SpiritualWiki

Wiki / Sokrates

Wiki-Menu:  

2·2012


Hawkins-Menu:


 

Sokrates BW 540
griechischer Philosoph (469-399 v. Chr.)

 

Inhaltsverzeichnis (verbergen)

  1. 1. Der griechische Menschenveredler
  2. 2. Der gewissenhaft fragende Geburtshelfer
  3. 3. Alkibiades' Lobrede auf Sokrates
  4. 4. Der Sokratische Dialog – erlernt von Diotima
  5. 5. Die Kunst des Fragenstellens
  6. 6. Ich weiß vieles nicht.
  7. 7. Der Störenfried von Athen
  8. 8. Lebensfragen an gesellschaftliche Katalysatoren – Möchtest du fliegen?
  9. 9. Skandalierer, Skandaliertes, Öffentlichkeit – Opferung (Transzendieren)
  10. 10. Gottesbilder ⇔ Gotteserfahrung
  11. 11. Reife verlangt Verzicht
  12. 12. Der Tod – das Böse
  13. 13. Ungeliebte Querdenker
  14. 14. Das Seelenwohl geht vor
  15. 15. Der vergebliche Versuch, Sokrates' zur Flucht zu bewegen
  16. 16. Sokrates' Verteidigungsrede
  17. 17. Ein Hahnenopfer zum Abschied
  18. 18. Die Reue nach dem Verbrechen
  19. 19. Das Erbe
  20. 20. Sokrates' wesentliche These
  21. 21.  Der Test der drei Siebe – Wahrheit ⇔ Güte ⇔ Nützlichkeit
  22. 22. Liebeslehre und Beziehungsebenen – Priesterin Diotima of Mantinäa
  23. 23. Sieben primäre Partnerschaftsebenen – Riane Eisler
  24. 24. Zitate zum Thema Sokrates / Socrates
    1. 24.1 Zitate von Sokrates
    2. 24.2 Zitate (engl.) von Sokrates / Socrates
    3. 24.3 Spruchweisheiten – nachdenkenswert
    4. 24.4 Zitate von anderen Quellen über Sokrates
    5. 24.5 Zitate (engl.) von anderen Quellen über Sokrates / Socrates
  25. 25. Englische Texte – English section on Socrates
    1. 25.1 The triple filter test
    2. 25.2 The classes of society – Socrates
  26. 26. Links zum Thema Sokrates / Socrates
    1. 26.1 Literatur
    2. 26.2 Literatur (engl.)
    3. 26.3 Externe Weblinks
    4. 26.4 Externe Weblinks (engl.)
    5. 26.5 Audio- und Videolinks
    6. 26.6 Audio- und Videolinks (engl.)
    7. 26.7 Interne Links

Büste des Sokrates, Louvre, Paris

 

 

Offenbar bin ich [...] um eine Kleinigkeit weiser, eben darum, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube.

 

Sokrates, nach Platons Apologie des Sokrates


 

Der griechische Menschenveredler

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne
und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Matthäus 16, 26 (NT)

 


Sokrates-Büste, Universität von Westaustralien

Sokrates entstammte einer Handwerkerfamilie. Schon früh verließ er seinen erlernten Beruf als Steinmetz und betätigte sich als Marktplatz-Philosoph, der von den Spenden seiner Schüler lebte. Er hatte Momente der kataleptischen Trance. Während eines "Anfalls von Abstraktion" hielt er unbeweglich inne undhielt in Zwiesprache mit dem inneren "Daimon".

 

Das Orakel zu Delphi bezeichnete Sokrates als weisesten Mann Griechenlands. Infolge seiner konsequent-radikalen Lebensführung wurde ihm ein unnatürlicher Tod vorausgesagt.

 

Er wird als Vater der Philosophie (Liebe zur Weisheit) bezeichnet und als Anwender des nach ihm benannten Sokratischen Dialogs geschätzt.


 

Sokrates setzte sich engagiert für die Menschenveredelung ein, war ein praktischer Weisheitsliebender und ein Befürworter der gelebten Tugenden:

 

Seine zentralen Anliegen waren:

  • für die Seele zu sorgen, damit sie aufs Beste gedeihe,
  • seine Mitmenschen aufzuklären und ihnen
  • ins Gewissen zu reden, damit sie sich um sittliches Urteil, um Wahrheit und Besserung ihrer Seele bemühten.

Der gewissenhaft fragende Geburtshelfer

Sokrates berief sich auf das Gewissen, seine innere Stimme, das so genannte Daimonion. Er nannte es "der Gott in meiner Brust". Seine Verbundenheit mit dieser inneren Instanz (lat. consciencia = Bewusstsein) befreite ihn von dem Bedürfnis, sich nach außen, an Mehrheiten oder Autoritäten zu orientieren und vermittelte ihm innere Gewissheit über den Tod hinaus. Seine Strategie, die von ihm Befragten zu verunsichern, fußte auf seiner unerschütterlichen Sicherheit im Inneren. Der Philosoph wusste, dass Menschen aus ihrer Sicht stets das Gute tun, es ihnen jedoch an der Kunst des Unterscheidens gebricht, was dem Leben wirklich dienlich ist.

Sokrates: Mir ist das von Kindheit an geschehen, dass nämlich eine Stimme, die jedes Mal, wenn sie sich hören lässt, mir von etwas, was ich tun soll, abredet. Zugeredet aber hat sie mir nie. Platon (427-347 v.Chr.) griechischer Philosoph, Apologie des Sokrates, Reclam, Ditzingen, Januar 1986

 

Die Empfehlung zur Selbsterforschung (siehe Ramana Maharshis gleichen Rat) Mensch, erkenne dich selbst! [Gnothi se auton!], wie sie die Mysterienschule des Orakels von Delphi an spirituelle Aspiranten ausgab, soll Sokrates stets als Wegweiser gedient haben.

Alkibiades' Lobrede auf Sokrates

  1. Zeugung ist etwas Ewiges. Durch sie erhält sich das Sterbliche.
  2. Menschen, für die es auf die Seele ankommt, nicht bloß auf den Körper, wollen Weisheit und Tugend vermitteln.
  3. Neben der Zweiteilung des körperlichen und seelischen EROS gibt es eine Stufenleiter der erotischen Erkenntnis des Schönen und endet in „Unsterblichkeit“.

Alkibiades, Sokrates' jüngerer Schüler, charakterisiert seinen Lehrer als Einzigartigen im Diesseits und Jenseits, weswegen man ihn nur in Gleichnissen fassen könne: als wahrhaft daimonischen Mann, als Prototyp des EROTikers, als wahren Philosophen.

Der Sokratische Dialog – erlernt von Diotima


Apfel

Sokrates nannte seine Art der Gesprächsführung Mäeutik, die so genannte Hebammenkunst, die er durch seine wenig bekannte Lehrerin Diotima übermittelt bekam. Diese Seherin aus Mantinäa, deren Name Hohepriesterin bedeutet, inspirierte ihn. Im Symposion schildert Platon, dass sie Sokrates über das Wesen des Eros belehrte und die Art und Weise, in der Liebende an der Unsterblichkeit Anteil haben.

  • Sokrates richtete sein Augenmerk auf die vielen Verwicklungen der Welt,
  • während Diotima ihre Schau der Ganzheit widmete. Sie anerkannte die Wandelbarkeit des Menschen und wusste:

Erst wenn man die Dynamik der Antriebe und Begierden versteht, versteht man auch die Wandelbarkeit des Selbst.

Die Kunst des Fragenstellens

Fragen haben einen katalysatorischen Effekt und das Potenzial, bestehende beengende Glaubensüberzeugungen aufzubrechen. Davon ausgehend, dass alles Wissen grundsätzlich in jedem Menschen als Potenzial vorhanden sei, stellte der Philosoph ohne Zynismus unentwegt geeignete Fragen, um dabei mitzuwirken, es auf die Welt zu bringen. Sokrates verstand sich nicht als Erzeuger oder Vermittler von Wissen, sondern war überzeugt, dass es möglich ist, unbewusst Schlummerndes bewusster zu machen und Wege aufzuzeigen, wie sich dieses finden lässt. Seine Methode war:
  1. Verborgenes inneres Wissen durch abgestimmte Fragen 'gebären' zu helfen und
  2. Durch fortgesetztes Hinterfragen zur Einsicht zu verhelfen, dass Wissensinhalte vorläufig, unvollständig, "nicht verlässlich" und "nicht für immer und nicht für alle gültig" sind.

 

Der Anwender des Sokratischen Dialogs ging auf den Marktplatz (ein Forum) und sprach arglos und absichtslos mit den Leuten über deren Konzepte und Auffassungen. Er liebte es, die Menschen mit Fragen in die Enge zu treiben, Unwesentliches (Inhalte) herausfiltern, bis es sich auf wesentliche Aussagen (Kontext) zuspitzte. Vorzugsweise beleuchtete Sokrates Konzepte, in denen sie sich besonders sicher waren und die sie besonders gut zu kennen meinten. Mit so genannter 'Hebammenkunst', der Kunst der dialogischen Befragung, machte er das bewusst, was anlagegemäß bereits vorhanden war, und setzte im Dialog das selbständige Denken in Gang.

 

Ein sokratischer Dialog ist ein philosophisches Gespräch, das auf methodisch streng geregelte Art das eigenständige Denken der Teilnehmenden fordert und fördert. Es ist deutlich erfahrungsbezogen, setzt keine besondere Ausbildung oder Bildung bei den Gesprächspartnern voraus und dient der Klärung von Problemstellungen aus verschiedensten Lebens- und Wissensbereichen.

Ich weiß vieles nicht.

Die berühmte populistisch angepasste Redewendung Ich weiß, dass ich nichts weiß, die Sokrates zugeschrieben wird, klingt übertrieben bescheiden. Sie wurde unrichtig übertragen. Die Nachwelt hat sie Sokrates fälschlicherweise unterstellt.
2005 wurde diese Phrase als deutscher Untertitel des popspirituellen Erfolgsfilms What the Bleep Do We Know?! gewählt. Die Formulierungen Ich weiß vieles nicht oder Ich glaubte, etwas zu wissen, von dem ich inzwischen erkannt habe, dass es nicht zutraf erscheinen angemessener, denn im Laufe der Zeit kann Erkenntnistheoretisches tiefer, weiter und präziser gefasst werden.
Der chinesische Weise und Verfasser des Tao Te King Laotse meinte:

Alle sind sich immer so sicher [...] und mir selbst scheint es,
als wandele ich auf dünnem Eis.

Innerhalb der mehrheitlich getragenen konsensuellen Sicherheitszone der Gauß'schen Verteilerkurve besteht die Überzeugung, dass es gesichertes Wissen gäbe (sh. die britische Gelehrtengesellschaft Royal Society), hingegen befällt die Forscher im Neuland des Randständigen eine der Sache angemessene Unsicherheit, da es nur vereinzelte Weggefährten "da draußen" gibt.

Der Störenfried von Athen

Nach Platos Apologie des Sokrates wurde sein Lehrer zur "Viehbremse von Athen", nachdem sein Freund Chairephon das Orakel von Delphi befragt hatte, ob es einen Weiseren im Staate gebe als Sokrates. Es entschied, dass keiner weiser als Sokrates sei.


Sokrates und Xenophon. Detailansicht Die Schule von Athen (1510–1511)
Maler: Raffael, Fresko
Stanza della Segnatura'' (Vatikan)

Der Genannte ging von einem hintersinnigen Spruch aus, da das Orakel nicht dafür bekannt war, die Leistungen oder das Wissen eines Einzelnen hervorzuheben.
Folglich prüfte er das Rätsel, indem er Athener Männer, die als weise galten, auf die Probe stellte. Er befragte sie nach ihrem Kenntnisstand über das Gute, das Schöne und die Tugenden. Als sich herausstellte, dass sie nichts zu diesen Themen wussten, sich jedoch für wissend hielten, schlussfolgerte Sokrates, dass seine Weisheit darin bestand zu sagen:

Ich denke nicht, etwas zu wissen, das ich nicht weiß.

Die paradoxe Weisheit des Sokrates ließ die öffentlich von ihm vorgeführten prominenten Athener Bürger wie Narren aussehen. Deshalb nannten sie den Weisen eine "Viehbremse von Athen", der sich daneben benehme. Sokrates bestand bis zu seiner Todesstunde auf seiner Rolle als Gewissenswurm [Störenfried]. Als er bei seiner Gerichtsverhandlung gebeten wurde, deswegen ein Strafmaß für sich vorzuschlagen, empfahl er stattdessen, dass die Regierung ihm für die Zeit, die er als Athens Wohltäter verbringe, ein Gehalt zahlen möge.

 

Sokrates, der seiner inneren Stimme zufolge nicht Politiker wurde, wusste um die Zerbrechlichkeit des Lebens eines öffentlich agierenden Staatsmanns, dem Wahrheit und Gerechtigkeit Anliegen sind. Er hielt sich jedoch nicht an seine äußere Einsicht, ein zurückgezogenes Leben zu führen.

[…] eine [innere] Stimme […], welche […] mir von etwas abredet, was ich tun will […] Das ist es, was sich mir widersetzt, dass ich nicht soll Staatsgeschäfte betreiben. […] wenn ich [es] schon vor langer Zeit unternommen hätte, Staatsgeschäfte zu betreiben, so wäre ich auch schon längst umgekommen und hätte weder euch etwas genutzt noch auch mir selbst. Werdet mir nur nicht böse, wenn ich die Wahrheit rede! Denn kein Mensch kann sich erhalten, der sich – sei es nun euch oder einer anderen Volksmenge – tapfer widersetzt und viel Ungerechtes und Gesetzwidriges im Staate zu verhindern sucht, sondern notwendig muss, wer in der Tat für die Gerechtigkeit streiten will, […] wenn er sich nur kurze Zeit erhalten soll, ein zurückgezogenes Leben führen, kein öffentliches. Platon [BW 485] (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Apologie des Sokrates

Lebensfragen an gesellschaftliche Katalysatoren – Möchtest du fliegen?

Die erste Frage, welche die außergewöhnliche Romanfigur Möwe Jonathan ihrem Schüler Fletcher stellte, lautete:

"Möchtest du so sehr fliegen,
  • dass du den Möwen im Schwarm vergeben wirst
  • und lernen wirst
  • und eines Tages zu ihnen zurückkehren wirst,
  • um ihnen engagiert zu helfen zu erkennen?"

 

Richard Bach (*1936) US-amerikanischer Schriftsteller, Die Möwe Jonathan (Kultbuch der 60er Jahre)

Skandalierer, Skandaliertes, Öffentlichkeit – Opferung (Transzendieren)

Sokrates' transformierendes Wesen ließ die Gemüter, die sich gespiegelt fühlten, nicht kalt. Um seine Person, seine gewählte Fragemethodik und offen bleibenden Schlussfolgerungen gab es Aufruhr.  Skandale entstehen durch die aktive Beteiligung bestimmter gesellschaftlicher Gruppierungen, die in mehr oder minder bestimmbaren sozialen Kontexten beheimatet sind.
Dabei kommt die Trias zum tragen:

  1. Skandalierer – WER ? (macht)
  2. Skandaliertes – WAS ?
  3. Öffentlichkeit – (vor) WEM ? (Resonanzboden)
    Eine scheinbare "Lösung" wird herbeigeführt durch die
  4. Opferung des anstößigen Auslösers. – WOFÜR? (Cui bono?)

 

Sokrates wurde öffentlich angeklagt,

  • ein Gotteslästerer und
  • ein Jugendverderber zu sein,
  • der die Gemeinschaft schädige.

Ein Athener Gremium entschied, dass er SCHULDIG sei. Mehrheitlich wurde er zum Tod durch den giftigen Schierlingstrank verurteilt.

Bei der Abstimmung über "schuldig oder nicht schuldig" befanden 280 Richtende Sokrates für schuldig, 221 sahen ihn als unschuldig. Der Antrag auf die Todesstrafe wurde von einer Mehrheit von 360 gegen 141 Stimmen bestätigt.

Gottesbilder ⇔ Gotteserfahrung

Sokrates und die griechischen Götter
Sokrates war ein Gottgläubiger (Theist), der seiner Berufung folgte und sich am Gewissen (Daimonion) orientierte. Er war kein vernunftwidriger Abergläubischer.

 

In der Komödie Die Wolken von Aristophanes tritt Sokrates als Skeptiker auf, der bekundet, dass er nicht an die Götter glaube und sich dem Aberglauben widersetze, der den Sinneswahrnehmungen und der Vernunft widerspreche.  

 

Sokrates: Es sind die Wolken und nicht Zeus, die den Regen hervorbringen, andernfalls, wenn es nur von Zeus abhinge, würden wir es regnen sehen, auch wenn es heiter ist.

Reife verlangt Verzicht

Der männerbewegende US-amerikanische Schriftsteller Robert Bly schreibt:

Ein Kind wird nicht erwachsen, bis es seine Harmoniesucht überwunden hat, sich für das, was es am liebsten hat, entscheidet und freudig an den Spannungen dieser Welt teilhat.

 

Die über Leben und Tod ihrer Botschafter richtende Menschheit hat ihre Ecksteine, die unbequeme Fragen stellten, die in Gleichnissen sprachen, die Weltbilder und damit Sicherheiten herausforderten, des Öfteren verworfen.

  • Jesus, der sich beispielsweise nicht an das Sabbatgebot gehalten hatte, ermahnte: Gebt des Kaisers, was des Kaisers ist. Er wurde von den Sanhedrin als Gotteslästerer befunden.
    Der römische Besatzungsrichter Pilatus, der keine Schuld an ihm gefunden hatte ("Ecce homo!"), ließ den anwesenden Straßenpöbel auf dem Marktplatz von Jerusalem über das Geschick zweier Menschen entscheiden: Der 'Unruhestifter' Jesus sollte sterben und der Verbrecher Barrabas begnadigt werden. Und so geschah es.

 

Ist es denn so schlimm, missverstanden zu werden? Pythagoras [BW 190] und Sokrates [BW 540] wurden missverstanden, Christus [BW 1000], Luther [LoC 580], Kopernikus [BW 455], Galilei [BW 455] und Newton [BW 499]. Ralph Waldo Emerson [BW 485] (1803-1882) US-amerikanischer Philosoph, Dichter, Unitarier

 

Antworten enden auf dem Sockel, Fragen am Strick.
Michael Richter (*1952) deutscher Zeithistoriker, Aphoristiker

Der Tod – das Böse

399 v.Chr. stand Sokrates mit siebzig Jahren der Ketzerei beschuldigt vor einem Athener Volksgericht. Dem Tod ins Auge blickend hat Sokrates gelächelt. Er ist weder geflohen noch hat er sein Handeln widerrufen.

Dem Gesetz verpflichtet, befand er es als das Beste für seine Seele den physischen Tod zu sterben. Die fabrizierten Anwürfe seiner Verfolger hatten ihn einst in ein Dilemma des Zweifels gebracht:

Ich bin durch meine Ankläger beinahe über mich selbst irre gemacht worden, so künstlich und schön haben sie gesprochen, obwohl sie nicht ein wahres Wort gesagt haben.

 

Den Vertretern des Volksgerichts erklärte er die Fruchtlosigkeit von Hinrichtungen:

Wenn ihr meint, durch Hinrichtungen dem Einhalt zu tun, dass euch niemand schelten soll, wenn ihr nicht recht lebt, so bedenkt ihr das sehr schlecht. Denn diese Entledigung ist weder recht ausführbar, noch ist sie edel. Sondern jene ist die edelste und leichteste: nicht anderen wehren, sondern sich selbst so einrichten, dass man möglichst gut sei.
Quelle: Weissagung an die Verurteilenden des Volksgerichts

 

Zum Tod durch den Giftbecher verurteilt, wurde er zu einem Schlusswort aufgefordert. Er bat nicht, wie erwartet, um Gnade, sondern erklärte:

Die Schwierigkeit im Leben ist nicht, wie man den Tod vermeidet, sondern, wie man das Böse meidet, denn es läuft schneller als der Tod [...] Bei der Verkündung Eures Urteils hat mir meine innere Stimme nicht gesagt, dass mir etwas Übles widerfahren werde. Daraus geht hervor, dass jene, die den Tod für ein Unglück halten, sich im Irrtum befinden [...] Für den Weisen ist der Tod nur die Fortsetzung des Lebens – in Gemeinschaft mit den Seelen der zur Wirklichkeit Erwachten.
Quelle: Sokrates, angeregt durch K.O. Schmidt, In Dir ist das Licht

Ungeliebte Querdenker

  • Der deutsche Reformator Martin Luther, der seine 95 Thesen an die Kirchentür zu Wittenberg angeheftet hatte und damit Unmut unter den Amtsträgern heraufbeschworen hatte, beendete seine Verteidigungsrede auf dem Reichstag zu Worms mit den damals üblichen Worten: "Gott helfe mir. Amen". Diese Formel hatte ihm das Leben gerettet.
  • Der italienische Astrophysiker Galileo Galilei hat vor dem Inquisitionsprozess sein heliozentrisches Weltbild widerrufen um des Überlebens willen.
  • Der Philosoph Baruch Spinoza hat sich unter Morddrohung ins Schweigen zurückgezogen.

Das Seelenwohl geht vor

Weder Verbannung noch der Verlust der bürgerlichen Ehre, noch die Mehrheitsmeinung waren für Sokrates ausschlaggebend, sondern der vernunftorientierte philosophische Standpunkt unter dem Gesichtspunkt, was der Seele zum Besten gereiche. Von Übel war aus seiner Sicht nur der negative Effekt, der auf der Seele lasten bliebe.
Aus Sokrates' Sicht ist nur ein geprüftes Leben werthaltig.

Der vergebliche Versuch, Sokrates' zur Flucht zu bewegen

Kriton, ein Vertreter der konventionellen Moral, der auf die öffentliche Meinung Wert legte, versuchte Sokrates vergeblich zur Flucht aus dem Gefängnis zu überreden, um seiner Hinrichtung zu entgehen. Die Athener hätten seine Flucht durchaus gebilligt. Kriton wollte sich vor dem möglichen Vorwurf entlasten, nichts unternommen zu haben, um seinen Lehrer Sokrates zu retten.

 

Kriton: Denn die Menge wird nicht glauben, dass du nicht von hier habest weggehen wollen, obwohl wir dich drängten.
Sokrates: Gesetzwidrig zu handeln aber und dem Besseren, Gott oder Mensch, ungehorsam zu sein, davon weiß ich, dass es übel und schädlich ist.

Sokrates' Verteidigungsrede

  • Was meint der Gott damit? Worauf will er mich hinweisen? Schließlich weiß ich doch, dass ich weder viel noch wenig weiß! Und lügen wird er ja nicht, das ist ihm nicht erlaubt. Sokrates, Apologie [Verteidigungsrede] 21b, Des Sokrates Verteidigungsrede, Übersetzung von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768-1834) deutscher protestantischer Theologe, Altphilologe, Philosoph, Publizist, Staatstheoretiker, Soziologe, Kirchenpolitiker, Pädagoge

Ein Hahnenopfer zum Abschied

Nach einer berührend-starken Rede an die Athener trank Sokrates, ohne um Gnade zu flehen, den Schierlingsbecher aus. Nach Platos Apologie des Sokrates lautete Sokrates' letzte öffentlich gestellte unbequeme Frage, ehe er den Schierlingsbecher austrank:

Jetzt ist es Zeit fortzugehen. Für mich zum Sterben, für euch zum Leben. Wer von uns dem besseren Los entgegengeht, ist allen unbekannt außer dem Gott?

 

Das Verbrechen dieses Philosophen war wohl, dass er, sich anfangs eher dümmlich stellend, seine Mitbürger ausgefragt, geprüft und ins Gebet genommen hat, nicht um ihnen Wahrheiten zu vermitteln, sondern, um ihnen Wege aufzuzeigen, wie sich diese finden lassen.

 

'''><<(°> *** <°)>><

 

Sokrates betrachtete sein Leben unter den Menschen seines Zeitalters als kranken Zustand. Als er das Gift getrunken hatte und seine Beine bereits anfingen zu erkalten, schlug er noch einmal das bereits über das Gesicht gezogene Tuch auf, um sich zum letzten Mal an seine Schüler zu wenden:

Kriton, wir schulden dem Asklepion noch einen Hahn. Entrichtet ihm den und versäumt es nicht. Letzte Worte zu Freund Kriton, nachdem er den Schierling getrunken hatte, zitiert in: Platon (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Phaidon, 118a, 399 v. Chr.

 

Dem Gott der Medizin, Asklepion, entrichtete man ein Hahnenopfer zum Dank dafür, dass man nach einer langen Krankheit genesen ist.

Die Reue nach dem Verbrechen

Sokrates' reine ethische Lebensauffassung, seine Tugend-Lehre, sein Glauben an einen obersten vollkommenen Gott rief Feinde und Ankläger auf den Plan. Kurz nach seiner Hinrichtung erstand der getötete Lehrer größer als die Lebenden, deren Gewissen sich meldete. Die Ratsmitglieder des Gremiums stimmten nun für Sokrates' Unschuld; sie anerkannten, dass die Hungernot, die Athen kurz nach seiner Hinrichtung befallen hatte, ein himmlisches Gericht für ihr Verbrechen an Sokrates sei. Miletus, der Hauptankläger des Philosophen wurde zum Tode verurteilt, seine Anhänger ins Exil geschickt. Zum Gedenken an Sokrates wurde eine Statue des Lehrers aufgestellt.

Das Erbe

Der Welt sind keine Schriften von Sokrates hinterlassen worden. Die umfangreiche Buchreihe der Enzyklopädie Britannica Great Books of the Western World über die großen Denker der Geschichte enthält keinen Band über die Lehre, das Wirken und die Bedeutung von Sokrates.

Sokrates' wesentliche These

Der Mensch ist seinem Wesen nach arglos, da er sich nur für Handlungen entscheiden kann, die er als gut einschätzt. Nur ist er außerstande, das wirklich Gute von den irrtümlichen weltlichen Illusionen zu unterscheiden.

Der Test der drei Siebe – Wahrheit ⇔ Güte ⇔ Nützlichkeit

Aufgeregt kam ein Athener zum weisen Sokrates gelaufen und platzte heraus:

"Sokrates, hör' mich an, ich brenne darauf, dir zu erzählen, was ich soeben über einen deiner Schüler erfahren habe!"
"Halt' ein!"

unterbrach ihn der Weise.

"Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der Besucher verwundert.
"Ja, guter Freund! Lass' sehen, ob das, was du mir sagen willst, die drei Siebe passieren kann:
Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das, was du mir erzählen willst, wahr?"
"Nein, ich hörte es erzählen und..."
"So!? Hast du es im zweiten Sieb geprüft? Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, gut?"

Zögernd sagte der Andere:

"Nein, im Gegenteil..."
"Hm, nun lass' uns auch noch das dritte Sieb der Nützlichkeit überprüfen. Ist das, was du mir erzählen willst, von allgemeinem Nutzen? Hat es das Potenzial, die Not zu wenden?",

unterbrach ihn der Weise.

"Nützlich? Notwendend? Nun, das gerade nicht..."
"Also",

sagte der Weise lächelnd,

"wenn es weder wahr noch gut noch notwendig1 ist, so lass es begraben sein und belaste dich, die anderen und mich nicht damit."

 

Sokrates liebte die Essenz, er interessierte sich  
weder für den Nervenkitzel von Gerüchten noch für Trivialitäten.


 

In ancient India the Good-True, the Useful and the Pleasant
– expressed as Dharma, Artha and Kama – were seen as equal pillars of culture.
English version The three sieves of Socrates, presented by Spiritual-knowledge.net

Liebeslehre und BeziehungsebenenPriesterin Diotima of Mantinäa

Von Diotima lernte Sokrates über Schönheit und Eros und die Evolution des Menschen anhand seines Verständnisses der Liebesleiter:

 

  1. Zuerst reizt uns die Schönheit eines jungen Körpers.
  2. Später beginnen wir die Schönheit in allen Körpern zu sehen.
  3. Ab dann halten wir Ausschau nach der Schönheit der Seele.
  4. Sobald der Mensch imstande ist, die Schönheit in allen Seelen zu erkennen,
  5. gelingt es ihm, die Schönheit in den Gesetzmäßigkeiten und der Beschaffenheit aller Dinge zu erfassen.
  6. Schließlich entdecken wir die Schönheit in allen Erscheinungsformen, in den göttlichen Ideen.
  7. Die Liebe ist wesentlich, denn unser Weg beginnt mit ihr und wird durch sie erhalten.

Quelle (engl.): Diotima of Mantinea. Greek Priestess and Teacher of Socrates

Sieben primäre Partnerschaftsebenen – Riane Eisler

Riane Eisler, österreichstämmige US-amerikanische Kulturhistorikerin und Partnerschaftsforscherin, hat in ihrem Buch The Power of Partnership. Seven Relationships that will change your life sieben primäre Beziehungsebenen ausgemacht, die dominanten Herrschaftsystem und im partnerschaftlichen Ordnungssystem unterschiedlich gelebt  werden.
Audio-Interview mit Riane Eisler, Ph.D., J.D. (*ca. 1937) österreichstämmige US-amerikanische Makrokulturhistorikerin, Partnerschaftsforscherin, Soziologin, Evolutionstheoretikerin, Sozialaktivistin, Autorin, Referentin, Spiritual Courage. Putting Love into Action, MP3, präsentiert von Teleseminar Shiftinaction.com, Gastgeberin Belvie Rooks, 20. Juli 2006


Siebenstufige Leiter von Schönheit und Beziehungen
nach Diotima und Riane Eisler

StufePriesterin Diotimas Wertekatalog –
Schönheit
Riane Eislers Wertekatalog –
Beziehung
1.Schönheit des jungen KörpersBeziehung zu sich selbst
2.Schönheit aller KörperBeziehung zum Intimpartner / Familienangehörigen
3.Schönheit der einzelnen SeeleBeziehung zu Freunden Arbeitskollegen / dem Gemeinwesen
4.Schönheit aller SeelenBeziehung zur Landespolitik
5.Schönheit der Prinzipien / aller DingeBeziehung zur internationalen Staatengemeinschaft
6.Schönheit göttlicher Ideen / KontextsBeziehung zur Natur / Gaia
7.Schönheit der Liebe allenthalbenBeziehung zur Spiritualität

 

Riane Eisler defines seven primary relationships and relational dynamics.
(depending on which model is applied, the partnership system or domination system):

  1. Relationship with oneself
  2. Relationship with intimate partners (significant others)
  3. Work and community relationships
  4. National community (politics)
  5. International community
  6. Relationship with nature
  7. Spiritual relations

Zitate zum Thema Sokrates / Socrates

Zitate von Sokrates

Persönliche Bekenntnisse eines öffentlich hingerichteten Philosophen

  • Ich bin eine Hebamme für junge Männer, indem ich ihrer Seele zur Geburt verhelfe. Ich helfe ihrem inneren Wesen, dem inneren Mann, sich zum Ausdruck zu bringen. Sokrates [BW 540] (469-399 v. Chr.) altgriechischer vorchristlicher Philosoph

 

  • Erstaunlich viele Angreifer haben mich nun seit vielen Jahren angeklagt. Schwerer wiegt jedoch, dass sie euch in einem Alter angesprochen haben, als einige von euch noch Kinder oder Jugendliche wart und am leichtesten zu beeinflussen. Und sie gewannen ihre Sache buchstäblich kampflos, weil es niemanden gab, der mich verteidigt hat.
  • Sei, was du scheinen willst.

 

  • Unbewusst zu leben hat keinerlei Wert.

 

 

  • Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche!

 

  • Heirate auf alle Fälle. Wenn du eine gute Ehefrau bekommst, wirst du glücklich sein. Wenn du eine schlechte bekommst, wirst du ein Philosoph werden.

 

  • Bedenke, dass die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein.

 

  • Keiner von uns beiden, so kann man wohl sagen, weiß etwas Schönes und Gutes. Aber dieser glaubt zu wissen und weiß nicht, ich aber, der ich ebensowenig weiß, glaube das nicht. Daher scheine ich um ein weniges weiser zu sein als dieser, da ich nicht glaube zu wissen, was ich nicht weiß. Platon [BW 485] (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Apologie des Sokrates, Erste Rede, 21d

 

(↓)

Verkürzt und entstellte Version:

Ich weiß, dass ich FAST nicht(s) weiß.

(↓)

Zum Vergleich:

Ich glaube nicht, ich weiß. Carl Gustav Jung

  • Ich bin mir jedenfalls bewusst, dass ich keine Weisheit besitze, weder groß noch klein. Verkürzte  von Platon [BW 485] (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Apologie des Sokrates, Erste Rede, 21d

 

  • Keiner von uns beiden, so kann man wohl sagen, weiß etwas Schönes und Gutes. Aber dieser glaubt zu wissen und weiß nicht, ich aber, der ich ebensowenig weiß, glaube das nicht. Daher scheine ich um ein weniges weiser zu sein als dieser, da ich nicht glaube zu wissen, was ich nicht weiß. [WQ] Platon [BW 485] (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Apologie des Sokrates, Erste Rede, 21d

 

  • Niemand tut wissentlich unrecht.

 

  • Jeder Mensch macht aus seiner eigenen Sicht immer das Bestmögliche.

 

  • Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.

 

  • Die Jugendlichen von heute lieben den Luxus, haben schlechte Manieren und missachten die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

 

  • Der Kluge lernt aus allem und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß schon alles besser.

 

(↓)

Ebenso lautet die Aussage von Antigone aus Sophokles' gleichnamiger Tragödie

  • Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da.

 

  • Sieh nur, wie viele Dinge die Athener zum Leben brauchen! […] Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf.

 

  • Das Glück ist schon da, es ist in uns, wir haben es nur vergessen und brauchen uns lediglich daran zu erinnern.

 

  • Philosophie ist die Vorbereitung auf den Tod.

 

  • Alle, die sich auf die rechte Weise mit Philosophie befassen, betreiben [...] nichts anderes [...] als sterben und tot zu sein.

 

(↓)

Der Philosophen-König-Satz

  • Wenn nicht entweder die Philosophen Könige werden in den Städten, oder die Könige Philosophen werden, und wenn dies nicht in eins fällt: die Macht in der Stadt und die Philosophie, die Macht und das Wissen, so wird es mit dem Elend kein Ende haben, nicht für die Städte und nicht für das menschliche Geschlecht. Platon [BW 485] (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Politeia 473c-d

 

  • Lernen besteht in einem Erinnern von Informationen, die bereits seit Generationen in der Seele des Menschen wohnen. Sokrates im Dialog mit seinem Kollegen Platon

 

  • Nun aber ist es Zeit fortzugehen, für mich um zu sterben, für euch um zu leben: Wer aber von uns dem besseren Los entgegengeht, das ist allen verborgen, außer Gott. Platon [BW 485] (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Apologie des Sokrates, Dritte Rede, 33

 

  • Es ist besser, Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun. Platon [BW 485] (427-347 v.Chr.) vorchristlicher griechischer Philosoph, Gorgias, 474b

 

(↓)

Sokrates zugesprochene Zitate

  • Wir haben die Wahrheit gesucht, wir haben sie nicht gefunden. Morgen reden wir weiter.

Zitate (engl.) von Sokrates / Socrates

Personal avowals

  • I am not an Athenian or a Greek, but a citizen of the world. Source unknown

 

  • I am a midwife to young men, because I bring their souls to birth. I help the inner being, the inner man, to express himself. Source unknown

 

Humility

  • As for me, all I know is that I know not much except of my ignorance. Socrates cited by Diogenes Laërtius (3rd century AD) Greek biographer of the Greek philosophers

 

Simplicity

  • Having the fewest wants, I am nearest to the gods. Socrates cited by Diogenes Laërtius (3rd century AD) Greek biographer of the Greek philosophers

 

Good / Evil

 

Attractor fields (negative influence)

  • There are a great many of these accusers, and they have been accusing me now for a great many years, and what is more, they approached you at the most impressionable age, when some of you were children or adolescents; and literally won their case by default, because there was no one to defend me. Source unknown

 

  • Well, I am wiser than this man. It is likely that neither of us has any knowledge worthwhile. Still, he thinks that he knows something which he does not know, whereas I am conscious of my ignorance. At any rate it seems that I am wiser than he is to this small extent, that I do not think that I know what I do not know. Socrates, cited in: Plato (427-347 BC) pre-Christian Greek philosopher, Apology of Socrates, in The Dialogues of Plato

 

Materialism vs. Happiness

  • Look, I’m not saying that material comfort isn’t important. I’m not saying it’s not important to make beautiful statues and to have fine battleships and city walls. But none of this matters unless the people inside those city walls are happy.

 

Duality

  • I was afraid that by observing objects with my eyes and trying to comprehend them with each of my other senses I might blind my soul altogether.

 

Inner voice

  • You have heard me speak at sundry times and in diverse places of an oracle or sign which comes to me, and is the divinity which Meletus ridicules in the indictment. This sign, which is a kind of voice, first began to come to me when I was a child; it always forbids but never commands me to do anything which I am going to do. This is what deters me from being a politician. Socrates, cited in: Plato [LoC 485] (427-347 BC) pre-Christian Greek philosopher, The Apology of Socrates, in The Dialogues of Plato, volume 2, translated by Benjamin Jowett, pp. 109-135,  Oxford University Press, 3rd edition, ca. 350 BC, 1892

 

  • But it is now time to depart – for me to die, for you to live. But which of us is going to a better state is unknown to everyone but the gods. Socrates [LoC 540] (469-399 BC) Greek philosopher
(↓)

Socrates' dictum

  • All humans choose only what they believe to be the good.

 

(↓)

Kindness

  • One who is injured ought not to return the injury, for on no account can it be right to do an injustice; and it is not right to return an injury, or to do evil to any man, however much we have suffered from him.

 

  • To harm another is to harm oneself.

 

(↓)

Living a true life

  1. Keep interested in the truth.
  2. Make sure that your soul is as good as possible.
  3. Maintain the four virtues: prudence, temperance, courage and justice (charity).
    cited in: Plato [LoC 485] (427-347 BC) Ancient Greek pre-Christian philosopher, founder of the occidental philosophy, The Apology of Socrates, in The Dialogues of Plato, volume 2, translated by Benjamin Jowett, Oxford University Press, 3rd edition, ca. 350 BC, 1892 [Apologie, Stuttgart, S. 36, 1982]

 

(↓)

Philosopher king phrase

Plato describes the "philosopher kings" as "those who love the sight of truth".

  • Until philosophers rule as kings or those who are now called kings and leading men genuinely and adequately philosophise, that is, until political power and philosophy entirely coincide, while the many natures who at present pursue either one exclusively are forcibly prevented from doing so, cities will have no rest from evils, [...] nor, I think, will the human race. Socrates, cited in: Plato [LoC 485] (427-347 BC) pre-Christian Greek philosopher, Republic, 473c-d

 

(↓)

Private life as a philosopher vs. public life of a politician

  • Some one may wonder why I go about in private giving advice and busying myself with the concerns of others, but do not venture to come forward in public and advise the state. I will tell you why. You have heard me speak at sundry times and in diverse places of an oracle or sign which comes to me, and is the divinity which Meletus ridicules in the indictment. This sign, which is a kind of voice, first began to come to me when I was a child; it always forbids but never commands me to do anything which I am going to do. This is what deters me from being a politician. And rightly, as I think. For I am certain, O men of Athens, that if I had engaged in politics, I should have perished long ago, and done no good either to you or to myself. And do not be offended at my telling you the truth: for the truth is, that no man who goes to war with you or any other multitude, honestly striving against the many lawless and unrighteous deeds which are done in a state, will save his life; he who will fight for the right, if he would live even for a brief space, must have a private station and not a public one. Socrates, cited in: Plato [LoC 485] (427-347 BC) pre-Christian Greek philosopher, Apology from The Dialogues of Plato, volume 2, translated by Benjamin Jowett, pp. 109-135,  Oxford University Press, 3rd edition, ca. 350 BC, 1892

 

(↓)

Conflict solving

  • If you think that by killing men you can prevent some one from censuring your evil lives, you are mistaken; that is not a way of escape which is either possible or honorable; the easiest and the noblest way is not to be disabling others, but to be improving yourselves. This is the prophecy which I utter before my departure to the judges who have condemned me. Socrates, cited in: Plato [LoC 485] (427-347 BC) pre-Christian Greek philosopher, The Apology of Socrates, in The Dialogues of Plato, 1892

 

(↓)

Dichotomoy of perception and appearance

  • Socrates: Then my perception is true to me, being inseparable from my own being; and, as Protagoras says, to myself I am judge of what is and what is not to me. Socrates cited in: Plato's dialogue Theaetetus
    • Each and every event is for me as it appears to me, and is for you as it appears for you. Protagoras (ca. 490-420 BC) pre-Socratic Greek philosopher, sophist, paraphrased, as referred to by Socrates in Plato's dialogue Theaetetus
  • Socrates: Does he [ Protagoras ] not say that things are to you such as they appear to you, and to me such as they appear to me, and that you and I are men? Socrates (469-399 BC) ancient Greek pre-Christian philosopher, cited in: Plato's dialogue Theaetetus

 

(↓)

Women

  • Once made equal to man, woman becomes his superior.

 

  • You are quite right in maintaining general inferiority of the female sex; although many women are in many things superior to many men. Socrates cited in: Plato [LoC 485] (427-347 BC) Ancient Greek pre-Christian philosopher, founder of the occidental philosophy, The Republic, pg. 187

 

  • Women are by no means inferior to men. [...] All women need is a little more physical strength and energy of mind. Xenophon (430-354 BC) Greek historian, soldier, mercenary, contemporary and admirer of Socrates, Symposium 2

 

(↓)

Learning

 

(↓)

Friendship

  • Be slow to fall into friendship; but when thou art in, continue firm and constant.

 

(↓)

Wisdom

  • This one means to know anything, although he doesn't know it, but I, as I don't know it now, don't believe it either.

 

  • True wisdom comes to each of us when we realize how little we understand about life, ourselves, and the world around us.

 

  • I decided that it was not wisdom that enabled poets to write their poetry, but a kind of instinct or inspiration, such as you find in seers and prophets who deliver all their sublime messages without knowing in the least what they mean.

 

 

(↓)

Marriage

  • By all means marry. If you get a good wife, you'll be happy. If you get a bad one, you'll become a philosopher and that is a good thing for any man.

 

(↓)

Death and dying

  • To fear death, my friends, is only to think ourselves wise, without being wise: for it is to think that we know what we do not know. For anything that men can tell, death may be the greatest good that can happen to them: but they fear it as if they knew quite well that it was the greatest of evils. And what is this but that shameful ignorance of thinking that we know what we do not know? Socrates [LoC 540] (469-399 BC) Ancient Greek pre-Christian philosopher

 

  • Death may be the greatest of all human blessings. Socrates [LoC 540] (469-399 BC) Greek philosopher

 

  • Ordinary people seem not to realize that those who really apply themselves in the right way to philosophy are directly and of their own accord preparing themselves for dying and death. Socrates [LoC 540] (469-399 BC) Greek philosopher

 

(↓)

Self-inquiry

  • The unexamined life is not worth living.

 

(↓)

Language

  • The misuse of language induces evil in the soul.

 

(↓)

Music

  • Musical training is a more potent instrument than any other, because rhythm and harmony find their way into the inward places of the soul, on which they mightily fasten, imparting grace, and making the soul of him who is rightly educated graceful.

 

(↓)

Prayer

  • Our prayers should be for blessings in general, for God knows best what is good for us.

 

(↓)

Error

  • Whenever, therefore, people are deceived and form opinions wide of the truth, it is clear that the error has slid into their minds through the medium of certain resemblances to that truth.

 

(↓)

Simplicity

  • I hold that to need nothing is divine, and the less a man needs the nearer does he approach divinity.

 

(↓)

Recontextualizing

  • Man must rise above the Earth [...] to the top of the atmosphere and beyond [...] for only thus will he understand the world in which he lives.

 

(↓)

Rocky emotions

 

(↓)

Youth

This quote is variously attributed to Socrates by Aristotle or else to the mayor of Amsterdam, Gijsbert van Hall, following a street demonstration in 1966.

  • Our youth now love luxury. They have bad manners, contempt for authority; they show disrespect for their elders and love chatter in place of exercise; they no longer rise when elders enter the room; they contradict their parents, chatter before company; gobble up their food and tyrannize their teachers.

Spruchweisheiten – nachdenkenswert

  • Ich komme, ich weiß nicht woher,
    Ich bin, ich weiß nicht wer,
    Ich sterb, ich weiß nicht wann,
    Ich geh, ich weiß nicht wohin,
    Mich wundert's, dass ich fröhlich bin.
    Angelus Silesius (1624-1677) deutscher mystischer Lyriker, Theologe,
    Cherubinischer Wandersmann

 

  • Don't go left, don't go right: go deeper.
    Übersetzung: Geh' nicht links, geh' nicht rechts: geh' tiefer.
    Rev. Jim Wallis (*1948) US American evangelical Christian writer, political activist

 

  • It hurts to be at the cutting edge. Don't get even, get odder.
    Übersetzung: Es schmerzt, auf Messers Schneide zu gehen.
    Deutung: Sinne nicht auf rächenden Ausgleich, sondern werde ungewöhnlicher.


Maler: Jacques-Louis David, 1787


Zitate von anderen Quellen über Sokrates

Persönliche Aussagen

Als sich Sokrates' Frau Xanthippe darüber beklagte,
dass ihr Mann zu Unrecht dem Tod überantwortet werde, fragte er sie:
Wäre es dir lieber, ich ginge zu Recht in den Tod?
  • Vergib' allem, was du erlebst und erfährst, wie dem auch immer sei. Bedenke, dass Christus, Buddha und Krishna gleichermaßen sagen, dass alle Irrtümer auf Grund von Unwissenheit geschehen. Sokrates sagte, dass sich alle Menschen nur für das entscheiden können, was sie für richtig halten. David R. Hawkins, Transcending the Levels of Consciousness, S. 333-334

 

  • Sokrates pflegte zu den Göttern nur schlechthin um das Gute zu beten, als wüssten sie am besten, was gut ist. Xenophon (426-355 v. Chr.) griechischer Historiker, Schriftsteller, Händler, Politiker, Feldherr, Memorabilien I, 3

 

  • Ich würde all meine Technologie für einen Nachmittag mit Sokrates eintauschen. Steve Jobs (1955-2011) US-amerikanischer Computerindustrieller, Erfinder, Mitgründer und Geschäftsführer von Apple Inc., Newsweek, 29. Oktober 2001

 

  • Keiner hat den Mut, der Erste zu sein, der gemäß den Lehren von Christus und Sokrates lebt, weil er in einer Welt aus lauter Opportunisten zum Märtyrer werden müsste. Sylvia Plath (1932-1963) US-amerikanische Dichterin, Romanschriftstellerin

 

  • Ein Schulmädchen schrieb einen Aufsatz über Sokrates: Sokrates war ein berühmter griechischer Philosoph, der überall, wo er hinkam, den Leuten Ratschläge erteilte. Sie vergifteten ihn. Charles Francis, US American professional writer, editorialist, founder of IdeaBank, Chappaqua, NY

Zitate (engl.) von anderen Quellen über Sokrates / Socrates

  • Socrates said, in effect, that without such capacity, youth (including the youth that continues to reside within every adult) is corrupted by low-energy attractor fields. Although Socrates was put to death for trying to teach this discernment, his entreaty remains: Obscurity is dispelled by augmenting the light of discernment, not by attacking the darkness. The final issue, then, is the problem of how we may best cultivate and preserve the power of moral discretion. Dr. David R. Hawkins, Afflicted by Forces Unseen? Excerpted from Power vs. Force

 

  • You can do healing in psychotherapy through recontextualization. Cite Socrates, who said that man always chooses the good; the problem is that he can't discern what’s really good. Patients don't want happiness; they want to enrol you in their unhappiness. Dr. David R. Hawkins, Seminar Sedona Alignment, 16. April 2005

 

(↓)

Context: Democracy and moral relativism

Moral relativism, the propagation of haltruths (falsehood) by the media is eroding western democracies.

  • Socrates said: "Eventually Democracy will fail." Democracy will fail because you give equal power to fallacy as you do to truth. […] This is what I think is the downside of Western society is that you have given equal power to falsehood. The power that should go to truth, believability and credence etc. you have now given to falsehood. […] [T]he slogan [in the media] is 'Fair and balanced', […] Fair and balanced […] is that I should be able to just do and say anything I want. That's called libertarianism and anarchy. Anarchy then is what's taken over the communication system. Dr. David R. Hawkins, Prescott Seminar Spirituality. Reason and Faith, 3 DVD set, 26. January 2008

 

(↓)

Socratic dialogue

  • People would come to Socrates who is the founder of our Western rational tradition usually thinking they knew what they were talking about. But after half an hour of his relentless questioning they found out they didn't know the first thing about courage or goodness or justice. [...] A Socratic dialogue always finishes with this doubt.
    People feel the fundamentals of their life had been taken away. And Socrates said, 'Now with this doubt, this aporia, you have become a philosopher, a lover of wisdom who seeks wisdom as ardently as a lover because you know you don't have it. The only wisdom is to know what how little you know.' Audio interview with Karen Armstrong (1944) British former Catholic nun, historian of religion, author on comparative religion, founder of the Charter of Compassion, on A Call For Compassion, presented by CBC Radio Tapestry, host Mary Hynes, MP3 Podcast, minute 22:09, 53:59 minutes duration, aired 13. March 2011

 

  • Socrates said that unless a dialog was conducted with gentleness and without malice it wouldn't work. It was a spiritual exercise. You go into a dialog prepared to be changed. It's no good [...] to say peace will break out if we all dialog. That usually means bludgeoning the other person to accept our point of view. […]
    No bullying, Socrates said. You can't win a Socratic dialog because everybody ends realizing they know nothing at all. And we've lost that. It is not enough for us to seek the truth we also want to humiliate and defeat our opponents.
    Before an election all they [the politicians] can do is blame the other people. And it all gets personal. [People would want to see some speech writing devices go out the window.] Audio interview with Karen Armstrong (1944) British former Catholic nun, historian of religion, author on comparative religion, founder of the Charter of Compassion, on A Call For Compassion, presented by CBC Radio Tapestry, host Mary Hynes, MP3 Podcast, minute 24:25, 53:59 minutes duration, aired 13. March 2011

 

  • 'Ah, so you shall be sure to be misunderstood.' – Is it so bad, then, to be misunderstood? Pythagoras was misunderstood, and Socrates, and Jesus, and Luther, and Copernicus, and Galileo, and Newton, and every pure and wise spirit that ever took flesh. To be great is to be misunderstood. Ralph Waldo Emerson [LoC 485] (1803-1882) US American philosopher, poet, lecturer, essayist, Unitarian

 

  • 'Ah, so you shall be sure to be misunderstood.' – Is it so bad, then, to be misunderstood? Pythagoras [LoC 190] was misunderstood, and Socrates [LoC 540], and Jesus [LoC 1000], and Luther [LoC 580], and Copernicus [LoC 455], and Galilei [LoC 455], and Newton [LoC 499], and every pure and wise spirit that ever took flesh. To be great is to be misunderstood. Ralph Waldo Emerson [LoC 485] (1803-1882) US American philosopher, poet, lecturer, essayist, Unitarian

 

(↓)

"Fits of abstraction"

Socrates was found in moments of cataleptic trance where he received insights by his inner daimon.

  • Socrates was a great walker. They say he was a fiend for exercise. He was absolutely not shut away in some ivory tower somewhere. He really challenged the status quo, and he was very brave in doing that. He was an activist in some ways, a philosophical activist.  He would have seen appalling scenes in battle, and yet right until the end of his life he was still searching for the good. He could be infuriating. I’m sure if you went to a dinner party with him, he’d sit there and pick holes in your arguments. He would nail you. I’m sure he was quite an awkward person, but he was also electrifying. He was famously ugly. He didn’t fit in with what a beautiful, heroic Greek should be. He was the opposite of those things and yet everybody around him adored him. Bettany Hughes bettanyhughes (*1968) British academic, historian, broadcaster, author of The Hemlock Cup. Socrates, Athens and the Search for the Good Life, Random House: Jonathan Cape, 7. October 2010; cited in: Bettany Hughes on Socrates, Smithsonian magazine, Megan Gambino, April 2011

 

  • ‘for Socrates the Athenian democracy was best served by dialogue not bombast’ (p. 170). He worried that the pursuit of plenty would bring mindless materialism, commenting as he passed the shops that they stocked what he did not need, and remarking that democracy would become just a banner under which to declare war and fight. As he walked through the Agora he asked what was the point of warships, city walls and glittering statues if ‘we are not happy’. John Battle, former British Member of Parliament for Leeds West, referencing: Bettany Hughes, British historian, The Hemlock Cup. Socrates, Athens and the Search for the Good Life, Random House: Jonathan Cape, 2010

 

(↓)

Questioning as a teaching method

  • I am disposed to ask: Does teaching consist in putting questions? Indeed, the secret of your system [Socratic dialog] has just this instant dawned upon me. I seem to see the principle in which you put your questions. You [Socrates] lead me through the field of my own knowledge, and then by pointing out analogies to what I know, persuade me that I really know some things which hitherto, as I believed, I had no knowledge of. Critoboulus dialoging with Socrates; citied in: Oeconomicus [The Economist] by Xenophon (430-354 BC) Greek historian, soldier, mercenary, contemporary and admirer of Socrates as translated by H.G. Dakyns

 

(↓)

Ignorance

  • According to Socrates, the successful tyrant who is able to do great wrong for many years without ever being held accountable, was the most terribly harmed of all human beings. Socrates believed that doing injustice made us less just and diminished our character. For Socrates, harm to character, or the soul, is the greatest harm of all. Since Socrates believed that all wrongdoing harmed the wrongdoer, he believed that all people never choose to harm themselves and thus never choose to do wrong. When we see people knowingly doing wrong to others, they are not cognizant of the harm that their wrongdoing brings upon themselves. So it is that even the most flagrant examples of willful human wrongdoing, which may seem to contradict Socrates’ belief, actually confirm Socrates belief by being examples of our instinct to benefit ourselves misguided by ignorance. If all wrongdoing harms the wrongdoer and all people make decisions only to benefit themselves, then all people commit wrongdoing through ignorance and not through a will to do wrong. Max Maxwell, A Socratic Perspective on The Nature of Human Evil, Socraticmethod.net, 2008

 

(↓)

Human evil

  • The identity or nature of human evil is found in the origin of hurtful behaviors. That origin is misguided instinct (ignorance) and fear. Even when we lack courage or knowledge, we are still being guided by our simple instinct to benefit ourselves. No matter how brutal and terrifying our capacity to destroy one another, we are all just little children trying to find some goodness in our little lives. In all of our moral choosing there is the constant expression of this natural instinct to benefit ourselves and a corresponding instinctual simplicity of innocence that dwells in all humanity. In this Socratic perspective, human fear and ignorance make up the nature of human evil. What is the face of this human evil? Is it the face of a monster? Is it the face of the Devil? No, the face of human evil is the face of every lost and frightened child. It is the face of innocence under stress. Max Maxwell, A Socratic Perspective on The Nature of Human Evil, Socraticmethod.net, 2008

 

(↓)

Basic philosophical questions

and so forth. He always expected an answer that would pinpoint what is common to a certain class of objects:
Beauty is that which all beautiful things have in common, art is that which all works of art have in common, justice is that which all cases of justice have in common, and so forth.
What is common to a class of phenomena is the idea of that class – also referred to as its definition.
What all beautiful things have in common is the idea or definition of beauty, what all triangles have in common is the idea or definition of a triangle, and so forth. Plato: The Failure of Democracy, presented by faculty.frostburg.edu

 

(↓)

The allegory of the cave

  • In the tale of the cave great emphasis is placed on the difficulties of acquiring knowledge, and on the hostility and mistrust that many people feel toward education and educated people. The ascent out of the cave and into the light is neither easy nor necessarily voluntary, and it requires a persistence and willingness to undergo changes that most people would find too strange to consider, or too painful to endure. Not only do cave dwellers dislike leaving the cozy darkness to which they are accustomed, they also hate and mistrust those who have been outside and who have come back to improve things. Most people dislike being told that they lack knowledge; disturbing gadflies like Socrates are rarely respected for their critical remarks and demanding ideas. What people basically like is having fun and being left alone. Plato: The Failure of Democracy, presented by faculty.frostburg.edu

 

  • The prisoners are, indeed, not dumb when it comes to shadows on the wall. They observe them closely, and some of them are quite impressive in recognizing and predicting the sequences in which the shadows appear, and they are awarded honors and prizes by their fellow-prisoners. The fact that the objects of their observation are only shadows, and not real things, naturally does not bother them. And if the returning ex-prisoner had to compete with the cave dwellers in the observation of shadows, everyone in the cave would think that the ex-prisoner had ruined his eyesight, and that going outside the cave is a waste. So hostile are the troglodytes to the idea of leaving the cave, in fact, that they would eagerly kill anyone who tried to lead them out into the light. Plato: The Failure of Democracy, presented by faculty.frostburg.edu

 

Englische Texte – English section on Socrates

The triple filter test

In ancient Greece (469-399 BC), Socrates was widely lauded for his wisdom.
One day an acquaintance ran up to him excitedly and said,

Socrates, do you know what I just heard about Diogenes?
Wait a moment,

Socrates replied,

Before you tell me I'd like you to pass a little test. It's called the Triple Filter Test.
Triple filter?

asked the acquaintance.

That's right,

Socrates continued,

Before you talk to me about Diogenes let's take a moment to filter what you're going to say.
The first filter is Truth. Have you made absolutely sure that what you are about to tell me is true?
No,

the man said,

Actually I just heard about it.
All right,

said Socrates,

So you don't really know if it's true or not.
Now let's try the second filter, the filter of Goodness.
Is what you are about to tell me about Diogenes something good?
No, on the contrary...
So,

Socrates continued,

You want to tell me something about Diogenes that may be bad, even though you're not certain it's true?

The man shrugged, a little embarrassed. Socrates continued,

You may still pass the test though, because there is a third filter, the filter of Usefulness.
Is what you want to tell me about Diogenes going to be useful to me?
No, not really.
Well,

concluded Socrates,

If what you want to tell me is neither True nor Good nor even useful, why tell it to me or anyone at all?

The man was bewildered and ashamed.
This is an example of why Socrates was a great philosopher and held in such high esteem.

The classes of society – Socrates

Socrates saw democracy consisting of three social classes:

  1. Drones (the unemployed leaders)
  2. Rich people
  3. Working class.
    • The drones / leaders steal from the rich, keep large amounts of valuables to themselves and distribute the rest to the poor.
    • The rich cannot defend themselves as they would be accused of disloyalty to the state.
    • The masses when kept by false moral beliefs and improper education choose a leader thereby opening an opportunity for tyranny.

 

Links zum Thema Sokrates / Socrates

Literatur

Literatur (engl.)

Externe Weblinks


Diotima von Mantinäa, Sokrates' Lehrerin

  • Rede der Diotima über Eros, Schönheit und Philosophie, Platon, Symposion (201d-212c), Gottwein.de

Externe Weblinks (engl.)


Diotima, Socrates's teacher

Audio- und Videolinks

Audio- und Videolinks (engl.)

 

Interne Links

Hawkins

 

 

 

1 Im alten Indien waren das Gute-Wahre, das Nützlich-Notwendige und das Schöne-Wohlige – ausgedrückt als Dharma, Artha und Kama – gleichwertige Pfeiler der Kultur. Zu den vier Purusharthas, den "vier Lebenszielen des Menschen" kommt noch Moksha, die Erlösung, hinzu.