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Herz

Und Adam ERKANNTE sein Weib Eva [...]
Kain ging in ein anderes Land und ERKANNTE seine Frau.

Schöpfungsgeschichte (AT)

Der Mund redet, wovon das Herz voll ist.
Matthäus 12, 34 (NT)

Eine Rose von Armidas Garten
Malerin: Marie Spartali Stillman (1844-1927)

Das Verb 'Erkennen' ist in der hebräischen Sprache ein Synonym für die (geschlechtliches) Liebe. Die Spaltung von Empfindung-Wahrnehmung, Fühlen, Denken und Intuieren [die Quaternität nach C. G. Jung] ist ein Ausdruck des allgegenwärtigen Dominationsprinzips Teile und herrsche im Reich der Dualität.
Wer den Weg des Herzens geht und echte Liebe lebt, hebt die Spaltung in eine Synthese der Ganzwerdung auf.

Tat twam asi. – Das bist du.

Das bist du.
Was bedeutet das?
Es bedeutet, dass du kein anderer als Gott bist.
Wer sonst ist Gott, wenn nicht du?

Ein Gottliebender klopfte an die Türe von Gottes Herzen. Gott fragte von innen: "Wer ist da?"
Der Gottliebende antwortete: "Ich bin es."
Die Tür blieb verschlossen. Der Mann klopfte und klopfte. Schließlich ging er davon. Nach einer Stunde kam er wieder zurück. Er klopfte an die Tür von Gottes Herzen.
Gott fragte von innen: "Wer ist da?"
Der Gottliebende antwortete: "Ich bin es."
Die Türe blieb verschlossen. Der Mann klopfte vergebens weiter an die Tür. Schließlich ging er.

Nach einer weiteren Stunde kam er wieder zurück und klopfte wieder an die Türe von Gottes Herzen.
Gott fragte von innen heraus: "Wer ist da?"
Der Gottliebende antwortete: "Mein ewiger Geliebter, Du bist es."
Sofort öffnete Gott die Türe seines Herzens.

Chandogyopanisad VI.8.7; bis VI.16 passim


Herzen

Zitate zum Thema Herz

Jesus: Wegen eurer Herzenshärte hat euch Moses erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an war es nicht so. Matthäus 19, 7 (NT)
  • Die Alten unterschieden nie zwischen dem Herzen und dem Denken. In der alten Zeichenschrift ist beides synonym. Dieser Punkt kann gar nicht stark genug betont werden, und Sie werden die alten Schriften hundertmal besser verstehen, wenn Sie daran denken, dass beides als eins betrachtet wurde.
    Die Alten trennten Geist und Körper nicht voneinander und somit auch nicht Denken von Emotion. Sie trennten nicht den Gedanken von der Tat. Sie trennten nicht die Logik von der Intuition. Indem sie das Denken als synonym mit dem Herzen betrachteten, vermieden sie tausend philosophische Probleme. Wir, die wir vergessen haben, dass Herz und Denken eins sind, könnten tausend tägliche Probleme lösen, wenn wir uns nur an das eine Wort erinnern: Herz. Deng Ming-Dao, Tao im täglichen Leben, S. 286, Goldmann Verlag, München 1998
  • Wirklich präsent zu sein heißt, entspannt in sich selbst zu ruhen und zugleich die Umgebung mit wacher Aufmerksamkeit wahrzunehmen. In diesem Zustand sind wir innen und außen zugleich, ohne zerrissen zu sein. Dieser «doppelte Aufmerksamkeitszustand» ist eine eher meditative Bewusstseinsebene von Wachheit und Klarheit, ein Ausstieg aus dem ewig polarisierenden Streben des Solarplexus und unseres Egos, das immer unterscheiden muss in Plus und Minus, Ja und Nein, Gut und Schlecht, Schwarz und Weiß.
    In der Natur des Herzens liegt es, «beides» zu umfassen und jenseits der Polaritäten zu stehen. Wenn wir uns in wahrer Präsenz üben, erheben wir uns auf die Ebene des Herzens und sind dort von unseren Emotionen unberührt. Helen Gamborg, Das Wesentliche ist unsichtbar, S. 103, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1998
  • Brüder, vor der Sünde der Menschen schreckt nicht zurück, liebet den Menschen auch in seiner Schuld, liebet die ganze Schöpfung Gottes, das ganze All, jedes Sandkörnchen, jedes Blättchen, jeden Strahl Gottes. Liebet die Tiere, liebet jegliches Gewächs und jegliches Ding. Wenn du sie liebst, wird sich dir das Geheimnis Gottes in den Dingen offenbaren, wirst du jeden Tag mehr und mehr die Wahrheit erkennen und schließlich die Welt mit allumfassender Liebe umfangen. Fjodor M. Dostojewski, russischer Schriftsteller (1821-1881), Die Brüder Karamasow, S. 248, Kaiser Verlag, Klagenfurt, 1978
  • Wenn die Hypothese vom Urschmerz richtig ist, ergibt sich daraus, dass der Körper und insbesondere das Herz durch Versuche, solche Urschmerzen zurückzuweisen, ungünstig beeinflusst werden. Das würde dazu beitragen, die starke Verbreitung von Herz- und Blutdrucksyndromen bei so vielen Jugendlichen zu erklären. Unser Körper macht einfach Überstunden und kämpft gegen unsichtbare und nicht gefühlte Feinde. Das Herz als ein Muskel muss auf dieselbe Weise reagieren wie unser übriges Muskelsystem. Arthur Janov, Der Urschrei, S. 114, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1982
  • Die Wärme, die uns mit der Welt vereint, in der wir leben, fließt von unserem Herzen. Das Gefühl der Liebe ist nichts anderes als diese Wärme. Das Ziel jeder Therapie besteht darin, dem Menschen bei der Entwicklung einer ganz bestimmten Fähigkeit zu helfen – der Fähikeit, Liebe zu geben und zu empfangen. Die Behandlung soll das Herz erweitern, nicht nur den Geist. Alexander Lowen, Bio-Energetik, S. 72, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1983


Zitate (engl.) zum Thema Herz

  • The pathway of the heart then bypasses the intellect and puts its faith in the perfection of love rather than the pursuit of intellect and reason. To love, the intellect and logic are merely tools but they are not 'who I am'. 'Mind' cannot transcend mind by pursuit of the mind, but only by the surrender of the illusion of mind as saviour. It is by the heart of Love that one is saved from the limitations of mind, by love itself. Only love has the power to overcome beliefs. At this point, historically, the seeker is counselled to "Throw away all the books and just be. Surrender all to God without reservation. Stop struggling and allow the realization of that which you already are". David R. Hawkins, I. Reality and Subjectivity, S. 219


Literatur


Externe Weblinks


Interne Links

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