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2·2012


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Sensitivität

 

Flieder

 

Würden die Tore der Wahrnehmung gereinigt,
erschiene uns alles, wie es ist: |unendlich.

William Blake (1757-1827) englischer Dichter,
Die Hochzeit von Himmel und Hölle, 1793


 

Wortherkunft

Sensitivität ist ein Sammelbegriff für Begabungen wie Intuition, Vorahnungen, Hellfühligkeit, Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Hellschmecken, Hellfühlen unter Berücksichtigung der Feinstofflichkeit.

 

Wer Stimmen hört oder Geistwesen sehen kann, gilt im Allgemeinen noch als Spinner. Bis in die sechziger Jahren beschrieben die Autoren psychiatrischer Fachliteratur Menschen wie Jesus Christus, alttestamentliche Propheten, die Apostel Petrus und Paulus und Heiligmäßige oder Mystiker als Schizophrene.

  • Die Erscheinung des Erzengels Gabriel vor Mutter Maria galt als Einbildung.
  • Die Hirten auf dem Feld, die gemeinsam Engel sahen, hatten demnach eine kollektive Psychose.

 

  • In der Medizin – und insbesondere in der Psychiatrie – sehen wir uns einer großen Herausforderung gegenüber. Sinneswahrnehmungen ohne äußere Reize sind als Halluzinationen definiert und gelten als krankhaft. Sie werden insbesondere mit der Schizophrenie in Zusammenhang gebracht.
    In der Hochblüte des mechanistisch-materialistischen Weltverständnisses wurden alle Menschen, die Stimmen hörten oder geistige Wesen sehen konnten, mit dieser gefürchteten Krankheit in Zusammenhang gebracht.
    Noch in den sechziger Jahren wurden in Fachbüchern Menschen wie Jesus Christus, mittelalterliche Heilige oder moderne Mystiker, wie z.B. Rudolf Steiner, als schizophren beschrieben. Nach diesem Verständnis wären die alttestamentlichen Propheten wie auch Maria, der von einem Engel die Geburt des Gottessohnes verkündet wurde, und ebenfalls die Apostel Petrus und Paulus, Schizophrene gewesen.
    Bei den Hirten auf dem Felde allerdings müsste es sich um eine Art kollektive Psychose gehandelt haben, da ja eine ganze Gruppe diese äußerlich nicht sichtbaren Wesen sah und hörte.
    Dr. med. Jakob Bösch, Ph.D., Schweizer Chefarzt Externe Psychiatrische Dienste, Bruderholz (BL), Waren die biblischen Propheten schizophren?, PDF, Basler Zeitung, 21. Mai 1999

Mit Metasinnen wahrnehmen

Die fünf bekannten Sinne sind die Haupteingänge der Seele unserer Zeit.
William Blake (1757-1827) englischer Dichter; zit. in: Joseph Murphy, Der Quantenmensch

 

Die Metasinne, die Nebeneingänge der Seele, finden – durch den Einsatz weniger mutiger Sensitiver – sacht mehr Beachtung in der Gesellschaft.

 

Mediziner und Psychiater mit einem mechanistisch-materialistischen Weltverständnis definieren die Wahrnehmungen durch Metasinne, die ohne äußere Reize erfolgen, als pathogene Halluzinationen und als Schizophrenie.
Das Prekäre an dieser Sachlage ist die Tatsache:

Ein bedeutender Anteil der Mediziner, Pflegenden, Psychotherapeutinnen
und PsychiaterInnen und sind selbst außerordentlich sensitiv begabt.

Wiederentdeckung der Sensitivität und Intuition in Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie

Dr. Judith Orloff, Assistenz-Professorin für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) stammt aus einer kalifornischen Ärztedynastie.
Sie ahnte schon als Kind, nahende Tode und Katastrophen voraus, die jeweils eintrafen. Ihre Eltern, beide Mediziner, verboten ihr, solches im Familienkreis mitzuteilen. Als Professorin für Psychiatrie nimmt sie die Schmerzen und Krankheiten von Menschen, die sie nicht näher kennt, unwillkürlich und empathisch wahr. Sie hatte jahrzehntelang vergeblich versucht, ihre mediale Begabung zu verdrängen und zu verleugnen, da das geltende Berufsethos ihrer Zunft bis etwa zur Jahrtausendwende intuitive Interventionen ausschloss.

Die konventionelle Psychiatrie betrachtet Visionen oder auch eine außergewöhnlich starke innere Stimme als Psychose,

sagt sie.

 

Ihr Wahrtraum als junge Frau im Traumlabor von Dr. Thelma Moss an der UCLA erfüllte sich nach über 20 Jahren. Darin hatte sie von ihrer Bestimmung erfahren:

  • In ihrer Funktion als Ärztin und Psychiaterin sollte sie Intuition und sensitive Veranlagung – so vorhanden – erneut als anerkannte Disziplin im medizinischen und psychiatrischen Establishment verankern.

 

Nach dem überstandenen Drama eines missglückten Selbstmordversuchs einer Patientin, deren Suizidabsichten sie erahnt, jedoch professionell korrekt nicht zu thematisieren gewagt hatte, beschloss sie im Lauf der drei Wochen, in denen sie die Sterbewillige im Koma begleitete, das Tabu ihres Berufsstands zu brechen und ihn zu revolutionieren.

 

In ihrem Buch Jenseits der Angst (Heyne-Verlag, München, 1997) beschreibt sie, dass sie ein ganzes Jahrsiebt gezögert hatte, um es fertigzustellen – aus Angst vor Repressalien und beruflicher Disqualifizierung. Erst durch eigene innere Transformationsarbeit fand sie den Mut, damit beruflich zu arbeiten und vor ihren Kollegen zu ihrer medialen Begabung zu stehen.
Seit Erscheinen ihres ersten Buchs spricht sie als gefragte Brückenreferentin auf Fachkongressen u. a. der  American Psychiatric Association, um sie Psychiatern, Ärzten und Interessierten die Grundlagen der Sensitivität zu vermitteln. Sie plädiert offen für die Nutzung der unbestreitbar vorhandenen metasinnlichen Fähigkeiten – sowohl bei Patienten als auch Heilberuflern.

 

Als Sterbebegleiterin bestätigt sie die Allverbundenheit folgendermaßen:

Angesichts des größtmöglichsten Verlusts kann der Glauben an den kosmischen Lebenszusammenhang bedeutsamer sein als das Leben eines einzelnen [verstorbenen] Menschen, ungeachtet dessen, wie sehr man ihn wertschätzt.

 

Quellen:
- Dr. med. Jakob Bösch, Ph.D., Schweizer Chefarzt Externe Psychiatrische Dienste, Bruderholz (BL), Waren die biblischen Propheten schizophren?, PDF, Basler Zeitung, 21. Mai 1999
- PD Dr. Jakob Bösch, Sensitivität, Basler Psi-Verein, CH

Zitate zum Thema Sensitivität und ASW / Sensitivity and ESP

Zitate allgemein

Persönliche Bekenntnisse – Hellsichtigkeit

  • Von meiner Kindheit an erfreute ich mich der Gabe dieser Schau in meiner Seele bis zur gegenwärtigen Stunde, da ich schon mehr als 70 Jahre alt bin. Und meine Seele steigt, wie Gott will, in dieser Schau bis in die Höhe des Firmaments und die verschiedenen Sphären empor und hält sich bei verschiedenen Völkern auf, obgleich sie in fernen Gegenden und Orten weit von mir entfernt sind. Und da ich dies auf solche Weise in meiner Seele schaue, erblicke ich auch den Wechsel der Wolken und anderer Geschöpfe. Ich sehe dies aber nicht mit den offenen Augen und höre es nicht mit den äußeren Ohren; auch nehme ich es nicht mit den Gedanken meines Herzens wahr noch durch irgendeine Vermittlung meiner fünf Sinne, vielmehr einzig in meiner Seele, mit offenen Augen, so dass ich niemals die Bewusstlosigkeit einer Ekstase erleide, sondern wachend schaue ich dies bei Tag und Nacht. Hildegard von Bingen (1098-1179) deutsche Äbtissin des Benediktiner-Ordens, Gelehrte, Heilkundige, Mystikerin, Schriftstellerin, Komponistin

Monarchfalter vor Mond und Sternen
  • Wir haben in der westlichen Welt alle außergewöhnlichen Bewusstseinszustände pathologisiert. Wir kennen keinen Unterschied zwischen einer mystischen und einer psychotischen Erfahrung. Viele Leute, die spirituell eine tiefe geistige Erfahrung gemacht haben, werden als Psychotiker diagnostiziert. Sie bekommen Beruhigungsmittel, weil die Psychologie keine Konzepte der Psyche hat, in denen diese Erfahrungen als heilsam, transformativ und evolutionär gesehen werden können. Stanislav Grof, Die Welt ist perfekt, Kareem van Gennip, Transpersonale Perspektiven, Vol. 4/98, Logos-Verlag-Berlin, Juli 1998

 

Zitate (engl.) allgemein

 

Links zum Thema Sensitivität und ASW / Sensitivity and ESP

Literatur

Literatur (engl.)

  • Prof. Dr. Judith Orloff, US American intuitive, board-certified psychiatrist and assistant professor of psychiatry at UCLA, empath, Second Sight, Grand Central Publishing, 1. May 1997

Externe Weblinks


Externe Weblinks (engl.)

Audio- und Videolinks (engl.)

 

Interne Links

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