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2·2012


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Kunst des Zuhörens – Lauschen

 

 

 

Europäischer Feldhase

 

 


 

Wortherkunft


Der Nordwind und die Sonne II (Fabel)

Das lateinische obedere = Gehorsam / Obedience bedeutet Zuhören.
Gerufen werden, Berufung heißt im Englischen vocation. Der Begriff vocation beinhaltet voice, die Stimme.

 

Zuhören heißt, Anteil zu nehmen, im wörtlichen Sinn: Ich nehme, die Teile, die (mir) mitgeteilt worden sind, an.
Anteilnehmen geschieht, wenn echtes Interesse, vorhanden ist und das Herz sich zuwendet.

Vorurteile behindern die Kommunikation.


Saint-Cirq-Lapopie, Village in Lot, France

            Ein Dorf und ein Zirkus verbrennen.            

 

Ein Reisezirkus in Dänemark war in Brand geraten. Der Direktor schickte daraufhin den Clown, der schon zur Vorstellung gerüstet war, in das benachbarte Dorf, um Hilfe zu holen, zumal die Gefahr bestand, dass über die abgeernteten, ausgetrockneten Felder das Feuer auch auf das Dorf übergreifen würde. Der Clown eilte in das Dorf und bat die Bewohner, sie möchten eiligst zu dem brennenden Zirkus kommen und löschen helfen. Aber die Dörfler hielten das Geschrei des Clowns lediglich für einen ausgezeichneten Werbetrick, um sie möglichst zahlreich in die Vorstellung zu locken; sie applaudierten und lachten bis zu Tränen. Dem Clown war mehr zum Weinen als zum Lachen zumute; er versuchte vergebens, die Menschen zu beschwören, ihnen klarzumachen, dies sei keine Vorstellung, kein Trick, es sei bitterer Ernst, es brenne wirklich. Sein Flehen steigerte nur das Gelächter, man fand, er spiele seine Rolle ausgezeichnet – bis schließlich in der Tat das Feuer auf das Dorf übergegriffen hatte und jede Hilfe zu spät kam, so dass Dorf und Zirkus gleichermaßen verbrannten.

 

Quellen – Inspiriert durch eine Parabel des Philosophen Søren Kierkegaard:
Papst Benedikt XVI. [Joseph Ratzinger] (*1927) deutscher Theologe, 265. geistliches Oberhaupt der
Katholischen Kirche (2005-2013), Einführung in das Christentum, S. 76, Kösel Verlag, München,
7. Auflage 1968
Søren Kierkegaard (1813-1855) dänischer existentialistischer Philosoph, Theologe, Schriftsteller, Victor Eremita, Herausgeber, Either/Or. A Fragment of Life, Penguin Classics, 1. Dezember 1992
Siehe auch: ► Kommunikation und ► Witze und ► Stories

Den Kontext erlauschen lernen

Lerne, das Un-Gesagte zu hören!

 

Ein Mann, der die anhaltenden Streitigkeiten mit seiner Frau nicht länger ertragen wollte, bat einen Meister um Rat. Er klagte:

Kaum macht einer von uns beiden den Mund auf, unterbricht ihn der andere schon. Nach nur wenigen Worten haben wir wieder Streit miteinander. Danach sind wir beide mürrisch und schlecht gelaunt, sagte der Mann. Dabei lieben wir uns, doch so wie jetzt kann es nicht weitergehen. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
Lerne, deiner Frau zuzuhören,

sagte der Meister.

Sobald du dir sicher bist, dass du gelernt hast, ihr zuzuhören, kannst du mich wieder besuchen.

 

Nach drei Monaten klopfte der Mann erneut an der Tür des Meisters, um zu berichten:

Inzwischen habe ich gelernt, jedes Wort, das meine Frau sagt, aufmerksam zu hören.
Gut,

sagte der Meister und lächelte.

Wenn du in einer glücklichen Ehe leben willst,
lerne nun auch, auf jedes unausgesprochene Wort zu lauschen.

 

Inspiriert durchHören, präsentiert von Rhetorik.ch

Das Schwert der Unterscheidung – Das abgeschlagene Ohr

Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kommen würde, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum, den Nazaräer. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Aber auch Judas, der ihn überlieferte, stand bei ihnen. Als er nun zu ihnen sagte: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum, den Nazaräer. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin; wenn ihr nun mich suchet, so lasst diese gehen; auf dass das Wort erfüllt würde, welches er sprach: Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren. Simon Petrus nun, der ein Schwert bei sich hatte, zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Knechtes aber war Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide. Den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken? Johannes 18, 4-11 (NT)

 

Das Schwert steht symbolisch für die Unterscheidungskraft und die Urteilskraft des Intellekts.
Petrus, der "ein Schwert bei sich hatte", war zu intellektueller Schärfe fähig. Der "Diener des Hohepriesters" hieß "Malchus". Der Name kommt aus derselben Wortfamilie wie "Melchior", was auf eine Herkunft aus dem schwarzen Kontinent hindeutet. Malchus bedeutet auch König und Ratgeber. Ein königlicher Ratgeber, der verbunden ist mit dem Dunklen, Unbekannten, dem intuitiv Erfassbaren.

 

Jesus stellt sich seiner Bestimmung mit den Worten "Wen sucht ihr? Ich bin es". Wenn Petrus, um das Unumgängliche nicht "hören" zu müssen, was der "königliche Ratgeber" in ihm zu sagen hat, zum Schwert greift und Malchus das rechte Ohr abschlägt, kappt er symbolisch die Verbindung zu seiner inneren Stimme (auf der rechten Gehirnhälfte).
Jesus ermahnt Petrus: "Steck dein Schwert in deine Scheide". Damit bedeutet er ihm: Das Schwert der Urteilskraft darf nur gezogen und genutzt werden, wenn ein unbedingter Zorn zum Schutz des Lebendigen einen handeln lässt. Wer es aus anderen Motiven verwendet – so wie Petrus – wird "durch das Schwert umkommen".

Immer andächtiger beten

Als mein Gebet Immer andächtiger und innerlicher wurde
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören.
So ist es: Beten heisst nicht, sich selber reden hören.
Beten heißt: Still werden und still sein und warten bis der Beter hört.

 

Quelle: ► Søren Kierkegaard (1813-1855) dänischer Philosoph, Theologe, Schriftsteller,
Christliche Reden 1848, Gütersloher Verlagshaus, 2. unveränderte Auflage August 2001

Hören, hinhören, zuhören, lauschen

So konnte Momo zuhören!

 

Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: zuhören. Das ist nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder.

 


Momo, Figur aus dem Roman "Momo", Hannover
Ulrike Enders, deutsche Künstlerin

Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war ganz und gar einmalig.

Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie sass nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hätte, dass sie in ihm steckten.

Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur einer unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann, wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.

 

So konnte Momo zuhören!

 

Quelle: ► Michael Ende (1929-1995) deutscher Schriftsteller, Momo. oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben
und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte
, Piper, 1973, November 2010

Höre, was ich nicht sage

             Bitte höre, was ich nicht sage           

 

Glaube mir nicht, bitte glaube mir nicht!

 

Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, dass es irgend jemand merkt.

 

Beim bloßen Gedanken an Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: Eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommen werden, mit Liebe, das ist das einzige, das mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selber nicht geben kann: Dass ich wirklich etwas wert bin!

 

Aber das sage ich dir nicht, ich wage es nicht. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst, dass dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, du wirst gering über mich denken und über mich lachen – und dein Lachen würde mich umbringen.

 

Ich habe Angst, dass ich tief drinnen in mir selbst nichts bin, nichts wert, und dass du das siehst und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, ein verzweifeltes Spiel: Eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen.

 

Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit; deshalb lass dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.

 

Bitte höre sorgfältig hin, und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens willen rede und was ich nicht sagen kann.

 

Ich verabscheue Versteckspielen. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe. Es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber du musst mir helfen.

 

Du musst eine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das Letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur du kannst diesen leeren, toten Glanz von meinen Augen nehmen. Nur du kannst mich zum Leben rufen. Jedes Mal, wenn du freundlich und sanft bist und mir Mut machst; jedes Mal, wenn du zu verstehen suchst, weil du dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel, sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel.
Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass du das weißt.

 

Ich möchte, dass du weißt, wie wichtig du für mich bist, wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin – wenn du willst.

 

Bitte, ich wünschte, du wolltest es. Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du allein kannst mich aus der Schattenwelt, aus der Angst und Unsicherheit befreien aus meiner Einsamkeit.

 

Übersieh' mich nicht! Bitte – bitte, übergeh' mich nicht! Es wird nicht leicht für dich sein. Die lang ausdauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, dass Liebe stärker sei als jeder Schutzwall und darin liegt meine Hoffnung.

 

Bitte versuche, die Mauern einzureißen, mit sicheren Händen; ein Kind ist sehr empfindsam.
Wer ich bin, magst du fragen. Ich bin jemand, den du gut kennst. Denn ich bin jedermann, den du triffst, jeder Mann, jede Frau, die dir begegnen.

 

༺ · ༻

 

Quelle: ► Tobias Brocher (1917-1998) deutscher Professor für Sozialpsychologie, Frankfurt am Main und Pittsburgh,
Pennsylvania (1962-1970), Leiter der Akademie für Psychotherapie in Stuttgart, stellvertretender Direktor
des Sigmund-Freund-Instituts, Frankfurt, Von der Schwierigkeit zu lieben, Kreuz-Verlag, 12. Auflage 2002

 

Gedichte

Zuhören heißt...

* * *

Zuhören


Zuhören heißt:
hin-hören;
inne-werden;
den, dem man zuhört,
an-nehmen,
gelten lassen,
ernst nehmen.

Ein Mensch,
der zuhören kann,
hat Seltenheitswert.
Manchmal kann einer,
der zuhört,
wichtiger sein
als ein Stück Brot.

 

Unbekannt Hören, Rhetorik.ch

Zuhörende ... Menschen

* * *

Arbeitskonto
Kapazitätsplanung
Effizienzsteigerung
Ressourcenoptimierung
Wertschöpfungsorientierung
Kommunikationssynchronisierung
Verantwortungsbewusstsein
Werteorientierung
Aufmerksamkeit
Wertschätzung
Beachtung
Zuhören
Respekt

 

Menschen, Ingolstadt, März 2009

 

Zitate zum Thema Zuhören / Listening

Zitate allgemein

Wer weise ist, der höre zu und wachse an Weisheit,
und wer verständig ist, der lasse sich raten,
dass er verstehe Sprüche und Gleichnisse,
die Worte der Weisen und ihre Rätsel.

Sprichwörter des Salomo 1, 5-6 (AT)

 

Und welche euch nicht aufnehmen noch hören, da gehet von dannen heraus und schüttelt den Staub ab von euren Füßen zu einem Zeugnis über sie. Markus 6, 11 (NT)

 

Doch die Juden in Beröa waren eher bereit, Gottes Wort anzunehmen, als die in Thessalonich. Sie hörten sich aufmerksam an, was Paulus und Silas lehrten, wobei sie täglich nachforschten, ob dies mit der Heiligen Schrift übereinstimmt. Apostelgeschichte 17, 11 (NT)

 

So wollest du deinem Knecht ein hörendes Herz geben, damit er dein Volk regieren könne und verstehen, was gut und böse ist. Weisheit/Sapientia Salomonis, 1. Könige 3, 9 (AT)
Salomons Bitte an Gott, der ihm im Traum erschienen war und ihm einen Wunsch freistellte

 

Empfehlungen

(↓)

Celans mündlich übermittelter Rat an einen ratlosen Leser seiner Schriften:

  • Lesen Sie nur, lesen Sie immerzu, das Verständnis kommt dann von selbst. Paul Celan (1920-1970) rumänischstämmiger deutschsprachiger Dichter, Lyriker, Übersetzer

 

  • Bist Du in Eile, mach einen Umweg! Japanisches Sprichwort

 

Appell

  • Die Vergangenheit muss reden und wir müssen zuhören. Vorher werden wir und sie keine Ruhe finden. Erich Kästner (1899-1974) deutscher Schriftsteller, Notabene 45. Ein Tagebuch, Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv), München, 1961, September 1989

 

Einsichten

  • Der einzige Weg, seinen Gegner zu entwaffnen, ist ihm zuzuhören. Videobeichte von Amaryllis Fox (*1981) US-amerikanische Friedensaktivistin, ehemalige CIA-Agentin, Autorin, Former Undercover CIA Officer Talks War And Peace, YouTube Film, Minute 1:26, 3:02 Minuten Dauer, eingestellt von SFSubsfactory 10. Juli 2016
  • Sich weigern, einen Menschen zu belehren, der zuhören möchte, heißt den Menschen zu verlieren.
    Einen Menschen zu belehren, der sich weigert zuzuhören, heißt Worte zu verschwenden.
    Der Weise verliert keine Menschen und verschwendet keine Worte. Konfuzius (551-479 v. Chr.) chinesischer Weiser, Sozialphilosoph, Stifter der chinesischen Staatsreligion, Förderer des Sinns allen Wissens und Lernens in der sittlichen Vollkommenheit

 

  • ‎Das Schlüsselwort für mein geistliches Leben heisst Horchen. Damit ist eine besondere Art des Horchens gemeint, ein Hinhorchen des Herzens. Bruder David Steindl-Rast, M.A., Ph.D. (*1926) österreichisch-US-amerikanischer katholischer Benediktinermönch, Psychologe, Anthropologe, Vertreter des interreligiösen Dialogs zwischen Christentum und Buddhismus, Spiritualität und Wissenschaft

 

 

  • Das, wonach wir in Wahrheit suchen, ist ein Mensch, der uns hören kann. Alice Walker (*1944) US-amerikanische Feministin, politische Aktivistin, Dichterin, Pulitzer-Autorin, Roman Im Tempel meines Herzens, 1989, Rowohlt, September 2000

 


Stillleben, ~1760, Louvre, Paris
Jean-Baptiste Siméon Chardin, französischer Maler
  • Ich lernte [...], dass Zuhören nicht nur Wiki.Geduld erfordert, sondern auch, dass es jemand, der ein Leben lang von der Wohlfahrt gelebt hat und abhängig war, wirklich schwer fällt, zu sagen, was er möchte. Meist liegt es daran, dass die Leute die Betroffenen nie wirklich fragen. Und wenn sie es tun, sie [die Befragten] nicht wirklich überzeugt sind, dass sie [die Fragensteller] die Wahrheit erfahren wollen. Ich hab auch gelernt, dass es beim Zuhören nicht nur ums Abwarten geht, sondern auch darum, zu lernen, bessere Fragen zu stellen. Jacqueline Novogratz (*1961) US-amerikanische soziale Unternehmerin, Gründerin und Leiterin des Nonprofit-Hilfsunternehmens Acumen, Autorin, Tackling poverty with "patient capital" [Patient Capitalism – Geduldiger Kapitalismus], präsentiert von TEDX Talks, Transkript, Minute 4:51, 18:35 Minuten Dauer, gefilmt Juni 2007, eingestellt August 2007

 

  • In dem Schweigen in der Mutter-Tochter-Beziehung, das die wahren Erfahrungen der Mutter verhüllt, kann auch die authentische Stimme der Tochter verstummen, denn es ist das Schweigen der Perfektion, das Mütter daran hindert, ihren Töchtern/[Mitfrauen] zuzuhören und mit ihnen zu lernen.1 Elizabeth Debold, Ed.D., US-amerikanische Genderforscherin, Lehrerin, Chefredakteurin des aufgelösten Magazins WIE / EnlightenNext (2002-2011), Kulturkommentatorin, Autorin, Idelisse Malavé, Marie Wilson, Die Mutter-Tochter-Revolution, S. 177, Rowohlt Verlag, 1994, Taschenbuchausgabe 1996

 

  • Wenn Mütter [Frauen] ihren Töchtern [Mitfrauen] zuhören, werden sie mit Dingen konfrontiert, die sie in einer sexistischen Gesellschaft zu tolerieren gelernt haben (z.B. herablassend behandelt zu werden oder keinen Zugang zu den Ressourcen zu haben) oder die sie zurückweisen (ernsthafte Auseinandersetzung mit Männern/Freunden, die starke Liebe eines Kindes, Ungerechtigkeit zu hinterfragen). Elizabeth Debold, Ed.D., US-amerikanische Genderforscherin, Lehrerin, Chefredakteurin des aufgelösten Magazins WIE / EnlightenNext (2002-2011), Kulturkommentatorin, Autorin, Idelisse Malavé, Marie Wilson, Die Mutter-Tochter-Revolution, S. 189, Rowohlt Verlag, 1994, Taschenbuchausgabe 1996

 

  • Das Zuhören zu erlernen, erfordert, sich maßgeblich mit dem, was gesagt wird und nicht, wie es gesagt wird, auseinanderzusetzen. Elizabeth Debold, Ed.D., US-amerikanische Genderforscherin, Lehrerin, Chefredakteurin des aufgelösten Magazins WIE / EnlightenNext (2002-2011), Kulturkommentatorin, Autorin, Idelisse Malavé, Marie Wilson, Die Mutter-Tochter-Revolution, S. 190, Rowohlt Verlag, 1994, Taschenbuchausgabe 1996

 

  • Die Weitergabe von Informationen ist ein Vorgang, bei dem der Sprecher per definitionem einen höheren Statusrahmen besitzt als der Zuhörer. [gilt für Kinder / Männer] ... Aber wenn Frauen Männern zuhören, denken sie nicht in Statusbegriffen. Deborah Tannen (*1945) US-amerikanischer Soziolinguistin, spezialisiert auf geschlechtsspezifische linguistische Unterschiede, Du kannst mich einfach nicht verstehen. Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden, S. 149, Mosaik Verlag, 1991, Goldmann Verlag, 1. April 2004

 

 


 

  • Das schwierigste am Miteinander Reden ist für viele nicht das Reden, sondern das Zuhören. Ernst Ferstl (*1955) österreichischer Lehrer, Schriftsteller für Seelenwegweiser

 

  • Ein arabisches Sprichwort besagt, dass jedes unserer Worte durch drei Tore gehen sollte, ehe wir es aussprechen.
    Am ersten Tor fragt der Pförtner: «Ist es wahr?»
    Am zweiten Tor heißt es: «Ist es notwendig?»,
    und am dritten Tor lautet die Frage: «Ist es auch freundlich
    Ein Meister des Wortes spricht nur das Wesentliche, und das perfekt in der Emotion, der Stimmlage, der Wortwahl. Ein Meister des Wortes ist gleichzeitig ein Meister des Zuhörens und des Schweigens. Annette Cramer, deutsche Autorin, Das Buch von der Stimme, S. 29, Walter Verlag, Düsseldorf, Zürich, 1998

 

  • Das wichtigste Element ist dabei [beim Dialog] das Hören. Dafür ist die Grundlage der gegenseitige Respekt, die hilfreiche Frage. Es kann dadurch eine Öffnung entstehen, die eine neue Geschichte ermöglicht, vielleicht die wichtigste, die jemand in seinem Leben erzählt hat. Wenn man aber glaubt, man hätte bereits die "richtige" Antwort und die Aufgabe sei es, "unsichere", "dumme" oder gar "kriminelle" Leute auf den "richtigen" Weg zu bringen, dann spielt man ein völlig anderes Spiel. Johan Galtung (*1930) norwegischer Soziologe, Politologe, Mathematiker, Gründungsvater der Friedens- und Konfliktforschung, Gründer des ersten universitär verankerten Friedensforschungsinstitut Europas Institut_für_Friedensforschung, Oslo, zitiert in: Martina Hartkemeyer, Johannes F. Hartkemeyer, Freeman L. Dhority, Miteinander denken. Das Geheimnis des Dialogs, S. 220, Klett-Cotta, September 1998

 

  • Viele der Kategorien, die man im DSM III [US-amerikanisches Handbuch der Psychiatrie] findet, wären viel besser unter den Rubriken Abhängigkeit und Koabhängigkeit aufgehoben. [...] Als ich aufhörte, den ausgebildeten Experten zuzuhören und statt dessen den »Laien«-Experten lauschte, die sich mit ihren aktuellen Problemen auseinandersetzten, entdeckte ich, dass auch ich eine teilnehmende Expertin sein konnte. Anne Wilson Schaef Livinginprocess.com US-amerikanische Psychotherapeutin, Frauenrechtlerin, Suchtforscherin, Autorin, Mein Weg zur Heilung. Jenseits von Wissenschaft und Therapie, S. 129, Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv), 2. Auflage 1995

 

 

  • Solange man selbst redet, erfährt man nichts. Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830-1916) österreichische Aphoristikerin, Erzählerin, Novelistin, Schriftstellerin, Gesammelte Schriften, Band 1: Aphorismen, Parabeln, Märchen und Gedichte, Gebrüder Paetel Verlag, Berlin, 1893

Humor

  • Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. Kurt Tucholsky (1890-1935) deutscher Satiriker, Journalist, Schriftsteller, Der Mensch, präsentiert von der deutschen Wochenzeitschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft Die Weltbühne, Herausgeber Carl von Ossietzky (1889-1938), S. 889f, 16. Juni 1931

General quotes

And if any place will not welcome you or listen to you, shake the dust off your feet when you leave, as a testimony against them. Mark 6, 11 (NT)

 

Personal avowals

 

  • [Marco Polo to Kublai Khan]: I speak and speak, […] but the listener retains only the words he is expecting. […] It is not the voice that commands the story: it is the ear. Marco Polo (1254-1324) Italian merchant traveller from Venice, cited in Italo Calvino, Invisible Cities, chapter 9, 1974

 

 

  • Walking, I am listening to a deeper way. Suddenly all my ancestors are behind me. Be still, they say. Watch and listen. You are the result of the love of thousands. Linda Hogan (*1947) Native American academic, environmentalist, storyteller, playwright, poet, novelist, writer of short stories, Dwellings. A Spiritual History of the Living World, W. W. Norton & Company, reprint edition 17. July 2007

 

Recommendations

  • Listen, listen, listen, please listen
    until I hear you hearing me.
Father Charles L. Moore (1927-2007) US American Roman Catholic priest, theologian, philosopher, scholar, historian, district attorney, spiritual teacher, modern mystic, source unknown

 

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Celan's orally extended advice given to a riddled reader of his literature:

  • Just read! Read all the time, the understanding will come by itself. Paul Celan (1920-1970) Romanian German speaking translator, Auschwitz concentration camp survivor, contemplator of language, poet, essayist, source unknown

 

  • The first duty of love is to listen. Paul Tillich (1886-1965) German-American theologian, Christian existentialist philosopher, source unknown

 

  • Listening is such a simple act. It requires us to be present, and that takes practice, but we don't have to do anything else. We don't have to advise, or coach, or sound wise. We just have to be willing to sit there and listen. If we can do that, we create moments in which real healing is available. Whatever life we have experienced, if we can tell our story to someone who listens, we find it easier to deal with our circumstances. Article by Margaret J. Wheatley, Ed.D. margaretwheatley.com (*1941) US American associate professor of management, researcher on organizational behavior, leadership consultant, co-founder and president emerita of the global charitable foundation The Berkana Institute, speaker, author, Listening as Healing, presented by Shambhala Sun, December 2001

 

Conclusions

  • It takes two to speak the truth  –  one to speak and another to hear. Henry David Thoreau (1817-1862) US American historian, philosopher, leading transcendentalist, naturalist, abolitionist, surveyor, tax resister, development critic, poet, author, source unknown

 

  • The only real way to disarm your enemy is to listen to him. If you hear them out, if you're brave enough to really listen to their story you can see that more often than not you might have made some of the same choices if you had lived their life and not yours. Video confessional by Amaryllis Fox (*1981) US American peace activist, former CIA agent, author, Former Undercover CIA Officer Talks War And Peace, YouTube film, minute 1:26, 3:02 minutes duration, posted by SFSubsfactory 10. July 2016

 

  • Being heard is so close to being loved that for the average person, they are almost indistinguishable. David Augsburger, Ph.D., US American Anabaptist author, School of Theology at Fuller Theological Seminary, source unknown

 

  • Those who are meant to hear will understand.
    Those who are not meant to understand will not hear. Confucius (551-479 BC) Chinese sage, social philosopher, sponsor of Confucianism, the Chinese state religion

 

 

  • A man prayed, and at first he thought that prayer was talking. But he became more and more quiet until in the end he realized that prayer is listening. Søren Kierkegaard (1813-1855) Danish philosopher, theologian, writer, Christian Discourses, four parts, 26. April 1848

 

  • The word 'listen' contains the same letters as the word 'silent'. Alfred Brendel (*1931) Czech Austrian pianist

 

  • Most of the successful people I've known are the ones who do more listening than talking. Bernard Mannes Baruch (1870-1965) US American financier, stock-market speculator, political consultant

 

  • And people cannot listen to each other. […] It’s to step back from one's own opinions, make a space in myself and let you in […] so that you are heard. I hear you. And you let me in. And that way something very beautiful can appear; I can still disagree completely with you, but I don’t deny your humanity. […] The art of listening is the first step of every ethics. […] we can listen to the other, give our attention, which is our precious human substance, to the other person. Interview with Jacob Needleman, Ph.D. jacobneedleman.com (*1934) US American professor of philosophy and religion, UCSF, author, How Does an Atheist Come to Believe in God?, presented by Religion Dispatches, Lisa Webster, S. 2, 28. January 2010

 

  • People can relate to each other in such a way that it calls down something, and I've experienced that. When two or three people seriously listen to each other, speak and exchange with each other, something appears: "Where two or three come together in my name," is, I think, a fact. It's in the possible existence of such community that I think the hope of the world lies. I don't think the world can make it without developed human beings, and a community supporting inner development. Interview with Jacob Needleman, Ph.D. jacobneedleman.com (*1934) US American professor of philosophy and religion, UCSF, author, How Does an Atheist Come to Believe in God?, presented by Religion Dispatches, Lisa Webster, S. 2, 28. January 2010

 

  • The biggest mistake is believing there is one right way to listen, to talk, to have a conversation — or a relationship. Deborah Tannen (*1945) US American sociolinguist, specialized in linguistic differences between men and women

 

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The difference between a 'real man' and a gigolo is listening.:

  • The only difference between a gigolo and a "real" man is that the gigolo listens to what a woman wants. Video Interview with Helen Fisher, Ph.D. (*1945) Canadian-American research professor of biological anthropology, human behavior researcher, Center for Human Evolutionary Studies, Rutgers University, expert on romantic love, chief scientific adviser to Chemistry.com, author, Relationships After Divorce, presented by Man of the House, YouTube film, minute 2:20, 2:59 minutes duration, recorded 16. April 2011, posted 15. September 2011

 

(↓)

Alternative source:

Malcolm Cowley, Mister Papa, LIFE magazine, Volume 26, No. 2, S. 90, 10. January 1949

  • When people talk listen completely. Don't be thinking what you're going to say. Most people never listen. Nor do they observe. You should be able to go into a room and when you come out know everything that you saw there and not only that. If that room gave you any feeling you should know exactly what it was that gave you that feeling. Ernest Hemingway (1899-1961) US American journalist, author, letter of advice to a young writer, Across the River and Into the Trees, S. ?, 1967

 

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It took thirty years for McClintock's revolutionary work on genetic transposition to be recognized.

  • People love to talk about themselves and their work, and I had an opportunity to listen. And I listened very carefully. I was being educated, and it was a great opportunity for me not to be listened to, but to listen. Barbara McClintock (1902-1992) US American cytogeneticist, Nobel laureate in physiology or medicine, 1983

 

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Women listening to other women

  • We learn best to listen to our own voices if we are listening at the same time to other women – whose stories, for all our differences, turn out, if we listen well, to be our stories also. Barbara Deming (1917-1984) US American feminist, advocate of nonviolent social change, unknown source

Literary, movie and TV series quotes

  • Her voice is full of money. F. Scott Fitzgerald (1896-1940) US American writer, character Gatsby about character Daisy, quoted from the novel The Great Gatsby, Charles Scribner's Sons, 10. April 1925

 

  • A woman once described a friend of hers as being such a keen listener that even the trees leaned toward her, as if they were speaking their innermost secrets into her listening ears. Over the years I’ve envisioned that woman’s silence, a hearing full and open enough that the world told her its stories. The green leaves turned toward her, whispering tales of soft breezes and the murmurs of leaf against leaf. Linda Hogan (*1947) Native American academic, environmentalist, storyteller, playwright, poet, novelist, writer of short stories, Dwellings. A Spiritual History of the Living World, W. W. Norton & Company, reprint edition 17. July 2007

Englische Texte – English section on Listening

Learning to listen while on a mission to save the poor

Dignity outweighs wealth, charity, and markets.

 

Jacqueline Novogratz, an idealist young woman from Wall Street, went on 'a mission to save the third world'.
The poor women of The Ivory Coast sent her away saying:

Africans don't want saving – thank you very much – at least not by you.

 

This taught her the humility to start listening.
In Kenya she found a bakery run by a classic charity organization which occupied twenty prostitutes who in fact were unwed mothers struggling to survive.
There Novogratz began to understand the power of language.
Her insight is:

What we call people so often distances them from us and makes them little.

 

Three lessons learned in Africa – Jacqueline Novogratz
༺༻ApproachFocusLesson
1.Dignitarian wayDignityDignity is more important to the human spirit than wealth. [...]
People want to be seen and heard and given the dignity of choice.
2.Socialist wayCharityTraditional charity and aid alone will not solve the problems of poverty.
3.Capitalist wayWealthMarkets alone will also not solve the problems of poverty.
[...] As people get wealthier they also get healthier.
Source: ► Video presentation by Jacqueline Novogratz (*1961) US American social entrepreneur, founder and leader of the businesslike nonprofit aid organisation Acumen, author, Tackling poverty with "patient capital" [Patient Capitalism], transcript, presented by TED Talks, starting at minute 3:38, 18:35 minutes duration, filmed June 2007, posted August 2007
Reference: ► Article The patient capitalist. Jacqueline Novogratz wants to transform the world’s approach to development, presented by the English-language weekly newspaper The Economist, 21. May 2009
See also:
Demut – HumilityZuhören – ListeningSprache – LanguageEntscheidung – ChoiceGeduld – PatienceFragen – Questions
Dignity outweighs wealth, charity, and markets.
Ten interlinked ways to honor or violate human dignity – Donna Hicks
Reducing poverty rates via welfare programs – Lane Kenworthy

 

I learned then that listening isn't just about patience. But that when you've lived on charity and were dependent your whole life long it's really hard to say what you mean. And mostly because people never really ask you. And when they do you don't really think they really want to know the truth. I also learned that listening is not only about waiting, but it is also about learning how better to ask questions. Jacqueline Novogratz (*1961) US American social entrepreneur, founder and leader of the businesslike nonprofit aid organisation Acumen, author, Tackling poverty with "patient capital" [Patient Capitalism], transcript, presented by TED Talks, minute 4:51, 18:35 minutes duration, filmed June 2007, posted August 2007

'Let's paint it [the bakery]!' [The women agreed.] I asked them: 'What color do you want to paint it?' 'You choose,' they said. 'No, I am learning to listen. You choose!' [...] They wouldn't give me an answer. One, two, three weeks went by. And finally I said: 'How about blue?' [The shop was all painted and equipped in blue.] I said [when the renovation was finished]: 'I think the color is perfect.' They all nodded their head, except for one. [...] She said: 'Well, it is pretty, but you know, our color – really – it is green.' And I learned then that listening isn't just about patience. But that when you've lived on charity and were dependent your whole life long it's really hard to say what you mean. And mostly because people never really ask you. And when they do you don't really think they really want to know the truth. I also learned that listening is not only about waiting, but it is also about learning how better to ask questions. Video presentation by Jacqueline Novogratz (*1961) US American social entrepreneur, founder and leader of the businesslike nonprofit aid organisation Acumen, author, Tackling poverty with "patient capital"  [Patient Capitalism], transcript, presented by TED Talks, minutes 3:38 and 4:51, 18:35 minutes duration, filmed June 2007, posted August 2007

Learning to listen twice and to embrace the bigger picture

 

Listen first to every spoken word and then to every unspoken word!

 

A distressed husband went to seek counsel with a master. He reported to the wise one:

As soon as my wife or I start to speak the other will cut right in. Our arguments flare up again which leaves both of us in a bad mood. Still, I confirm that we love each other. However, it may not go on like this. I have no idea how to solve our dissent.
Learn to listen to your wife,

said the master.

When you are sure that you have learned to listen to her, you are welcome to consult with me again.

 

Three months went by. Then the man came knocking at the master's door a second time. He shared with him:

Meanwhile I have learned to listen attentively to every word of my wife. And our quarrels are past.
Well,

replied the master friendly,

do you intend to live in a happy marriage?
Yes,

he replied beamingly.

So your next lesson is to learn to listen to every word of your wife which remains unsaid.

Such was the consent of the wise man who's aware of both content and context.

Inspired by:  ► Hören, presented by Rhetorik.ch, undated

Biases hinder communication

            A village and a circus burn down for lack of listening.            

 


The circus, 1891
Georges Seurat (1859-1891) French painter

A circus proprietor discovered that the big tent was on fire, and he called one of his employees and said

Go into the middle of the circus ring and tell the people that the tent is on fire and they must get out as quickly as they can.

The man went, but in a little while he came back saying

They wouldn't listen to me. They just laughed.
Go again,

said the proprietor,

and make them listen! Say to them the circus is on fire, flee for your lives!

But again he returned, saying

They laughed at me! They refused to listen!

Because the man whom the circus proprietor had sent was the clown;
and no-one took the clown seriously.

 

  • A fire broke out backstage in a theatre.
    The clown came out to warn the public;
    they thought it was a joke and applauded.
    He repeated it; the acclaim was even greater.
    I think that's just how the world will come to an end:
    to general applause from wits who believe it's a joke.

 

Source: ► Søren Kierkegaard (1813-1855) Danish existentialist philosopher, theologian, writer, Victor Eremita, editor,
Either/Or. A Fragment of Life, Penguin Classics, 1. December 1992
See also: ► Kommunikation – Communication and ► Witze – Jokes and ► Stories

Four consecutive levels of listening

Four rings of listening
Otto Scharmer found four levels of listening that each generate
different understandings and conversations with different results.
༺༻ProcessEvolutionary capability – MotivePerspectiveH LevelProgressBrain
1.DownloadingProtecting ego from reality that keeps changing1st person HierarchyIntakeDirect-left
2.DebateCreating new knowledge3rd personHeterarchyDataIndirect-right
3.DialogueDiscovering relational truth2nd personHeterarchyRelatingDirect-left
4.Deep presenceCocreating new futureTrans-personHolarchyFusionIndirect-right
Source: ► Otto Scharmer Ottoscharmer.com German American senior lecturer, Massachusetts Institute of Technology (MIT),
founding chair of the Presencing Institute, core faculty member of the UN Leaders Program, UN Staff College

 

Links zum Thema Zuhören / Listening

Literatur

Literature (engl.)

Externe Weblinks


External web links (engl.)


  • Blog article Learning to listen deeply, presented by stories' outlet Medium, Daniel Christian Wahl, US American glocal educator, activist, transformative culture consultant, 23. May 2017

Audio- und Videolinks

Audio and video links (engl.)

Audio and video links (engl.) – Humor

 

Interne Links

Englisch Wiki

Hawkins

 

 

1 Siehe auch: Funktionsweisen der Psyche – Elizabeth Debold

Letzte Bearbeitung:
16.08.2017 um 09:03 Uhr

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