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2·2012


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Intuition – Die innere Stimme


 

Inhaltsverzeichnis (verbergen)

  1. 1. Rotkäppchens unterdrückte Ahnung
  2. 2. Bauch – Herz – Kopf: ein Zusammenspiel
  3. 3. Möglichkeit ⇔ Wahrscheinlichkeit
  4. 4. Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf
  5. 5. Die Aktivierung der Intuition
    1. 5.1 Praktische intuitonsfördernde Anwendungen
  6. 6. Die drei Prinzen von Serendip
  7. 7. Intuitive Intelligenz – IQ ⇔ EQ ⇔ SQ
  8. 8. Intuitionsforschung
    1. 8.1 Zollfahndung – mit dem dem ahnungsvollen Blick
    2. 8.2 Intuitionsexperiment – Spontanentscheidung war passgerecht
  9. 9. Forscher ergründen Aschenputtels Geheimnis
  10. 10. Spielend intuitiv lernen
  11. 11. Stirnlappenfunktion und intuitive Fähigkeit
  12. 12. Den Zufallsgenerator ausgetrickst
  13. 13. Das Libet-Experiment zur  Willensfreiheit
  14. 14. Unbewusst lernen
  15. 15. Intuitionsforschung an der Universität von Heidelberg
  16. 16. Körpersprache
  17. 17. Analyse und Körpersprache
  18. 18. Neuromarketing
  19. 19. Wiederentdeckung von Intuition und Sensitivität in Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie
  20. 20. Jenseits der Angst vor Ausschluss – Dr. Judith Orloff
  21. 21. Synektik – Das paradoxe Prinzip
  22. 22. Phasenverlauf des Schöpfungsvorgangs aus synektischer Sicht
  23. 23. Ausblick
  24. 24. Zitate zum Thema Intuition und Sensitivität / Intuition and Sensitivity
    1. 24.1 Zitate allgemein
    2. 24.2 Zitate (engl.) allgemein
  25. 25. Englische Texte – English section on Intuition
    1. 25.1 Results of brain surgery results / Erkenntnisse aus der Hirnchirurgie
  26. 26. Links zum Thema Intuition und Sensitivität / Intuition and Sensitivity
    1. 26.1 Literatur
    2. 26.2 Literatur (engl.)
    3. 26.3 Externe Weblinks
    4. 26.4 Externe Weblinks (engl.)
    5. 26.5 Audio- und Videolinks
    6. 26.6 Audio- und Videolinks (engl.)
    7. 26.7 Interne Links

 



 

Die Empfindung stellt fest, was tatsächlich vorhanden ist.

Das Denken ermöglicht uns zu erkennen, was das Vorhandene bedeutet,

das Gefühl, was es wert ist,


und die Intuition schließlich weist auf die Möglichkeiten des Woher und Wohin, die im gegenwärtig Vorhandenen liegen.

 

Carl Gustav Jung, Gesammelte Werke Band 6


1.   Rotkäppchens unterdrückte Ahnung

 

Ei, Du mein Gott, wie ängstlich ist mir‘s heute zumut', und bin sonst so gern bei der Großmutter.

Mit diesem Gedanken schiebt die Märchenfigur Rotkäppchen ihre unterschwellige warnende Ahnung bei Seite, als sie vor der Schwelle des Hauses ihrer Großmutter steht, das der Wolf kurz zuvor  in Besitz genommen hat. Trotz ihres Unbehagens handelt Rotkäppchen nicht im Sinne ihrer Ahnung.


Rotkäppchen, Projekt Gutenberg
Maler: George Frederic Watts

Da das Vertrauen der Heldin in ihre Metasinne, die ihr entlang ihres Evolutionsweges immer wieder vorhandene Dissonanzen gemeldet haben, ziemlich ungenügend entwickelt ist, beeinflussen sie den Verlauf des archetypischen Dramas wenig.

 

Das Vorgehen des Waidmanns, der gelernt hat, seiner Intuition zu folgen, ist innen-orientiert. Er erkennt das Schnarchen des Wolfs, der vierten Figur im Märchen, als Misston im Haus der Großmutter. Als quintessentielle Figur im Märchen begeht er bewusst Hausfriedensbruch, um nach dem Rechten zu sehen. Den als Großmutter verkleideten Wolf erkennt der Jäger, der Ohren hat zu hören und Augen hat zu sehen als betrügerischen Besetzer und als alten Sünder. Statt seinem jägertypischen anfänglichen Tötungsimpuls nachzugeben, hält er inne, um auf seine innere Stimme zu hören, die sich an zweiter Stelle meldet. Sie rät ihm, die Schere – ein Symbol für Verstand vereint mit Geistimpuls in Aktion – zu nehmen, um dem scheinschwangeren Wolf den Bauch aufzuschneiden und das darin vermutete noch Lebende zu befreien.

 

Während das instinktive Verhalten (Wolf = Ego) auf uralten genetisch vorprogrammierten Anlagen und angeborenen Fertigkeiten beruht, ist Intuition (Waidmann = Selbst) eher ein Talent, das sich dynamisch weiter entwickelt, so man seinen Eingebungen und wachsamen Ahn(ung)en Vertrauen schenkt und ihnen wertschätzend Raum und Überprüfung gewährt.

 

Mir ist dieses von meiner Kindheit an geschehen, eine Stimme nämlich, welche jedes Mal, wenn sie sich hören lässt, mir von etwas abredet, was ich tun soll, zugeredet aber hat sie mir nie.
Sokrates, Philosoph (469-399 v. Chr.), nach Platons Apologie

2.   Bauch – Herz – Kopf: ein Zusammenspiel

Intuitionen, Vorahnungen und Geistesblitze gelten als unergründliche, geheimnisvolle innere Kräfte, die sich ‚einfach so‘ und zur rechten Zeit einstellen. Mark Jung-Beeman und sein Team von der Northwestern Universität in Illinois stellten die kurzzeitige Ausschaltung des optischen Hinterhirnareals fest, ehe eine Drittelsekunde vor dem ‚Einfall‘ eine signifikant vermehrte Aktivität im rechten Schläfenlappen stattfindet. Im Gegensatz zu bewusst gesteuerten Yang-Aktivitäten und dem wesentlich aufwendigeren und anstrengenderen logischen Denken ist eine intuitive Eingebung eine Yin-Erfahrung, ein ‚Klassiker‘ des angewandten Nichtwissens. Intuition ist die Fähigkeit, eine Situation unmittelbar zu erfassen, ohne auf das bedeutend langsamere folgerichtige Denken – die vorgeblich bewusst gesteuerte Zeichen- und Datenverarbeitung – zurückzugreifen. Ein intuitiv Handelnder entscheidet auf der Grundlage nicht objektivierbarer Begriffe und Einstellungen, die jedoch nicht beliebig sind. Seine Kreativität erweist sich als Zusammenspiel von Gefühlen, Vernunft und Intuition. Emotionale Intelligenz und emotionale Kompetenz voneinander zu unterscheiden, scheint schwierig zu sein. Eine verlässlich funktionierende Intuition setzt offenkundig ein gerüttelt Maß an Einfühlsamkeit und Reife im Umgang mit Emotionen und Intelligenz voraus.

 

Der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist. Louis Pasteur

 

Zufall ist das unberechenbare Geschehen, das sich unserer Vernunft und Absicht entzieht. Gebrüder Grimm

 

90 Prozent der menschlichen Entscheidungen verlaufen emotional, während nur 10 Prozent kognitiv-logisch geschehen, erklärt der klinische Psychologe Dr. Burkhard Busch in seinem Buch Denken mit dem Bauch. Intuitiv das Richtige tun. Das Bauchgehirn, das so genannte enterische Nervensystem, ist ein Erinnerungsspeicher. Es nutzt die gleichen Botenstoffe wie das Kopfhirn und steht mit diesem in dauernder Verbindung.
Forscher der Tiermedizinischen Hochschule Hannover fanden heraus, dass die Empfindungen des Bauchhirns auf einer Art Standleitung fortwährend zu 90 Prozent an das Kopfhirn gemeldet werden und dort in einem bestimmten Areal gespeichert und ausgewertet werden. Der reziproke Informationsaustausch vom Kopfhirn zum Bauchhirn geschieht hingegen nur zu zehn Prozent.

3.   Möglichkeit ⇔ Wahrscheinlichkeit

Wer im Hochgefühl der seltener erfüllten Möglichkeit lebt, neigt dazu, den statistisch nachgewiesenen Sog der Wahrscheinlichkeitsverteilung in der allgemeinen Entwicklung außer Acht zu lassen und sich davon auszunehmen.

 

130 frisch getraute Brautpaare, die im Rahmen einer psychologischen Studie auf dem Standesamt nach ihrer Einschätzung der aktuellen Scheidungsrate befragt wurden, antworteten auf diese Frage in den meisten Fällen faktisch präzise. Das Scheitern ihrer soeben geschlossenen Ehe schätzten fast alle Paare auf Null Prozent, wiewohl sie Kenntnis von der Scheidungsstatistik hatten.

4.   Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf



Der Ouroboros ist ein Symbol
der "ewigen Lebenskraft" oder "prima materia.

 

Der französische Mathematiker Henri Poincaré beschrieb bereits 1910 den Vorgang der Inkubation, wobei Gedanken ins Unbewusste absinken. Nach einer gewissen Einwirkzeit ist durch implizite Kognition "Illumination" möglich. Es stellt sich ein Heureka ein, die intuitiv zugefallene erfreuliche Lösung eines Problems. Nach dieser Methode erträumte der Chemiker Friedrich Auguste Kekulé die Ringformel des Benzols, als er eines Abends vor dem Kamin eingeschlafen war. Im Traum erschien ihm ein Ouroboros, eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Sein Problem, das er ausgiebig bedacht und gelassen losgelassen hatte, war gelöst worden: Benzol hat eine Ringstruktur, eine für die Chemiker seiner Zeit ungewohnte Vorstellung.

 

Kekulé, Archimedes und Einstein und mit ihnen zahlreiche gewährend agierende wissenschaftliche und künstlerische Erfinder profitierten von der Intuition, auf die man willentlich keinen Zugriff hat. Das entscheidende Moment auf dem Weg zur Lösung ist, das eingespeichelte Problem an die Weisheit des Unbewussten abzugeben. Dadurch kann sich die selbstorganisierende Intelligenz entfalten und auf den Plan treten. Sie reicht weit über das bewusste menschliche Wissensspektrum hinaus, das ein vom zielgerichteten Eigenwillen bestimmtes Ich zu steuern glaubt, das wiederum der es umgebenden Feldenergie unterliegt.

5.   Die Aktivierung der Intuition

Intuitive Eingebungen können nicht bestellt werden. Allerdings stellen sie sich leichter ein in einem fruchtbaren Feld. Hilfreich sind alle repetitiven körperlichen Tätigkeiten wie

  • zu Fuß gehen,
  • Auto fahren,
  • Musizieren
  • Schwimmen, Duschen, Baden
  • Hausarbeiten wie Putzen und Geschirr (von Hand) spülen und
  • Handarbeiten wie Stricken, Häkeln, Flechten, Spinnen und Nähen.

 

Alte illustrierte Märchenbücher zeigen die erzählende Großmutter, den Archetyp der alten, weisen Frau, vielfach mit einer Strickarbeit auf ihrem Schoß. So wie sie Masche für Masche strickt und das Muster ihrer Arbeit allmählich offenbar wird, so strickt sie Wort für Wort an ihrer Geschichte, und mit jedem weiteren Satz treten die Verhaltensmuster und Zusammenhänge der Geschichte hervor. Gleichzeitig stricken die Neuronen im Gehirn der ZuhörerInnen und erschaffen neue Bahnen und Vernetzungen. Dieser Zusammenhang zwischen Textilien und Texten aus Worten hat sich bis heute in der Sprache erhalten: ein "Text" ist ein Gewebtes oder Gestricktes. In der Seemannssprache bedeutet die Redewendung ein Garn zu spinnen, eine Geschichte zu erzählen. Wer sich erlaubt, auf der konkreten, irdischen Ebene zum Weben und Stricken zurück zu kehren, wird auch seine Fähigkeiten damit aktivieren, Gewebe aus Worten zu erschaffen, Masche für Masche, Wort für Wort, aus der Tiefe des kollektiven Unbewussten.

5.1   Praktische intuitonsfördernde Anwendungen

  • Reinigungsarbeiten schenken einen etwas anderen Zugang: Sie entfernen das Unwesentliche und lassen das Wesentliche immer klarer hervortreten. Wer Fenster putzt und damit erlaubt, dass das Licht in voller Klarheit das Innere des Hauses beleuchtet, putzt damit gleichzeitig seine Wahrnehmung und erlaubt sich, klar zu sehen, was im eigenen Inneren statt findet. Wer Schränke entrümpelt, besinnt sich auch auf sein innerliches Gerümpel und räumt es weg und schafft damit Platz für Neues. Altes zu verschenken oder wegzuwerfen ist eine konkrete Einladung an die Intuition, den geschaffenen Raum mit neuen, spannenden Inhalten zu füllen.

 

  • Einen anderen Zugang vermitteln die verschiedenen Arten des Reisens und der Fortbewegung. Bei einem gemütlichen Spaziergang schwingen die Arme locker auf der Seite, während die Füße einen Schritt vor den anderen setzen: Durch die Überkreuzbewegung werden die beiden Gehirnhälften enger miteinander verbunden und können dadurch besser kommunizieren. Auf dem Weg sieht man viele kleine Dinge und lässt sie an sich vorbeiströmen, bleibt vielleicht vor einer Blume stehen, begrüßt eine Katze, freut sich mit einem Baum […] So wird das Metabewusste mit einer Vielzahl von Bildern angeregt, die verschiedene Prozesse in Gang setzen können.

 

  • Ähnliches passiert beim Autofahren: Unwillkürlich führt der Körper die diversen Steuerbewegungen aus. Die Füße geben abwechselnd Gas, bremsen und kuppeln viele Überkreuzbewegungen, die Hände bedienen das Steuerrad und die Gangschaltung, der Geist ist damit beschäftigt, die passende Spur zu finden, Hindernissen auszuweichen, sich dem Fluss des Verkehrs anzupassen […] und unbewusst werden bei dieser Tätigkeit auch unsere Lebensprobleme bearbeitet und gelöst, und können in Form von Geistesblitzen in das Bewusstsein treten, sobald sie reif dafür sind.

 

  • Fließendes Wasser oder das Rauschen der Baumkronen im Wind hat offenbar einen ähnlichen Effekt auf uns. Indem wir loslassen und uns diesen Geräuschen hingeben, die regelmäßig und sich wiederholend, jedoch nicht starr oder monoton sind, werden unsere Neuronen angeregt, sich ähnlichen freien und heiteren Bewegungen hinzugeben.
    Ein halb scherzhafter, halb verzweifelter Albert Einstein soll mal geseufzt haben:
Warum habe ich meine besten Ideen bloß immer unter der Dusche?

6.   Die drei Prinzen von Serendip

Die Stadt Serendip liegt auf der Insel Ceylon, die heute Sri Lanka heißt. Der König von Serendip hatte drei Söhne. Eines Tages schickte er sie hinaus in die Ferne, um den Schlüssel zum Glück zu finden. Jeder der drei Brüder geriet unterwegs wie im Vorübergehen, in Situationen, die ihn dazu bewegten, seine Vorstellung über das wertvollste Gut im Leben zu ändern. Den begehrten Schlüssel hatte keiner der Prinzen gefunden, doch sind sie wiederkehrend auf Dinge von hohem Wert gestoßen, die sie ursprünglich außer Acht gelassen hatten.

 


Freude, Tacuinum sanitatis 14. Jhdt.

Als die drei Brüder schließlich in ihr Elternhaus zurückkehrten, berichteten sie ihrem Vater, dass ihre Suche nach dem Inbegriff des Glücks ihnen eine Reise voller unerwarteter Glücksfälle beschert hatte. Der König, der gern auf Nebenwegen ging, um dort die Geheimnisse des Lebens zu würdigen, die sich vor dem offenen, aufmerksamen Blick auftun, teilte ihnen mit, dass er das Kostbarste auf der Welt bereits vor den Mauern des Palastes gefunden habe. Gesegnet damit, jene Freude in sich zu spüren, die ihn in ganz alltäglichen Dingen etwas Neues entdecken ließ, schloss er damit:
Die Kunst ist, deine Sinne zu erweitern.
So kannst du immer wieder unerwartet auf Erfreuliches stoßen.
  

Serendipität bedeutet die Gabe, zufällig (absichtslos) Dingen zu begegnen, die freudige Aufmerksamkeit erwecken und den Geist mit kreativen Ideen beflügeln.

 

Zusammenfassung eines 700 Jahre alten persischen Märchens
Richard Boyle, The Three Princes of Serendip (engl.) 2000

7.   Intuitive Intelligenz – IQ ⇔ EQ ⇔ SQ

Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal  (1623-1662) französischer Mathematiker, Literat, Physiker, Philosoph, 17. Jahrhundert

 

Nach der Entdeckung des IQs (Intelligenzquotient) hat Daniel Goleman Ende 90er Jahre den Begriff EQ, die emotionale Intelligenz, eingeführt. Nachdem auch die Geisteswissenschaften Bauchentscheidungen beziehungsweise die Beweggründe des Herzens Jahrhunderte lang links liegen gelassen haben, ist mittlerweile der SQ (spiritueller Quotient) eines der führenden Themen in der angewandten Psychologie geworden, der offiziell als intuitive Intelligenz bezeichnet wird.
Der Psychologe und Intuitionsforscher
Gerd Gigerenzer bestätigt, dass "Irrationale" Gefühle mehr als impulsive Launen des Geistes sind und ihrer eigenen Logik unterliegen, deren Mechanismen er in einfachen Faustregeln in seinem Buch Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition beschrieben hat.

8.   Intuitionsforschung

Intuition funktioniert schnell und einfach.,

 

sagt Gerd Gigerenzer, der aktuell führende deutsche Intuitionsforscher am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Das Unbewusste urteilt rascher und kompetenter als rationales Überlegen es vermag; oft erweist sich der intuitiv gewonnene erste Eindruck von einer Person oder einem Sachverhalt als zutreffender als eine Meinung, die man über längere Zeit erarbeitet und rational geprüft hat. Sobald man den Verstand benutzt, schaltet sich das Ego dazu, das Gegebenes allzu oft nicht so wahrnehmen kann und will, wie es ist, sondern so, wie es ihm ziemte – und das Ego ist höchst kreativ darin, mit allerlei 'rationalen' Begründungen aufzuwarten, um seine Sichtweise gegenüber der intuitiven, direkten Wahrnehmung durchzusetzen.

8.1   Zollfahndung – mit dem dem ahnungsvollen Blick

In einem Flughafen steht ein unauffällig gekleideter Mann, der wie viele andere auf sein Gepäck zu warten scheint. Niemandem fällt die Dienstpistole auf, die er diskret unterm Hemd trägt. Sein Blick wandert umher und bleibt an einer Frau im Hosenanzug hängen, anscheinend eine Geschäftsfrau, die einen Aktenkoffer trägt. Er verspürt den Impuls, sie zu kontrollieren, und bittet sie, mitzukommen – und findet mehrere hunderttausend Dollar Drogengeld bei ihr. Er lässt sich bei seiner Tätigkeit von seiner Intuition führen. Und obendrein hat er mehr Erfolg als seine Kollegen, die in Sachen Drogen- und Zollfahndung in erster Linie äußere Merkmale wie Kleidung, Staatsangehörigkeit oder Hautfarbe in Betracht ziehen.

8.2   Intuitionsexperiment – Spontanentscheidung war passgerecht

Folgendes Experiment bestätigte, dass eine intuitive Entscheidung häufig die bessere Wahl ist:

 

Versuchspersonen wurden gebeten, aus einer großen Menge von Postern eines auszuwählen, das sie mit nach Hause nehmen durften, um es dort aufzuhängen. Einige Wochen später fragten die ForscherInnen diese Probanden, ob sie das Poster noch sichtbar platziert hätten. Diejenigen, die sich schnell, spontan und intuitiv entschlossen hatten, hatten das ausgewählte Motiv signifikanterweise offenkundig in ihrer Wohnung behalten im Gegensatz zu jenen, die erst nach einer reiflicher Bedenkzeit ihre Wahl getroffen hatten. Jene, die für ihre Entscheidung nur sehr wenig Zeit zur Verfügung hatten, hatten demnach ihren eigenen Geschmack besser getroffen, stimmten klarer mit ihren Wünschen und ihrer Wesensart überein, als jene, die ausreichend Bedenkzeit hatten.

9.   Forscher ergründen Aschenputtels Geheimnis

Lange Zeit ist die Intuitionsforschung von gestandenen Wissenschaftlern sehr stiefmütterlich behandelt worden. Den Forschern, die die Fahne der Vernunft hochhielten, war das Metawissen (Ge-Wissen, das Wissen um das Göttliche) im Wesentlichen suspekt, es erschien unwissenschaftlich und vage, unwägbar und unfassbar, und es rührte an tiefsitzende Ängste, die mit dem Ansatz der Ratio übertüncht worden sind.

 


Aschenputtel; Zeichner: Alexander Zick (1845-1907)

Das Außer- und Metabewusste und die Intuition als Stimme des Unbewussten entziehen sich der äußeren Kontrolle; es ist nicht möglich, Intuitionen im Voraus zu planen und zu bestimmen, sie lassen sich nicht erzwingen. Die “Alles-im-Griff”-Mentalität der linkshirnig Orientierten, die eines der vorherrschenden Merkmale der naturwissenschaftlichen Forschung war und weitgehend immer noch ist, wird durch intuitive Wissendheit anscheinend ausgehebelt. Naturwissenschaftler erheben den Anspruch, dass die Dinge objektiv, geordnet und für den Verstand nachvollziehbar sind; Intuition hingegen ist subjektiv, basiert auf Vertrauen in die eigenen Wahrnehmungen, Empfindungen und inneren Impulse und kann selten in allen Aspekten rational nachvollzogen werden.

 

Seit der Jahrtausendwende hat sich der Trend grundlegend geändert, denn heutzutage erlebt die Intuitionsforschung einen regelrechten Boom. Es wird immer deutlicher, dass Regelmechanismen und automatische Reflexe, ob diese nun angeboren oder anerzogen sind, für das menschliche Leben viel bestimmender sind als das, was wir bewusst wahrnehmen: In jeder Sekunde gelangen 11.000.000 (elf Millionen) Sinneseindrücke über die Nervenzellen in unser Gehirn und werden dort verarbeitet; sie steuern unsere Bewegungen, beeinflussen unsere Emotionen, unser Denken und unser Wohlbefinden. Bewusst nehmen wir jedoch höchstens 40 Eindrücke aufs Mal wahr, also noch nicht einmal ein Promille aller Informationen, die zu uns gelangen. Gerald Traufetter, Die Stimme aus dem Nichts, Der Spiegel Ausgabe 15/2006

 

Wer sich erlaubt – dem Mainstream-Trend nicht folgend – auf seine Intution, die Stimme des Un- und Metabewussten, zu hören, hat die Aussicht auf den Einblick in nicht rational erfassbares Wissen und den Zugang zu einem enormen Weisheitsreservoir. Dieser Umstand entgeht demjenigen, der Intuition gering schätzt und sich darauf beschränkt, nur mit dem Verstand entscheiden zu wollen (was sich ohnehin als ein Irrtum herausgestellt hat).

Der Niederländer Professor Ap Dijksterhuis bekleidet den Lehrstuhl Psychologie des Unbewussten an der Radboud Universität in Nimwegen. Die favorisierte linkshirnig gesteuerte Vernunft eignet sich, um Fakten zu recherchieren, zu sammeln und Situationen analytisch auszuwerten. Sie kann Dijksterhuis' Forschungsergebnissen nicht standhalten, denn bei komplexeren kontextuellen Fragestellungen versagt das Prinzip reinen Vernunft.

Das Unbewusste trifft nachweisbar die besten Entscheidungen,

empfiehlt Dijksterhuis für solche Fälle.

10.   Spielend intuitiv lernen

In den neunziger Jahren führte der Neurologe und Bewusstseinsforscher Antonio Damasio folgendes Experiment an der Universität von Iowa in den USA durch. Es zeigte, dass die menschliche Intuition beziehungsweise das Unbewusste schneller über unbekannte Daten Bescheid weiß als die tagesbewusste Wahrnehmung:


 

Verführbarkeit versus Ein-Sicht beim Glücksspiel (Lebensspiel)

 

Die Versuchspersonen, deren Hautwiderstand gemessen wurden, während sie Karten spielten. Sie hatten die Aussicht auf Geldgewinne, indem sie von zwei Stapeln mit je blauen und grünen Karten 100 mal welche ziehen konnten. Auf den Karten war entweder ein Gewinn- oder ein Verlustbetrag vermerkt.

  • Die blauen Karten boten wenige, dafür jedoch sehr hohe Gewinne und des Öfteren auch große Verluste,
  • während die grünen Karten eine Menge bescheidener Gewinnsummen bereit hielten und nur geringe Verluste einbrachten.

 

Es stellte sich heraus, dass die Probanden nach ungefähr fünfzig Versuchen ausschließlich grüne Karten wählten, da bei ihnen – wie die Erfahrung/Intuition gelehrt hatte – die Chance auf einen Gewinn deutlich höher lag.

 

Signifikant war jedoch, dass der Körper gesunder Probanden schon nach zehn bis zwanzig Ziehungen jedes Mal Stressymptome wie Schwitzen und leichte Temperaturveränderungen der Haut zeigte, wenn die Testspieler eine Karte vom blauen Stapel zogen; das Metabewusste war also schon deutlich früher informiert, welcher Stapel Verlust und welcher Gewinn versprach; doch dieses Wissen wurde erst fünfzig Runden später auch vom Tagesbewusstsein der ProbandInnen registriert und umgesetzt.

 

Assoziativer Hinweis:
Die Zahl 40 repräsentiert nach Friedrich Weinreb die "erfüllte Zeit", den Übergang in eine neue Ära. Nach 4 bzw. 40 Einheiten ist das Unbewusste hinreichend mit Daten gesättigt, so dass auch das Tagesbewusstsein anhand der empfangenen Signalpallette eine angemessene Kursänderung beschließt und stringent durchhält.  

 

Quelle: Video interview/presentation/Q&A with Antonio Damasio, neurologist, University of Iowa, USA, This Time With Feeling, 11. The Gambling Task Experiment, 4:43 duration, starting minute 40:00, sponsored by the Aspen Institute, presented by Fora.TV, 1:05:35 duration, aired 4. July 2009  

11.   Stirnlappenfunktion und intuitive Fähigkeit

Es gibt Krankheiten und Schädigungen des Gehirns, welche die Kommunikation zwischen unbewusst gespeicherten Informationen und dem Tagesbewusstsein verhindern. Der Glückspieltest wurde auch mit Probanden durchgeführt, deren Gehirn teilweise geschädigt war: Der so genannte ventromediale präfrontale Cortex, der Stirnlappen, der sich auf Höhe des Stirnchakras beziehungsweise des Dritten Auges befindet, funktionierte bei diesen Menschen nicht oder nur vermindert.

 

Die gehirngeschädigten Probanden verfügen über eine normale Intelligenz – das heißt, sie schneiden in IQ-Tests mit durchschnittlichen Werten ab, genauso wie Menschen ohne diese Gehirnpathologie – allerdings ist ihnen der Zugang zu Emotionen, Gefühlen und intuitiven Eingebungen versperrt. Dadurch haben sie die größte Mühe, selbst einfache Entscheidungen zu treffen. Sie fühlen sich überfordert durch die leichte Aufgabe, sich im Restaurant ein Getränk zu bestellen. Mitunter listen sie lange Zeit alle Argumente auf, die für oder gegen ein bestimmtes Getränk sprechen, ohne dabei zu einer Entscheidung zu gelangen. Es fehlt ihnen das Gefühl, welcher Drink sich in dem Moment gerade 'richtig anfühlt' für sie.

 

Als die präfrontal Geschädigten das Spiel mit den blauen und grünen Karten spielten, zeigten sie deutlich andere Reaktionsmuster als die unversehrten Probanden: Ihr Körper meldete überhaupt keine Stressymptome, auch nicht nach über hundert Spielverläufen – und im Gegensatz zu den gesunden Versuchspersonen wählten sie auch über längere Zeit gleichmäßig grüne und blaue Karten, und nicht etwa nur grüne Karten wie die Gesunden.

Das Fazit von Damasios Untersuchung ist: Alle Entscheidungen, die wir Menschen treffen, beruhen auf Gefühlen, und wo kein Gefühlsinput vorhanden ist, da ist es nicht möglich, sich angemessen zu entscheiden oder überhaupt Entscheidungen zu treffen. Rationale Erklärungen fügen wir, wenn überhaupt, erst in zweiter Linie hinzu; oft ist der Grund, dass Menschen überhaupt Vernunftgründe liefern, dass es vor sich selbst und anderen Menschen 'seriöser' und 'erwachsener' wirkt, sich auf eine wohl überlegte Entscheidung zu berufen, anstatt zu sagen, dass man einfach einem Gefühl gefolgt sei.

12.   Den Zufallsgenerator ausgetrickst

Dean Radin und Karl Pribram, zwei angesehene Naturwissenschaftler in den USA, führten 24.000 Tests mit Probbanden durch, die mit Elektroden verkabelt waren. Sie saßen vor dem Bildschirm, der nach dem Zufallsprinzip eines von insgesamt 50 Bildern zeigte, das ein Zufallsgenerator ausgewählt hatte.
Das Bildmaterial bestand zu 20 % aus Schockbildern (Beispiel: Schlange frisst Kaninchen).
Die jeweilige Testperson drückte eigenhändig auf den Bildauslöseknopf – und 10 Sekunden später erschien das Bild.

 

Studienergebnis
Bereits 4-7 Sekunden ehe das zufällig gewählte Bild auf dem Bildschirm auftauchte hatte das Herz über konstant gleiche Signale das Gehirn des Probanden informiert, dass es sich nun auf ein negatives Bild einstellen solle. Herz und Hirn wussten mehr als der nachhinkende bewusste Verstand.

13.   Das Libet-Experiment zur Willensfreiheit

 

Der Verstand, der sich mit dem Ego identifiziert, nimmt die Realität stets eine 1/10.000-stel Sekunde
zu spät wahr in der irrigen Annahme, er bewege den Körper.

Dr. David R. Hawkins

 

In den Experimenten des US-amerikanischen Physiologen Benjamin Libet im Jahr 1979 und 1983 wurde Versuchspersonen aufgetragen, spontan den Entschluss fassen, einen Finger der rechten Hand oder die ganze Hand zu beugen. Sie waren mit einem EMG-Gerät verkabelt, das die elektrischen Impulse (Aktionspotentiale) der erfassten Muskeln am Bildschirm notierte. Im Normalzustand zeigt ein gesunder, bewusst ruhig gehaltener Muskel keine Aktivität. Bei Libets Experimenten konnte jedoch ein so genanntes 'Bereitschaftspotenzial' im noch ruhenden Muskel gemessen werden – und zwar durchschnittlich ca. eine halbe Sekunde vor dem bewussten Willensentschluss des Probanden, seine Gliedmaße zu bewegen. Es ist Bestandteil eines normal funktionierenden Gehirns.

14.   Unbewusst lernen

Ebenfalls äußerten ForscherInnen die Vermutung, dass wir unbewusst alle erhaltenen Informationen speichern, dass unsere Intuition unter anderem eine Art 'innerer Buchhalter' sei, der jede einzelne Wahrnehmung sorgfältig registriert und einordnet. Auch wenn wir nur einen Bruchteil aller Informationen bewusst aufnehmen und reproduzieren können, steht dem Unbewussten die gesamte Datenmenge zur Verfügung.

15.   Intuitionsforschung an der Universität von Heidelberg

Henning Plessner, ein Intuitionsforscher an der Universität von Heidelberg,  zeigte seinen Versuchspersonen bei einem Experiment einige schrille Werbespots im Fernsehen und kündigte an, dass er sie anschließend über diese Werbespots befragen würde. Am unteren Rand des Bildschirmes lief währenddessen ein Laufband, das fiktive Firmen und deren Aktienkurse anzeigte. Es war den Probanden nicht möglich, sich alle Aktienkurse des schnell laufenden Bandes zu merken. Als sie darüber befragt wurden, welche Aktien sie kaufen würden – wählten sie allesamt bevorzugt jene Aktien, die in der Laufzeile eine positive Kursentwicklung notiert hatten – ihr Unterbewusstsein hatte alle diese Aktienkurse gespeichert, ohne dass die Versuchpersonen bewusst ihre Aufmerksamkeit auf diese Zahlen gerichtet hatten. Diese Fähigkeit des Unbewussten nennt man “Priming”. Es bedeutet, Daten aufzunehmen, die man später wieder (ebenfalls unbewusst) abruft und als Grundlage für Entscheidungen nutzt.

 

Diese Fähigkeit wurde sogar bei Patienten mit Gedächtnisausfällen festgestellt – sie lernen, ohne bewusst etwas davon zu merken. Der Psychologe Daniel Schacter unterhielt mit einem Menschen, der unter Amnesie litt, und erwähnte dabei beiläufig, dass "Theodor Roosevelt den Weltrekord im Händeschütteln halte". Der Arzt entfernte sich für eine kurze Zeit und gesellte sich wieder zu dem Patienten, um ihn zu fragen, wer den Weltrekord im Händeschütteln halte, worauf der dieser prompt mit "Theodor Roosevelt" antwortete. Allerdings konnte sich der Amnesie-Kranke nicht daran erinnen, woher er diese Information bezogen hatte, und er war nicht einmal fähig, sich daran zu erinnern, dass er diesen Arzt wenige Minuten zuvor schon kennen gelernt hatte – er schien ihm ein Unbekannter zu sein. Dennoch stand ihm die kurz davor gelernte Auskunft zur Verfügung und konnte abgerufen werden.


 

Bei Menschen, die unter Vollnarkose operiert wurden, wurde ein anderes Experiment  gemacht. Während der Operation wurde den Patienten reihenweise Wörter vorgelesen. Nach dem Aufwachen bat man sie, willkürlich auf einer Liste von Wörtern einige Begriffe auszuwählen. Das Resultat war, dass sie bevorzugt jene Worte auswählten, die sie soeben unter Narkose unbewusst gehört hatten.

16.   Körpersprache

Menschen zeigen sich als Spezialisten in der nonverbalen Kommunikation, die hilfreich ist, um Mimik und Gesten zu deuten. Wenn wir uns mit jemandem unterhalten, interpretiert das menschliche Un- und Parabewusste ständig die dedektiblen subtilen Zeichen, die vom Gegenüber ausgehen; das Muskelspiel des Gesichtes, der Tonfall der Stimme, die Gesten und die Art, wie jemand steht, geht und seinen Raum ausfüllt werden gescannt und unbewusst beurteilt. Unsere Bewegungsmuster sind eine Art ‘beweglicher Fingerabdruck‘, sie bleiben in der Regel im Laufe des ganzen Lebens sehr ähnlich, sie sind individuell und auch äußerst schwer nachzuahmen durch andere Personen.

 

Die Frage, ob der Mann, den die US-Amerikaner als Saddam Hussein aus einer Höhle geholt und gefangen genommen hatten, tatsächlich der Nämliche sei, wurde durch eine Analyse der Bewegungsmuster geklärt: Wenn Saddam Hussein unter Druck war, rieb er sich bezeichnender Weise häufig mit der linken Hand das Augenlid, ganz sanft, dann schnellte sein Zeigefinger plötzlich nach oben in die Luft. Das war sein Stress-Signal, sehr persönlich und kaum nachzuahmen. Eben dieses Bewegungsmuster fand sich bei dem Gefangenen wieder.

17.   Analyse und Körpersprache

Die Bewegungsforscherin Brenda Connors, die am Naval War College in Newport arbeitet – einem wichtigen Zentrum der US-amerikanischen Sicherheitspolitik – analyisert die Bewegungen von Spitzenpolitikern und schließt daraufhin auf ihren Charakter. Ihre Ergebnisse vermittelt sie DiplomatInnen und PolitikerInnen, die die Information nutzen, um sich auf Verhandlungen vorzubereiten und einzuschätzen, wie ihre Diskussionspartner wohl reagieren werden. Akribisch analysiert sie die Körpersprache nach über dreißig Kriterien – die sorgfältige Analyse eines halbstündigen Videobandes dauert ungefähr 150 Stunden. So zeige Hitlers Körper einen "Krieg mit sich selbst” und eine "unbewusste, selbstzerstörerische Tendenz”, während Saddam Husseins Winken wirke, "als ob die Hände ferngesteuert wären", was auf eine mangelnde Verbindung von Denken, Fühlen und Handeln zurückzuführen sei. Gute Noten bekommt Michail Gorbatschow von ihr, der bei öffentlichen Veranstaltungen locker und gelassen auftrete, nicht so verkrampft wie die Meisten.

 

* * *

 

Es ist leicht, mit Worten zu lügen, doch es ist schwer, mit dem Körper zu lügen, und über längere Zeit ist es unmöglich, dies zu tun; unbewusst verraten Gesten, Körperhaltung, Tonfall und Mimik die Absichten, die man hegt. Wer genügend sensibel ist, kann das auch erfühlen – wie jener Fahnder, der bei einem Blickkontakt unterbewusst widersprüchliche Signale wahrnahm, seiner Intuition folgte und die Geldkurierin kontrollierte.

18.   Neuromarketing

Nicht nur die Wissenschaft, auch die Wirtschaft hat die Macht der Intuition entdeckt und untersucht im so genannten “Neuromarketing”, wie man über das Unbewusste die KonsumentInnen erreichen kann und sie durch die Gestaltung von Werbung dazu bewegen kann, bestimmte Produkte zu kaufen. KundInnen sollen kaufen, ohne dass ihnen bewusst wird, was sie dazu veranlasst, ein bestimmtes Produkt zu kaufen. Ihre tagesbewusste Kontrolle soll unterlaufen werden. Diese manipulative Form der Werbung wird von vielen als höchst problematisch erachtet.

Das Verhalten von Konsumenten ist in vielen Bereichen erstaunlich vorhersehbar; wenn die Gefühle angesprochen werden – beispielsweise das angenehme Gefühl, belohnt zu werden – neigen die Menschen unwillkürlich dazu, rationale, bewusste Überlegungen auszuschalten, und das Produkt zu kaufen, um sich selbst zu belohnen. Marketingexperten setzen auf den Geiz als Motivator. Dies zeigt ein Experiment des Bonner Neuropsychologen Bernhard Weber: Menschen neigen dazu, ein Produkt zu kaufen, das mit einem auffälligen und leuchtenden Rabattschild versehen ist – sogar dann, wenn dieses Produkt teurer ist als das gleiche Produkt ohne Rabattaufkleber. Allein der Anblick eines Schildes unterdrückt die Aktivität des anterioren Cingulums, eines Gehirnareals, das dafür zuständig ist, impulsives Verhalten zu unterdrücken.

 

John Bargh, ein Psychologe der Yale Universität in den USA, hält Neuromarketing für so problematisch, dass er eine UN-Charta gegen die neurologische Manipulation fordert. Anderer Ansicht ist Dr. Elger, der Leiter der Bonner Universitätsklinik für Epileptologie: Er setzt auf Aufklärung und geht davon aus, dass nicht nur die Werbeindustrie, sondern auch die KundInnen Zugang zum Wissen und den Finten der Neuromarketing-Forschung haben und sich aufgrund dessen auch vor immer subtileren Verführungen wappnen können.

19.   Wiederentdeckung von Intuition und Sensitivität in Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie

Die fünf bekannten Sinne sind die "Haupteingänge der Seele unserer Zeit". Durch die "Nebeneingänge" [Metasinne] sind wir unter bestimmten Bedingungen imstande, sensitiv wahrzunehmen, also beispielsweise über die Intuition.

 

Sensitivität ist ein Sammelbegriff für Begabungen wie Intuition, Vorahnungen, Hellfühligkeit, Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Hellschmecken, Hellfühlen.


 

Mediziner und Psychiater mit einem mechanistisch-materialistischen Weltverständnis definieren die Wahrnehmungen durch Metasinne, die ohne äußere Reize erfolgen, als pathogene Halluzinationen und als Schizophrenie.
Wer Stimmen hört oder Geistwesen sehen kann, gilt im Allgemeinen NOCH als Spinner. Noch in den sechziger Jahren beschrieben die Autoren von psychiatrischer Fachliteratur Menschen wie Jesus Christus, alttestamentliche Propheten, die Apostel Petrus und Paulus und Heiligmäßige oder Mystiker als Schizophrene. Mutter Marias Erscheinung des Erzengels Gabriel galt als Einbildung, die Hirten auf dem Feld, die gemeinsam Engel sahen, hatten demnach eine kollektive Psychose.
Das Prekäre an dieser Sachlage ist die Tatsache:

Ein bedeutender Anteil der Mediziner, Pflegenden, Psychotherapeutinnen und Psychiater⁄nnen und sind selbst außerordentlich sensitiv begabt.

20.   Jenseits der Angst vor Ausschluss – Dr. Judith Orloff

Dr. Judith Orloff, Assistenz-Professorin für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) stammt aus einer kalifornischen Ärztedynastie.
Sie ahnte schon als Kind, nahende Tode und Katastrophen voraus, die jeweils eintrafen. Ihre Eltern, beide Mediziner, verboten ihr, solches im Familienkreis mitzuteilen. Als Professorin für Psychiatrie nimmt sie die Schmerzen und Krankheiten von Menschen, die sie nicht näher kennt, unwillkürlich und empathisch wahr. Sie hatte jahrzehntelang vergeblich versucht, ihre mediale Begabung zu verdrängen und zu verleugnen, da das geltende Berufsethos ihrer Zunft bis etwa zur Jahrtausendwende intuitive Interventionen ausschloss.

Die konventionelle Psychiatrie betrachtet Visionen oder auch eine außergewöhnlich starke innere Stimme als Psychose,

sagt sie.

 

Ihr Wahrtraum als junge Frau im Traumlabor von Dr. Thelma Moss an der UCLA erfüllte sich nach über 20 Jahren. Darin hatte sie von ihrer Bestimmung erfahren:

  • In ihrer Funktion als Ärztin und Psychiaterin sollte sie Intuition und sensitive Veranlagung – so vorhanden – erneut als anerkannte Disziplin im medizinischen und psychiatrischen Establishment verankern.

 

Nach dem überstandenen Drama eines missglückten Selbstmordversuchs einer Patientin, deren Suizidabsichten sie erahnt, jedoch professionell korrekt nicht zu thematisieren gewagt hatte, beschloss sie im Lauf der drei Wochen, in denen sie die Sterbewillige im Koma begleitete, das Tabu ihres Berufsstands zu brechen und ihn zu revolutionieren.

 

In ihrem Buch Jenseits der Angst (Heyne-Verlag, München, 1997) beschreibt sie, dass sie ein ganzes Jahrsiebt gezögert hatte, um es fertigzustellen – aus Angst vor Repressalien und beruflicher Disqualifizierung. Erst durch eigene innere Transformationsarbeit fand sie den Mut, damit beruflich zu arbeiten und vor ihren Kollegen zu ihrer medialen Begabung zu stehen.
Seit Erscheinen ihres ersten Buchs spricht sie als gefragte Brückenreferentin auf Fachkongressen u. a. der  American Psychiatric Association, um sie Psychiatern, Ärzten und Interessierten die Grundlagen der Sensitivität zu vermitteln. Sie plädiert offen für die Nutzung der unbestreitbar vorhandenen metasinnlichen Fähigkeiten – sowohl bei Patienten als auch Heilberuflern.

 

Als Sterbebegleiterin bestätigt sie die Allverbundenheit folgendermaßen:

Angesichts des größtmöglichsten Verlusts kann der Glauben an den kosmischen Lebenszusammenhang bedeutsamer sein als das Leben eines einzelnen [verstorbenen] Menschen, ungeachtet dessen, wie sehr man ihn wertschätzt.

 

Quellen: PD Dr. Jakob Bösch, Basler Psi-Verein, CH

21.   Synektik – Das paradoxe Prinzip

Auf der Grundlage intensiver Studien über Denk- und Problemlösungsprozesse entwickelte der Amerikaner William Gordon 1944 die Synektik-Methode. Synektik ist eine wenig bekannte Kreativitätsmethode, welche die unbewussten Denkprozesse nutzt und zusammenfügt. Der Name der Methode leitet sich von dem griechischen Wort synechein (Dinge miteinander in Verbindung bringen; verknüpfen) ab. Gordon wandte das paradoxe Prinzip an:

Entfremde das Vertraute und mache dir das Fremde vertraut.

22.   Phasenverlauf des Schöpfungsvorgangs aus synektischer Sicht

1. Problemanalyse und Definition
2. Spontane Lösungen
3. Neuformulierung des Problems
4. Bildung direkter Analogien (z.B. der Natur entnommen)
5. Persönliche Analogien (Identifikation)
6. Symbolische Analogien (Kontradiktionen)
7. Direkte Analogien (z.B. der Technik entnommen)
8. Analyse der direkten Analogien
9. Übertragung auf das Problem
10. Entwickeln von Lösungsansätzen

23.   Ausblick

Die oben angeführten wissenschaftlichen Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Mensch, der aus irgend einem Anlass von seiner Intuition abgeschnitten ist, große Mühe hat, sein Leben zu bewältigen. Entscheidungen ausschließlich auf der rationalen Ebene zu treffen, ist praktisch unmöglich, sofern nicht noch gefühlte, intuitive Elemente hinzu kommen. Den meisten Menschen steht diese Fähigkeit auch zur Verfügung, auch wenn die postmoderne westliche Kultur und Sozialisation viel dazu beigetragen hat, sie gering zu schätzen, zu unterdrücken und vergessen zu lassen.

 

Der von Äußerlichkeiten vor-eingenommene Prinz hat Aschenputtel in unscheinbarem Auftritt erst beim dritten Anlauf wieder erkannt, als er sich bereit gezeigt hatte, auf den wiederholten Zuruf der Boten des Himmels zu hören und der ihm aufgezeigten Spur nachzugehen.

 

Ein rumorendes Bauchgefühl warnt davor, einen bestimmten Park zu meiden, nicht mit einer seltsam finster wirkenden Person in den Aufzug einzusteigen, und drängt uns auf halbem Weg umzukehren oder aus heiterem Himmel etwas scheinbar Ungewöhnliches zu machen.

 

Es steigert die Lebensqualität und vor allem den Sinn für das Leben und den Sinn des Lebens erheblich, wenn mensch sich erlaubt, sich bewusst auf die Botschaften des Metabewussten einzustimmen, sie zu vernehmen und zu befolgen. Intuitionen können dem, der sie schätzt, Ärger und Leid ersparen und im Extremfall sogar Leben retten. Sie können auch geniale Einfälle oder gar eine Wendung im Lebensverlauf bescheren.

24.   Zitate zum Thema Intuition und Sensitivität / Intuition and Sensitivity

24.1   Zitate allgemein

  • Würden die Tore der Wahrnehmung gereinigt, erschiene uns alles, wie es ist: unendlich. William Blake, englischer Dichter, 18. Jahrhundert, Die Hochzeit von Himmel und Hölle, 1793

 

Vier Arten der Erkenntnis

  1. die materielle Erkenntnis,
  2. die imaginative Erkenntnis,
  3. die inspirierte (»willensartige«) Erkenntnis,
  4. die intuitive Erkenntnis.
    Rudolf Steiner, Anthroposoph, Die Stufen der höheren Erkenntnis

 

  • Vernunft beschäftigt sich mit Einzelheiten, während LIEBE das Ganze umfasst. Diese Fähigkeit, die man oft als Intuition beschreibt, bedeutet sofortiges Verstehen, ohne auf eine Abfolge von Symbolbearbeitungen zurückzugreifen. Dieses scheinbar abstrakte Phänomen ist in Wirklichkeit sehr konkret und wird begleitet von einem messbaren Ausstoß von Endorphinen im Gehirn. Dr. David R. Hawkins, Erleuchtung ist möglich, S. 267

 

  • Der Willensakt tritt auf, nachdem das Gehirn bereits entschieden hat, welche Bewegung es ausführen wird. Gerhard Roth, deutscher Professor für Verhaltensphysiologie in Bremen, Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert, S. 523, Suhrkamp 2003

 

  • Mit Logik kann man Beweise führen, aber keine neuen Erkenntnisse gewinnen. Dazu gehört Intuition. Henri Poincaré, französischer Mathematiker (um 1900)

 

  • Wir wissen mehr, als wir sagen können. M. Polanyi, 1966

 

  • Intuitives Denken ist wahrnehmungsähnlich, schnell und mühelos. Daniel Kahnemann, führender Kognitionswissenschaftler und Nobelpreisträger für Wirt­schaftswissenschaften 2002

 

  • Manche Dinge bleiben immer wahr. Leben und Tod. Erde und Himmel. Die Geschenke der Göttin: Intuition und Liebe. Ägyptisches Totenbuch

 

 

  • Die Intuition ist ein göttliches Geschenk, der denkende Verstand ein treuer Diener. Es ist paradox, dass wir den Diener verehren und die göttliche Gabe entweihen. Albert Einstein

 

 

  • Wenn man gar nicht gegen die Vernunft sündigt, kommt man zu überhaupt nichts. Albert Einstein

 

  • Ich glaube, dass wir in der Wissenschaft im Moment dazu tendieren, die künstliche Trennung von Vernunft und Emotion aufzuheben und zu verstehen versuchen, wie Vernunft und Emotion zusammen arbeiten. Vielleicht sollten wir diese Begriffe ganz und gar vergessen, sondern einfach verstehen, wie das Gehirn arbei­tet. Ein Teil davon sind halt Emotionen. […] Eine Lehre aus der Intuitionsforschung ist vielleicht, dass wir lernen müssen, uns mit der Idee wohl zu fühlen, dass wir manchmal einfach nicht wissen, weshalb wir bestimmte Sachen machen.Professor Arvid Kappas, Intuitionsforscher

 

  • Eure wahre Persönlichkeit beginnt sich zu entfalten, wenn ihr durch eure eigene tiefe Intuition fühlt, dass ihr nicht dieser feste Körper, sondern der göttliche, ewig währende Strom von Leben und Bewusstsein seid, der durch den Körper fließt.
    Aus dieser Erkenntnis heraus konnte Jesus auf dem Wasser wandeln. Er hatte erkannt, dass alles nur aus Gottes Bewusstsein besteht. Paramahansa Yogananda, Die ewige Suche des Menschen, S. 180

 

  • Das Rationale am Menschen sind seine Einsichten, das Irrationale, dass er nicht danach handelt. Friedrich Dürrenmatt

 

  • Die rechte Gehirnhälfte wirkt eher 'im Hintergrund' und funktioniert komplex, integrativ, ganzheit­lich, gefühlsbezogen und assoziativ. Anders ausgedrückt: Sie ist intuitiv. Mit dem rechten Gehirn filtern wir ständig Wichtiges aus einer Flut von auf uns einströ­men­den Informationen und scannen unsere Umwelt. Dieses intuitive Radar spürt auf, ob uns etwas jenseits der bewussten Aufmerksamkeit betrifft, ob beispiels­weise Gefahr droht. Heiko Ernst, Artikel Intelligenz des Unbewussten, Psychologie heute, März 2003

 

  • Emotionen sind keineswegs ein Luxus. Unglücklicherweise werden sie in der Wissenschaft und im Allgemeinen in der Kultur als eine Art Luxus angesehen oder als etwas Hinderliches: manchmal gut, wenn sie positiv sind, aber sehr lästig, wenn sie negativ sind. Natürlich können Gefühle extrem hinderlich sein, wenn man etwas durchdenken will und innerlich aufgewühlt und sehr verstört ist. Dann kann man in der Tat nicht gut denken. Wir wissen, dass Gefühle vertrackt sein können. Und es stimmt ebenfalls, dass wir ohne Emotionen sehr, sehr dumm dastehen würden in Bezug auf unsere Entschei­dungen. Antonio Damasio, Neurowissenschaftler

 

  • Intuition ohne Intellekt ist ein Unglück. Paul Valéry

 

  • Das menschliche Denken ist nicht intuitiv, sondern diskursiv. Immanuel Kant

 

  • Der Vorgang des Wahrnehmens ist ein ungeheuer mutiger. Denn die Wahrheit, das Richtige, erscheint blitzartig, und zwar ganz kurz. Wenn ich irgendeinen Zweifel daran äußere, wenn ich mich frage, Darf ich das?, verschwindet die Wahrnehmung. Manchmal möchte ich bestimmte Einsichten nicht wahrhaben, ich weiß, dass das auf Ablehnung stoßen wird, wenn ich sie äußere. Ich kann aber nicht davon abweichen. Wenn ich davon abweichen würde, könnte ich nur noch denken und nicht mehr wahrnehmen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
    Die Wahrnehmung, nach der ich mich im Augenblick richte, dient nicht einer Theorie, sondern sie dient einer Lösung. Wenn ich die Lösung habe, vergesse ich, was ich vorher darüber gesagt habe. Also für mich ist die Wahrheit immer etwas Augenblickliches, aus dem Dunkel taucht plötzlich eine Einsicht auf, auf die gehe zu, und sie taucht wieder unter. Und dann taucht später vielleicht etwas anderes, etwas ganz Entgegengesetztes auf. Das nehme ich genauso ernst wie das erste, ganz im Sinne von Heraklit, der sagt: Alles fließt. Die Wahrheit ist nichts Festes. Wer sich an die Wahrheit klammert, der will etwas Vergängliches festhalten. Eine Theorie will etwas Vergängliches festhalten, sehr häufig.
    Diese Sicherheit, die ich spüre, ist nur die Wahrheit für diesen einen Augenblick. Ich teste aber gleichzeitig meine Wahrnehmung. Ich behaupte nicht nur. Ich sehe es an den Wirkungen, ob es stimmt oder nicht. Wenn es stimmt, dann für diese Lösung, mehr nicht. Ich habe da überhaupt keine weitergehenden Ansprüche. Bert Hellinger, Familienaufsteller, Interview von Ursula Nuber Das Phänomen Bert Hellinger, Fachzeitschrift Psychologie heute, S. 20, Juni 1995

 

  • Nur die Augenblicke sind solche der Erkenntnis, wo jedes Urteil, jede Kritik schweigen, die von uns ausgehen. Rudolf Steiner

 

Empfehlung an Führungskräfte: Innere Stimme = Klarheit nutzen

  • - Klarheit braucht Urvertrauen und die tiefe Gelassenheit: Was auch immer passiert.
    - Lamentieren und Klagen nutzt niemanden, sondern raubt Energie. Love it – Change it – or Leave it: Es gibt nur drei Möglichkeiten, um mit unbefriedigenden Situationen umzugehen. Klarheit richtet nur etwas aus, wenn die  Entscheidung in einem Umfeld getroffen wird, mit dem sich der Einzelne aus vollem Herzen identifiziert.
    - Handeln aus der Klarheit heisst, das eigene Gespür wertzuschätzen. Wer im Stillen immer noch dem Primat der Daten und Fakten zustimmt und die Innere Stimme gering schätzend in den Bereich der Esoterik verbannt, braucht sich nicht zu wundern, wenn auf seine Klarheit kein Verlass ist.
    - Klarheit muss sich bewähren. Der Einzelne darf keinen Konflikt scheuen. Er muss das, was er spürt, ausdrücken und im Zweifel umsetzen. Diesen Mut bringt nur auf, wer seinen Perfektionismus überwindet und lebenslanges Lernen als Leitidee akzeptiert.
    - Klarheit bringt nur demjenigen Impulse zu eigenem Wachstum und Lernen, der sich Fehler erlaubt. Wer das nicht tut, mobilisiert beim geringsten Lapsus eigene ungeheure Rechtfertigungsenergie, die spontane Eingebungen im Keim erstickt. exzerpiert aus: A l l t ä g l i c h k e i t e n im Umgang miteinander, Wirtschaftsmagazin Capital, Ausgabe 4, 2002

24.2   Zitate (engl.) allgemein

  • Interviewer: How a scientist would measure love or intuition?
    Why is the scientific world so critical about intuitive, much less mystical, experiences?
    CM: It has to do with the management of truth. The scientific world is most comfortable with a right or wrong paradigm, a simple reality in which truth is controllable as opposed to truth controlling the observer. In the mystical experience, truth controls the observer, presenting an antinomian domain of thought – that is, a level of perception in which two opposing truths co-exist. (Light as a wave and a particle is one example of such a truth.) It is a challenge to contain opposing truths within your psyche and soul and to honor their pulsating power in the physical world. The majority of people can reside only within the world of opposites, in which one side is right and one is wrong, making their choices easier and the illusions much stronger. For this reason the journey into the soul is so intimidating: It is the journey of illumination and revelation into the domain of truth, melting the polarity of opposites and ascending into the truth that All is indeed One. Caroline Myss, spirituelle Lehrerin, USA, Newsletter, 11. January 2008

 

  • Intuition is not a spiritual force; it is a practical skill of the ego, not of the soul. […]
    Intuitive gut force: Should I eat this? No/yes. Do I trust this person? No/yes. It's very basic. It's almost reptilian.
    A Divine revelation: will knock you to your knees; it's God in the walls of your soul. Interview with Caroline Myss, Entering the Castle of the Soul, Randy Peyser, 2007

 

  • Sell your cleverness and buy bewilderment.
    Cleverness is mere opinion, bewilderment is intuition.
    Jalaluddin Rumi, Persian Sufi mystic and poet, Masnavi, Book 4, Story 2, as translated by Edward Henry Whinfield, Masnavi I Ma'navi, 2000

 

  • When you get an insight or an inspiration, do something about it within the first 24 hours – or the odds are against your EVER doing it. Bill Gates

 

  • The intellect has little to do on the road to discovery. There comes a leap in consciousness, call it intuition or what you will, and the solution comes to you, and you don't know how or why. Albert Einstein

 

  • I am enough of an artist to draw freely upon my imagination. Imagination is more important than knowledge. Knowledge is limited. Imagination encircles the world. Albert Einstein

 

  • The intuitive mind is a sacred gift and the rational mind is a faithful servant. But we have created a society that honours the servant and has forgotten the gift. Albert Einstein

 

  • Reason is a harmonising, controlling force rather than a creative one. Even in the most purely logical realms, it is insight that first arrives at what is new. Bertrand Russell (1872-1970) British philosopher, logician, mathematician, historian, social reformist, pacifist

25.   Englische Texte – English section on Intuition

25.1   Results of brain surgery results / Erkenntnisse aus der Hirnchirurgie

Kareem Zaghloul and his colleagues at the University of Pennsylvania in Philadelphia performed an experiment on patients with Parkinson’s disease undergoing deep brain stimulation surgery. Once the patient’s brains were exposed, electrodes were inserted to record from the substantia nigra, while the patients played a card game on a computer screen for five minutes. They could pick a card from either a red or a blue deck and were informed that cards from one deck were more likely to yield a virtual financial reward (a stack of gold coins appears on the screen with an audible ring and a counter showing accumulated earnings). Scientists rigged the game so that 65 percent of the cards from one deck and 35 percent of the cards from the other deck yielded a financial reward. (If drawing a card did not yield a virtual reward, the screen turned blank with an audible buzz.)

 

After several rounds, the 65/35 ratio allowed patients to figure out which deck was more likely to yield a reward, but still allowed patients’ expectations to be thrown off occasionally. If patients expected the chosen deck to yield a reward and it did (an expected gain) or if patients expected the chosen deck to yield no reward and it did (an expected loss), neurons in the substantia nigra fired at similar rates. But when patients expected a deck to yield nothing but instead received a reward (an unexpected gain), neurons fired more frequently than in the opposite situation (an unexpected loss).

 

For the first time higher firing rates after unexpected gains have been demonstrated in humans.
It validates similar results from studies in nonhuman primates – reinforcing the value of animal models. Zaghloul’s study is also a proof-of-principle, showing that it’s possible to record neural activity directly while subjects are performing complicated tasks that can’t be performed by chimpanzees. Zaghloul and his colleagues’ results are improving our understanding of how humans learn from rewarding experiences.

 

Sources:
Daniel Gorelick, How do we learn from the unexpected? Ask the substantia nigra, 13. July 2009
Kareem A. Zaghloul, Justin A. Blanco, Christoph T. Weidemann, Kathryn McGill, Jurg L. Jaggi, Gordon H. Baltuch and Michael J. Kahana,
Human Substania Nigra Neurons Encode Unexpected Financial Rewards, Science, 13. March 2009

 

26.   Links zum Thema Intuition und Sensitivität / Intuition and Sensitivity

26.1   Literatur

26.2   Literatur (engl.)

26.3   Externe Weblinks



26.4   Externe Weblinks (engl.)

26.5   Audio- und Videolinks

26.6   Audio- und Videolinks (engl.)

 

26.7   Interne Links

Englisch

Hawkins