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Glücksforschung

Erst die Erinnerung muss uns offenbaren
die Gnade, die das Schicksal uns verlieh.
Wir wissen stets nur, dass wir glücklich waren,
doch dass wir glücklich sind, wissen wir nie.

Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Universalgelehrter und Dichter (1749-1832)

Der Seinszustand von Glück und Freude entstammt dem Inneren eines Menschen. Er lässt sich – von außen – weder erkaufen noch erzwingen.

Einzigartig in der Welt sieht die die US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, entstanden 1776 unter Leitung von Thomas Jefferson, für alle Menschen das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück als unveräußerliches Menschenrecht vor.
Der Wiener Psychoanalytiker Sigmund Freud hingegen erachtete die Deutschen als unbegabt für Glück. Freud münzte Glück unter anderem als "laues Behagen".
Glück kann so intensiv sein, dass es als Eustress oder schlimstenfalls als Distress empfunden wird. Der Glücksforscher Csikszentmihalyi hat mit dem denglischen Begriff "Flow" die fließende Qualität des Glücks gewürdigt.

In den 60er Jahren fand der US-amerikanische materialistisch-humanistische Psychologe Abraham Maslow in seiner Glücksstudie heraus: Es gibt nur 5 % wahrhaft glückliche Menschen auf der Erde. 1954 brachte er die berühmte Maslowsche Bedürfnispyramide heraus, wonach der entwickelte Mensch nach Wissen, Schönheit und höherer Ordnung strebt, was schließlich in Selbstverwirklichung mündet, wobei der Eigenwillen aufgehoben wird.

Ohne das Transzendente und Transpersonale werden wir krank, gewalttätig und nihilistisch oder verlieren die Hoffnung und werden apathisch. Wir brauchen etwas, das größer ist als wir selbst, das wir verehren und dem wir uns hingeben können. Abraham Maslow, Psychologe und Glücksforscher

Wortherkunft und -zusammenhänge

Das Wort Glück stammt von dem mittelniederdeutschen Wort Gelucke (ab 12. Jhdt.) und dem mittelhochdeutschen Gelücke ab. Das Glück geht auf das Verb „gelingen” zurück, das sich von leicht ableiten lässt. Glück ist ... das Gelingende, das Leichtgängige, die günstige W-Endung.

Die deutsche Sprache kennt "Glück haben" (umgangssprachlich Schwein haben) und "glücklich sein". Die englische Sprache hat zwei Begriffe dafür: “luck” (im Sinn von 'Glück haben') und “happiness” (im Sinn von 'Glücklichsein').

Wie glückliche Menschen leben

Die Quintessenz der internationalen Glücksforschung aus mehr als zehn Jahren lautet: Auffallend glückliche Menschen bestätigen übereinstimmend, dass das Glück aus ihnen selbst kommt und nicht abhängig ist von äußeren Bedingungen wie Alter, Geschlecht, Herkunft, Wohnort, Reichtum, Bildung oder einem besonderen Glücksereignis.

Glückliche Menschen ...

  1. hadern nicht mit ihrem Schicksal.
  2. leben in der Gegenwart.
  3. führen ein einfaches Leben.
  4. reduzieren ihren Medienkonsum.
  5. gehen Risiken ein und stellen sich Problemen.
  6. treffen Entscheidungen schneller.
  7. pflegen Freundschaften.
  8. gehen einer erfüllenden Tätigkeit nach.
  9. tun sich selbst etwas Gutes.
  10. sind dankbar.
  11. haben eine Lebensvision.


Glücksforscher

Zu obigem Ergebnis kamen sowohl die Studien der international bekanntesten Glücksforscher:

  • Michael Argyle † 2002, Sozialpsychologe, zuletzt in Oxford am Department of Experimental Psychology, The Psychology of Happiness (engl.),
  • Alfred Bellebaum, emeritierter Soziologie-Professor an der Universität Koblenz-Landau, Honorarprofessor für Soziologie an der Universität Bonn, Gründer und Leiter des Instituts für Glücksforschung e.V. in Vallendar bei Koblenz
  • Mihaly Csikszentmihalyi Psychologie-Professor an der Peter F. Drucker Graduate School of Management at Claremont Graduate University, Direktor des Quality of Life Research Center, emeritierter Professor an der University of Chicago, Erfinder bzw. Entdecker des Flow-Konzepts
  • Ed Diener, Professor an der University of Illinois, Chicago, USA. Er entwickelte den Fragebogen "Satisfaction with Life Scale (SWLS)" (Fragebogen zur Lebenszufriedenheit).
  • David Myers, Sozial-Psychologe am Hope College in Holland, Michigan, USA und
  • Martin Seligman, Psychologie-Professor an der University of Pennsylvania, Pittsburgh, USA
  • als auch zahlreiche andere Untersuchungen.


Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Glücksforschung

Auffallend glückliche Menschen...

...hadern nicht mit ihrem Schicksal
und machen ihr Glück auch nicht davon abhängig, ob sie ein bestimmtes Ziel erreichen oder nicht. Sie sind in der Lage, die Überraschungen des Lebens anzunehmen und wissen, dass sich das Leben ohnehin nicht exakt kalkulieren lässt. Dazu meint Professor Martin Seligman von der Universität von Pennsylvania: »Glückliche Menschen haben genauso viel Pech wie andere, sie gehen nur anders damit um. Sie fragen beispielsweise nicht »Warum passiert mir das?«, sondern »Wozu ist das gut?« Das gilt selbst bei tragischen Ereignissen. Kevin Smith, Professor am New England Research Institute, befragte Menschen, deren Leben sich durch einen schweren Unfall oder eine Krankheit komplett verändert hatte. Das Ergebnis war verblüffend: Alle Befragten erklärten, dass sie durch diese Erfahrung sogar an Glück, Liebesfähigkeit und innerem Frieden dazugewonnen hatten. Die Erklärung der Forscher: »Wer aus seinem gewohnten Leben herausgerissen wird, kann seine bisherigen Gewohnheiten nicht mehr aufrechterhalten und muss umdenken. Dazu gehört auch, das Glück nicht mehr im Außen zu suchen, sondern in sich selbst zu finden.«

...leben in der Gegenwart
und sind in der Lage, ihre Aufmerksamkeit weitgehend von Vergangenheit und Zukunft zu lösen und sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Sie sind präsent im Hier und Jetzt, grübeln weniger über Vergangenes nach und machen sich weniger Sorgen über das, was kommen mag. Das Eintauchen in die Gegenwart gelingt laut Prof. Mihaly Csikszentmihalyi vor allem durch Konzentration: »Wer in dem aufgeht, was er gerade tut, bewegt sich in einer Sphäre der Zeitlosigkeit.« Glückliche Menschen erleben solche zeitlosen Momente häufiger und können sie auch bewusst herbeiführen. »Diese Fähigkeit lässt sich trainieren«, so meint Jean Claude Kaufmann, Soziologie-Professor an der Pariser Sorbonne: »Indem wir bewusst versuchen, das zu lieben, was gerade ist, wo wir gerade sind und was wir gerade tun.«

...führen ein einfaches Leben
und umgekehrt: Menschen, die ihr Leben vereinfachen, werden glücklicher. Damit ist nicht gemeint, ein Leben in Askese führen zu müssen. Entscheidend ist, sich immer mehr von überflüssigem Ballast zu befreien. Professor Robert Frank von der Cornell Universität in New York führte dazu ein Experiment mit mehreren tausend Menschen durch. Schritt für Schritt vereinfachten diese ihr Leben, indem sie Wohnung, Keller oder Dachboden entrümpelten, ihr Papierchaos ordneten, ihre finanziellen Probleme regelten, aufgeschobene Projekte beendeten und sich auch von unglücklichen Beziehungen trennten. Bereits nach wenigen Wochen verspürten die Studienteilnehmer mehr Leichtigkeit, und nach einem Jahr bestätigten fast alle, dass sie kein Verlangen mehr haben, immer mehr Besitz anzuhäufen und sich dadurch wesentlich freier fühlen.

...reduzieren ihren Medienkonsum
Jeff Davidson, Psychologie-Professor an der Cornell University New York, der die Vereinfachungs-Studie von Professor Frank begleitete, fand heraus: Menschen, die nur noch selten oder gar keine Fernsehnachrichten mehr sehen, spürten schon nach kurzer Zeit deutlich mehr Lebensfreude. Dazu sagt der Forscher: »Das gebündelte Unglück, das dem Zuschauer in den Nachrichten präsentiert wird und an dem er selbst nichts ändern kann, verstärkt zunehmend das Gefühl, in einer feindlichen Welt zu leben, der er hilflos ausgeliefert ist.« Dass zu viel TV-Konsum generell das Wohlbefinden negativ beeinflusst, haben auch andere Studien ergeben. Wer täglich mehrere Stunden vor dem Fernseher sitzt, wird träge und lustlos.

...gehen Risiken ein und stellen sich Problemen
Prof. Martin Seligman von der Universität von Pennsylvania fand in Studien heraus, dass glückliche Menschen immer wieder die so gennante Komfortzone des Lebens verlassen: »Wachstum zum Glück findet außerhalb der Komfortzone statt. Wer nie Risiken eingeht und nie scheitert, entwickelt sich nicht und erfährt auch nie seine eigene Stärke Das bestätigt auch der Hirnforscher Gerald Hüther: »Wer es schafft, eigene Unsicherheiten oder Ängste zu überwinden und ein Problem selbst zu bewältigen, empfindet dadurch Freude.«

...treffen Entscheidungen schneller
und gehen lieber das Risiko falscher Entscheidungen ein, anstatt sie hinauszuzögern und aufzuschieben. Sie erledigen das, was ansteht, statt es anzuhäufen. Dazu meint Professor Ed Diener von der Universität von Illinois: »Wer aufräumt und Liegengebliebenes anpackt, fühlt sich nicht als Opfer von Umständen, sondern als Gestalter – und das ist eine wesentliche Voraussetzung für Glück.«

...pflegen Freundschaften
von sich aus und tun dies auch regelmäßig. Studien haben ergeben, dass gute Beziehungen zu anderen Menschen das Glücksempfinden in hohem Maße stärken. Dabei kommt es jedoch nicht darauf an, möglichst viele Menschen zu kennen, sondern vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.

...gehen einer erfüllenden Tätigkeit nach
bei der sie ihre Fähigkeiten und Talente ganz einbringen können. Konzentrierte und erfüllende Arbeit mobilisiert das körpereigene Glückshormon Serotonin – was auch bei jeder anderen Tätigkeit passiert, die wir mit Hingabe ausüben.
Professor Mihaly Csikszentmihalyi von der Universität Chicago, der seit über 30 Jahren in der Glücksforschung arbeitet, hat dafür den Begriff Flow definiert. Flow beschreibt einen Zustand, in dem unser Fühlen, Wollen und Denken in vollkommener Übereinstimmung sind. Wir vergessen Zeit und Raum, sogar uns selbst, und das Handeln geht mühelos vonstatten. Solche Flow-Zustände können bei allen Tätigkeiten entstehen: bei der Arbeit, beim Ausüben eines Hobbies, beim Sport, bei Unternehmungen mit Freunden und sogar bei der Hausarbeit.

...tun sich ich selbst Gutes
und nehmen sich auch regelmäßig die Zeit dafür. Das müssen keine großen Unternehmungen sein. Auch »Kleinigkeiten« wie Musik zu hören, ein Buch zu lesen, zu meditieren, sich massieren zu lassen, ein heißes Bad zu nehmen, gehören dazu. Professor Ed Diener von der Universität von Illinois sagt: »Jeder Mensch sollte sich eine Liste anlegen mit allem, was ihm gut tut, damit er sich dann, wenn die Gedanken einmal im Düsteren kreisen, selbst motivieren kann.«

...sind dankbar
»Dankbarkeit ist der schnellste Weg zum Glück«, so die Erkenntnis des Psychologie-Professors Barry Neil Kaufmann aus Massachussetts, die von zahlreichen Untersuchungen über glückliche Menschen bestätigt wird. Menschen, die das Schöne in ihrem Leben bewusst wahrnehmen und wertschätzen, erkennen die ganze Fülle des Lebens (und nicht nur jenen Teilausschnitt, der unerfreulich ist). Dadurch empfinden sie das Leben auch insgesamt als schöner. Die Tiefenpsychologin Dr. Elisabeth Mardorf empfiehlt deshalb, ein Dankbarkeits-Tagebuch zu führen. Denn: »Sich schriftlich aufzuzählen, was im Leben gut ist, verändert innerhalb weniger Wochen die gesamte Wahrnehmung. Ganz von selbst entdecken wir immer mehr Dinge, die uns glücklich machen.«

...haben eine Lebensvision
und wissen, wofür sie leben. Dazu meint Professor Ed Diener: »Glückliche Menschen setzen sich selbst immer wieder langfristige Ziele, die sich in kleinen Schritten erreichen lassen. Oft überschätzen wir, was sich kurzfristig erreichen lässt, und unterschätzen, was auf lange Sicht möglich ist.« Wichtig ist jedoch, sich nicht an seine Ziele zu klammern, sondern offen zu bleiben für neue Möglichkeiten. Und vor allem: nicht erst beim Erreichen des Ziels glücklich sein zu wollen, sondern bereits auf dem Weg dahin.

...glauben an einen übergeordneten Sinn ihres Lebens
Zahlreiche Studien haben ergeben, dass Menschen, die auch an einen übergeordneten Sinn ihres Lebens glauben, glücklicher sind als jene, die das nicht tun. Ob es sich dabei um einen speziellen religiösen Glauben handelt oder nicht, ist zweitrangig.

Quelle: Glücksgespräche Download pdf-Datei, 65 KB


Weltkarte nach dem Index der Lebenszufriedenheit

The Satisfaction with Life Index is an attempt to show the average self-reported happiness (subjective life satisfaction) in different nations. This is an example of a recent trend to use direct measures of happiness, such as surveys asking people how happy they are, as an alternative to traditional measures of policy success to GDP or GNP. Some studies suggest that happiness can be measured effectively.


Index der Lebenszufriedenheit

Grün = Höchstes Glück *⇒ Blau *⇒ Violett *⇒ Orange *⇒ Rot = Geringstes Glück; Grau = Keine Daten vorhanden.

Die Welt als Dorf

Wenn man die Weltbevölkerung von über 6,8 Milliarden Menschen proportional auf ein Dorf mit 100 Einwohnern verkleinert, so ergibt sich folgende Zusammensetzung der Dorfgemeinschaft:

  • 60 (59) Asiaten
  • 14 (13) Amerikaner (aus Nord-/ Mittel- und Südamerika)
  • 14 Afrikaner
  • 12 Europäer
  • 8 Lateinamerikaner
  • 5 US-Amerikaner und Kanadier
  • 1 Ozeanier (aus dem Südpazifik).

In diesem Dorf leben

  • 52 (50 / 51) Frauen und 48 (49 / 50) Männer,
  • 30 sind Kinder, 70 sind Erwachsene.
  • 67 sind Nicht-Christen.
  • 33 sind Christen.
  • 21 sind Moslems
  • 15 sind Hindus.
  • 14 sind Religionslose oder Atheisten.
  • 6 sind Buddhisten.
  • 6 gehören anderen religiösen Konfessionen an.
  • 5 sind Animisten.
  • 51 sprechen indonesisch, japanisch, deutsch, französisch oder eine andere Sprache.
  • 15 sprechen (Mandarin) chinesisch.
  • 7 sprechen englisch.
  • 6 sprechen Hindi.
  • 6 sprechen spanisch.
  • 5 sprechen russisch.
  • 4 sprechen arabisch.
  • 3 sprechen Bengali.
  • 3 sprechen portugiesisch.
  • 90 sind heterosexuell veranlagt.
  • 80 leben in nicht menschenwürdigen Wohnverhältnissen.
  • 80 konsumieren 20% der vorhandenen Elektrizität.
  • 76 haben keinen Zugang zu Elektrizität (die meisten nutzen sie nur für nächtliche Beleuchtung).
  • 74 Dorfbewohner besitzen 39% des gesamten vorhandenen Eigentums.
  • 70 (82) sind Nicht-Weiße (Rasse).
  • 70 sind Analphabeten.
  • 56 (61) haben Zugang zu einem Abwassersystem.
  • 50 sind unterernährt. (1 davon stirbt an Unterernährung.)
  • 39 (44) haben keinen Zugang zu einem verbesserten Abwassersystem.
  • 33 teilen sich 3% des gesamten vorhandenen Eigentums.
  • 33 (20) haben sauberes, sicheres Trinkwasser zur Verfügung.
  • 30 (18) sind Nicht-Weiße (Rasse).
  • 24 haben keinen Zugang zu Elektrizität.
  • 20 sind unterernährt.
  • 20 teilen sich die verbleibenden 2% des gesamten vorhandenen Eigentums.
  • 20 konsumieren 80% der vorhandenen Elektrizität.
  • 15 (67) Erwachsene können nicht lesen und schreiben, sind Analphabeten.
  • 15 Erwachsene sind übergewichtig.
  • 10 sind homosexuell veranlagt.
  • 7 haben Zugang zum Internet / besitzen einem Computer.
  • 6 Dorfbewohner (alle aus USA) besitzen 59% des gesamten vorhandenen Eigentums.
  • 6 Dorfbewohner (alle aus USA) kontrollieren 32% der gesamten vorhandenen Bodenschätze (Reichtums).
  • 1 Dorfbewohner ist Absolvent eines Studiums (Universität / Fachhochschule) mit akademischem Abschluss.
  • 1 Dorfbewohner hat die Krankheit AIDS.
  • 1 Dorfbewohner stirbt den Hungertod.
  • 1 Dorfbewohner stirbt im Lauf des Jahres.
  • 2 neue Dorfbewohner werden im selben Zeitraum geboren (wodurch sich die Anzahl der Weltdörfler auf 101 erhöht).
  • Falls dein Kühlschrank mit Lebensmitteln gefüllt ist, du bekleidet bist, du ein Dach über dem Kopf und ein eigenes Bett hast, bist du reicher als 75 % der Weltbevölkerung.
  • Falls du einem Glauben nachgehen kannst, ohne befürchten zu müssen, dass du bedroht wirst oder du verhaftet wirst oder umgebracht wirst, bist du besser dran als 3 Milliarden Menschen auf der Welt.
  • Wenn du diesen Text liest, gehörst du nicht zu den 2 Milliarden Menschen, die nicht lesen können.
  • Falls du nie in Kriegsgeschehen verwickelt warst, nie unter der Einsamkeit durch Gefangenschaft gelitten hast, nie die Agonie des Gequälten oder nie Hunger gespürt hast, bist du besser dran als 500 Millionen Menschen auf der Welt bzw. 20 der Weltdörfler.
  • Wenn du morgens unbekümmert aus dem Haus gehen kannst, ohne verfolgt und womöglich auch gefoltert zu werden, dann bist du besser dran als über 300 Millionen Menschen auf dieser Welt bzw. 48 der Weltdörfler.
  • Falls du heute Morgen gesund und nicht sterbenskrank aufgewacht bist, bist du besser dran als 1 Million Menschen auf der Welt, die in der kommenden Woche sterben werden.
  • Falls du ein Bankkonto hast, etwas Geld im Portemonnaie oder etwas gespartes Kleingeld, gehörst du zu den 8 wohlhabenden Menschen auf der Welt.

Betrachtet man die Welt aus dieser Perspektive, wird offenbar, dass das Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, Verständnis, Akzeptanz und Bildung unumgänglich ist.

Quellen: Internet-kolportierte Statistik, bezogen von David Smith, If the World Were a Village. A Book about the World's People, 32 Seiten, Kids Can Press, Ltd., 10. Februar 2002
Englische Quellen:

Literatur (engl.):


Die drei Prinzen von Serendip

Die Stadt Serendip liegt auf der Insel Ceylon, die heute Sri Lanka heißt. Der König von Serendip hatte drei Söhne. Eines Tages schickte er sie hinaus in die Ferne, um den Schlüssel zum Glück zu finden. Jeder der drei Brüder geriet unterwegs wie im Vorübergehen, in Situationen, die ihn dazu bewegten, seine Vorstellung über das wertvollste Gut im Leben zu ändern. Den begehrten Schlüssel hatte keiner der Prinzen gefunden, doch sind sie wiederkehrend auf Dinge von hohem Wert gestoßen, die sie ursprünglich außer Acht gelassen hatten.

Als die drei Brüder schließlich in ihr Elternhaus zurückkehrten, berichteten sie ihrem Vater, dass ihre Suche nach dem Inbegriff des Glücks ihnen eine Reise voller unerwarteter Glücksfälle beschert hatte. Der König, der gern auf Nebenwegen ging, um dort die Geheimnisse des Lebens zu würdigen, die sich vor dem offenen, aufmerksamen Blick auftun, teilte ihnen mit, dass er das Kostbarste auf der Welt bereits vor den Mauern des Palastes gefunden habe. Gesegnet damit, jene Freude in sich zu spüren, die ihn in ganz alltäglichen Dingen etwas Neues entdecken ließ, schloss er damit:
Die Kunst ist, deine Sinne zu erweitern.
So kannst du immer wieder unerwartet auf Erfreuliches stoßen.


Serendipität bedeutet die Gabe,
zufällig (d.h. absichtslos) jenen Dingen zu begegnen,
die freudige Aufmerksamkeit erwecken und den Geist mit kreativen Ideen beflügeln.
Zusammenfassung eines 700 Jahre alten persischen Märchens


Zitate zum Thema Glück und Freude

  • Glück ist Talent für das Schicksal. Novalis, deutscher Dichter (1772-1801)
  • Wir alle leben mit dem Ziel, glücklich zu sein; unsere Leben sind alle verschieden und trotzdem dasselbe. Anne Frank, Tagebuch, zitiert von Ben-Shahar, Glücklicher, Riemann Verlag, September 2007
  • Wenn das Lieben immer bedingungsloser wird, erlebt man es allmählich als innere Freude. Es handelt sich nicht um die plötzlich auftretende Freude, die infolge eines angenehmen Ausgangs von Ereignissen auftritt; sie ist der ständige Begleiter bei allen Aktivitäten. Freude steigt in jedem Augenblick der Existenz aus dem Inneren auf, statt auf irgendeine äußere Quelle angewiesen zu sein. FU Power vs. Force
  • Zwang kann Befriedigung einbringen, doch nur göttliche Wirkmacht [Kraft] bringt Freude hervor. FU Power vs. Force
  • Es gibt absolut nichts in der normalen menschlichen Erfahrungswelt, das mit der Freude der Anwesenheit der göttlichen Liebe zu vergleichen ist. Weder sind Opfer zu groß noch Mühen zu viel, um jene Gegenwart zu erleben. Das All-sehende Auge, S. 289 (engl. Ausgabe)
  • Lernen und Genießen sind das Geheimnis eines erfüllten Lebens. Lernen ohne Genießen verhärmt, Genießen ohne Lernen verblödet. Richard David Precht, deutscher Philosoph, Wer bin ich. Und wenn ja, wieviele?, Goldmann Verlag, September 2007
  • "Glücklich zu sein ist der größte Erfolg, den ein Mensch erringen kann; es ist die Antwort seiner ganzen Persönlichkeit auf eine produktive Einstellung gegenüber sich selbst und gegenüber der Welt, die ihn umgibt. Erich Fromm
  • Kann ich sagen mein Leben sei Leiden gewesen? Nein, nein. Es war schwer, aber es war reich, und es gab Glückszeiten. Es gab? Es gibt. Luise Rinser, Kunst des Schattenspiels. Tagebuchaufzeichnungen 1994-1997, Zitat von der Rückseite des Bucheinbands, 1997
  • Darum kann kein Glücklicher je wissen, dass er es ist. Um das Glück zu sehen, müsste er aus ihm heraustreten: er wäre wie ein Geborener. Theodor W. Adorno
  • Glück heißt, seiner selbst, ohne zu erschrecken, inne zu werden. Walter Benjamin
  • Sich selbst zur Geburt bringen, ist die wichtigste Aufgabe im Leben eines Menschen. Erich Fromm


Zitate (engl.) zum Thema Glück und Freude / Happiness and Joy

We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their creator with certain
inalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.
United States Declaration of Independence
  • Happiness is the inner psychological reward for achievement of externalized goals as a self-reward system, and the error is to think that the source of happiness is due to the 'out there' instead of originating from within. Dr. David Hawkins, Transcending the Levels of Consciousness, S. 93
  • As the troublesome thoughts in your mind are witnessed, they begin to dissolve and are replaced by a sense of stillness and peace which deepens. In fact, there is no end to its depth. You will also feel a subtle emanation of joy arising from deep within: the joy of Being. Eckhart Tolle
  • Happiness is not a goal, it is a by-product. Eleanor Roosevelt
  • Our brains systematically misjudge what will make us happy. Dan Gilbert, psychologist; happiness expert, author of Stumbling on Happiness, Random House, 2007
  • There's a huge amount of evidence that above a certain relatively modest level, more money doesn't create all that much more satisfaction and happiness in one's life, and that what ultimately confers satisfaction and happiness are non-monetary things:
  • satisfying work,
  • close relationships,
  • living a life of meaning.
    I think that as more people are liberated from the struggle for survival, you're going to have more people who have the luxury of seeking meaning, seeking a sense of purpose, a sense of transcendence.
    Look at the work of the Nobel-prize economist Robert William Fogel, talking about "the fourth great awakening." He talks about how the quest for self-realization has expanded from a tight fraction of the planet to much more of it, especially in the developed world. Others call it "meaning-want" — parts of the planet have gone from "material-want" to "meaning-want." Ronald Inglehart of the University of Michigan calls it a move from materialist values to post-materialist values. I think there's a certain luxury that comes from being materially well off that liberates people to seek something more. Daniel Pink, The Changing Workplace, Interview, eJournal USA, February 2006


Literatur zum Thema Glück

  • Alfred Bellebaum, Glücksforschung. Eine Bestandsaufnahme.
  • Mihaly Csikszentmihalyi, Lebe gut. Wie Sie das Beste aus Ihrem Leben machen.
  • Ed Diener, Culture and Subjective Well-Being (Well-Being and Quality of Life) (engl.)
  • Richard Layard Die glückliche Gesellschaft. Kurswechsel für Politik und Wirtschaft
  • David T. Lykken, Emeritus Professor of Psychology an der University of Minnesota. Entwickler der Theorie vom individuellen Happiness Set-Point, der bestimmt, wieviel Glück ein Mensch erträgt, Happiness (engl.)
  • Bertrand Russell, Philosoph (1872-1970), Eroberung des Glücks. Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung.
  • Wilhelm Schmid, freier Philosoph, Philosophie der Lebenskunst. Eine Grundlegung
  • Martin E. P. Seligman, Psychologe, Der Glücks-Faktor. Warum Optimisten länger leben, Lübbe Verlag, 4. Auflage, Februar 2005
  • Ruut Veenhoven, Soziologie-Professor für "Social conditions for Human Happiness", Erasmus Universität Rotterdam, Holland, Direktor der "World Database of Happiness", Der Glücks-Faktor. Warum Optimisten länger leben
  • Tal Ben-Shahar, Glücklicher, Riemann Verlag, September 2007
  • Daniel H. Pink und Rita Höner, Unsere kreative Zukunft. Warum und wie wir unser Rechtshirnpotentional entwickeln müssen, Riemann Verlag, September 2008


Literatur zum Thema Glück (engl.)


Glücksstudien

  • Forschungsprojekt der London School of Economics zur Verteilung von Glückszonen weltweit


Veranstaltungshinweise

  • Experten-Konferenz für Glücksforschung, Schloss Kranichstein bei Frankfurt/Darmstadt, 4.-5. April 2008
    • 23rd Annual Adult Development Symposium of the Society for Research in Adult Development, New York City (USA), 22.-23.03.2008
    • 4th European Conference on Positive Psychology; Rijeka, Kroatien, 01.-04.07.2008
    • World Congress of Positive Psychology, organisiert von IPPA, geplant in Philadelphia, 2009


Externe Weblinks zum Thema Glück und Glücksforschung


Externe Weblinks (engl.) zum Thema Glück und Glücksforschung


Externe Audio- und Videolinks (engl.) zum Thema Glück und Glücksforschung


Interne Links

Hawkins