Wiki / ZenGeschichten
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Am Anfang sind Berge Berge, und Flüsse sind Flüsse. |
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Form – Leerheit. Leerheit – Form. Form ist nichts anderes als Leerheit, und Leerheit ist nichts anderes als Form. |
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Die wahre Natur ist ewig, freudig, selbstlos und rein. |
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Wenn Ihr ganz ungezwungen dahergeht, so geht ihr in der Harmonie des Ungeborenen. |
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Es ist zu nah, um es erkennen, |
![]() Ein Schwarm Schwarzdrosseln fliegt in den Sonnenuntergang. |
2. Sammlung von Zen-Geschichten2.1 Die AblenkungGeh' zum Fluss und hole mir eine Tasse Wasser, sagte der Zen-Meister zu seinem Schüler.
Als der Schüler am Fluss die Tasse mit Wasser füllte, sah er flussaufwärts eine wunderschöne Frau in seinem Alter. Die Frau nahm ihn ebenfalls in Augenschein, und mit einem Mal verliebten sie sich unsterblich ineinander. Er zog zu ihr auf das Gut ihrer Familie in einem ruhigen Dorf, und sie bauten ein Haus. Über die Jahre wurden ihnen Kinder geboren. Sie waren glücklich miteinander und ernährten sich von der Landwirtschaft, die sie betrieben.
Eines Tages kam eine Flut. Das Dorf wurde überschwemmt, und er musste sich mit seiner Familie auf das Dach des Hauses retten. Da zog ein großer Sturm auf. Seine Kinder wurden eins nach dem anderen vom reißenden Wasser fortgerissen und schließlich ertranken sie darin. Auch seine Frau wurde fortgespült und kam in den Fluten um. Als der Sturm sich legte, saß er einsam und verzweifelt zusammengekauert auf dem Dach seines Hauses. Er starrte in die Luft. Ein Alptraum - nach all den glücklichen und schönen Jahren!
Da legte sich von hinten eine Hand auf seine Schulter. Es war die Hand seines Meisters, der ihn fragte: Wo bleibst du so lange? Wolltest du nicht bloß eine Tasse Wasser holen?
2.2 Tragend – nachtragendZwei Mönche waren unterwegs auf der Wanderschaft. Eines Tages gelangen sie ans Ufer eines Flusses, dessen Ufer durch eine Regenperiode aufgeweicht waren.
Dort stand eine junge Frau in schönen, teuren Kleidern. Offenbar war sie im Begriff, den Fluss zu überqueren. Da das Wasser sehr tief war, hätte sie ihn nicht durchwaten können, ohne dabei ihre Kleider zu schädigen.
Ohne zu zögern ging der ältere Mönch auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf dem gegenüber liegenden Flussufer setzte er sie trockenen Fusses ab.
Nachdem der jüngere Mönch ebenfalls den Fluss überquert hatte, setzten die beiden ihre Wanderung fort.
Eine Stunde später fing Jüngere an, den seinen älteren Kameraden zu kritisieren: Bist du dir im Klaren, dass du nicht korrekt gehandelt hast, denn wie du weißt, ist es untersagt, näheren Kontakt mit Frauen zu haben oder mit ihnen zu sprechen. Und du hast sie sogar berührt. Wieso hast du gegen diese Regel verstoßen?
Der Mönch, der die Frau über den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen mit Bedacht an. Dann antwortete er ruhig: Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt. Wie erklärst du dir, dass du sie noch immer mit dir herumträgst?
2.3 Der immer anwesende GänseschwarmEines Tages machte ein Zen-Lehrer mit seinen Schülern einen Spaziergang auf dem Lande. Einer der Mönche trödelte und blieb zurück. Plötzlich sah er einen Wildgänseschwarm auf- und vorbeifliegen. Er genoss die farbenprächtige Szenerie, den Anblick ihrer Schnelligkeit und ihr Flügelrauschen.
Der entzückte Mönch rief: Meister, Meister sieh die Gänse! Als der Lehrer sich umwandte, war der Vogelschwarm bereits am Horizont verschwunden. Oh, sagte der Mönch, sie sind verschwunden.
Der Meister kam auf ihn zu, hob seinen Stock und sagte: Oh, du Unwissender,
2.4 Der Dieb und der Zen-MeisterEines Tages drang ein Dieb in die Hütte des Zen-Meisters Shichiri Kojun ein: Geld her oder ich werde dich töten!, drohte er.
Kojun erwiderte ruhig: Mein Geld ist dort drüben in der Schublade. Nimm es dir, aber vielleicht bist du so nett und lässt mir noch ein klein wenig übrig, da ich morgen noch etwas Reis einkaufen möchte.
Der Dieb war zwar sehr erstaunt, nahm sich dann aber doch fast das ganze Geld. Als er schon an der Tür war, sagte Kojun: Wenn man etwas erhalten hat, sollte man sich auch dafür bedanken.
Danke, erwiderte der Dieb kopfschüttelnd und verschwand.
Wenig später wurde der Mann bei einem anderen Einbruch verhaftet, und er gestand, unter anderem auch den Zen-Meister bestohlen zu haben, der daraufhin zur Polizeiwache gerufen wurde. Er hat auch euer Geld gestohlen, nicht wahr?, fragte der Polizist.
Oh nein, er hat mir nichts gestohlen. Ich gab ihm das Geld, und er bedankte sich dafür,
sagte Kojun. Als der Mann seine wegen der anderen Vergehen gegen ihn verhängte Strafe verbüßt hatte, kam er zu Zen-Meister Kojun und bat darum, sein Schüler werden zu dürfen.
Marco Aldinger, Was ist die ewige Wahrheit? Geh weiter!, S. 70, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998 2.5 Der General und der Zen-MeisterIn Korea gab es zur Zeit der Bürgerkriege einen ganz besonders grausamen General, der Menschen wahllos niedermetzelte und vor dessen Truppen alle flohen. Weißt du nicht, wer ich bin? Ohne mit den Wimpern zu zucken kann ich dich töten.
Der Zen-Meister erwiderte sanft: Und du, weißt du nicht wer ich bin? Ich bin ein Mann, den man töten kann, ohne dass er mit der Wimper zuckt.
Da verneigte sich der General und untersagte seinen Männern, das Dorf zu plündern. 2.6 Die Aufgabe des LeidensEin bereits älterer Mönch kam zu einem Zen-Meister und sagte: Ich habe in meinem Leben eine Vielzahl von spirituellen Lehrern aufgesucht und nach und nach immer mehr Vergnügungen aufgegeben, um meine Begierden zu bekämpfen. Ich habe lange Zeit gefastet, jahrelang mich dem Zölibat unterworfen und mich regelmäßig kasteit. Ich habe alles getan, was von mir verlangt wurde, und ich habe wahrhaft gelitten, doch die Erleuchtung wurde mir nicht zuteil. Ich habe alles aufgegeben, jede Gier, jede Freude, jedes Streben fallengelassen. Was soll ich jetzt noch tun?
Der Meister erwiderte: Gib das Leiden auf! Marco Aldinger, Was ist die ewige Wahrheit? Geh weiter!, S. 20, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998 2.7 Der Weg zur BefreiungEin junger Mann suchte einen Zen-Meister auf, um ihn zu fragen: Meister, wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangen werde?
Vielleicht zehn Jahre,
entgegnete der Meister. Und wie lange dauert es, wenn ich mich besonders anstrenge?,
fragte der Schüler. In diesem Fall kann es zwanzig Jahre dauern,
erwiderte der Meister. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen und bin bereit, wirklich jede Härte auf mich zu nehmen,
beteuerte der Mann. Dann kann es bis zu vierzig Jahren dauern,
erwiderte der Meister. 2.8 Der lernwillige SchachspielerEin leidenschaftlicher Schachspieler wünschte Befreiung von seiner Neigung, sich als Versager zu fühlen, jedesmal wenn er eine Partie Schach verloren hatte, der Meinung.
inspiriert durch: Marco Aldinger, Was ist die ewige Wahrheit? Geh weiter!, S. 38, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 1998 2.9 Entspannung – KonzentrationWas machst du, um dich zu entspannen?,
fragt der Schüler seinen Meister. Nichts,
erwiderte der Meister. Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich. Das tun doch alle,
meinte der Schüler darauf. Eben nicht!,
antwortete der Meister. 2.10 Der Schuss löst sich von selbstUnterlass' es, an den Abschuss zu denken. Sonst muss er misslingen!,
riet der Meister. Ich kann nicht anders, die Spannung bereitet mir Schmerzen,
gestand ich. Nur deshalb, weil du nicht wirklich von sich selbst losgelöst bist, spürst du die Spannung. Du kannst von einem gewöhnlichen Bambusblatt lernen, worauf es ankommt. Es wird durch die Schneelast es herabgedrückt, immer tiefer. Plötzlich rutscht die Schneelast ab, ohne dass das Blatt sich gerührt hätte. Verweile wie das Blatt in der höchsten Spannung, bis der Schuss fällt. So ist es in der Tat: wenn die Spannung erfüllt ist, muss der Schuss fallen. Er muss vom Schützen abfallen, wie die Schneelast vom Bambusblatt, noch ehe er daran gedacht hat. Inspiriert durch: Eugen Herrigel, Zen in der Kunst des Bogenschießens, S. 60, O.W. Barth Verlag, Bern, München, Wien, 1986 2.11 AngstEinst saß ein alter, weiser Mann unter einem Baum und sah den Seuchengott des Weges kommen. Der Weise fragte ihn: Wohin gehst Du?
Der Seuchengott antwortete ihm: Ich gehe in die Stadt und werde dort hundert Menschen töten.
Auf seiner Rückreise kam der Seuchengott wieder bei dem Weisen vorbei. Der Weise sprach zu ihm: Du sagtest mir, dass Du hundert Menschen töten wolltest. Reisende haben mir allerdings berichtet, dass zehntausend gestorben wären.
Der Seuchengott erwiderte: Ich tötete nur hundert. Die anderen hat die eigene Angst umgebracht.
2.12 Den Augenblick meisternIn den Raum eines Zen-Meisters tropfte der Regen durch das undichte Dach. Der Meister forderte seine Diener auf: Bringt mir etwas, das die Strohmatten trocken hält.
Ohne einen Augenblick zu zögern, griff der erste Mönch zu einem Bambuskorb. Sein Bruder hingegen suchte nach einem geschlossenen Behälter. 2.13 Die SchwertprobeSchwertmeister Bokuden hatte seine drei Söhne zur Ausbildung zu einem Schwertmeister geschickt und wollte nun aufgrund ihres Könnens entscheiden, wem der drei nun ein Schwert überlassen werden könne. Bokuden schickte seine Söhne aus dem Raum und legte für diese unsichtbar ein kleines Kissen auf die Vorhangstange des Eingangs, sodass, wenn der Vorhang beim Betreten des Raumes berührt wurde, das Kissen leicht herunterfiel.
Die drei Söhne standen nun im Raum und warteten, dass die Probe beginnen sollte. Da lächelte Bokuden und sagte, dass diese bereits beendet sei und sie nur einer bestanden habe.
Daisetz Teitaro Suzuki, Zen und Kultur Japans, Rowohltm Hamburg, S. 36, 1958 |
Ein Sufi wurde gefragt:
Lächelnd antwortete er:
Als Gott die Welt erschuf, waren die Menschen noch alle bei ihm in seinem himmlischen Reich. Es war Gottes Wille, dass sie sich auf die Erde begäben, die Er für sie bestimmt hatte.
Gott und die Erzengel berieten.
Der Engel Michael sagte:
Einer der Engel schlug vor:
Darauf Gott:
Ein anderer Engel:
Gott:
Der Engel Esekiel, der auch ein moderner Engel ist:
Gott:
Da meldete sich Gabriel:
Darauf Gott:
4. Zen Stories (engl.) Collection4.1 Full cup – empty cup
"It is overfull. No more will go in!"
"Like this cup," Nan-in said, "you are full of your own opinions and speculations. How can I show you Zen unless you first empty your cup?" 101 Zen Stories, compilation of Zen koans, 1919 4.2 The solution to pollution is dilutionAn aging Hindu master grew tired of his apprentice complaining, and so, one morning, sent him for some salt. When the apprentice returned, the master instructed the unhappy young man to put a handful of salt in a glass of water and then to drink it. “How does it taste?” the master asked.
“Bitter,” spat the apprentice.
The master then asked the young man to take another handful of salt and put it in the lake nearby. Once the apprentice swirled his handful of salt in the water, the old man said, “Now drink from the lake.”
As the water dripped down the young man’s chin, the master asked, “How does it taste?”
“Fresh,” remarked the apprentice.
“Do you taste the salt?” asked the master.
“No,” said the young man.
At this, the master took the young man’s hands, offering the advice, “The pain of life is pure salt; no more, no less. The amount of pain in life remains exactly the same. However, the amount of bitterness we taste depends on the container we put the pain in. So when you are in pain, the only thing you can do is to enlarge your sense of things. Stop being a glass. Become a lake.” Author Unknown 4.3 The Song of the Bird A girl in the fishing village became an unwed
The villagers trooped into the master’s house,
He picked the baby up
The master’s name was ruined
When this had gone on for a year, the girl
The villagers were most contrite. 4.4 My Last GuruThere was a monk who, on his travels from place to place, had abandoned each of his possessions until he was left with nothing but a pottery bowl. One day when he was crossing a stream the bowl slipped from his fingers and lay broken on the pebbles. The monk looked at the bowl and said, ‘That was my last guru.’ 4.5 SquabbleOnce upon a time there were two monks who had lived together for forty years and never had a squabble. Not even once. 4.6 Acquiring patienceA zealous disciple expressed a desire to teach others the Truth and
Anthony de Mello SJ (1931-1987) Indian Catholic Jesuit priest, psychotherapist, spiritual leader |
8. Links zum Thema Zen-Geschichten / Zen stories8.1 Literatur
8.2 Externe Weblinks
8.3 Externe Weblinks (engl.)
8.4 Audio und Videolinks8.5 Audio und Videolinks (engl.)
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