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Wiki / Traeumen

Die Kunst des Träumens

Mona Lisa; 1503–06 von Leonardo da Vinci

Traumwelten

Unsre Träume sind die Wirklichkeiten,
unsre Wirklichkeit ist Erdentraum.
Wie wir hier den Jenseitsweg bereiten,
pflanzen drüben wir den Schicksalsbaum.

Unser Echo klingt uns stets entgegen,
halt das Lichtlein fest, das Gott entfacht!
Jeder ist sein Fluch und ist sein Segen!
Wohl dem Geist, der unablässig wacht.

Ephides

Träumen ist einer der vier Bewusstseinszustände. Träume spiegeln Zusammenhänge aus vier Seinsebenen wider. Es besteht ein Bezug zu Inhalten aus

  1. dem individuellen Bewusstsein (vergangene nachdrückliche Eindrücke oder Erlebnisse, die kurz davor stattgefunden haben, die mehr oder weniger präsent sind),
  2. dem individuellen Unbewussten (vergangene nachdrückliche Eindrücke oder Erlebnisse, die vergessen oder verdrängt worden sind),
  3. einer allen Menschen gemeinsamen un- oder transpersönlichen Schicht des Bewusstseins, die durchdrungen ist von so genannten Archetypen, dem kollektiven Unbewussten (nach Carl Gustav Jung), oder der expliziten Ordnung (nach David Bohm),
  4. aus der impliziten Ordnung (nach David Bohm) oder dem Urgrund des Seins (Tao).
    Anmerkung: Die explizite Ordnung steht für die begrenzte, sinnlich wahrnehmbare Welt der Realität.
    Die implizite Ordnung steht für die unbegrenzte Welt des Möglichen, aus der heraus sich die Wirklichkeit manifestiert.


Zitate zum Thema Träumen / Traumdeutung

  • Folge deinem Traum. Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller von Bestsellern wie Der Alchemist
  • Sie [die Träume] scheinen unter sich zusammenzuhängen und in tieferem Sinn einem gemeinsamen Ziel untergeordnet zu sein, so dass eine lange Traumserie nicht mehr als ein sinnloses Aneinanderreihen inkohärenter und einmaliger Geschehnisse erscheint, sondern als ein wie 'in planvollen Stufen verlaufender Entwicklungs- und Ordnungsprozess. Ich habe diesen in der Symbolik langer Traumserien sich ausdrückenden unbewussten Vorgang als Individuation bezeichnet. Carl Gustav Jung, Traum und Traumdeutung, S. 141, dtv Verlag, München, 2001
    Jung beschreibt eine bahnbrechende Entdeckung aus der Beobachtung von Traumserien aus bis zu mehreren Hundert Träumen eines Klienten.
  • […] mache ich es zur heuristischen Regel, mir bei jedem Traumdeutungsversuch die Frage vorzulegen: Welche bewusste Einstellung wird durch den Traum kompensiert? Damit setze ich, wie ersichtlich, den Traum in engste Beziehung zur Bewusstseinslage, ja, ich muss sogar behaupten, dass ein Traum ohne Kenntnis der bewussten Situation überhaupt nie auch nur mit annähernder Sicherheit gedeutet werden kann. Nur aus der Kenntnis der Bewusstseinslage heraus ist es möglich, auszumachen, welches Vorzeichen den unbewussten Inhalten zu geben ist. Carl Gustav Jung, Traum und Traumdeutung, S. 162f., dtv Verlag, München, 2001
  • In allen Kulturen entsteht die Fähigkeit, die Ereignisse des Traums zu kontrollieren, aus einem hohen Maß an mentaler Kontrolle im Wachzustand. Anstelle des Unbewussten, das seine Freudschen Streiche spielt oder unbeachtet seine Weisheiten raunt, scheinen das Bewusste und das Unbewusste in luziden Träumen eine wirkungsvolle Verständigung und Zusammenarbeit miteinander aufzubauen. Der luzide Traum ist ihr gemeinsames Werk, und indem er ihn zunehmend unter seine Kontrolle bringt, gelangt der Träumende zu tieferer Selbsterkenntnis. David Fontana, Die geheime Sprache der Träume, S. 18 f., Hugendubel Verlag (Kailash), 1996
  • Ein Traumsymbol ist richtig gedeutet, wenn und nur wenn es dem Träumer im Hinblick auf seine gegenwärtige Lebenssituation einleuchtet und ihn veranlasst, sein Leben konstruktiv zu ändern. Ein Dritter mag eine andere mögliche Deutung sehen, aber sie besteht dann nur in dem, was der Traum für ihn bedeuten würde, wenn er ihn geträumt hätte. Träume tauchen nicht willkürlich aus einem universellen Sammelbecken auf: Sie ergeben sich aus der jetzigen Lebenserfahrung des Träumers und sind nur für ihn allein bedeutsam. Ann Faraday, Deine Träume. Schlüssel zur Selbsterkenntnis, S. 104, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1988
  • Die Begegnung mit den Menschen der australischen Wüste hat meine verzweifelte Suche nach einer anderen, von der Realität losgelösten Welt in die Einsicht verwandelt, dass es auf Erden gilt, gehen zu lernen. Als Wanderer in der Welt der Fantasie haben die [Aborigines] mir beigebracht, dass die Träume keine Zufluchtstätten, sondern ein Spiegel der Wünsche sind, die nur dann leben können, wenn Individuen und Gemeinschaften [...] jene Wege voller Fallen und Unvorhersehbarem beschreiten, die sie sich vorgezeichnet haben. Barbara Glowczewski, Träumer der Wüste – Leben mit den Ureinwohnern Australiens


What if you slept?
And what if, in your sleep, you dreamed?
And what if, in your dream, you went to heaven
and there plucked a strange and beautiful flower?
And what if, when you awoke,
you had the flower in your hand?
Ah, what then?

Samuel Taylor Coleridge

Zitate (engl.) von diversen Quellen zum Thema Träumen

  • During the night, when the conscious mind is asleep, the heart is able to tell the story. Llewellyn Vaughan-Lee, Sufi-Meister des Naqsbandi-Ordens, Traumforscher
  • We all dream; we do not understand our dreams, yet we act as if nothing strange goes on in our sleep minds, strange at least by comparison with the logical, purposeful doings of our minds when we are awake. Erich Fromm
  • You can dream, create, design and build the most wonderful place in the world, but it requires people to make the dream a reality. Walt Disney (1901-1966), American Film Producer/Director/Animator
  • It isn't a calamity to die with dreams unfulfilled, but it is a calamity not to dream. Benjamin E. Mays (1895-1984), American Educator and Clergyman
  • Those who lose dreaming are lost. Proverb of Aboriginals (Australia)


Literatur

  • Carl Gustav Jung, Traum und Traumdeutung, dtv Verlag, München, 2001
  • Kaplan-Williams, Strephon, Traum-Arbeit. Der Schlüssel zum Unterbewußtsein. Ein praktisches Handbuch, ISBN: 3442122058, Goldmann Verlag, München, 1993


Externe Weblinks zu den Themen Traum und Träumen

  • Wikipedia-Einträge Traum
  • Philolex-Einträge Traum


Externe Audiolinks (engl./deutsch) zu den Themen Traum und Träumen

  • Träumen für Deutschland - German Dream, Wolfgang Harrer, ZDF online Magazin, führt ca. 20 Audio-Interviews mit nichtdeutschen oder im Ausland lebenden Deutschen über Deutschlands Potential für die Zukunft der Welt


Interne Links

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