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Sensitivität

 

 

Flieder


 

Wortherkunft

Sensitivität ist ein Sammelbegriff für Begabungen wie Intuition, Vorahnungen, Hellfühligkeit, Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Hellschmecken, Hellfühlen unter Berücksichtigung der Feinstofflichkeit.

 

Wer Stimmen hört oder Geistwesen sehen kann, gilt im Allgemeinen noch als Spinner. Bis in die sechziger Jahren beschrieben die Autoren psychiatrischer Fachliteratur Menschen wie Jesus Christus, alttestamentliche Propheten, die Apostel Petrus und Paulus und Heiligmäßige oder Mystiker als Schizophrene.

  • Die Erscheinung des Erzengels Gabriel vor Mutter Maria galt als Einbildung.
  • Die Hirten auf dem Feld, die gemeinsam Engel sahen, hatten demnach eine kollektive Psychose.

 

  • In der Medizin – und insbesondere in der Psychiatrie – sehen wir uns einer großen Herausforderung gegenüber. Sinneswahrnehmungen ohne äußere Reize sind als Halluzinationen definiert und gelten als krankhaft. Sie werden insbesondere mit der Schizophrenie in Zusammenhang gebracht.
    In der Hochblüte des mechanistisch-materialistischen Weltverständnisses wurden alle Menschen, die Stimmen hörten oder geistige Wesen sehen konnten, mit dieser gefürchteten Krankheit in Zusammenhang gebracht.
    Noch in den sechziger Jahren wurden in Fachbüchern Menschen wie Jesus Christus, mittelalterliche Heilige oder moderne Mystiker, wie z.B. Rudolf Steiner, als schizophren beschrieben. Nach diesem Verständnis wären die alttestamentlichen Propheten wie auch Maria, der von einem Engel die Geburt des Gottessohnes verkündet wurde, und ebenfalls die Apostel Petrus und Paulus, Schizophrene gewesen.
    Bei den Hirten auf dem Felde allerdings müsste es sich um eine Art kollektive Psychose gehandelt haben, da ja eine ganze Gruppe diese äußerlich nicht sichtbaren Wesen sah und hörte.
    PD Dr. Jakob Bösch (*1942) emeritierter Schweizer Psychiater, Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste Baselland, Privatdozent für Psychiatrie und Psychosoziale Medizin, Universität Basel, Autor, Waren die biblischen Propheten schizophren?, PDF, Basler Zeitung, 21. Mai 1999

Mit Metasinnen wahrnehmen

Der Mensch hat keinen von seiner Seele getrennten Körper.
Denn was der Körper genannt wird, ist nur ein Teil der Seele,
der von den fünf Sinnen wahrgenommen wird,
den Hauptzugängen der Seele innerhalb der Zeitlichkeit.
William Blake (1757-1827) englischer Naturmystiker, Maler, Erfinder der Reliefradierung, Dichter,
Ideenschrift Die Hochzeit von Himmel und Hölle ['The Marriage of Heaven and Hell'] (1790-1793), 1793

 

Die Metasinne, die Nebeneingänge der Seele, finden – durch den Einsatz weniger mutiger Sensitiver – sacht mehr Beachtung in der Gesellschaft.

 

Mediziner und Psychiater mit einem mechanistisch-materialistischen Weltverständnis definieren die Wahrnehmungen durch Metasinne, die ohne äußere Reize erfolgen, als pathogene Halluzinationen und als Schizophrenie.
Das Prekäre an dieser Sachlage ist die Tatsache:

Ein bedeutender Anteil der Mediziner, Pflegenden, Psychotherapeutinnen
und PsychiaterInnen und sind selbst außerordentlich sensitiv begabt.

Wiederentdeckung der Sensitivität und Intuition in Medizin, Psychotherapie und Psychiatrie

Die kalifornische Assistenzprofessorin für Psychiatrie und Sterbebegleiterin Prof. Dr. Judith Orloff (*1951), tätig an der Universität von Los Angeles (UCLA) in Kalifornien, stammt aus einer Ärztedynastie.
Als außersinnlich begabtes Kind ahnte sie nahende Tode und Katastrophen voraus, die einige Zeit später jeweils eintrafen. Ihre Eltern, beide Mediziner, verboten ihr, ihre Vorahnungen im Familienkreis mitzuteilen. Als Professorin für Psychiatrie nimmt sie die Schmerzen und Krankheiten von Menschen, die sie nicht näher kennt, unwillkürlich und empathisch wahr. Jahrzehntelang hatte sie vergeblich versucht, ihre mediale Begabung zu verdrängen und zu verleugnen, da das geltende Berufsethos ihrer Zunft bis etwa zur Jahrtausendwende intuitive Interventionen ausschloss. Sie kam zu dem Schluss:

Die konventionelle Psychiatrie betrachtet Visionen oder auch
eine außergewöhnlich starke innere Stimme als Psychose.

 

Ihr Wahrtraum als junge Frau im Traumlabor von Dr. Thelma Moss an der UCLA erfüllte sich nach über zwanzig Jahren. Darin hatte sie von ihrer Bestimmung erfahren:

In ihrer Funktion als Ärztin und Psychiaterin sollte sie Intuition und sensitive Veranlagung – so vorhanden – erneut als anerkannte Disziplin im medizinischen und psychiatrischen Establishment verankern.

 

Nach dem überstandenen Drama eines missglückten Selbstmordversuchs einer Patientin, deren Suizidabsichten sie erahnt, jedoch professionell korrekt nicht zu thematisieren gewagt hatte, beschloss sie im Lauf der drei Wochen, in denen sie die Sterbewillige im Koma begleitete, das Tabu ihres Berufsstands zu brechen und ihn zu revolutionieren.

 

In ihrem Buch Jenseits der Angst, Heyne-Verlag, München (1997) beschreibt sie, dass sie ein ganzes Jahrsiebt gezögert hatte, um es fertigzustellen – aus Angst vor Repressalien und beruflicher Disqualifizierung. Erst durch eigene innere Transformationsarbeit fand sie den Mut, damit beruflich zu arbeiten und vor ihren Kollegen zu ihrer medialen Begabung zu stehen.
Seit Erscheinen ihres ersten Buchs spricht sie als gefragte Brückenreferentin auf Fachkongressen unter anderem vor den Mitgliedern der American Psychiatric Association, um sie Psychiatern, Ärzten und Interessierten die Grundlagen der Sensitivität zu vermitteln. Sie plädiert offen für die Nutzung der unbestreitbar vorhandenen metasinnlichen Fähigkeiten – sowohl bei Patienten als auch Heilberuflern.

Als Sterbebegleiterin bestätigt sie die Allverbundenheit folgendermaßen:

Angesichts des größtmöglichsten Verlusts kann der Glauben an den kosmischen Lebenszusammenhang
bedeutsamer sein als das Leben eines einzelnen [verstorbenen] Menschen, ungeachtet dessen,
wie sehr man ihn wertschätzt.

 

Quellen übermittelt von PD Dr. Jakob Bösch (*1942) emeritierter Schweizer Psychiater, Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste Baselland, Privatdozent für Psychiatrie und Psychosoziale Medizin, Universität Basel, Autor
Artikel Waren die biblischen Propheten schizophren?, präsentiert von der Schweizerischen Basler Zeitung, 21. Mai 1999
Artikel Sensitivität, undatiert
Video reference: ► Video interview (DVD excerpt) with Judith Orloff, M.D., Ph.D.  DrJudithOrloff.com (*1951) US American assistant professor of psychiatry, UCLA, empath, dying companion, lecturer, author, Judith Orloff: Psychiatry and the Psychic (excerpt), episode #H260, presented by the weekly public television series Thinking Allowed (PBS) (1988-2002), host Jeffrey Mishlove, Ph.D., US American director of the Intuition Network, program dean of the University of Philosophical Research, TV host, ~1996, YouTube film, 6:39 minutes duration, posted 28. August 2010
Siehe auch:
Mediale Psychiater und ► Wiederentdeckung der Sensitivität und Intuition in Medizin, Psychotherapie und Psychiatrie
Intuition und ► Tabu und ► Transformation und ► Sterben und ► Glauben und ► Ganzheit

Zitate zum Thema Sensitivität und ASW / Sensitivity and ESP

Zitate allgemein

Persönliche Bekenntnisse – Hellsichtigkeit

  • Von meiner Kindheit an erfreute ich mich der Gabe dieser Schau in meiner Seele bis zur gegenwärtigen Stunde, da ich schon mehr als 70 Jahre alt bin. Und meine Seele steigt, wie Gott will, in dieser Schau bis in die Höhe des Firmaments und die verschiedenen Sphären empor und hält sich bei verschiedenen Völkern auf, obgleich sie in fernen Gegenden und Orten weit von mir entfernt sind. Und da ich dies auf solche Weise in meiner Seele schaue, erblicke ich auch den Wechsel der Wolken und anderer Geschöpfe. Ich sehe dies aber nicht mit den offenen Augen und höre es nicht mit den äußeren Ohren; auch nehme ich es nicht mit den Gedanken meines Herzens wahr noch durch irgendeine Vermittlung meiner fünf Sinne, vielmehr einzig in meiner Seele, mit offenen Augen, so dass ich niemals die Bewusstlosigkeit einer Ekstase erleide, sondern wachend schaue ich dies bei Tag und Nacht. Hildegard von Bingen (1098-1179) deutsche Äbtissin des Benediktiner-Ordens, katholische Heilige, Mystikerin, Kirchenlehrerin, Gelehrte, Heilkundige, Komponistin, Schriftstellerin

Monarchfalter vor Mond und Sternen
  • Wir haben in der westlichen Welt alle außergewöhnlichen Bewusstseinszustände pathologisiert. Wir kennen keinen Unterschied zwischen einer mystischen und einer psychotischen Erfahrung. Viele Leute, die spirituell eine tiefe geistige Erfahrung gemacht haben, werden als Psychotiker diagnostiziert. Sie bekommen Beruhigungsmittel, weil die Psychologie keine Konzepte der Psyche hat, in denen diese Erfahrungen als heilsam, transformativ und evolutionär gesehen werden können. Interview mit Stanislav Grof, M.D., Ph.D. (*1931) tschechisch-US-amerikanischer Psychiater, Psychotherapeut, Medizinphilosoph, Mitbegründer der transpersonalen Psychologie, Autor, Die Welt ist perfekt, präsentiert von Transpersonale Perspektiven, Kareem van Gennip, Vol. 4/98, Logos-Verlag-Berlin, Juli 1998

 

 

  • Von allen fünf Sinnen ist zweifellos der Geruchssinn derjenige, der am besten einen Eindruck von der Unsterblichkeit vermittelt. Salvador Dali [Werke BW 455] (1904-1989) spanischer Maler, Grafiker, Bildhauer, Bühnenbildner, Schriftsteller, Quelle unbekannt

Literaturzitate

 

  • Der Mensch hat keinen von seiner Seele getrennten Körper.
    Denn was der Körper genannt wird, ist nur ein Teil der Seele,
    der von den fünf Sinnen wahrgenommen wird,
    den Hauptzugängen der Seele innerhalb der Zeitlichkeit.
    William Blake (1757-1827) englischer Naturmystiker, Maler, Erfinder der Reliefradierung, Dichter, Ideenschrift Die Hochzeit von Himmel und Hölle ['The Marriage of Heaven and Hell'] (1790-1793), 1793

General quotes

 

  • Being a sensitive person can be a confusing, complicated thing in this still harsh world. It feels intuitively right to open, to feel, to enhearten our daily life, but the world is still vibrating at a more armored and edgy place. It is not yet attuned to the ways of the open heart. So what to do? We don't want to deaden our capacity to feel, but if we feel too much, we get run over by an often heartless world. I have found my best answer in three places:
    1. Selective Attachment; that is – carefully discerning between positive and negative individuals and environments, and only attaching to those people and places that can hold our tender heart safe;
    2. Strong energetic boundaries; that is – being physically and emotionally charged, so that we can more effectively repel unwelcome energies;
    3. Conscious Armoring; that is – learning how to put on armor when necessary to manage the world and difficult situations, and, consciously removing it when it is no longer needed.
If we cultivate these practices, we stand a much better chance of preserving our sensitivity. Once we lose it, we lose our connection to the moment altogether. Here's to a sensitive way of being! What a courageous path. Jeff Brown, M.A., Canadian lawyer, psychologist, body-centered psychotherapist, author, Facebook entry, 21. December 2014

 

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Spirits [ancestors] are drawn to sensitive people whose senses have not been anesthetized.

  • The Western culture has consistently ignored the birth of the healer. Consequently, there will be a tendency from the other world to keep trying as many people as possible in an attempt to get somebody’s attention. They have to try harder. The sensitivity is pretty much read as an invitation to come in. Dr. Malidoma Patrice Somé (*1956) West African Burkina Faso born, American based psychologist, medicine man, author, cited in: Article What a Shaman Sees in A Mental Hospital, presented by the US American online magazine Waking Times, Stephanie Marohn, 22. August 2014, reprinted by The Mind Unleashed, 25. August 2014

 

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Grandiosity-Exhibitionism ⇔ Vulnerability-Sensitivity

  • While Grandiosity-Exhibitionism was associated with extraversion, aggressiveness, self-assuredness, and the need to be admired by others, Vulnerability-Sensitivity was associated with introversion, hypersensitivity, defensiveness, anxiety, and vulnerability.
    [A]s far back as 1938, Harvard psychologist Henry Murray noticed another breed of narcissist among his undergraduates: the covert narcissist. While the "overt" narcissists tended to be aggressive, self-aggrandizing, exploitative, and have extreme delusions of grandeur and a need for attention, "covert" narcissists were more prone to feelings of neglect or belittlement, hypersensitivity, anxiety, and delusions of persecution. In the 90s, psychologist Paul Wink analyzed a variety of narcissism scales and confirmed that there are indeed two distinct faces of narcissism, which they labeled "Grandiosity-Exhibitonism" and "Vulnerability-Sensitivity". He found that both shades of narcissism shared a common core of conceit, arrogance, and the tendency to give in to one's own needs and disregard others. Article 23 Signs You're Secretly a Narcissist Masquerading as a Sensitive Introvert, presented by the US American monthly magazine Scientific American, Scott Barry Kaufman, US American scientific director of the Imagination Institute in the Positive Psychology Center, University of Pennsylvania, author, 26. August 2013

 

  • Sensitive people are the most genuine and honest people you will ever meet. There is nothing they won’t tell you about themselves if they trust your kindness. However, the moment you betray them, reject them or devalue them, they become the worse type of person. Unfortunately, they end up hurting themselves in the long run. They don’t want to hurt other people. It is against their very nature. They want to make amends and undo the wrong they did. Their life is a wave of highs and lows. They live with guilt and constant pain over unresolved situations and misunderstandings. They are tortured souls that are not able to live with hatred or being hated. This type of person needs the most love anyone can give them because their soul has been constantly bruised by others. However, despite the tragedy of what they have to go through in life, they remain the most compassionate people worth knowing, and the ones that often become activists for the broken hearted, forgotten and the misunderstood. They are angels with broken wings that only fly when loved. Blog article Celebrity Screw Ups: When We Expect Too Much and Too Little From Ourself, presented by Shannon L. Alder's Blog, Shannon L. Alder, 6. February 2016

 

Links zum Thema Sensitivität und ASW / Sensitivity and ESP

Literatur

Literature (engl.)

Externe Weblinks


  • PD Dr. Jakob Bösch (*1942) emeritierter Schweizer Psychiater, Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste Baselland, Privatdozent für Psychiatrie und Psychosoziale Medizin, Universität Basel, Autor, Sensitivität, präsentiert von
  • PD Dr. Jakob Bösch (*1942) emeritierter Schweizer Psychiater, Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste Baselland, Privatdozent für Psychiatrie und Psychosoziale Medizin, Universität Basel, Autor, Waren die biblischen Propheten schizophren?, PDF, Basler Zeitung, 21. Mai 1999
  • Christine Schüren, deutsche Diplom-Sozialpädagogin, Schwerpunkt Rehabilitation und Gesundheit, Sensitivität. Chancen und Risiken eines wenig erforschten Themas, Diplomarbeit des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit, Fachhochschule Kiel, Februar 2001

Christine Schüren, Sensitivität, Vortrag, FH Kiel, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, PDF, 27. November 2001

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Letzte Bearbeitung:
16.11.2017 um 15:38 Uhr

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