zu schweben, sondern ihn stattdessen immer wieder auf den Boden der 3D-Realität holten und im Irdischen verankerten. Es war ihm bewusst, dass er sich oft an der Grenze zur Verrücktheit bewegte, so wie er sie an seinen Patienten und Patientinnen in der Irrenanstalt beobachtet hatte. Ebenso war sich Jung im Klaren, dass er für diese Informationen die Verantwortung übernehmen musste:

Denn wer seine Erkenntnis nicht als ethische Verpflichtung anschaut, verfällt dem Machtprinzip.

Es können daraus destruktive Wirkungen entstehen, die nicht nur andere zerstören, sondern auch den Wissenden selber.

 

Jung schaffte diese heikle Gratwanderung, indem er einerseits dem Ruf seiner Seele folgte und seine Intuitionen, Träume und Visionen ernst nahm – ihretwegen verzichtete er sogar auf eine akademische Karriere, weil er fühlte, dass diese Inhalte wichtiger waren als die äußere Anerkennung, die er als Professor erfahren konnte – und andererseits suchte und fand er die Mittel und Wege, um sich immer wieder zu erden. Er wurde zum Kenner sowohl der europäischen als auch östlichen Mythologien, studierte intensiv die christliche Tradition? sowie auch die Alchemie. Dieses Wissen setzte er mit seinen Patienten und Patientinnen um, wobei er genauso von den Menschen lernte, die sich Hilfe suchend an ihn gewandt hatten, wie diese von ihm lernten.

 

Als einer der großen Pioniere und Lehrer der Bewusstseinsarbeit unserer Zeit hat Carl Gustav Jung eine wertvolle Plattform geschaffen, von der wir heute vielfältig profitieren können. Seine Autobiografie »Erinnerungen, Träume, Gedanken« schildert eindrücklich seine umwälzenden Lebensprozesse. Dieses Zeugnis ist spannend, lesenswert und berührend von der ersten bis zur letzten Seite.

 

Mit eigenen Worten beschreibt er, wie er das Leben empfand:

Das Leben ist mir immer wie eine Pflanze vorgekommen, die aus ihrem Rhizom lebt. Ihr eigentliches Leben ist nicht sichtbar, es steckt im Rhizom. Das, was über dem Boden sichtbar wird, hält nur einen Sommer. Dann verwelkt es – eine ephemere Erscheinung. Wenn man an das endlose Werden und Vergehen des Lebens und der Kulturen denkt, erhält man den Eindruck absoluter Nichtigkeit; aber ich habe nie das Gefühl verloren für etwas, das unter dem ewigen Wechsel lebt und dauert. Was man sieht, ist die Blüte, und die vergeht. Das Rhizom dauert.

 

Quelle: Carl G. Jung und Aniela Jaffe, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung, Autobiografie von C. G. Jung, Juni 2006

 

4.   Das Gnadenerlebnis des Knaben Jung

Am Mittag eines Sommertages im Jahr 1887 überquert der zwölfjährige Carl Gustav auf seinem Heimweg von der Schule den Basler Münsterplatz. Bei herrlich blauem Himmel spiegelt das Dach des Münsters den strahlenden Sonnenschein. Die Szene vermittelt Heiterkeit. Überwältigt von der Schönheit des Augenblicks denkt der Schüler Jung daran, wie schön die Welt und wie erhaben dieses Gotteshaus ist. Als er, der aus einem Pfarrhaushalt stammte, weiterdenken will an Gott auf seinem Thron und […], stockt sein Gedankenfluss unvermittelt. Etwas schnürt ihm die Kehle zu. Bloß nicht weiter denken, bloß nicht!

 

Der verbotene Gedanke wirft den Knaben in eine drei Tage und drei Nächte dauernde quälende Gewissensnot. Er schläft nicht mehr, ist blass, unkonzentriert und verstört. Welch' starker Wille treibt ihn, das Unerlaubte zu denken zu wagen? Woher kommt er? Wie kommt es, dass dies ihn so sehr plagt?

 

In der dritten Nacht löst sich die Spannung. Aus der Distanz von mehr als einem halben Jahrhundert schreibt Jung darüber:
Ich fasste allen Mut zusammen, wie wenn ich in das Höllenfeuer zu springen hätte und ließ den Gedanken kommen. Vor meinen Augen stand das schöne Münster, darüber der blaue Himmel. Gott sitzt auf goldenem Thron, hoch über der Welt, und unter dem Thron fällt ein ungeheures Exkrement auf das neue bunte Kirchendach, zerschmettert es und bricht die Kirchenwände auseinander. Das war es also. Ich spürte eine ungeheure Erleichterung und eine unbeschreibliche Erlösung. An Stelle der erwarteten Verdammnis war Gnade über mich gekommen und damit eine unaussprechliche Seligkeit, wie ich sie nie gekannt hatte. […] Aber der Gehorsam ist es gewesen, der mir die Gnade gebracht hat, und seit jenem Erlebnis wusste ich, was göttliche Gnade ist. Aniela Jaffé, C.G. Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Autobiografie von C. G. Jung, S. 45-46, 2006

 

Zur 'Gotteswelt' gehörte alles 'Übermenschliche', blendendes Licht, Finsternis des Abgrunds, die kalte Apathie des Grenzenlosen in Zeit und Raum und das unheimlich Groteske der irrationalen Zufallswelt. 'Gott' war für mich alles, nur nicht erbaulich. Aniela Jaffé, C.G. Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Autobiografie von C. G. Jung, S. 77, Zürich und Düsseldorf 1971

 

Die Menschheit ist in der großen Hauptsache psychologisch noch in einem Kindheitszustand – eine Stufe, die nicht übersprungen werden kann. Weitaus die meisten bedürfen der Autorität, der Führung und des Gesetzes. Diese Tatsache darf nicht übersehen werden. Die paulinische Überwindung des Gesetzes fällt nur dem zu, der es versteht, anstelle des Gewissens die Seele zu setzen. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

5.   Quaternität – Vierheit

Quaternität, die Vierheit, ist in der Theosophie, Nummerologie und im AQUAL-System die Einheit von vier wesentlichen Komponenten. Die Theosophen sehen den Menschen aus vier Körper bestehend: den physischen, den Äther-, den Astralleib und das Selbst [Geistkörper]. Die Astrologie arbeitet ebenfalls mit »Vierheiten«. Die Einteilung der zwölf Tierkreiszeichen birgt drei Kreuze mit je vier Zeichen, die beweglichen, festen und Kardinalzeichen.

 

Die Erfahrungsebenen '''Realität, Entsprechung zur Realität (Symbolik, Umkehrung (Paradox) und Neuschöpfung entsprechen auch dem Aufbau eines Menschen, der aus

  • einem stofflichen Körper (fass- und sichtbar) und
  • drei weiteren feinstofflichen Körpern in jeweils abgestuften dimensionalen Größen besteht. Fühlen, Denken und Intuieren finden auf feinstofflicher Ebene statt. Klassischerweise wird die Vierheit (3+1), die C. G. Jung als Quaternität bezeichnete, als der Dreiklang von Körper-Seele-Geist ausgedrückt.

 

[...] Symbol der Quaternität, das an die Vierteiligkeit des gnostischen Urmenschen anknüpft und von dem sich sagen ließ: Siehe – der Mensch. Das Wesentliche an dieser Menschenvorstellung aber ist die "Ganzheit" oder "Vollständigkeit", die nicht etwa mit moralischer Vollkommenheit zu verwechseln ist, der es aber gelungen ist, auch den "Schatten", das Böse einzubewältigen und die Urgegensätze menschlichen Existierens in sich selbst zu harmonisieren. Diese Urgegensätze sind vor allem alt und jung, männlich und weiblich, gut und böse. In der Quaternität sind sie vereinigt:
  • Vater und Sohn [alt und jung],
  • männlicher Sohn und weibliches Geistprinzip (Sophia) [männlich und weiblich],
  • Schöpfer-Gott und Satan als vierte "Persona" [Gut und Böse]
    • bilden eine Einheit.
Damit will Jung zunächst nichts anderes ausgesagt haben, als dass die psychische Vollständigkeit einen besseren und treffenderen Ausdruck im Symbol der Quaternität findet als im symbolisch verstandenen Trinitätsdogma. Joachim Scharfenberg, Zum theologischen Gespräch mit C. G. Jung, Teil 1, Quatember, 1962

 

6.   Zitate zum Thema, von und über Carl Gustav Jung, Psychoanalytiker

6.1   Zitate von C.G. Jung

Persönliche Bekenntnisse

  • Ich möchte niemand anderem einen Weg vorzeichnen, denn ich weiß, dass mir der Weg von einer Hand vorgeschrieben wurde, die weit über mich hinausreicht. 1948

 

  • Immer wieder traten Ereignisse ein, die mich aus meinem gewöhnlichen Alltagsdasein hinaus in die grenzenlose "Gotteswelt" drängten. Der Ausdruck "Gotteswelt", der für gewisse Ohren sentimentalisch klingt, hatte für mich keineswegs diesen Charakter. Zur "Gotteswelt" gehörte alles "Übermenschliche", blendendes Licht, Finsternis des Abgrunds, die kalte Apathie des Grenzenlosen in Zeit und Raum und das unheimlich Groteske der irrationalen Zufallswelt. "Gott" war alles für mich, nur nicht erbaulich. Autobiografie Erinnerungen, Träume, Gedanken
  • Das Treffen zweier Persönlichkeiten ist wie der Kontakt zweier chemischer Substanzen: Wenn es eine Reaktion gibt, werden beide transformiert.

 

  • Fürchte nicht das Chaos, denn im Chaos wird das Neue geboren.

 

  • Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht.

 

  • Diejenige psychologische Tatsache, welche die größte Macht in einem Menschen besitzt, wirkt als Gott, weil es immer der überwältigende psychische Faktor ist, der Gott genannt wird.

 

  • Die einzigen Menschen, denen ich nicht helfen konnte, waren diejenigen, die an keine höhere Macht außerhalb ihrer selbst glauben.

 

  • Auch das glücklichste Leben ist nicht ohne ein gewisses Maß an Dunkelheit denkbar und das Wort Glück würde seine Bedeutung verlieren, hätte es nicht seinen Widerpart in der Traurigkeit.

 

  • Erleuchtung ist nicht durch Imaginieren von Lichtwesen zu erreichen, sondern indem man sich die Dunkelheit bewusst [zu eigen] macht.

 

  • Psychologisch heißt "Welt" wie ich die Welt sehe; meine Einstellung zur Welt kann betrachtet werden als mein Wille und meine Vorstellung. Die Welt an sich ist indifferent. Mein "Ja" und "Nein" erzeugt die Differenz.

 

  • Fanatismus findet sich nur bei solchen, die einen inneren Zweifel zu übertönen versuchen.

 

  • Zur Abwehr der Zweifel wird die bewusste Einstellung fanatisch, denn Fanatismus ist nichts anderes als überkompensierter Zweifel. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Unter allen Patienten der Lebensmitte, das heißt jenseits 35, ist nicht ein einziger, dessen endgültiges Problem nicht das der religiösen Einstellung wäre. Ja, jeder krankt in letzter Linie daran, dass er das verloren hat […], und keiner ist wirklich geheilt, der seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht, was mit Konfession oder Zugehörigkeit zu einer Kirche natürlich nichts zu tun hat.

 

  • Es schien mir oft, als ob man die religiösen Vorschriften an Stelle des Gotteswillens, der ja so unerwartet und erschreckend sein konnte, setzte, und zwar zu dem Zweck, den Gotteswillen nicht verstehen zu müssen. Autobiografie Erinnerungen, Träume, Gedanken

 

  • Nichts hat psychologisch gesehen einen stärkeren Einfluss auf ihre Umgebung und besonders auf ihre Kinder als das ungelebte Leben der Eltern. Autobiografie Erinnerungen, Träume, Gedanken

 

Persönliches Wachstum ist

  • Zugewinn an Bewusstheit,
  • Zugewinn an Verhaltens-Optionen,
  • Zugewinn an Ich-Stärke,
  • Zugewinn an Durchlässigkeit,
  • letzten Endes ein Mysterium.

 

  • Eine Ehe entwickelt sich selten oder vielleicht nie reibungslos und ohne Krisen zu einer persönlichen Beziehung; es gibt keine Bewusstwerdung ohne Schmerzen.

 

  • Man kann die Wunden anderer nur heilen, wenn man selber welche hat.

 

  • Was du nicht bewusst berührst, geschieht dir als Schicksal.

 

  • Der erste Schritt zur Individualität ist die Ablösung des Einzelwesens von der Ununterschiedenheit und Unbewusstheit der Herde. Es ist die Vereinsamung des reifen Menschen, der nicht mehr von den Werturteilen seiner Umwelt abhängt, sondern in seiner Beziehung zum Selbst fest verankert ist.

 

  • Es hängt alles davon ab, wie wir die Dinge sehen, und nicht davon, wie sie sind.

 

  • Die völlige Verwirklichung der Ganzheit unseres Wesens ist ein unerreichbares Ziel.

 

  • Ich glaube nicht, ich weiß.
    Hinweis: Offenbar bin ich [...] um eine Kleinigkeit weiser, eben darum, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube. Sokrates, nach Platons Apologie des Sokrates

 

  • Ich will lieber ganz sein als gut!

 

  • Der richtige Weg zur Ganzheit besteht aus schicksalsmäßigen Umwegen und Irrwegen.

 

  • Gebraucht der falsche Mann das rechte Mittel, so wirkt das rechte Mittel verkehrt.

 

  • Wo der Wille zur Macht ist, existiert ein Mangel an Liebe.

 

  • Moral wurde nicht in Form von Tafeln vom Sinai heruntergebracht und dem Volk aufgenötigt, sondern die Moral ist eine Funktion der menschlichen Seele, die so alt ist wie die Menschheit. […] Sie ist ein instinktives Regulativ, welches auch das Zusammenleben der Tiere ordnet.

 

  • Aber nur der ist ein genialer Philosoph, dem es gelungen ist, die primitive und bloß natürliche Vision zur abstrakten Idee und zum bewussten Allgemeingut zu erheben. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

  • Alle Menschen beobachten Dinge, die ihnen ungewohnt sind, schlecht. […] Die menschliche Beobachtung leistet nur dann etwas, wenn sie für ein bestimmtes Gebiet geübt ist. Synchronisation, Akausalität und Okkultismus

 

  • Da Nachprüfen und Nachdenken so umständlich und schwierig sind, so urteilt man lieber unbeschwert und realisiert nicht, dass man bloß projiziert und somit sich selber zum Opfer eines närrischen Illusionstricks macht. Synchronisation, Akausalität und Okkultismus

 

  • Das Christentum gab eine bestimmte Richtung vor unter Ausschließung aller anderen möglichen Richtungen. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Das Destruktive des extravertierten Denkens sowohl wie seine gegebenfalls beschränkte Nützlichkeit, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. […] Die negative Qualität rührt daher, dass dieses Denken so unbeschreiblich billig ist, das heißt arm an zeugender und schöpferischer Energie. Es ist ein Denken im Schlepptau anderer Funktionen. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Dass viele Spiritisten mit ihrer »Wissenschaft« und »wissenschaftlichen Erkenntnis« renommieren, ist natürlich arger Unfug. Diesen Leuten fehlt es nicht bloß an Kritik, sondern auch an elementarsten psychologischen Kenntnissen. Sie wollen im Grunde genommen übrigens auch nicht belehrt sein, sondern bloß glauben, was in Ansehung der menschlichen Unvollkommenheit eine naive Unbescheidenheit ist. Synchronisation, Akausalität und Okkultismus

 

  • Der Abendländer lebt in einer förmlichen Dunstwolke der Selbstberäucherung, die ihm sein wirkliches Angesicht verhüllen soll. Gesammelte Werke, Band 10, »Das Seelenproblem des modernen Menschen«

 

  • Der Irrationale macht dies abschätzige Urteil wett durch den Eindruck, den ihm der Rationale macht: er sieht ihn als etwas nur Halblebendiges an, dessen einziger Lebenszweck darin besteht, allen Lebendigen Vernunftfesseln anzulegen und ihm mit Urteilen den Hals zuzuschnüren. Das sind natürlich krasse Extreme, aber sie kommen vor. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Irrationalität ist eine Untugend des Denkens und Fühlens, Rationalität eine Untugend des Empfindens und Intuierens. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Die Antike konnte Körper und Seele noch zusammenschauen als eine ungetrennte Einheit, weil eben der heidnische Mensch jener primitiven Urzeit näher stand, wo noch kein Riss durch die Persönlichkeit ging und wo der Mensch noch als ungeteilte Einheit in kindlicher Unschuld und Unverantwortlichkeit erleben konnte. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Die bewusste Einstellung ist immer zum Mindesten eine Art Weltanschauung, wenn sie nicht geradezu eine Religion ist. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Die Empfindung stellt fest, was tatsächlich vorhanden ist.
    Das Denken ermöglicht uns zu erkennen, was das Vorhandene bedeutet,
    das Gefühl, was es wert ist,
    und die Intuition schließlich weist auf die Möglichkeiten des Woher und Wohin, die im gegenwärtig Vorhandenen liegen. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Die Forderung, dass er [der Beobachter] nur objektiv sehe, ist gar nicht zu erheben; denn das ist unmöglich. Wenn man nicht zu subjektiv sieht, so dürfte man schon zufrieden sein. […] Insofern befähigt der Balken im eigenen Auge geradezu zur Auffindung des Splitters in des Bruders Auge. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Der Mensch trägt immer seine ganze Geschichte und die Geschichte der Menschheit mit sich. Typologie, S. 35, dtv Verlag, München, 1990

 

  • Die menschliche Psychologie ist bekanntlich chamäleonartig, das erfährt der praktische Psychologe alltäglich. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Die Tatsache, dass jederman meint, seine Psychologie sei der Maßstab aller Dinge, und, wenn dieser Jedermann dann zufällig ein Flachkopf sein sollte, dass ein solches Problem in seiner Beobachtung überhaupt nicht vorkommt, kann den Psychologen nicht weiter kümmern, denn er muss die objektiv vorkommenden Dinge so nehmen, wie sie sind, ohne sie zugunsten einer subjektiven Voraussetzung zu verkrüppeln. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

  • Die unbewussten Funktionen befinden sich in einem archaisch-animalischen Zustand. Ihre in Träumen und Phantasien auftretenden symbolischen Ausdrücke stellen meistens den Kampf oder das Gegenübertreten zweier Tiere oder zweier Monster dar. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Eine Einteilung der Menschen aber, an deren Gültigkeit nur ich glaube, die aber jeder andere bestreitet, ist genau so gut wie eine universelle Kirche, deren einziges Mitglied ich selber bin. Es müssen daher Kriterien aufgefunden werden, welche nicht nur das urteilende Subjekt, sondern auch das zu beurteilende Objekt als verbindlich annimmt. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Eine große Gesellschaft, aus lauter trefflichen Menschen zusammengesetzt, gleicht an Moralität und Intelligenz einem großen, dummen und gewaltätigen Tier. Je größer nämlich die Organisationen sind, desto unvermeidlicher ist auch ihre Immoralität und blinde Dummheit. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

  • Eine wirklich wissenschaftliche Einstellung muss vorausetzungslos sein. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

  • Er [der Introvertierte] schätzt den subjektiven Faktor zu niedrig ein und wird dafür von Minderwertigkeitsgefühlen heimgesucht. Es ist daher kein Wunder, dass gerade in unserer Zeit und besonders in jenen Bewegungen, die der Gegenwart um Einiges voraneilen, der subjektive Faktor sich übertriebener und darum in geschmackloser und karikierter Weise äußert. Ich meine die heutige Kunst. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Es gibt Wahrheiten, die erst übermorgen wahr sind, und solche, die noch gestern wahr waren - und solche, die in keiner Zeit wahr sind. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

  • Es ist eine Tatsache, die mir in meiner praktischen Arbeit immer wieder überwältigend entgegentritt, dass der Mensch nahezu unfähig ist, einen anderen Standpunkt als seinen eigenen zu begreifen oder gelten zu lassen. […] Eine Basis zur Schlichtung des Streites der Auffassung könnte nach meiner Überzeugung die Anerkennung von Typen der Einstellung sein, aber nicht nur der Existenz solcher Typen, sondern auch der Tatsache, dass jeder in seinem Typus bis zu dem Grade befangen ist, dass er des völligen Verständnisses des anderen Standpunktes unfähig ist. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Es muss jemand schon einen sehr getrübten Blick haben oder aus einer sehr nebelhaften Distanz die menschliche Gesellschaft anschauen, wenn er meinen sollte, dass durch gleichmäßige Regulierung des Lebens eine gleichmäßige Verteilung des Glücks erzielt werden könne. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Gott über Gott […] ein Gott, von dem Ihr nicht wusstet, denn die Menschen vergaßen ihn. Wir nennen ihn mit seinem Namen Abraxas. Er ist noch unbestimmter als Gott und Teufel. Septem Sermones ad Mortuos, 1916

 

  • Im allgemeinen wird ein urteilend [judging] eingestellter Beobachter eher den bewussten Charakter erfassen, während ein wahrnehmend [perceiving] eingestellter Beobachter mehr durch den unbewussten Charakter beeinflusst wird; denn das Urteil interessiert sich mehr für die bewusste Motivierung des psychischen Geschehens, während die Wahrnehmung mehr das bloße Geschehen registriert. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Man sieht, was man am Besten aus sich sehen kann. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Natürlich denkt jede Zeit, alle früheren Zeiten seien voreingenommen gewesen, und heute denkt man dies mehr denn je und hat damit ebenso unrecht wie alle früheren Zeiten, die so dachten. Wie oft schon hat man es erlebt, dass die Wahrheit verdammt wurde. Es ist traurig, aber leider wahr, dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt. Diese Tatsache wird uns die größten Schwierigkeiten bereiten, denn wenn wir uns anschicken, in einer so dunklen Sache ein irgendwie erleuchtetes Erfahrungsmaterial zu sammeln, so werden wir es ganz sicher dort finden, wo alle Autoritäten uns versichert haben, dass nichts zu finden sei. Synchronizität, Akausalität und Okkultismus

 

  • Ohne Freiheit kann es keine Sittlichkeit geben. Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

  • Unsere furchtbaren Götter haben nur den Namen gewechselt, sie reimen jetzt auf »-ismus« Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

 

  • Die Sucht nach Alkohol entspricht auf einer niedrigen Stufe dem geistigen Durst des Menschen nach Ganzheit, in mittelalterlicher Sprache: nach der Vereinigung mit Gott. Zeile in einem Brief an Bill Wilson, den Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker

 

  • Unsere Psychologie muss ans Leben heranreichen, sonst bleiben wir einfach im Mittelalter stecken. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Was wir für eine spezifisch abendländische Erfindung halten, nämlich die Psychoanalyse und die von ihr ausgehenden Anregungen, so ist sie ein Anfängerversuch im Vergleiche mit dem, was im Osten altgeübte Kunst ist. Gesammelte Werke, Band 10, S. 109 »Das Seelenproblem des modernen Menschen«

 

  • Weil die Seele das Unmittelbare selber ist, weil wir selber sogar Seele sind, so können wir kaum anders als annehmen, dass wir auf gründlichste, nachhaltigste und unzweifelhafteste damit bekannt seien. Daher hat auch jedermann nicht nur seine Meinung über Psychologie, sondern auch die Überzeugung, dass er es selbstverständlich besser wisse. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Wer uns nach unserem Affekt beurteilt, dem werfen wir gerne Verständnislosigkeit, ja Ungerechtigkeit vor. Das verpflichtet uns aber auch, den anderen nicht nach dem Affekt zu beurteilen. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Wir sehen Farben?, aber keine Wellenlängen. Gesammelte Werke, Band 6

 

  • Er [der Lehrer] hat bereits erfahren, dass der leerste Kopf, der eine Methode gut nachbeten kann, der beste Schüler ist. Seine ganze Umgebung redet und lebt es ihm vor, dass aller Erfolg und alles Glück außen ist und dass man nur der richtigen Methode bedürfe, um das Gewünschte zu erreichen. Gesammelte Werke, Band 6

 


Zitate, die Jung zugeschrieben wurden

  • Alles, was uns an anderen missfällt, kann uns zu besserer Selbsterkenntnis führen.

 

  • Das Problem der Liebe gehört zu den großen Leiden der Menschheit, und niemand sollte sich der Tatsache schämen, dass er seinen Tribut daran zu zahlen hat.

 

  • Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.

 

  • Ich erachte es für die vornehmste Aufgabe der Psychotherapie in unserer Gegenwart, unentwegt dem Ziel der Entwicklung des Einzelnen zu dienen.

 

  • Man kann behaupten, dass die Mehrzahl der Religionen komplizierte Systeme der Vorbereitung des Todes sind.

 

  • Titel sind eine billige Kompensation für persönliche Unzulänglichkeiten.

 

  • Wo die Liebe herrscht, da gibt es keinen Machtwillen, und wo die Macht den Vorrang hat, da fehlt die Liebe. Das eine ist der Schatten des andern.

 


Problematische Zitate/Einstellungen von Jung

  • Der Jude als relativer Nomade hat nie und wird voraussichtlich auch nie eine eigene Kulturform schaffen, da alle seine Instinkte und Begabungen ein mehr oder weniger zivilisiertes Wirtsvolk zu ihrer Entfaltung voraussetzen. […] Das arische Unbewußte hat ein höheres Potential als das jüdische. Gesammelte Werke' X 1974, S. 190f., 1934

 

  • In vielen Fällen [von widerspenstigen Animus-starken Frauen] hat der Mann das Gefühl (und hat nicht ganz unrecht damit), dass einzig Verführung oder Verprügelung oder Vergewaltigung noch die nötige Überzeugungskraft hätten. Leider zeichnet sich nicht nur Sigmund Freud durch Frauenfeindlichkeit aus, sondern auch C. G. Jung, von dem es nicht so bekannt ist. Er stellt sich offensichtlich gegen starke Frauen, die vom Animus geritten werden.

 

 

6.2  Zitate (engl.) von C.G. Jung

  • Our psycho-mythology is much greater than our psychopathology.   Source unknown

 

  • Only here, in life on earth, where the opposites clash together, can the general level of consciousness be raised. Carl Gustav Jung, Autobiographie

 

 

  • There can be no resolution – only patient endurance – of the opposites which ultimately spring from your own nature. You yourself are a conflict that rages in itself and against itself in order to melt its incompatible substances, the male and the female, in the fire of suffering and thus create that form which is the goal of life. Everyone goes through this mill – consciously or unconsciously, voluntarily or forcibly. We are crucified between the opposites and delivered up to the torture until this reconciling third takes shape. [...]
    Do not doubt the rightness of the two sides within you and let happen whatever may happen. The apparently unendurable conflict of your life is proof of the rightness of your life. A life without inner contradiction is either only half a life or a life in the beyond which is destined only for the angels. But God loves human beings more than the angels.
    Extracted from an extraordinary letter to a friend Mrs. Fröbe, written at age 70 in 1945. As an organizer of conferences she had asked Carl Gustav Jung to comment on her great inner struggle between the demands of her career and the demands of her family. Jung pleaded to reconcile the struggle between the male [solar, selfbased, personal approach] and the female [lunar, SELF-based, impersonal approach] via patient endurance in the fire of the crucible until transformation has come about.

 

  • Only after I had familiarized myself with alchemy did I realize that the unconscious is a process, and that the psyche is transformed or developed by the relationship of the ego to the contents of the unconscious. In individual cases that transformation can be read from dreams and fantasies. In collective life it has left its deposit principally in the various religious systems and their changing symbols. Through the study of these collective transformation processes and through understanding of alchemical symbolism I arrived at the central concept of my psychology: the process of individuation. Memories, Dreams, Reflections, pg. 209, 1962

 

  • Everything that irritates us about others can lead us to a better understanding of ourselves. Carl Gustav Jung

 

  • The meeting of two personalities is like the contact of two chemical substances: If there is any reaction, both are transformed. Carl Gustav Jung

 

  • We cannot change anything unless we accept it. Condemnation does not liberate, it oppresses. Carl Gustav Jung

 

  • The psychological rule says that when an inner situation is not made conscious, it happens outside, as fate. That is to say, when the individual remains undivided [not in touch with both the light AND dark parts of themselves] and does not become conscious of his inner opposite, the world must per force act out the conflict and be torn into opposing halves. Carl Gustav Jung, Collected Works 9ii, par. 126, Christ, A Symbol of the Self

 

  • The demons will seek a new victim. And that won't be difficult. Every man who loses his shadow, every nation that falls into self-righteousness, is their prey. Carl Gustav Jung
  • Evil has us in its grip [...] for only the fool can permanently disregard the conditions of his own nature. In fact, this negligence is the best means of making him an instrument of evil. Carl Gustav Jung

 

  • It is a fact that cannot be denied: the wickedness of others becomes our own wickedness because it kindles something evil in our hearts. [...] the sight of evil kindles evil in the soul. Carl Gustav Jung

 

 

 

  • Only here, in life on earth, where the opposites clash together, can the general level of consciousness be raised. Carl Gustav Jung

 

  • Science is the tool of the Western mind and with it more doors can be opened than with bare hands. It is part and parcel of our knowledge and obscures our insight only when it holds that the understanding given by it is the only kind there is. Carl Gustav Jung

 

 

 

  • The "squaring of the circle" is one of the many archetypal motifs which form the basic patterns of our dreams and fantasies. But it is distinguished by the fact that it is one of the most important of them from the functional point of view. Indeed, it could even be called the archetype of wholeness. Carl Gustav Jung, Mandalas, Zürich, 1955
    Jung frequently painted or drew mandalas. He only learned to understand the mandala symbology many years later. He saw mandalas as images of “squaring the circle” and as “cryptograms” of the actual state of the self.

 

  • Only gradually did I discover what the mandala really is: 'Formation, Transformation, Eternal Mind’s eternal recreation'. And that is the self, the wholeness of the personality, which if all goes well is harmonious, but which cannot tolerate self-deceptions. Carl Gustav Jung, Memories, Dreams, Reflections, pg. 195-196, Revised edition. ed. Aniela Jaffe, Trans. Richard and Clara Winston, New York, Vintage Books, 1989

 

  • From the circle and quaternity motif is derived the symbol of the geometrically formed crystal and the wonder-working stone. From here analogy formation leads on to the city, castle, church, house, and vessel. Another variant is the wheel (rota). The former motif emphasizes the ego’s containment in the greater dimension of the self; the latter emphasizes the rotation which also appears as a ritual circumambulation. Psychologically, it denotes concentration on and preoccupation with a centre. Carl Gustav Jung, The Collected Works, pg. 352, Trans. R. F. C. Hull. Vol. 9. part i, 2nd edition. Princeton, Princeton UP, 1968

 

  • Synchronicity is no more baffling or mysterious than the discontinuities of physics. It is only the ingrained belief in the sovereign power of causality that creates intellectual difficulties and makes it appear unthinkable that causeless events exist or could ever exist. But if they do, then we must regard them as creative acts, as the continuous creation of a pattern that exists from all eternity, repeats itself sporadically, and is not derivable from any known antecedents. Carl Gustav Jung

 

  • I would wrestle with the dark angel until he dislocated my hip. For he is also the light and the blue sky which he withholds from me. Carl Gustav Jung

 

  • One does not become enlightened by imagining figures of light, but by making the darkness conscious. Carl Gustav Jung

 

 

  • The gigantic catastrophes that threaten us today are not elemental happenings of a physical or biological order, but psychic events. To a quite terrifying degree we are threatened by wars and revolutions which are nothing other than psychic epidemics. At any moment several millions of human beings may be smitten with a new madness, and then we shall have another world war or devastating revolution. Instead of being at the mercy of wild beasts, earthquakes, landslides, and inundations, modern man is battered by the elemental forces of his own psyche. This is the World Power that vastly exceeds all other powers on earth. Carl Gustav Jung

 

  • The shadow is a moral problem that challenges the whole ego-personality, for no one can become conscious of the shadow without considerable moral effort. To become conscious of it involves recognizing the dark aspects of the personality as present and real. This act is the essential condition for any kind of self-knowledge. Carl Gustav Jung, Aion, Collected Works 9, Part II, pg. 14, 1951

 

  • The devil is a variant of the “shadow” archetype, i.e., of the dangerous aspect of the unrecognized dark half of the personality. Carl Gustav Jung

 

  • People will do anything, no matter how absurd, in order to avoid facing their own souls. They will practice Indian yoga and all its exercises, observe a strict regimen of diet, learn theosophy by heart, or mechanically repeat mystic text from the literature of the whole world – all because they cannot get on with themselves and have not slightest faith that anything useful could ever come out of their own souls. Thus the soul has gradually been turned into a Nazareth from which nothing good can come. Therefore let us fetch it from the four corners of the earth – the more far-fetched and bizarre it is the better! Carl Gustav Jung, Psychology and Alchemy, pg. 99

 

 

  • The great problem of our time is that we don’t understand what is happening to the world. We are confronted with the darkness of our soul, the unconscious. Carl Gustav Jung, Letters, vol. 2, pg. 590

 

  • As soon as people get together in masses and submerge the individual, the shadow is mobilized, and, as history shows, may even be personified and incarnated. Carl Gustav Jung, The Archetypes and the Collective Unconscious, Collected Works 9i, par. 478

 

  • The future of mankind very much depends upon the recognition of the shadow. Carl Gustav Jung, Letters, vol. 1, pg. 541

 

  • Insanity is possession by an unconscious content that, as such, is not assimilatable to consciousness, nor can it be assimilated since the very existence of such contents is denied. Carl Gustav Jung, Alchemical Studies, Collected Works 13, par. 53

 

  • [If the unconscious is] […] properly dealt with in one place only, it is influenced as a whole, i.e., simultaneously and everywhere. Carl Gustav Jung, Letters, vol. 2, pg. 595

 


 

Politics, Wars, and the Global Shadow as exemplified by the German 3rd Reich

 

  • The first World War released the hidden power of evil, just as the war itself was released by the accumulation of unconscious masses, […]
    The second World War was a repetition of the same psychic process but on an infinitely greater scale. Carl Gustav Jung

 

  • [The Second World War] […] was recognized as an unmitigated psychic disaster only by the few. Rather than do this, people prefer the most preposterous political and economic theories. Carl Gustav Jung

 

  • What the unconscious really contains are the great collective events of the time. In the collective unconscious of the individual, history prepares itself; and when the archetypes are activated in a number of individuals and come to the surface, we are in the midst of history, as we are at present. The archetypal image which the moment requires gets into life, and everybody is seized by it. That is what we see today [WW2]. Carl Gustav Jung

 

  • People had simply no idea that our personal psychology is just a thin skin, a ripple upon the ocean of collective psychology. The powerful factor, the factor which changes our whole life, which changes the surface of our known world, which makes history, is collective psychology, and collective psychology moves according to laws entirely different from those of our [individual] consciousness. The archetypes are the great decisive forces, they bring about the real events, and not our personal reasoning and practical intellect. […] the archetypal images decide the fate of man. Man’s unconscious psychology decides, and not what we think and talk in the brain-chamber up in the attic. Carl Gustav Jung

 

  • In these collective events, we merely see, as through a magnifying glass, what can also happen within the individual. Carl Gustav Jung

 

  • One cannot resist it. It gets you below the belt and not in your mind, your brain just counts for nothing, your sympathetic system is gripped. It is a power that fascinates people from within, it is the collective unconscious which is activated, it is an archetype which is common to them all that has come to life. And because it is an archetype, it has historical aspects and we cannot understand the events without knowing history. Carl Gustav Jung

 

  • Whenever an archetype appears things become critical, and it is impossible to foresee what turn they will take. As a rule this depends on the way consciousness reacts to the situation. Carl Gustav Jung

 

  • The struggle between light and darkness has broken out everywhere. The rift runs through the whole globe, and the fire that set Germany ablaze is smouldering and glowing wherever we look. The conflagration that broke out in Germany was the outcome of psychic conditions that are universal. Carl Gustav Jung, Civilization in Transition, Collected Works 10, par. 485

 

  • The German people would never have been taken in and carried away so completely if this figure had not been a reflected image of the collective German hysteria. Carl Gustav Jung, The Symbolic Life, Collected Works 18, par. 1400

 

  • Nobody is immune to a nationwide evil unless he is unshakably convinced of the danger of his own character being tainted by the same evil. Carl Gustav Jung, The Symbolic Life, Collected Works 18, par. 1400

 

  • The immunity of the nation depends entirely upon the existence of a leading minority immune to the evil and capable of combating the powerful suggestive effect. Carl Gustav Jung, The Symbolic Life, Collected Works 18, par. 1400

 

  • A political situation is the manifestation of a parallel psychological problem in millions of individuals. This problem is largely unconscious (which makes it a particularly dangerous one!) Carl Gustav Jung, Letters, vol. 1, pg. 535

 

  • The great events of world history are, at bottom, profoundly unimportant. In the last analysis, the essential thing is the life of the individual. This alone makes history, here alone do the great transformations first take place, and the whole future, the whole history of the world, ultimately spring as a gigantic summation from these hidden sources in individuals. In our most private and most subjective lives, we are not only the passive witnesses of our age, and its sufferers, but also its makers. We make our own epoch. Carl Gustav Jung, The Symbolic Life, Collected Works 18, par. 1400

 

  • Such a man knows that whatever is wrong in the world is also in himself, and if he only learns to deal with his own shadow, he has done something real for the world. He has succeeded in shouldering at least an infinitesimal part of the gigantic, unsolved problems of our day. Carl Gustav Jung, Psychology and Religion. East and West, Collected Works 11, par. 140

 

  • Greater than all physical dangers are the tremendous effects of delusional ideas […]. The world powers that rule over humanity, for good or ill, are unconscious psychic factors, and it is they that bring unconsciousness into being […]. We are steeped in a world that was created by our own psyche. Carl Gustav Jung, The Structure and Dynamics of the Psyche, Collected Works 8, par. 747

 

Torture

  • The healthy man does not torture others – generally it is the tortured who turn into torturers.

 

Reincarnation

  • My life often seemed to me like a story that has no beginning and no end. I had the feeling that I was an historical fragment, an excerpt for which the preceding and succeeding text was missing. I could well imagine that I might have lived in former centuries and there encountered questions I was not yet able to answer; that I had been born again because I had not fulfilled the task given to me. Carl Gustav Jung

 

6.3  Zitate von anderen Quellen über C.G. Jung

  • Carl Gustav Jung überlieferte folgenden Mythos der Hopi-Indianer zu Paradigmenwechseln:
    "Die Hopi behaupten, dass sie am Anfang tief unter der Erde, die viele Schichten aufwies, gelebt hätten. Jedesmal, wenn eine solche Schicht übervölkert war, machten die Frauen die Lage durch ihr Benehmen so unerträglich, dass die Männer gezwungen waren, einen Weg in die nächste Schicht hinauf zu finden; die Frauen taten also selbst nichts, aber durch ihr widriges Verhalten zwangen sie die Hopi, in die Welt des Bewusstseins hinaufzusteigen." Marie-Louise Franz, Das Weibliche im Märchen, S. 81

 

  • Carl Gustav Jung betonte, dass es nicht genug ist nur in der äußerlichen Welt zu leben. Wir sollen das Alltagsleben durch eine tiefe Selbst-Erforschung ergänzen, damit wir den höheren Aspekt unseres Selbst erreichen können. Erst dann können wir so leben, dass unser Alltag eine Synthese ist, von dem, was wir in der äußeren Welt und innerhalb uns selbst erfahren. Stanislav Grof, Die Welt ist perfekt, Interview durch Kareem van Gennip, Transpersonale Perspektiven, Vol. 4/98, Logos-Verlag-Berlin, Juli 1998

 

6.4  Zitate (engl.) von anderen Quellen über C.G. Jung

Did Jung believe in God?
Jung was holding a college seminar on archetypes in the 30s when he was approached by a young female student that was visibly upset. Jung asked her what was troubling her. Then, she accused Jung of being an atheist. Jung was confused and asked the student where she had gotten that idea. The student paraphrased a quote she had read in which Jung said he didn't believe God existed. Jung smiled and said:

  • "Dear girl, rest easy, when we have a relationship to a particular thing or experience with it – belief/faith ceases to be a factor. The truth is this, I have had the experience of being gripped by something that is stronger than myself, something that people call God. So, I will never say that I believe that God exists. I must say I know God exists!" Wiki.Answers.com, mentioned in a film, when asked if he believed that God exists

 

  • I have never encountered a difficulty that was not truly the difficulty of myself.

 

  • Quaternity, mandala images emerge in times of psychic turmoil and convey a sense of stability and rest. The image of the fourfold nature of the psyche provides stabilizing orientation. It gives one a glimpse of static eternity. Edward F. Edinger, Ego and Archetype, pg. 182, Shambala Publications, Boston, 1992

 

7.   Links zum Thema, von und über Carl Gustav Jung, Psychoanalytiker

7.1   Literatur

7.2   Literatur (engl.)

  • Carl G. Jung, R. F.C. Hull (Translator), Synchronicity. An Acausal Connecting Principle
  • Carl G. Jung, Memories, Dreams, Reflections, 1962

7.3   Externe Weblinks


7.4   Externe Weblinks (engl.)


7.5   Audio- und Videolinks

7.6   Audio- und Videolinks (engl.)

 

7.7   Interne Links

Hawkins

 

Auf der Skala des Bewusstseins (von 1-1000) nach Dr. David R. Hawkins ist der Bewusstseinsgrad von C. G. Jung auf BW 520, das von ihm gefundene Konzept des Kollektiven Unbewussten bewegt sich auf 560. Jungs Weitsicht ist beispielsweise ausschlaggebend für die Entstehung der AA-Bewegung. 540

 

 

1 C.G. Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken, autobiografische Notizen