Wiki / ZenGeschichten

Geh' zum Fluss und hole mir eine Tasse Wasser, sagte der Zen-Meister zu seinem Schüler.
Als der Schüler am Fluss die Tasse mit Wasser füllte, sah er flussaufwärts eine wunderschöne Frau in seinem Alter. Die Frau nahm ihn ebenfalls in Augenschein, und mit einem Mal verliebten sie sich unsterblich ineinander. Er zog zu ihr auf das Gut ihrer Familie in einem ruhigen Dorf, und sie bauten ein Haus. Über die Jahre wurden ihnen Kinder geboren. Sie waren glücklich miteinander und ernährten sich von der Landwirtschaft, die sie betrieben.
Eines Tages kam eine Flut. Das Dorf wurde überschwemmt, und er musste sich mit seiner Familie auf das Dach des Hauses retten. Da zog ein großer Sturm auf. Seine Kinder wurden eins nach dem anderen vom reißenden Wasser fortgerissen und schließlich ertranken sie darin. Auch seine Frau wurde fortgespült und kam in den Fluten um. Als der Sturm sich legte, saß er einsam und verzweifelt zusammengekauert auf dem Dach seines Hauses. Er starrte in die Luft. Ein Alptraum - nach all den glücklichen und schönen Jahren!
Da legte sich von hinten eine Hand auf seine Schulter. Es war die Hand seines Meisters, der ihn fragte: Wo bleibst du so lange? Wolltest du nicht bloß eine Tasse Wasser holen? Frei nach Om Parkin, Die Geburt des Löwen, S. 102f
Zwei Mönche waren unterwegs auf der Wanderschaft. Eines Tages gelangen sie ans Ufer eines Flusses, dessen Ufer durch eine Regenperiode aufgeweicht waren.
Dort stand eine junge Frau in schönen, teuren Kleidern. Offenbar war sie im Begriff, den Fluss zu überqueren. Da das Wasser sehr tief war, hätte sie ihn nicht durchwaten können, ohne dabei ihre Kleider zu schädigen.
Ohne zu zögern ging der ältere Mönch auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf dem gegenüber liegenden Flussufer setzte er sie trockenen Fusses ab.
Nachdem der jüngere Mönch ebenfalls den Fluss überquert hatte, setzten die beiden ihre Wanderung fort.
Eine Stunde später fing Jüngere an, den seinen älteren Kameraden zu kritisieren: Bist du dir im Klaren, dass du nicht korrekt gehandelt hast, denn wie du weißt, ist es untersagt, näheren Kontakt mit Frauen zu haben oder mit ihnen zu sprechen. Und du hast sie sogar berührt. Wieso hast du gegen diese Regel verstoßen?
Der Mönch, der die Frau über den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen mit Bedacht an. Dann antwortete er ruhig: Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt. Wie erklärst du dir, dass du sie noch immer mit dir herumträgst? frei nachempfunden aus Weisheit der Zenmeister
Eines Tages machte ein Zen-Lehrer mit seinen Schülern einen Spaziergang auf dem Lande. Einer der Mönche trödelte und blieb zurück. Plötzlich sah er einen Wildgänseschwarm auf- und vorbeifliegen. Er genoss die farbenprächtige Szenerie, den Anblick ihrer Schnelligkeit und ihr Flügelrauschen.
Der entzückte Mönch rief: Meister, Meister sieh die Gänse! Als der Lehrer sich umwandte, war der Vogelschwarm bereits am Horizont verschwunden. Oh, sagte der Mönch, sie sind verschwunden.
Der Meister kam auf ihn zu, hob seinen Stock und sagte: Oh, du Unwissender, und schlug ihn mit dem Stock. Sie sind immer hier, sie sind niemals hier. frei nachempfunden Erich Fromm in Mexiko, Jorge Silva-Garcia
Eines Tages drang ein Dieb in die Hütte des Zen-Meisters Shichiri Kojun ein:
Kojun erwiderte ruhig:
Der Dieb war zwar sehr erstaunt, nahm sich dann aber doch fast das ganze Geld. Als er schon an der Tür war, sagte Kojun:
Wenig später wurde der Mann bei einem anderen Einbruch verhaftet, und er gestand, unter anderem auch den Zen-Meister bestohlen zu haben, der daraufhin zur Polizeiwache gerufen wurde.
sagte Kojun. Als der Mann seine wegen der anderen Vergehen gegen ihn verhängte Strafe verbüßt hatte, kam er zu Zen-Meister Kojun und bat darum, sein Schüler werden zu dürfen.
Marco Aldinger, Was ist die ewige Wahrheit? Geh weiter!, S. 70, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998
In Korea gab es zur Zeit der Bürgerkriege einen ganz besonders grausamen General, der Menschen wahllos niedermetzelte und vor dessen Truppen alle flohen.
Nur ein Zen-Meister machte keine Anstalten zu fliehen, als der General mit seinen Männern das Dorf einnahm. Der General ging in das Kloster, zog vor dem Meister sein Schwert und drohte:
Der Zen-Meister erwiderte sanft:
Da verneigte sich der General und untersagte seinen Männern, das Dorf zu plündern.
Marco Aldinger, Was ist die ewige Wahrheit? Geh weiter!, S.144, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998
Ein bereits älterer Mönch kam zu einem Zen-Meister und sagte:
Der Meister erwiderte:
Ein junger Mann suchte einen Zen-Meister auf, um ihn zu fragen:
entgegnete der Meister.
fragte der Schüler.
erwiderte der Meister.
beteuerte der Mann.
erwiderte der Meister.
inspiriert durch: Marco Aldinger, Was ist die ewige Wahrheit? Geh weiter!, S. 117, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998
Ein leidenschaftlicher Schachspieler wünschte Befreiung von seiner Neigung, sich als Versager zu fühlen, jedesmal wenn er eine Partie Schach verloren hatte, der Meinung.
inspiriert durch: Marco Aldinger, Was ist die ewige Wahrheit? Geh weiter!, S. 38, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998
fragt der Schüler seinen Meister.
erwiderte der Meister.
meinte der Schüler darauf.
antwortete der Meister.
inspiriert durch: Wolfgang Schömbs, Entspannt Konzentriert,
S. 133, Econ Verlag, Düsseldorf, Wien 1991
riet der Meister.
gestand ich.
Inspiriert durch: Eugen Herrigel, Zen in der Kunst des Bogenschießens, S. 60, O.W. Barth Verlag, Bern, München, Wien, 1986
Einst saß ein alter, weiser Mann unter einem Baum und sah den Seuchengott des Weges kommen. Der Weise fragte ihn:
Der Seuchengott antwortete ihm:
Auf seiner Rückreise kam der Seuchengott wieder bei dem Weisen vorbei. Der Weise sprach zu ihm:
Der Seuchengott erwiderte:
In den Raum eines Zen-Meisters tropfte der Regen durch das undichte Dach. Der Meister forderte seine Diener auf:
Ohne einen Augenblick zu zögern, griff der erste Mönch zu einem Bambuskorb. Sein Bruder hingegen suchte nach einem geschlossenen Behälter.
Der Meister war hocherfreut über den Diener, der den undichten Korb gebracht hatte, denn dieser hatte den Geist des Zen ('Nicht-Unterscheidung' nach D.T. Suzuki) erfasst. Die 'Schule des Augenblicks' fragt nicht nach dem "praktisch angemessenen" Eimer, sondern legt Wert auf spontanes "richtiges" Handeln.
Ein Sufi wurde gefragt:
Lächelnd antwortete er:
Der Schlüssel im Herzen
Als Gott die Welt erschuf, waren die Menschen noch alle bei ihm in seinem himmlischen Reich. Es war Gottes Wille, dass sie sich auf die Erde begäben, die Er für sie bestimmt hatte.
Gott und die Erzengel berieten.
Der Engel Michael sagte:
Einer der Engel schlug vor:
Darauf Gott:
Ein anderer Engel:
Gott:
Der Engel Esekiel, der auch ein moderner Engel ist:
Gott:
Da meldete sich Gabriel:
Darauf Gott:
Hawkins